Hallo zusammen, Ein Bekannter hatte die glorreiche Idee 3ph von einem Notstromaggregat ins Haus einzuspeisen. Da das Aggregat auf L1 regelt, herrschten dort saubere 225V. Durch die Schieflast vom Haus kamen auf L2 175V und auf L3 305V raus. Überall im Haus waren nun defekte Geräte verteilt.. Nur der Interesse halber: Wie machen das die großen Kraftwerke? Oder regelt dass das Netz, weil es so "hart" ist? Schöne Grüße
Gast
#7204780
Da wird wohl jemand den Neutralleiter nicht angeschlossen haben und eine schöne Sternpunktverschiebung in seinem Haus realisiert haben
Siehe Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Dreiphasenwechselstrom-Transformator), das machen die Transformatoren an den Leitungen:
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Gast
#7204833
Nerd 8. schrieb: > Idee 3ph von einem Notstromaggregat ins Haus einzuspeisen Kurz: Lernen durch Schmerz! Das war zu erwarten. Deswegen testet man ein Aggregat mit und ohne Last und misst dabei. Er ist jedoch nicht der Einzige, der durch Lastsprünge einige Schaltnetzteile geopfert hat. Sein Fall ist nur etwas komplizierter, der er durch die 3 Phasen noch zusätzlich Nullpunktverschiebung hatte. Sinnvoll wäre gewesen, auf alle 3 Phasen erst mal eine angemessene (ohmsche) Grundlast zu verteilen. Dann werden die Spitzen prozentual besser abgefedert. Das kostet natürlich Kraftstoff.
Gast
#7204936
Nerd 8. schrieb: > Nur der Interesse halber: Wie machen das die großen Kraftwerke? Oder > regelt dass das Netz, weil es so "hart" ist? Wie schon genannt: Trafos mit Ausgleichswicklung oder in Zickzack-Schaltung. Dann sind so Kraftwerksgeneratoren in der Tat einiges "härter" als ein kleiner Baumarktmopppel. Klassische 3-Phasen-Motoren (ohne Umrichter) symmetrieren das Netz von sich aus (höherer Strom auf der Phase mit höherer Spannung). Und dann natürlich die Vielzahl an grob symmetrisch verteilten Verbrauchern... Wenn im Haus morgens nur die Lichter und das Kleinzeugs (z.B. 300W) an ist und jemand schaltet den Toaster (1kW) an, dann ist das ordentlich Schieflast. Wenn im Dorf in 100 Häusern das Kleinzeugs an ist sind das schon 30kW. Da interessiert ein einzelner Toaster kaum noch. Und, wenn alle 100 den Toaster gleichzeitig anschalten ist die Verteilung auf die Phasen vielleicht 40:30:30. Das ist dann kaum noch der Rede wert.
Gast
#7204943
Stephan schrieb: > Und, wenn alle 100 den > Toaster gleichzeitig anschalten ist die Verteilung auf die Phasen > vielleicht 40:30:30. > Das ist dann kaum noch der Rede wert. Und dann gibt es noch die ZickZack-Tranformatoren, die auch noch mal Unsymmetrien reduzieren.
Stephan schrieb: > Wenn im Dorf in 100 Häusern das Kleinzeugs an ist sind das schon 30kW. > Da interessiert ein einzelner Toaster kaum noch. Und, wenn alle 100 den > Toaster gleichzeitig anschalten ist die Verteilung auf die Phasen > vielleicht 40:30:30. Bis zu dem Moment, an dem ein Elektriker das ganze Dorf verdrahtet hat, und in jedem Haus Küche auf L1, Waschküche auf L2 und alle Boiler auf L3 gelegt hat :-)
Stromer808 schrieb: > Da wird wohl jemand den Neutralleiter nicht angeschlossen haben > und eine > schöne Sternpunktverschiebung in seinem Haus realisiert haben Jein. Kann sein, aber viele 3-phasige Generatoren können ausschließlich die Spannung auf L1 regeln. Die anderen Spannungen stellen sich dann irgendwie ein. Das klappt, aber nur solange die Belastung ähnlich ist. Im Haus ist das üblicherweise nicht gegeben, manche empfehlen dann eher lieber 1-phasig einzuspeisen. Wobei da auch wieder Fallen lauern (Gefahr der Neutralleiterüberlastung sofern dieser nicht abgesichert ist, in DE eher unüblich) Martin S. schrieb: > Stephan schrieb: >> Wenn im Dorf in 100 Häusern das Kleinzeugs an ist sind das schon 30kW. >> Da interessiert ein einzelner Toaster kaum noch. Und, wenn alle 100 den >> Toaster gleichzeitig anschalten ist die Verteilung auf die Phasen >> vielleicht 40:30:30. > > Bis zu dem Moment, an dem ein Elektriker das ganze Dorf verdrahtet hat, > und in jedem Haus Küche auf L1, Waschküche auf L2 und alle Boiler auf L3 > gelegt hat :-) Das ist m.W. den Netzbetreibern durchaus bewusst, darum wird auch ganz gern mal durchgetauscht. Also L2, L3, L1 anstatt L1, L2, L3 am Hausanschluss bzw. dem Verteiler an der Straße.
Beitrag #7204980 wurde von einem Moderator gelöscht.
Zickzack-Schaltung! Ja, davon hatte ich bei meiner Ausbildung vor über einem viertel Jahrhundert schon mal gehört und wieder vergessen.. ;) D.h. mit so einem Trafo zwischen Aggregat und Haus sollte es theoretisch funktionieren? Gibt es solche von der Stange? 3Ph 400V Eingang und 3ph 230/400V am Ausgang mit 10kVA. Wohl kaum, vermute ich..
Gast
#7205029
Das würde auch schon ein Trafo mit primär in Dreieck, Sekundär in Sternschaltung viel tun tun, Schaltgruppe nennt sich "dyn5" und ist handelüblich. Man verwendet sowas durchaus gerne und öfter wenn man einen Ü-Wagen oder anderen Container mit viel Technik an einen fremden Drehstromanschluß betreiben will.
Gast
#7205129
Martin S. schrieb: > Bis zu dem Moment, an dem ein Elektriker das ganze Dorf verdrahtet hat, > und in jedem Haus Küche auf L1, Waschküche auf L2 und alle Boiler auf L3 > gelegt hat :-) Deswegen steht in einer Wallbox-Montageanleitung die ich mal gelesen habe, daß beim Installieren mehrerer Wallboxen in einer Wohnanlage die Phasen zyklisch zu tauschen sind. Wobei manche (viele?) Wallboxen auf zwei Leitern von dreien Strom ziehen.
loeti2 schrieb: > Wobei manche (viele?) Wallboxen auf zwei Leitern von dreien Strom > ziehen. Wohl kaum, wenn man schon eine Wallbox nutzt, dann läd man meistens mit 3*16A, die kann man schlecht auf zwei Phasen verteilen.
Mike R. schrieb: > dann läd man meistens mit > 3*16A, die kann man schlecht auf zwei Phasen verteilen. Das entscheidet bei normalen Wallboxen nicht die Wallbox. Die reicht nur durch. Manche Fahrzeuge nutzen trotz Drehstromanschluss nur eine Phase, manche zwei, manche alle drei.
Gast
#7205429
Und nun? Wie regeln sie?
Mike R. schrieb im Beitrag > Wohl kaum, wenn man schon eine Wallbox nutzt, dann läd man meistens mit > 3*16A, die kann man schlecht auf zwei Phasen verteilen. Leider nein, viele E-Autos laden mit 1x400V in dem sie lediglich 2 Phasen belasten
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