Jonas H. schrieb:
> Es geht um das Z135. Da ist nur offset length spezifiziert aber daraus
> geht ja ein delay hervor.
So ist es. R&S gibt Offset-Längen an, bei Keysight sind es Delays.
Jonas H. schrieb:
> Mario H. schrieb:
>> Es ist bei guten mechanischen Kalibrierkits üblich, den Match als ideal
>> anzunehmen.
>
> Das steht nur leider nirgendwo im Datenblatt welche zugrundeliegenden
> Reaktanzen angenommen werden müssen.
Keine. Der Match wird als idealer reeller 50Ω-Widerstand angenommen.
> OK also Impedanz der Leitung 50 Ohm und dann entweder l in Serie oder c
> parallel?
Manchmal wird auch eine von 50Ω abweichende sogenannte Offset-Impedanz
genommen. Wenn keine angegeben ist, kann man davon ausgehen, dass die
Offset-Impedanz 50Ω ist. Außerdem wird meist ein Verlustfaktor dieser
Leitung spezifiziert (manchmal als Offset Loss bezeichnet).
Diese Leitung erstreckt sich im Modell von der Referenzebene des
Steckers bis zu einer frequenzabhängigen Induktivität im Falle des
Short, und einer frequenzabhängigen Kapazität im Falle des Open. Die
Kapazität und Induktivität am Leitungsende natürlich gegen Masse. Die
Frequenzabhängigkeit wird normalerweise durch ein Taylor-Polynom bis
maximal zur dritten Ordnung angegeben, also
> Ist das bei allen kits so?
Zumindest bei vielen. Einige ältere VNA von HP mit begrenztem
Frequenzbereich bieten aber in der Firmware z.B. die Korrektur per
Offset-Induktivität gar nicht an. Der Short besteht dann also nur aus
einem Leitungsstück gegebener Länge bzw. mit gegebenem Delay und
Dämpfung, und mit einem idealen Kurzschluss am Ende. Die Kapazität im
Falle des Open muss man aufgrund der Streukapazität eines realen offenen
Endes aber eigentlich immer berücksichtigen. Die Kalibrierkits, die für
diese Geräte verkauft wurden, waren entsprechend ohne Induktivitäten
parametrisiert.
> Wäre es nicht einfacher s-parameter
> von dem kit zu bekommen? Wieso gibt es da keinen USB stick mit s11 für
> match open und short?
USB-Sticks gab es 1980 noch nicht, und nicht jeder VNA aus der Zeit
verfügte über ein Laufwerk für einen geeigneten Datenträger; da wäre nur
GPIB mit einem passenden Rechner geblieben. Von Hand hätte man die
S-Parameter sicher nicht eingeben wollen. Mal abgesehen von den
begrenzten Rechnerressourcen. Aber ja, man könnte das heute problemlos
so machen. Die Ecal-Module haben ihre Korrekturdaten z.B. in der Form
bereits an Bord. Das kann durchaus um einiges genauer sein, als ein mit
Parametern spezifiziertes mechanisches Kalibrierkit.
Die Modelle mit Parametern haben den Vorteil, dass ein Zettel reicht.
Und da die Parameter normalerweise nicht für das Kit spezifisch
ermittelt werden, kann man sie einfach aus dem Datenblatt entnehmen,
wenn der zugehörige Datenträger verloren gegangen ist.