Frag ich ich schon lange. Bei SWER (single wire earth return) versteh
ich es ja noch, da wird die Erde als Rückleiter genutzt.
Aber trotz Wikipedia und Google habe ich kein3 Erklärung gefunden, warum
unser Netz mit Erde verbunden ist. Und daher das Berühren einer Phase
zum Stromschlag führt. Vielleicht war ich in Physik zu oft Kreide
holen, aber mir erschließt sich der Sinn nicht.
Alle Haushalte haben einen Rückleiter, gäbe es keinen Erdbezug, könnte
man sich den FI und Trenntrafos sparen. Wozu also das ganze?
Die Frage ist ernst gemeint.
Weils einfacher ist, weil man auf Fernebene (oder wie auch immer man das
normgerecht nennt, keine Ahnung) somit eine Leitung einspart. Sieh dir
die Hochspannungsmasten an, da gibt es nur 3 Drähte und nicht 4.
lukas schrieb:> Weils einfacher ist, weil man auf Fernebene (oder wie auch immer man das> normgerecht nennt, keine Ahnung) somit eine Leitung einspart. Sieh dir> die Hochspannungsmasten an, da gibt es nur 3 Drähte und nicht 4.
Die Erklärung ist falsch, auch der Haushalts-Drehstrom hat/braucht nur 3
Drähte.
Einen Erdbezug macht man damit es definierte Potentialverhältnisse gibt,
es gibt aber auch (z.B. in Krankenhäusern) lokale Netze ohne Erdbezug.
Stell dir mal vor in einer Stadt würde es durch einen Schaltfehler (wenn
ohne Erdbezug) an einem Ende der Stadt eine Einspeisung eine Verbindung
zwischen einem Leiter der Netzspannung und einer Mittelspannungsebene
geben.
Dann hätte alle viel Spaß!
loeti2 schrieb:> Stell dir mal vor in einer Stadt würde es durch einen Schaltfehler (wenn> ohne Erdbezug) an einem Ende der Stadt eine Einspeisung eine Verbindung> zwischen einem Leiter der Netzspannung und einer Mittelspannungsebene> geben.> Dann hätte alle viel Spaß!
Diese Verbindung ist ja in jeden! Mittelspannungstrafo sogar ungewollt
vorhanden, nennt sich parasitärer Wicklungskapazität. Zwischen den
Hochspannungs- und Niederspannungswicklung.
Es gibt auf der Welt auch Niederspannungsnetze wo es auf der
Niederspannungsseite KEINEN sternpunkt gibt den man erden kann. (in
Dreieck verschaltete Sekundärwicklungen z.B.) hier legt man dann eine
der 3 Phasen auf Erde. Das ergibt dann lustige Messergebnisse wenn man 3
der 3 Phasen auf Haushaltssteckdosen hat. ('127'/230V Netze, wo aber die
127V nicht existieren.) dann misst du zwischen den beide Pole der
Stecksode 230V, von einem Pol zur Erde 230V, und von den anderen Pol zur
Erde AUCH 230V.
heute ohne schrieb:> Alle Haushalte haben einen Rückleiter, gäbe es keinen Erdbezug, könnte> man sich den FI und Trenntrafos sparen. Wozu also das ganze?
Ein gewisser Erdbezug durch die kilometerlangen Kabel ist eh vorhanden.
Hinreichend für tödliche Ströme im Fehlerfall. Aber nicht hinreichend
für Schutzschaltungen.
Also lieber ordentlich Erden und dann absichern.
heute ohne schrieb:> Alle Haushalte haben einen Rückleiter, gäbe es keinen Erdbezug, könnte> man sich den FI und Trenntrafos sparen. Wozu also das ganze?
Dafür müsste man in Isolationsüberwachung investieren ;)
Die eigentliche Frage lautet "Warum hat unser Stromnetz einen
definierten Erdbezug?"
Wenn man den N-Leiter nicht mit PE/Erde verbinden würde, könnte man an
einer Stelle einen beliebigen Stromleiter berühren. Dadurch würde man
diesen auf das gleiche Potential wie Erde ziehen. Falls jetzt aber eine
zweite Stelle hinzu kommt, die Erde mit einem anderen Stromleiter
verbindet, kommt es wieder zum Kurzschluss.
Da gegen könnte man mit einem Isolationswächter schützen, der bereits
bei einer Kontaktstelle aktiv wird. Das Problem dabei ist nur, dass die
Lokalisierung diese fehlerhaften Isolierung extrem schwieriger ist.
Danke mal für die Antworten. Was ich nicht verstehe:
In den Anfangszeiten war die Elektroverteilung per Freileitung, also
kein Bezug zur Erde nötig.
Gleiches gilt für die Solar-Inselanlage in meinem Wochenend-Gartenhaus.
Was vom WR kommt, hat keinen Erdbezug.
heute ohne schrieb:> Aber trotz Wikipedia und Google habe ich keine Erklärung gefunden, warum> unser Netz mit Erde verbunden ist. Und daher das Berühren einer Phase> zum Stromschlag führt.
Ja, aber nur 230V und nicht 400V, was möglich wäre, wenn sich im
Fehlerfall einer der Außenleiter "eigenmächtig erdet".
heute ohne schrieb:> Was vom WR kommt, hat keinen Erdbezug.
Miss mal. Auch wenn kein Leiter gleich auf Erde geklemmt ist reicht es
bestimmt für einen Spannungsprüfer, vielleicht sogar es zu spüren.
Dann wird sicher was verbaut sein um statische Aufladung ins
"unendliche" zu verhindern. Bedenke wie unangenehm ein Pkw werden kann
und dann ein ganzes Dach ;-)
dhunter schrieb:> https://de.wikipedia.org/wiki/IT-System_(Elektrotechnik)> Da steht alles.
Der Artikellink ist eigentlich gut.
Speziell "Fehlerfall" und "Grenzen des IT Netz"
Ein großes IT netz hat eine so große parasitäre Kapazitat zur Erde, dass
auch bei einem 1. Fehler ein für den Menschen tödlicher Strom fliessen
würde.
Ausserdem wäre es ohne definierten Erdbezug möglich daß durch
unterschiedliche parasitären Kapazitäten gegenüber der Mittelspannung
oder gar Fehler sich das Potential des IT Netzes auf viele tausend Volt
gegenüber Erde verschieben könnte.
Mit dann ziemlich fatalen Folgen.
Udo S. schrieb:> Ein großes IT netz hat eine so große parasitäre Kapazitat zur Erde, dass> auch bei einem 1. Fehler ein für den Menschen tödlicher Strom fliessen> würde.
Naja, groß ...
Ein kleines Dorf mit 50 EFH hat schon grob 100km+ an Leitungen in den
Häusern installiert.
Pi mal Daumen 5µF. Oder weniger als 1kOhm Blind-Widerstand gegen Erde.
Ohne jede echte Erdverbindung.
Wenn du da in der Pfütze stehst und nen Leiter anfasst wars das schnell
mal.
Die Steckdose am Wechslrichter im Wochenendhaus is natürlich was
anderes. Da gibt es dann in der Regel wirklich keinen (relevanten) Bezug
zur Erde ohne dass ein Fehler vorliegt.
Nehmen wir mal an, ein Ortsnetztransformator versorgt 100 Haushalte
mit einem erdfreiem Drehstromnetz L1 L2 L3 N.
Wenn in einem der Haushalte ein Schluss L1 nach Erde vorliegt,
etwa durch einen bösartigen Nachbarn, würde in allen 100 Haushalten
L2 und L3 400V gegen Erde führen.
Dass das nicht sein darf, ist klar.