Strafe bei Aufträgen

Gast #7192174
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Ich bin angestellter in einer Firma und erstelle Firmware für Embedded 
Systeme. Jetzt steht ein Auftrag kurz vor der Fertigstellung und mein 
Teil macht unerwartet Probleme und der Kunde wird vermutlich eine 
saftige Strafzahlung verlangen, die vertraglich vereinbart ist. Kann 
mich der Firmeninhaber dafür persönlich haftbar machen?
Beitrag #7192184 wurde von einem Moderator gelöscht.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #7192198
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Generell hätte dein AG schon vorher erkennen müssen, dass du das nicht 
rechtzeitig schaffst oder nicht für die Aufgabe geeignet bist. Und dann 
eben mehr Arbeitskraft investieren oder dich austauschen müssen.

Oder andersrum: ich habe es schon ein paar mal geschafft, quasi als 
"Feuerwehr" eine Pönale vom Unternehmen abzuwenden. Und vom gesparten 
Geld habe auch nichts bekommen. Warum sollte ich also was zahlen müssen, 
wenn irgendwas nicht rechtzeitig fertig wird?

Aber bei grober Fahrlässigkeit kann da schon eine Abmahnung oder wenn du 
über den Fortschritt des Projekts ständig Falschaussagen gegeben hast 
"Übermorgen bin ich fertig, ja, übermorgen sicher!" eine 
außerordentliche Kündigung anstehen.
Gast #7192239
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Lukas F. schrieb:
> Kann mich der Firmeninhaber dafür persönlich haftbar machen?

Nein, als Angestellter bist du raus aus der Haftung (du hast es ja nicht 
nachweisbar mit Vorsatz gemacht), die Firma als Ganzes haftet (und ist 
eventuell versichert), dein Chef hätte dich besser beaufsichtigen 
müssen.

Ob du selbst in der Firma noch irgendwelche relevanten Aufgaben bekommst 
oder ein Anschiss vom Chef reicht, weiss aber niemand.
Gast #7192349
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Haftbar machen nein, außer bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.

Ob Dein AG Dich kündigt, weil Du den Aufgaben nicht gewachsen bist oder 
nur fragt: "was haben Sie daraus gelernt?" kann hier keiner wissen.

Bist Du der einzige Entwickler? Bist Du auch für Qualitätssicherung, 
sprich Test verantwortlich? Gibt es eine separate QS?

Hast Du sinnvolle Tests laufen lassen? Hast Du den Projektstand korrekt 
mitgeteilt oder schöngeredet?

Und noch viele weitere Fragen.
Gast #7192363
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Lukas F. schrieb:
> Das ist mir prinzipiell schnuppe. Innerlich bin ich da eh gekündigt. Ich
> mache jetzt Dienst nach Vorschrift.

Das wiederum schreit geradezu danach, dass Dir das Problem angehängt 
wird, unabhängig davon inwieweit Du tatsächlich verantwortlich bist. Das 
könnte dann im Zeugnis erwähnt werden oder unter der Hand kommuniziert 
werden und das möchtest Du sicher nicht
Beitrag #7192383 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7192390
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Lukas F. schrieb:
> Ich bin angestellter in einer Firma und erstelle Firmware für Embedded
> Systeme. Jetzt steht ein Auftrag kurz vor der Fertigstellung und mein
> Teil macht unerwartet Probleme und der Kunde wird vermutlich eine
> saftige Strafzahlung verlangen, die vertraglich vereinbart ist. Kann
> mich der Firmeninhaber dafür persönlich haftbar machen?

Als Angestellter schuldet man tatsächlich nur Arbeitszeit. Kein 
Ergebnis. Nicht mal ein "durchschnittliches" wie z.B. bei Handwerkern.
Gast #7192405
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Harfner schrieb:
> Das
> könnte dann im Zeugnis erwähnt werden oder unter der Hand kommuniziert
> werden und das möchtest Du sicher nicht

Das wird so kommen aber davor angst habe ich eigentlich nicht. Ich kann 
immer noch Ökobauer, freiberuflicher Programmierer oder notfalls bei 
Netto an der Kasse arbeiten. Meine bisherige Projekthistorie ist nicht 
so schlecht gelaufen von daher muss ich meine Fähigkeiten nicht 
verstecken. Ich denke viel mehr sollten weniger Angst vor schlechten 
Arbeitszeugnissen haben.
Gast #7192575
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Lukas F. schrieb:
> Das ist mir prinzipiell schnuppe. Innerlich bin ich da eh gekündigt. Ich
> mache jetzt Dienst nach Vorschrift.

Fehler macht jeder. Ob die Fehler überhaupt bei Dir gelegen haben, 
wissen wir gar nicht, Du vielleicht.

Der Deal ist doch, Du machst so viel Du möchtest, Dein Chef zahlt so 
viel wie vereinbart und die nächste Gehaltsrunde fußt dann auf der 
bisherigen Leistung.

Wenn jetzt irgendwas nicht klappt, und es vielleicht sogar an Dir liegen 
könnte, dann fände ich es fair, für das vereinbarte Geld dem auch mal 
auf den Grund zu gehen. Wer soll dass denn sonst machen?

SW-Entwicklung ist doch kein "Ich klopp da jetzt was zusammen und wenn 
es nicht geklappt hat, ist mir das egal".
#7192727
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Wer sagt den der Poster haette Schuld, vielleicht hat der Chef auf einen 
zu kurzen Term verkauft. Was war denn der Beitrag des Chefs ?

Das Ueberziehen von Terminen ist Standard, ohne war's keine 
Herausforderung. Hat der Poster denn ueberhaupt einen Termin angegeben ? 
Erfahrung zeigt, dass die initiale Schaetzung mit Drei multiplizierert 
immer noch zu kurz ist. Das sollte der Chef auch wissen.

Zudem sollte man immer einen offenen Parameter haben.
a) Zeit
b) Kosten
c) Qualitaet

Wenn zwei fest sind kann man am 3. schrauben.
Beitrag #7192948 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7192999
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Treuer Grüner schrieb im Beitrag #7192948:
> Beantrage schonmal Bürgergeld.

Das ist, so wie es jetzt geplant wird, auch nicht mehr so repressiv also 
habe ich theoretisch gar kein Problem damit. Vielleicht ist so ein 
Sabbatical auf kosten des Steuerzahlers eventuell sogar besser für die 
Gesellschaft.
Gast #7193003
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Lukas F. schrieb:
> Treuer Grüner schrieb:
>
>> Beantrage schonmal Bürgergeld.
>
> Das ist, so wie es jetzt geplant wird, auch nicht mehr so repressiv also
> habe ich theoretisch gar kein Problem damit. Vielleicht ist so ein
> Sabbatical auf kosten des Steuerzahlers eventuell sogar besser für die
> Gesellschaft.

Klingt geil was fällt alles weg?
Beitrag #7193048 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7193225
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A. S. schrieb:
> SW-Entwicklung ist doch kein "Ich klopp da jetzt was zusammen und wenn
> es nicht geklappt hat, ist mir das egal".

Soweit die Theorie, die Praxis mancher Kollegen belegt das Gegenteil.

Die Praxis ist, dass ich mich nach Systemtests und / oder Kundengemecker 
mehrfach mit Pfeifen gekloppt habe, die nicht über den Rand ihres 
Tellerchens geschaut haben.
Beitrag #7193277 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7193286
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Dein Arbeitgeber ist eh für die Organisation der Arbeit verantwortlich. 
Wenn du etwas nicht schaffst, was eigentlich realistisch machbar sein 
sollte, muss er dich qualifizieren oder eben notfalls durch besseres 
Personal ersetzen. Mehr kann einem da nicht passieren.
Gast #7193575
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A. S. schrieb:
> Geht das? Also erstmal ein Jahr (oder X-Monate) Bürgergeld und dann erst
> arbeitslos/-suchend melden?

Ohnehin gibt es erst mal ein Jahr ALG1 und dann kommt Bürgergeld/H4/ALG2 
oder wie auch immer man das nun nennt. Bei beiden wird man gezwungen 
sich zu bewerben aber man kann sich ja auch so bewerben, dass man eher 
nicht genommen wird.
Gast #7193583
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Testet ihr eure Software nicht vorher? Wenn nein, dann ist das eher ein 
Organisatorisches Problem. Menschen machen Fehler. Es liegt an der 
Organisation des Projektes, dass diese keine negativen Folgen haben bzw. 
rechtzeitig abgewendet werden.

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