B.P. schrieb:
> In den Datenblättern von Transistoren ist häufig ein
> Gate-Source-Leckstrom angegeben (meist +- 100nA bei maximaler
> Steuerspannung).
>
> Meine Frage ist nun, welche Bedeutung dieser in der Praxis hat.
Kommt auf die Anwednung an. Bei Schaltstufen ist es egal, denn der
Treiber kümmert sich keine Sekunde um 100nA Leckstrom.
Bei sehr hochohmigen Analoganwendungen (Vorverstärker) ist er natürlich
wichtig.
> Angenommen ich möchte mit einem, an den Transistor angeschlossenen
> Messgerät einen Strom von 1uA messen, fließen die 100nA dann in die
> Messung ein
JA!
> oder fließt der Leckstrom nur im Steuerkreis des
> Transistors?
Ja, aber das ist ja auch dein Meßkreis. Bei OPVs nennt man das
Eingangsstrom, und der ist bei Typen mit FET-Eingang sehr niedrig, so i
Bereich 1nA und weit darunter. Bipolartpen haben eher 1nA und aufwärts,
eher 10-100nA. Es gibt aber immer Ausnahmen.
Bei diskreten FETs ist die Spezifikation des Leckstroms Gate-Source
meist ein formaler Wert, der in der Praxis oft deutlich kleiner ist. Im
Datenblatt stehen 100nA, weil man die in der Produktion relativ schnell
messen und damit garantieren kann.