Thermische Isolierung und Reflexion oder umgekehrt?

Gast #7210382
Lesenswert?

Was mich schon lange interessiert:

Ich möchte einen Körper thermisch isolieren, z.B. die Wand hinter einem 
Heizkörper. Dazu kann man so styroporähnliches Material verwenden, 
welches zusätzlich eine Alufolie hat, um Wärmestrahlung zu reflektieren.

Welche Auswirkungen hat es, wenn man das Material falsch herum nutzt? 
Also Alu hinten anstatt vorne. Macht es einen Unterschied, ob erst 
isoliert und dann reflektiert wird oder erst reflektiert und dann 
isoliert?
#7211332
Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Walter schrieb:
>> Danke. Dann fällt das flach, denn die Frau "will so ein hässliches
>> Teil
>> nicht hinter der Heizung".
>
> Die Heizkostenabrechnung ist noch viel hässlicher...

Ich fragte mich ehrlich, wieviel das bringt. Gut, bei alten Häusern mit 
70-80° Vorlauf vllt. noch ein wenig mehr, aber den in besser isolierten 
gebäuden üblichen 50-60°C ist doch dann schon sehr mager in der 
Abstrahlung, oder? Dazu kommt, dass die Folie eigentlich nur bei 
Rippenheizkörpern funktioniert. M.W.n. sind Flächenheizkörper so 
konstruiert, dass sie nicht zur Wand hin abstrahlen.

Gut, es wird wohl hier um Rippenheizkörper gehen, denn sonst wäre 
"hässlich" kein Kriterium. Aber dennoch...
#7211409
Lesenswert?

Harfner schrieb:
> Da würde mich jetzt interessieren, wie das gehen soll. Das ist doch
> einfach eine Fläche mit einer erhöhten Temperatur, die strahlt doch nach
> beiden Seiten ab.

Die Plattenheizkörper bei uns zuhause haben eine nicht-erwärmte 
Rückwand, die als Reflexionsplatte dient. Es gibt allerdings auch 
Plattenheizkörper, die ungeschirmt sind. Welche verbaut sind, muss man 
selbst nachsehen.

Im Anhang sind zwei Wärmebilder von unserem (Miets-)haus. Das Bad ist 
saniert - dort sind Flächenheizkörper angebracht. Im Schlafzimmer ist 
noch ein alter Rippenheizkörper mit der entsprechenden Mauernische. Man 
kann den Unterschied sehr deutlich erkennen (Maßstab beachten).
Angehängte Dateien:
#7211438
Lesenswert?

Ein guter Absorber wie ein schwarzer Körper ist auch ein guter 
thermischer Strahler und umgekehrt. Also ist eine spiegelnde Oberfläche 
ein extrem schlechter Strahler, deswegen muss man bei IR-Thermometern 
auch den Emissionskoeff. angeben.

Aber so wirklich relevant wird es für die Wärmeübertragung erst ab 
>100°C, da die Strahlungleistung mit der 4. Potenz der Absoluttemp. 
skaliert.
Gast #7211772
Lesenswert?

Wolfgang schrieb:
> Möglich, dass die Dampfsperre (Alu-Schicht) dann nicht zwischen Raumluft
> und Taupunkt liegt.

Walter K. schrieb:
> Das ist in diesem Zusammenhang einfach völliger Blödsinn!

Das halte ich nicht für Blödsinn.

Wenn die Wand hinter der Styroporplatte kaum gedämmt ist, dann kann es 
gut sein das die feuchte Raumluft bei Alu wandseitig in der 
Styroporplatte kondensiert und dadurch die Isolierungswirkung massiv 
reduziert wird. Alu raumseitig ist dagegen dampfdicht.

LG, Sebastian
#7211902
Lesenswert?

Die paar mm Dämmschicht bringen bei den heutigen Flächenheizkörpern 
nicht mehr viel. Zum einen, weil (wie schon richtig geschrieben) die 
Strahlungsleistung erst bei recht hohen Oberflächentemperaturen relevant 
wird (also die Wirkung der Reflektionsfläche); das war bei den Anlagen 
mit 70°C Vorlauf noch interessant, bei 55° und weniger wird das 
marginal.

Zum anderen, weil der Bauraum hinter den Heizungen dadurch eingeengt 
wird und diese dadurch weniger Heizleistung haben (weniger Luftdurchsatz 
an der hinteren Platte) oder sogar die Wärmeleitung der "eingezwängten" 
Dämmschicht höher ist als die der Luft. Damit würde die Wärmeübertragung 
in die Wand sogar erhöht.

Am Besten man setzt den Heizkörper mit passenden Rohrverlängerungen 
etwas von der Wand ab und dämmt dann mit einer dickeren Schicht. Und 
diese sollte im Zweifel nicht aus Styropor bestehen sondern 
Calciumsilikat oder Glasschaum.
#7211968
Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> Die paar mm Dämmschicht bringen bei den heutigen Flächenheizkörpern
> nicht mehr viel. Zum einen, weil (wie schon richtig geschrieben) die
> Strahlungsleistung erst bei recht hohen Oberflächentemperaturen relevant
> wird (also die Wirkung der Reflektionsfläche); das war bei den Anlagen
> mit 70°C Vorlauf noch interessant, bei 55° und weniger wird das
> marginal.
>
> Zum anderen, weil der Bauraum hinter den Heizungen dadurch eingeengt
> wird und diese dadurch weniger Heizleistung haben (weniger Luftdurchsatz
> an der hinteren Platte) oder sogar die Wärmeleitung der "eingezwängten"
> Dämmschicht höher ist als die der Luft. Damit würde die Wärmeübertragung
> in die Wand sogar erhöht.
>
Das mit dem Einengen könnte doch mit dem Vorschlag des Lüfters unter dem 
HK weitgehend vermieden werden?!

> Am Besten man setzt den Heizkörper mit passenden Rohrverlängerungen
> etwas von der Wand ab und dämmt dann mit einer dickeren Schicht. Und
> diese sollte im Zweifel nicht aus Styropor bestehen sondern
> Calciumsilikat oder Glasschaum.

Noch besser ist aber eine AUSSENDÄMMUNG und die Mauer innerhalb dient 
als WärmeSPEICHER, der diese über NAcht wieder langsam abgibt.
#7212048
Lesenswert?

oszi40 schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Die paar mm Dämmschicht bringen
>
> Abgesehen von Taupunktproblemen,
> kann 3mm Isoliertapete bei 12er Wand durchaus >2 Grad bringen. Hat sich
> bei meinem Testobjekt durchaus gelohnt. Auch die Folie hinter dem
> Heizkörper war nicht nutzlos, da die Wärme mehr im Raum bleibt.

Wow, 12er AUSSENWAND??? Da bringt das natürlich noch etwas ist aber 
völlig unüblich. So ein Gebäude sollte nicht für Wohnzwecke gedacht 
sein.
Gast #7212126
Lesenswert?

Walter schrieb:
> Danke. Dann fällt das flach, denn die Frau "will so ein hässliches
> Teil
> nicht hinter der Heizung".

Dafür musst du halt ein wenig mehr Überstunden machen, um die höheren 
Heizkosten (damit der Wille der Frau geschieht) wieder ausgleichen zu 
können.

Zum Glück ist meine Frau nicht so dumm in der heutigen Heizkostenzeit 
auf Optik als auf Ersparnis zu achten. Aber jeder wie er es verdient
#7212151
Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Wow, 12er AUSSENWAND??? Da bringt das natürlich noch etwas ist aber
>> völlig unüblich. So ein Gebäude sollte nicht für Wohnzwecke gedacht
>> sein.
>
> Das war früher für Heizkörpernischen völlig normal, bei Wohngebäuden.

Ja, und dann von innen noch eine Heraklith-Platte davor. Ist dann immer 
ein Spass die Fussleiste unter der Heizung an der Wand fest zu bekommen 
...

LG, Sebastian
Gast #7212159
Lesenswert?

Sebastian W. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Thomas R. schrieb:
>>> Wow, 12er AUSSENWAND??? Da bringt das natürlich noch etwas ist aber
>>> völlig unüblich. So ein Gebäude sollte nicht für Wohnzwecke gedacht
>>> sein.
>>
>> Das war früher für Heizkörpernischen völlig normal, bei Wohngebäuden.
>
> Ja, und dann von innen noch eine Heraklith-Platte davor.

Das kam erst später.


> Ist dann immer
> ein Spass die Fussleiste unter der Heizung an der Wand fest zu bekommen
> ...

Kleben.
#7212221
Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> oszi40 schrieb:
>> Thomas R. schrieb:
>>> Die paar mm Dämmschicht bringen
>>
>> Abgesehen von Taupunktproblemen,
>> kann 3mm Isoliertapete bei 12er Wand durchaus >2 Grad bringen. Hat sich
>> bei meinem Testobjekt durchaus gelohnt. Auch die Folie hinter dem
>> Heizkörper war nicht nutzlos, da die Wärme mehr im Raum bleibt.
>
> Wow, 12er AUSSENWAND??? Da bringt das natürlich noch etwas ist aber
> völlig unüblich. So ein Gebäude sollte nicht für Wohnzwecke gedacht
> sein.

...NOCH nicht...
#7212225
Lesenswert?

Murat schrieb:
> Walter schrieb:
>> Danke. Dann fällt das flach, denn die Frau "will so ein hässliches
>> Teil
>> nicht hinter der Heizung".
>
> Dafür musst du halt ein wenig mehr Überstunden machen, um die höheren
> Heizkosten (damit der Wille der Frau geschieht) wieder ausgleichen zu
> können.
>
> Zum Glück ist meine Frau nicht so dumm in der heutigen Heizkostenzeit
> auf Optik als auf Ersparnis zu achten. Aber jeder wie er es verdient

Oder einfach 'abgeschlossene Domestizierung'?
Gast #7212422
Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> Zum einen, weil (wie schon richtig geschrieben) die Strahlungsleistung
> erst bei recht hohen Oberflächentemperaturen relevant wird (also die
> Wirkung der Reflektionsfläche);

Sooh dramatisch ist eine Temperaturabnahme von 4.3% (343K->328K) für die 
Abstrahlung nun auch nicht. Mit T^4 führt das zu einer Abnahme der 
Emission auf 83%, wenn ich mich nicht vertan habe.
Der große Unterschied entsteht für die Wärmeabgabe durch Konvektion, 
weil dort die Temperaturdifferenz zur Umgebung den Antrieb darstellt.
#7213107
Lesenswert?

Walter schrieb:
> Er meint wahrscheinlich, du sollst min und max vorher fest
> einstellen,
> damit es besser vergleichbar ist.

Nein, das habe ich bewusst nicht. Die Kamera kann mit den Falschfarben 
halt nur begrenzt Werte abbilden. An dem Tag hatte es knapp -30°C, die 
Temperatur geht halt hoch bis in die Plusgrade (hier nicht, aber bei 
anderen Teilen). Interessant ist die Wärmeverteilung auf die Fläche und 
da will ich Gradienten gut sehen können. Es bringt mir wenig, wenn die 
Fargebung der Fläche dann zwischen "vollreife Orange" und "in 12h 
vollreife Orange" variiert, denn das kann der Mensch gar nicht mehr 
wirklich wahrnehmen.
Gast #7215793
Lesenswert?

Es macht schon Sinn, die Seite im Querformat zu nutzen. Besser gesagt, 
es macht nur Sinn, die Seite im Querformat zu nutzen.

Leidkot klingt wie etwas, woran Elvis gestorben ist. g

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren