Ich bin angestellter in einer Firma und erstelle Firmware für Embedded
Systeme. Jetzt steht ein Auftrag kurz vor der Fertigstellung und mein
Teil macht unerwartet Probleme und der Kunde wird vermutlich eine
saftige Strafzahlung verlangen, die vertraglich vereinbart ist. Kann
mich der Firmeninhaber dafür persönlich haftbar machen?
Kündigen wird dich nur der cholerische Klitschen Chef und danach stellt
er fest. UPS, wer kennt sich noch damit aus? Keiner? Normalerweise
schlägt man das Strafgeld vorher schon oben drauf oder schiebt das
negative Geld in die Folgeprojekte.
Generell hätte dein AG schon vorher erkennen müssen, dass du das nicht
rechtzeitig schaffst oder nicht für die Aufgabe geeignet bist. Und dann
eben mehr Arbeitskraft investieren oder dich austauschen müssen.
Oder andersrum: ich habe es schon ein paar mal geschafft, quasi als
"Feuerwehr" eine Pönale vom Unternehmen abzuwenden. Und vom gesparten
Geld habe auch nichts bekommen. Warum sollte ich also was zahlen müssen,
wenn irgendwas nicht rechtzeitig fertig wird?
Aber bei grober Fahrlässigkeit kann da schon eine Abmahnung oder wenn du
über den Fortschritt des Projekts ständig Falschaussagen gegeben hast
"Übermorgen bin ich fertig, ja, übermorgen sicher!" eine
außerordentliche Kündigung anstehen.
Lukas F. schrieb:> Kann mich der Firmeninhaber dafür persönlich haftbar machen?
Nein, als Angestellter bist du raus aus der Haftung (du hast es ja nicht
nachweisbar mit Vorsatz gemacht), die Firma als Ganzes haftet (und ist
eventuell versichert), dein Chef hätte dich besser beaufsichtigen
müssen.
Ob du selbst in der Firma noch irgendwelche relevanten Aufgaben bekommst
oder ein Anschiss vom Chef reicht, weiss aber niemand.
MaWin schrieb:> Ob du selbst in der Firma noch irgendwelche relevanten Aufgaben bekommst> oder ein Anschiss vom Chef reicht, weiss aber niemand.
Das ist mir prinzipiell schnuppe. Innerlich bin ich da eh gekündigt. Ich
mache jetzt Dienst nach Vorschrift.
Haftbar machen nein, außer bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.
Ob Dein AG Dich kündigt, weil Du den Aufgaben nicht gewachsen bist oder
nur fragt: "was haben Sie daraus gelernt?" kann hier keiner wissen.
Bist Du der einzige Entwickler? Bist Du auch für Qualitätssicherung,
sprich Test verantwortlich? Gibt es eine separate QS?
Hast Du sinnvolle Tests laufen lassen? Hast Du den Projektstand korrekt
mitgeteilt oder schöngeredet?
Und noch viele weitere Fragen.
Lukas F. schrieb:> Das ist mir prinzipiell schnuppe. Innerlich bin ich da eh gekündigt. Ich> mache jetzt Dienst nach Vorschrift.
Das wiederum schreit geradezu danach, dass Dir das Problem angehängt
wird, unabhängig davon inwieweit Du tatsächlich verantwortlich bist. Das
könnte dann im Zeugnis erwähnt werden oder unter der Hand kommuniziert
werden und das möchtest Du sicher nicht
einfach was abliefern was zwar schlecht läuft Fehler hat oder abstürzt.
Machen wir auch. Im vertrag steht das wir Fehler die wir nicht erkannt
haben in einem bestimmten Zeitraum nachbessern...
Lukas F. schrieb:> Ich bin angestellter in einer Firma und erstelle Firmware für Embedded> Systeme. Jetzt steht ein Auftrag kurz vor der Fertigstellung und mein> Teil macht unerwartet Probleme und der Kunde wird vermutlich eine> saftige Strafzahlung verlangen, die vertraglich vereinbart ist. Kann> mich der Firmeninhaber dafür persönlich haftbar machen?
Als Angestellter schuldet man tatsächlich nur Arbeitszeit. Kein
Ergebnis. Nicht mal ein "durchschnittliches" wie z.B. bei Handwerkern.
Harfner schrieb:> Das> könnte dann im Zeugnis erwähnt werden oder unter der Hand kommuniziert> werden und das möchtest Du sicher nicht
Das wird so kommen aber davor angst habe ich eigentlich nicht. Ich kann
immer noch Ökobauer, freiberuflicher Programmierer oder notfalls bei
Netto an der Kasse arbeiten. Meine bisherige Projekthistorie ist nicht
so schlecht gelaufen von daher muss ich meine Fähigkeiten nicht
verstecken. Ich denke viel mehr sollten weniger Angst vor schlechten
Arbeitszeugnissen haben.
Lukas F. schrieb:> mein> Teil macht unerwartet ProblemeLukas F. schrieb:> Das ist mir prinzipiell schnuppe. Innerlich bin ich da eh gekündigt. Ich> mache jetzt Dienst nach Vorschrift.
Da wäre ich mal gespannt auf deine Bewerbung für den nächsten Job. Was
willst du da vorbringen?
pp schrieb:> Da wäre ich mal gespannt auf deine Bewerbung für den nächsten Job. Was> willst du da vorbringen?
Muss man beim neuen Job ja nicht jedem auf die Nase binden. Falls die
dann nachfragen kommt direkt eine Klage gegen den alten AG.
Lukas F. schrieb:> Muss man beim neuen Job ja nicht jedem auf die Nase binden. Falls die> dann nachfragen kommt direkt eine Klage gegen den alten AG.
So einfach?
Na dann mal ein erfülltes Arbeitsleben.
Lukas F. schrieb:> Das ist mir prinzipiell schnuppe. Innerlich bin ich da eh gekündigt. Ich> mache jetzt Dienst nach Vorschrift.
Fehler macht jeder. Ob die Fehler überhaupt bei Dir gelegen haben,
wissen wir gar nicht, Du vielleicht.
Der Deal ist doch, Du machst so viel Du möchtest, Dein Chef zahlt so
viel wie vereinbart und die nächste Gehaltsrunde fußt dann auf der
bisherigen Leistung.
Wenn jetzt irgendwas nicht klappt, und es vielleicht sogar an Dir liegen
könnte, dann fände ich es fair, für das vereinbarte Geld dem auch mal
auf den Grund zu gehen. Wer soll dass denn sonst machen?
SW-Entwicklung ist doch kein "Ich klopp da jetzt was zusammen und wenn
es nicht geklappt hat, ist mir das egal".
Zocker_61 schrieb:> Was ist den das schon wieder ?
Bestimmt jemand, der Lowper formt. Was auch immer ein Lowper ist, und
warum der nicht richtig geformt vom Band fällt.
Wer sagt den der Poster haette Schuld, vielleicht hat der Chef auf einen
zu kurzen Term verkauft. Was war denn der Beitrag des Chefs ?
Das Ueberziehen von Terminen ist Standard, ohne war's keine
Herausforderung. Hat der Poster denn ueberhaupt einen Termin angegeben ?
Erfahrung zeigt, dass die initiale Schaetzung mit Drei multiplizierert
immer noch zu kurz ist. Das sollte der Chef auch wissen.
Zudem sollte man immer einen offenen Parameter haben.
a) Zeit
b) Kosten
c) Qualitaet
Wenn zwei fest sind kann man am 3. schrauben.
Dr. Sommer schrieb:> Hoffentlich wirst du gekündigt du lowperformer
Ja mit Sicherheit irgendwann aber du kannst ja mal deine Performance
bisher auflisten.
Treuer Grüner schrieb im Beitrag #7192948:
> Beantrage schonmal Bürgergeld.
Das ist, so wie es jetzt geplant wird, auch nicht mehr so repressiv also
habe ich theoretisch gar kein Problem damit. Vielleicht ist so ein
Sabbatical auf kosten des Steuerzahlers eventuell sogar besser für die
Gesellschaft.
Lukas F. schrieb:> Treuer Grüner schrieb:>>> Beantrage schonmal Bürgergeld.>> Das ist, so wie es jetzt geplant wird, auch nicht mehr so repressiv also> habe ich theoretisch gar kein Problem damit. Vielleicht ist so ein> Sabbatical auf kosten des Steuerzahlers eventuell sogar besser für die> Gesellschaft.
Klingt geil was fällt alles weg?
So eine Riesensache und nur du allein hast den Kollaps an der Backe? Da
musste doch eher zur Kuhr als dir lieb ist. Das macht den Menschen
kaputt.
Stell dich krank!
A. S. schrieb:> SW-Entwicklung ist doch kein "Ich klopp da jetzt was zusammen und wenn> es nicht geklappt hat, ist mir das egal".
Soweit die Theorie, die Praxis mancher Kollegen belegt das Gegenteil.
Die Praxis ist, dass ich mich nach Systemtests und / oder Kundengemecker
mehrfach mit Pfeifen gekloppt habe, die nicht über den Rand ihres
Tellerchens geschaut haben.
Dein Arbeitgeber ist eh für die Organisation der Arbeit verantwortlich.
Wenn du etwas nicht schaffst, was eigentlich realistisch machbar sein
sollte, muss er dich qualifizieren oder eben notfalls durch besseres
Personal ersetzen. Mehr kann einem da nicht passieren.
Lukas F. schrieb:> Vielleicht ist so ein> Sabbatical auf kosten des Steuerzahlers eventuell sogar besser für die> Gesellschaft.
Geht das? Also erstmal ein Jahr (oder X-Monate) Bürgergeld und dann erst
arbeitslos/-suchend melden?
A. S. schrieb:> Geht das? Also erstmal ein Jahr (oder X-Monate) Bürgergeld und dann erst> arbeitslos/-suchend melden?
Ohnehin gibt es erst mal ein Jahr ALG1 und dann kommt Bürgergeld/H4/ALG2
oder wie auch immer man das nun nennt. Bei beiden wird man gezwungen
sich zu bewerben aber man kann sich ja auch so bewerben, dass man eher
nicht genommen wird.
Testet ihr eure Software nicht vorher? Wenn nein, dann ist das eher ein
Organisatorisches Problem. Menschen machen Fehler. Es liegt an der
Organisation des Projektes, dass diese keine negativen Folgen haben bzw.
rechtzeitig abgewendet werden.