Seit wann hat sich eigentlich diese Unsitte verbreitet, alle möglichen
Bullshit-Namen zu benutzen, aber bloß ja nicht "Meeting"?
Am Ende weiß noch einer, was es bedeutet, oh Gott! Hilfe!
Kann es sein, dass das irgendwie "hip" sein soll und dynamisch/jung
wirken soll? Lustigerweise nennt aus meinem Umfeld jeder, den ich als
jung einstufe, den Bums einfach das, was es ist, nämlich ein Meeting.
Und kein "Bi-Weekly Kickoff Event". Das machen nur die Boomer, kein
Witz.
Oder soll da kaschiert werden, dass eigentlich nix passiert oder
erledigt ist, aber alle haben Bock auf ein paar ruhige Stunden Labern?
:D
Kick-off ist eine Einmalveranstaltung zu einem Projektbeginn.
Bi-Weekly, nie gehört. Was sexuelles?
Jour fixe, ist ein Regeltermin im Projektgeschäft.
Event, Veranstaltung mit Programm.
Alles kein Meeting.
Wenn schon im Konzern wegen Mangelwirtschaft nix mehr funktioniert, dann
sollen wenigstens die immer länger werdenden Besprechungsrunden mit
Kaffee und Kuchen einen um so hipperen Namen tragen.
Dadurch wird die Mangelwirtschaft etwas leichter vertuscht und der
Arbeitsplatz fühlt sich sicherer an. Also quasi, im wahrsten Sinne des
Wortes, ein Ausdruck der Hilflosigkeit.
Chef sein Chef schrieb:> "Bi-Weekly Kickoff Event"
So oft und regelmäßig gibt's hoffentlich kein Kick-Off.
Ich bin ja gerade am überlegen aus dem Projektberatungsgeschäft in eine
gemütliche Konzernstelle zu wechseln, aber wenn ich mir das uC-Forum
dazu durchlese vergeht mir das auch wieder.
René H. schrieb:> Und weshalb "Meeting"? Früher hat man Deutsch gesprochen. Ganz Deutsch> "Besprechung".
Ich lass die drei Daumen da... (für "Besprechung")
Mein Kollege ist aus Kamerun (französisch).
Für den ist Deutsch das kleinere Übel,
nur wenn "alles klar" hat er nichts mitbekommen :-)
Mit Mangager-Bullshit-Bing-Denglisch fangen wir gar nicht erst an.
Wir sind doch alle etwas "on the edge"...
schnell_da_schnell_weg schrieb:> Mit Mangager-Bullshit-Bing-Denglisch fangen wir gar nicht erst an.> Wir sind doch alle etwas "on the edge"...
Anglizismen in der Deutschen Sprache sind für mich ein absolutes No-Go
;)
Chef sein Chef schrieb:> Lustigerweise nennt aus meinem Umfeld jeder, den ich als jung einstufe,> den Bums einfach das, was es ist, nämlich ein Meeting.
Und was soll das sein?
Ach so:
René H. schrieb:> Und weshalb "Meeting"? Früher hat man Deutsch gesprochen. Ganz> Deutsch "Besprechung".Walter T. schrieb:> Und davor französisch. "Rendez-vous".
Korrekt ist eigentlich nur "Stelldichein"!
Chef sein Chef schrieb:> Seit wann hat sich eigentlich diese Unsitte verbreitet, alle möglichen> Bullshit-Namen zu benutzen, aber bloß ja nicht "Meeting"?
Wem "Meeting" vertraut klingt, obwohl er mit "jour fix"(sic!, recte:
fixe), "Bi-weekly" oder "Event" nichts anzufangen vermag, der hat ein
ernstzunehmendes kulturelles Problem. Ist das eventuell typisch für
"Milenials(sic!)"?
> Walter T. schrieb:>> Und davor französisch. "Rendez-vous".>> Korrekt ist eigentlich nur "Stelldichein"!
Die deutsche Besprechung heißt im Französischen aber „réunion“. Ein
„rendez-vous“ ist eher ein Arzttermin bzw. eine Besprechung unter 4
Augen.
Peinlich wurde es mal, als die Firma in einer französischen
Stellenanzeige das neudeutsche Wort „Trainee“ 1:1 übernommen hatte.
Mike schrieb:> Die deutsche Besprechung heißt im Französischen aber „réunion“.
Das wäre aber kein Meeting, sondern eine C(K)onferen(ce/z). Einn Treffen
iS einer (kontroversen) Begegnung entspricht daneben einem Rencontre.
Das ist kein Scheiß. Dem wissenden Mitarbeiter helfen die verschiedenen
Besprechungsarten bei der Vorbereitung und der Erwartungshaltung. Aber
wenn man so dumm ist und die Unterschiede nicht versteht ist man selber
Schuld.
Chef sein Chef schrieb:> Kann es sein, dass das irgendwie "hip" sein soll und dynamisch/jung> wirken soll?
Wikipedia zu Jour fixe:
"Der Begriff stammt aus dem Gesellschaftsleben des 18. Jahrhunderts.
Haushalte, die sich besonders an Gesellschaft erfreuten, bestimmten
einen gewissen Tag des Monats oder der Woche, an dem jeder zu Besuch
kommen konnte, ohne – wie es seinerzeit für Veranstaltungen sonst
obligatorisch war – geladen zu sein"
18. Jahrhundert ist nicht so hip würde ich sagen.
Angestellter schrieb:> 18. Jahrhundert ist nicht so hip würde ich sagen.
Das darfst Du gerne so sehen. Ich finde Lichtenberg, Schlegel und
Schleiermacher ausgesprochen unterhaltsam; andere werden Lessing oder
Fichte bevorzugen.
Heute gäbe es allenfalls Lisa Eckhardt, nur wirken da mitunter die
Inhalte vergleichsweise blass.
Zurück zu Deinem Zitat:
"Noch heute wird der Begriff Jour fixe auch für öffentliche
Veranstaltungsreihen, beispielsweise Vortragsreihen, verwendet."
hast Du wahrscheinlich schon nicht mehr gelesen?
Percy N. schrieb:> Mike schrieb:>> Die deutsche Besprechung heißt im Französischen aber „réunion“.>> Das wäre aber kein Meeting, sondern eine C(K)onferen(ce/z). Einn Treffen> iS einer (kontroversen) Begegnung entspricht daneben einem Rencontre.
Nein, ein Meeting wird immer réunion genannt und eine conference ist
keine réunion. Den zweiten Satz verstehe ich nicht.
Heißt Bi-weekly eigentlich "zweimal die Woche" oder "alle zwei Wochen"?
Da kommen je nach Alter und Fremdsprachenkenntnissen auch einige Leute
durcheinander...
Das Problem sind weniger die Namen der Veranstaltung sondern eher, dass
diese Veranstaltungen eine Plattform für Selbstdarsteller sind. Da es
von Jahr zu Jahr schlimmer und mehr wird, ist ein Zeichen dafür, dass in
den Firmen heute das Produkt was verkauft werden soll gar nicht mir im
Vordergrund steht. Es sind die Leute hinter dem Produkt.
Eigentlich schade, wir werden es aber erkennen, wenn Länder ohne diese
überflüssigen Meeting-Kulturen an uns vorbei ziehen. Bald werden
chinesische EAutos bei uns normal sein, ich denke so in 5 Jahren.
Angestellter schrieb:> 18. Jahrhundert ist nicht so hip würde ich sagen.
Nee du, nee du:
Geschichte wiederholt sich!
Mit Hinweis auf die apostrophierten Ressourcenprobleme:
Statt sich zu waschen, puderte, schminkte und parfümierte man sich im
Barock und Rokoko lieber. "Kratzen statt waschen", hieß die Devise. Erst
im späten 18. Jahrhundert gab es wieder zaghafte Versuche, öffentliche
Badeanstalten zu etablieren...
Quelle: planet-wissen.de
Ich geh dann mal kratzen...
Zweck dieses Forums
Der Zweck dieses Forums ist der Austausch über Themen aus dem Bereich
Elektronik, Informatik, sowie Technik und Wissenschaft im weiteren
Sinne. Dies ist kein Forum für allgemeine gesellschaftliche und
politische Diskussionen.
(Nutzungsbedingungen)
Georg M. schrieb:> Zweck dieses Forums
Georg M. ist 100%-ig in hochkarätigen Philosophie-Foren und
Linguistik-Zirkeln unterwegs, wobei er dort wiederum Elektronikthemen
ausklammert.
Der Untergang der abendländischen Werte ist ihm bewusst und er steuert
dem
mit vollem Einsatz entgegen.
(hoffe ich)
Die Jour Fixes heißen bei uns Weeklies, meistens noch mit dem
Projektnamen davor, z.B. Simplex-Weekly. "Wöchentliche
Simplex-Projektbesprechung" ist einfach zu viel Gequassel. Gelegentlich
sagt auch jemand "Teamsly" oder "Zoomly" für online-Weeklies, aber das
ist noch nicht so etabliert. Alles was nicht Weekly ist, heißt Meeting.
"Teamsings" gibts allerdings nicht, die heißen dann Teams-Meetings.
Events werden einfach beim Namen genannt, z.B. Sommerfest oder
Betriebsausflug. Über den Untergang des Abendlandes hat sich bisher noch
keiner beschwert.
Michael M. schrieb:> Anglizismen in der Deutschen Sprache sind für mich ein absolutes No-Go
Wenn du alle Anglizismen, Latinismen und Gallizismen weglässt, bleibt
von der deutschen Sprache nur noch ein steinzeitliches Gegrunze übrig.
Da wehre ich mich eher gegen diesen ideologischen Genderwahnsinn. Bei
uns heißt es zum Glück immernoch "Ingenieurinnen und Ingenieure", die
Damen werden zuerst genannt.
Georg M. schrieb:> Zweck dieses Forums> Der Zweck dieses Forums ist der Austausch über Themen aus dem Bereich> Elektronik, Informatik, sowie Technik und Wissenschaf
Nicht das erste Ding, das zweckentfremdet wird und bei weitem nicht das
Wichtigste.
Der stabile Stabilitätspakt ist ein sehr erbauliches Beispiel für
Zweckentfremdung, vor allem für Leser anderer Foren in anderen Regionen.
https://www.focus.de/magazin/memo/wie-versailles-nur-ohne-krieg-memo_id_2095119.html
Warum liest dort niemand die Nutzungsbedingungen und löscht unpassende
Beiträge zum Stabilitätspakt?
Jens M. schrieb:> Heißt Bi-weekly eigentlich "zweimal die Woche" oder "alle zwei Wochen"?> Da kommen je nach Alter und Fremdsprachenkenntnissen auch einige Leute> durcheinander...
Das ist das Perfide, es kann im Englischen schlicht beides bedeuten, ist
also ohne weiteren Kontext doppeldeutig.
Jan schrieb:> Das ist ähnlich diesem Unsinn wie CoworkingSpace, Gendern, Kicker,> Teamevents nach Feierabend und so weiter.
Dieser ganze Dreck, erfunden von kompletten Sozialversagern. Die denen
sie als Kind ne Boulette um den Hals gehangen haben, damit wenigstens
der Hund mit ihnen spielt.
Senf D. schrieb:> Jens M. schrieb:>> Heißt Bi-weekly eigentlich "zweimal die Woche" oder "alle zwei Wochen"?>> Da kommen je nach Alter und Fremdsprachenkenntnissen auch einige Leute>> durcheinander...>> Das ist das Perfide, es kann im Englischen schlicht beides bedeuten, ist> also ohne weiteren Kontext doppeldeutig.
Ich kenne das als "alle zwei Wochen".
Ich vermisse hier noch so geniale Wortschöpfungen wie "Daily" oder
"Daily Standup", "Review-Meeting", "Afterworkparty" und natürlich das
"Teamboard".
vancouver schrieb:> Wenn du alle Anglizismen, Latinismen und Gallizismen weglässt, bleibt> von der deutschen Sprache nur noch ein steinzeitliches Gegrunze übrig.
Das glaube ich nicht. Irgendwie müssen unsere Vorfahren vor dem Scheiß
auch schön kommuniziert haben. Und das war bestimmt kein grunzen😤
MfG
vancouver schrieb:> Michael M. schrieb:>> Anglizismen in der Deutschen Sprache sind für mich ein absolutes No-Go>> Wenn du alle Anglizismen, Latinismen und Gallizismen weglässt,
Da hat einer die Ironie nicht verstanden.
Reiner Deutscher schrieb:> Das glaube ich nicht. Irgendwie
Und da hat es auch noch einer aufgegriffen.
Alles Hochkaräter hier.
Chef sein Chef schrieb:> aber bloß ja nicht "Meeting"?
Das ist bereits auch schon eine Unsitte. Meistens wäre die korrekte
Bezeichnung "Gesprächsrunde" anstelle "Besprechung" oder "Treffen,
Zusammenkommen". Wobei "Treffen" nicht verlangt, dass dabei überhaupt
etwas gesprochen wird. Das wäre gar nicht so selten produktver, weil es
dann eine Erholungspause werden könnte.
Karl schrieb:> Da hat einer die Ironie nicht verstanden.
Den müssen wir dringend im Nachgang aufgleisen.
Oder im Vorgang entgleisen.
Oder am Nachmittag aufgeilen.
Ach, wie ich diese Jour Ficks liebe...
René H. schrieb:> Und weshalb "Meeting"? Früher hat man Deutsch gesprochen. Ganz Deutsch> "Besprechung".
Früher gab es Zusammenkünfte von Menschen die sich in einem Raum
getroffen haben und sich in die Augen sehen konnten. Man hat deutsch
gesprochen. Das nannte man "Besprechung".
Heute gibt es nur noch Online Teams Zusammenkünfte (bei uns zum Teil
über 3 Kontinente hinweg) in englischer Sprache. Das nennen wir
"Meetings" weil alles in englisch ist.
"Ganz Deutsch" gibt es nur noch zwei Stunden die Woche und aus
Gewohnheit nennen wir diesen kärglichen Rest dann auch noch "Meeting".
Michael
> Kann es sein, dass das irgendwie "hip" sein soll und dynamisch/jung> wirken soll? Lustigerweise nennt aus meinem Umfeld jeder, den ich als> jung einstufe, den Bums einfach das, was es ist, nämlich ein Meeting.>
Zu meiner Zeit hiess das nicht Meeting, sondern Konferenz oder
Besprechung. Du Generation XYZ Pimpf
Diese Anglizismen sind ja noch auszuhalten, es geht schlimmer!
Für jeden Dreck gibt es nun Abkürzungen drei oder vier Zeichen, klar
auch in Englisch! Ob Anlagen. Dokumente oder Projekte, shit happends.
Das wird immer mehr zur Geheimwissenschaft. In Meetings versteht man oft
nur noch Bahnhof!
Kein Wunder, dass es da immer wieder seltsam ausgeführte Aufgaben gibt.
Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln.
Jens M. schrieb:> Bis Xer erstes "D" kommt.
Haben wir schon, zwei oder drei soweit ich weiß. Die fühlen sich damit
auch angesprochen.
Karl schrieb:> Da hat einer die Ironie nicht verstanden.
Doch, habe ich, war ja gekennzeichnet ;-)
Aber da das Thema gerade auf Sprache kam, habe ich da mal eingehakt.
Senf D. schrieb:> Das ist das Perfide, es kann im Englischen schlicht beides bedeuten, ist> also ohne weiteren Kontext doppeldeutig.
Deshalb empfiehlt Collins
https://www.collinsdictionary.com/de/worterbuch/englisch/biweekly
"twice a week" oder "semi-weekly".
Apart fände ich "semi-weakly" ...
Ich halte die Bedeutung "zweimal wöchentlich" alkerdings für
ungebräuchlich; etwa so, als würde man "millennially" sagen für
"tausendfach im Jahr".
SuperIngO schrieb:> Zu meiner Zeit hiess das nicht Meeting, sondern Konferenz oder> Besprechung.
Zu deiner Zeit haben vermutlich auch noch nicht 80% englischsprachige
Kollegen bei dir gearbeitet.
Zu meiner Zeit ist man mit der Draisine zum Stelldichein gefahren.
Alle sprachen Deutsch. Niemand hatte Angst vor Stromausfall oder kalten
Zimmern. Irgendwas lief da effizienter. Ich komm grad nicht mehr drauf
was genau es war...
Ätschi schrieb:> mit der Draisine ... gefahrenhttps://de.wikipedia.org/wiki/Draisine_(Laufmaschine)> Niemand hatte Angst vor Stromausfall oder kalten Zimmern.
Ach, wirklich? Drais hat das Laufrad entwickelt, weil im "Jahr ohne
Sommer" die Ernte so karg ausfiel, dass man die Pferde nicht nur nicht
füttern konnte, sondern sogar selbst futtern musste. Kalte Zimmer gab
es das ganze Jahr über.
René H. schrieb:> Und weshalb "Meeting"? Früher hat man Deutsch gesprochen. Ganz Deutsch> "Besprechung".
Eher heißt es "Treffen" und nicht "Besprechung". Das würde dann auch den
Kern von 99% aller Meetings vorzüglich treffen.
Percy N. schrieb:> Drais hat das Laufrad entwickelt, weil im "Jahr ohne> Sommer" die Ernte so karg ausfiel
Ja gut, kleine Unstimmigkeiten gibt es in jedem Narrativ.
Percy N. schrieb:> Ach, wirklich? Drais hat das Laufrad entwickelt, weil im "Jahr ohne> Sommer" die Ernte so karg ausfiel, dass man die Pferde nicht nur nicht> füttern konnte, sondern sogar selbst futtern musste. Kalte Zimmer gab> es das ganze Jahr über.
Ja, damals hätte man Klimaterroristen auch an den Eiern... aber ich
schreibe hier besser nicht weiter, das triggert überflüssiger weise nur
die Zensoren.
Michael D. schrieb:> Heute gibt es nur noch Online Teams Zusammenkünfte (bei uns zum Teil> über 3 Kontinente hinweg) in englischer Sprache. Das nennen wir> "Meetings" weil alles in englisch ist.
Und um was wollen wir wetten, dass in diesen Meetings nur eine oder zwei
Personen sitzen, die kein Deutsch können, es jedoch lernen könnten?
Jan schrieb:> Und um was wollen wir wetten, dass in diesen Meetings nur eine oder zwei> Personen sitzen, die kein Deutsch können, es jedoch lernen könnten?
Meist können die etwas deutsch, aber man stellt gehorsam auf Englisch
um.
Shorty schrieb:> Meist können die etwas deutsch, aber man stellt gehorsam auf Englisch> um.
Gehorsam vor was? Weil die sich sonst diskriminiert fühlen?
Muss man nicht so verbissen sehen. Mal gibt es Meetings mit Ausländern
in Englisch, weil sie kein Deutsch können, mal in Deutsch, weil sie es
gut genug können, und mal in gedämpfter Mundart (auf deren Seite), weil
sie sich darin wohler fühlen. Muss man keine Religion draus machen,
sondern nehmen, wie es kommt.
Shorty schrieb:> Jan schrieb:>>> Und um was wollen wir wetten, dass in diesen Meetings nur eine oder zwei>> Personen sitzen, die kein Deutsch können, es jedoch lernen könnten?>> Meist können die etwas deutsch, aber man stellt gehorsam auf Englisch> um.
Und verhindert so gekonnt dass diese ihr Deutsch verbessern können.
Einfach fragen ob Deutsch auch okay wäre und bisher war jeder froh über
die Frage und war dankbar Deutsch üben zu können.
Jan schrieb:> Shorty schrieb:>> Meist können die etwas deutsch, aber man stellt gehorsam auf Englisch>> um.>> Gehorsam vor was? Weil die sich sonst diskriminiert fühlen?
Wohl eher, weil sie es als "gefühlte Besitzer" erwarten.
Ich kann mich noch gut erinnern wie angepisst ein Besprechungsteilnehmer
über das selbstgefällige Gebahren der Kollegen aus den USA war, als
diese mal vorbeigekommen sind. Es war übrigens eine große deutsche Firma
(Automotive).
Chef sein Chef schrieb:> Seit wann hat sich eigentlich diese Unsitte verbreitet, alle möglichen> Bullshit-Namen zu benutzen, aber bloß ja nicht "Meeting"?
Es gab eine Zeit, da konferierte man mindestens in gemischten Kreisen
auf Latein, weil das die einheitliche Sprache von Bildung und Religion
war. Etliche Worte daraus fanden ihren Weg ins Deutsche.
Später gab es eine Zeit, in der die Oberschicht auf französisch
parlierte, weil das die Sprache von Kultur und Politik war. Etliche
Worte fanden darüber ihren Weg ins Deutsche. Es klang halt besser als
die Sprache der Unterschicht. Es heisst, der alte Fritz habe sich damit
leichter getan als mit Deutsch, aber auch im aufsteigenden Bürgertum war
das verbreitet.
Dann wieder gab es eine Zeit, in der in bestimmten Kreisen Deutsch
verbreitet war, weil das die Sprache ihrer Wissenschaft war.
Und heute ist es eben Englisch. Das liegt auch etwas in der Geschichte
Deutschlands begründet. Etliche Worte und Ausdrucksformen finden nun
ihren Weg ins Deutsche. Darunter auch mehr oder weniger frei erfundene,
weil irgend jemand meint, es klänge besser - aber ein jeder blamiert
sich eben so gut er kann.
Gibt es einen Grund, eifersüchtig aufs Urdeutsche zu starren, den Blick
streng auf die Vergangenheit gerichtet? Das gibt es längst nicht mehr.
Nur klingt fremdsprachlicher Einfluss halt umso gewohnter, je länger es
her ist.
(prx) A. K. schrieb:> Nur klingt fremdsprachlicher Einfluss halt umso gewohnter, je länger es> her ist.
Nö. "Ein Cherubim" klingt genau so dämlich wie "ein Mafiosi" oder "ein
Taliban". Und erzähle mir jetzt bitte nicht, dass man im Honterteichland
"the United States" oder "the Police" jeweils grammatisch als Singular
behandelt ...
(prx) A. K. schrieb:> Es gab eine Zeit, da konferierte man mindestens in gemischten Kreisen> auf Latein, weil das die einheitliche Sprache von Bildung und Religion> war.
Dorthin sollte man zurückkehren und nicht Lieschen Müller aus dem Bauch
heraus bei allem mitreden lassen. Was heißt eigentlich Doppel-Wumms auf
lateinisch?
Doppel-Bumms schrieb:> Laut meinem Online-Übersetzer:> Doppel-Wumms --> Duplici wumms
Was hat Olaf Scholz denn jetzt eigentlich genau gesagt? Einige
Arbeitskollegen behaupten er hat Bumms gesagt, die anderen meinen er hat
Wumms gesagt. Was stimmt denn jetzt nun?
Man konnte ihn im Fernsehn leider nicht eindeutig verstehen.
(prx) A. K. schrieb:> Es gab eine Zeit, da konferierte man mindestens in gemischten Kreisen> auf Latein, weil das die einheitliche Sprache von Bildung und Religion> war. Etliche Worte daraus fanden ihren Weg ins Deutsche.
Es soll einmal vor längerer Zeit eine Delegation deutscher Kleriker nach
Rom gereist sein, um dort beim Vatikan vorzusprechen. Der heilige Vater
empfing sie, hörte sich an, was sie zu sagen hatten und lächelte
freundlich aber verständnislos: Die lueben Glaubensbrüder sprachen ein
fürchterliches Kauderwelsch, das sie für Katein hielten, aber nucht mit
dem Idiom übereinstimmte, das der Papst für Latein hielt.
Ähnlich verwirrend fand ich zu Studienzeiten die eine oder andere
Vorlesung, weil der jeweilige Prof der Meinung war, es sei angebracht,
lateinische termini technici abzusondern, diese aber leider
sinnentstellend aussprach; durch Lektüre ließ sich dieses Problem zum
Glück beheben.
Percy N. schrieb:> Die lueben Glaubensbrüder sprachen ein fürchterliches Kauderwelsch, das> sie für Katein hielten, aber nucht
Führst du Selbstgespräche und glaubst du bist der Papst. Für unfehlbar
hälst du dich ja i. A.
Re D. schrieb:> Führst du Selbstgespräche und glaubst du bist der Papst. Für unfehlbar> hälst du dich ja i. A.
Da der Papat sich nicht für unfehlbar hält, ist diese Frage, um die es
sich handeln dürfte, schon in sich blödsinnig.