Hallo allerseits,
Die Schaltpläne von anderen zu studieren ist immer wieder sehr
lehrreich. Kürzlich habe ich diese schöne Beschreibung eines 2m-Tuners
gefunden
http://dl3etw.darc.de/2m%20FM%20Empfanger%20mit%20SI570%20als%20Lokaloszillator/2m%20FM%20Empfanger%20mit%20SI570%20als%20Lokaloszillator%20REV0.pdf
mit folgendem Schaltplan (siehe auch angehängten Screenshot):
http://dl3etw.darc.de/2m%20FM%20Empfanger%20mit%20SI570%20als%20Lokaloszillator/Schaltplan%202m%20Tuner.png
Ein paar Punkte sind mir nicht klar und es würde mich interessieren,
falls Ihr mir hier helfen könntet:
1) Was bringt R24 (am "oberen" Gate des BF981)? Könnte man diesen
Widerstand nicht ebenso gut weglassen?
2) Wieso ist die Spannung an der Source des BF981 über R26 mit +12V
verbunden? Ich hätte hier erwartet, dass die Spannung nicht über einen
Spannunsteiler (R26/R33) vorgegeben wird, sondern sich durch den Strom
durch den BF981 einstellt. Also: R26 weglassen --> Rückkopplung durch
Ugs-Änderung bei I(drain)-Änderung zur Kompensation von
Exemplarstreuungen und Temperatur.
3) Wozu wird das Dämpfungsglied R4/R5/R28 eingefügt? Ist das lediglich
dazu da, eventuelle reaktive Impedanzanteile durch nicht perfekte
Anpassung zu "absorbieren"?
Falls Ihre dazu etwas wisst, lässt mich das doch bitte wissen. Von
solchen Schaltplänen und solchen Fragen kann man immer viel lernen.
Danke!
HF-Bastler schrieb:> 3) Wozu wird das Dämpfungsglied R4/R5/R28 eingefügt? Ist das lediglich> dazu da, eventuelle reaktive Impedanzanteile durch nicht perfekte> Anpassung zu "absorbieren"?
Steht doch da oder nicht? Pegel und Impedanz Anpassung von 50 Ohm an
1500 Ohm des Mischers.
Ein Dämpfungsglied mit Transformation ist das einfachste und billigste
damit der Mischer 1500 Ohm sieht.
HF-Bastler schrieb:> 1) Was bringt R24 (am "oberen" Gate des BF981)?
Der wird dem nicht optimalen Layout geschuldet sein.
So ein DG-MOSFET ist ja im Prinzip eine Kaskodenschaltung, und das Gate
des zweiten Transistors wird HF-mäßig an Masse gelegt.
Vermutlich ist es hier durch die langen Leiterbahnen zu dem C4 zu
Resonanzen, -vielleicht sogar zu einer Schwingneigung-, gekommen, und
der Widerstand bedämpft diese Resonanz.
Manchmal nimmt man zu diesem Zweck auch eine Ferritperle, was sinnvoll
ist, wenn an einem Widerstand ein störender Spannungsabfall aufträte.
HF-Bastler schrieb:> Wieso ist die Spannung an der Source des BF981 über R26 mit +12V> verbunden? Ich hätte hier erwartet, dass die Spannung nicht über einen> Spannunsteiler (R26/R33) vorgegeben wird, sondern sich durch den Strom> durch den BF981 einstellt.
Jedoch:
Der Strom ändert sich, wenn der Transistor über die UG2 abgeregelt wird.
Bezüglich der Werte der Spannungsteiler an G1, G2 und S ist zu
vermuten, dass da jemand sehr genau die DC-Kennlinien studiert hat,
damit beim Abregeln nicht die Verzerrungen der Stufe steigen.
HF-Bastler schrieb:> 3) Wozu wird das Dämpfungsglied R4/R5/R28 eingefügt? Ist das lediglich> dazu da, eventuelle reaktive Impedanzanteile durch nicht perfekte> Anpassung zu "absorbieren"?
Ich denke, dass damit das Anpassungsnetzwerk in erster Linie breitbandig
gemacht wird.
HF-Bastler schrieb:> Die Schaltpläne von anderen zu studieren ist immer wieder sehr> lehrreich.
Ich habe da ein paar leise Bedenken. Wenn ich mir obige Schaltung
anschaue, dann sehe ich, daß das zwar 5 abzugleichende Induktivitäten
drin sind nebst 3 Testpunkten, aber nicht einmal ein Anschluß für eine
Verstärkungsregelung am zweiten Gate des Eingangstransistors.
Kurz gesagt, es gibt gute Schaltungen, von denen man etwas lernen kann
und es gibt weniger gute, von denen man auch weniger lernen kann bis hin
zu grottenschlechten Schaltungen. Aber oft genug weiß man nicht, wie man
die guten von den grottenschlechten unterscheidet. Gelle?
W.S.
herbert schrieb:> HF-Bastler schrieb:>> 3) Wozu wird das Dämpfungsglied R4/R5/R28 eingefügt? Ist das lediglich>> dazu da, eventuelle reaktive Impedanzanteile durch nicht perfekte>> Anpassung zu "absorbieren"?>> Steht doch da oder nicht? Pegel und Impedanz Anpassung von 50 Ohm an> 1500 Ohm des Mischers.> Ein Dämpfungsglied mit Transformation ist das einfachste und billigste> damit der Mischer 1500 Ohm sieht.
Wie soll das gehen?! Die Ausgangsimpedanz des Dämpfungsgliedes ist doch
220 Ohm (R4) parallel zum "Rest" (R28, R5 etc.). Das gibt auf jeden Fall
einen Wert kleiner als 220 Ohm. Zudem soll an TP3 (wahrscheinlich nach
dem Entfernen von C11) 50 Ohm erreicht werden.
Passiert die Impedanztransformation nicht hauptsächlich mit C11/L4?
Hp M. schrieb:> HF-Bastler schrieb:>> 1) Was bringt R24 (am "oberen" Gate des BF981)?>> Der wird dem nicht optimalen Layout geschuldet sein.> So ein DG-MOSFET ist ja im Prinzip eine Kaskodenschaltung, und das Gate> des zweiten Transistors wird HF-mäßig an Masse gelegt.> Vermutlich ist es hier durch die langen Leiterbahnen zu dem C4 zu> Resonanzen, -vielleicht sogar zu einer Schwingneigung-, gekommen, und> der Widerstand bedämpft diese Resonanz.> Manchmal nimmt man zu diesem Zweck auch eine Ferritperle, was sinnvoll> ist, wenn an einem Widerstand ein störender Spannungsabfall aufträte.
Interessant! Ich hätte jetzt erwartet, dass etwas parasitäre Induktanz
zu einer KLEINEREN Impedanz führen würde (Serien-LC-Kreis). Aber
wahrscheinlich ist dann die Zunahme der Impedanz oberhalb der Resonanz
problematisch.(?)
Den Trick mit dem Widerstand merke ich mir auf jeden Fall!
Danke.
Hp M. schrieb:> Jedoch:> Der Strom ändert sich, wenn der Transistor über die UG2 abgeregelt wird.
Es gibt doch gar keine Regelung. Nicht?
> Bezüglich der Werte der Spannungsteiler an G1, G2 und S ist zu> vermuten, dass da jemand sehr genau die DC-Kennlinien studiert hat,> damit beim Abregeln nicht die Verzerrungen der Stufe steigen.
Geht das? Sind die Toleranzen bei den Kennlinien nicht derart gross,
dass eine solche Lösung dann nur mit einem einzigen Exemplar des
Transistors funktioniert?
HF-Bastler schrieb:> Es gibt doch gar keine Regelung. Nicht?
Na ja, in der Zeichnung ist der Anschluss zwar auf +12V gelegt, aber er
ist herausgeführt, sodass man dort eine Regelspannung anlegen könnte.
Auf der letzten Seite dieses Datenblatts
https://mikroshop.ch/pdf/BF981.pdf ist eine Musterschaltung für 200MHz
vom Hersteller. Das dort gezeigte 50 Ohm Anpassnetzwerk auf 145MHz
umzurechnen, sollte ja nicht allzu schwer sein.
Ich habe nicht kontrolliert, ob der Autor des Tuners die
Spannungsteilerwerte einfach abgekupfert oder an 12V-Betrieb angepasst
hat.
HF-Bastler schrieb:> Sind die Toleranzen bei den Kennlinien nicht derart gross,> dass eine solche Lösung dann nur mit einem einzigen Exemplar des> Transistors funktioniert?
Der trotz streuender Schwellenspannungen richtige Arbeitspunkt wird ja,
wie du bereits richtig erkannt hast, mittels der durch R23 bewirkten
DC-Gegenkopplung erreicht und stabilisiert.
Wie aus dem Datenblatt ersichtlich ist, scheint der optimale
Arbeitsstrom dieses Transistors bei ca. 10mA oder etwas höher(Bild5) zu
liegen, und für UG1=0 streut dieser typische Wert des Drainstromes von 4
bis 25mA.
In der Musterschaltung legt der Spannungsteiler R1,R2 die U_G1 auf 16V/3
= 5,33V fest.
Der Spannungsteiler R4,R5 an Source liefert unbelastet eine Spannung von
3,63V bei einem Innenwiderstand von 170 Ohm.
Eine U_G1S von 0 V wird also mit einem Transistor erreicht, der diese
3,63V auf 5,33V erhöht, also 1,7V an 170 Ohm abfallen lässt, - oder
just 10mA zieht ;-)
Die sich einstellenden Stromwerte für die grenzwertigen Transistoren
erhältst du, wenn du in Bild 10 durch den Punkt 0V, 10mA eine
Widerstandsgerade für 240 Ohm (oder ca.4mA/V) legst (170 Ohm des
Spannungsteilers plus 70 Ohm bzw 14mS Ausgangswiderstand des Transistors
an Source).
Die Schnittpunkte dieser Widerstandsgeraden mit den Grenzkurven liegen
dann bei etwa 8mA für den 4mA-Typ und 13mA für den 25mA-Typ.
Aus Bild5 kannst du dann ersehen, dass für diesen Strombereich von 8 bis
13mA die Änderung der Steilheit recht moderat und keinesfalls "derart
gross" ausfällt.
Hp M. schrieb:> Ich denke, dass damit das Anpassungsnetzwerk in erster Linie breitbandig> gemacht wird.
Breitbandige Anpassung 50 zu 1500 Ohm... wobei man die Breitbandigkeit
(2 Mhz) auf der 50 Ohm Seite benötigt.