Nutzen nicht aufgelegter Leitungsschirme?

Gast #7223604
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Hallo, ich habe mich gerade etwas in KNX eingelesen. Dabei wird eine 
geschirmte, vierpolige Leitung verwendet. Der Schirm wird jedoch 
nirgends aufgelegt. Viele Elektrikergurus mahnen, man solle die Leitung 
auch nur minimalistisch (3 cm) Abmanteln und selbst bei kurzen Distanzen 
(7 cm) immer den Schirm intakt lassen.

Ich hatte im NT-Modul etwas EMV. Und da gab es immer nur die Option 
einseitig oder zweiseitig aufgelegt. Ein nicht aufgelegten Schirm stand 
da gar nicht erst zur Diskussion.

Jetzt meine Frage: Ist die Hysterie der Elektriker begründet bzw woher 
stammt diese? Sobalt ich Wechselströme im Schirm habe, koppeln diese 
doch direkt in die Signalleitungen ein?
Gast #7223622
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statischer schirm symmetriert Störungen von außen, also beide Adern 
haben genau die gleiche Störung und wegen der symmetrischen Übertragung 
soll sichs aufheben. Besser ist Schirm einseitig auflegen. Nachteil in 
einer Hausinstallation ist, daß bei Fehler einer 230V-Leitung der Schirm 
zu kleine Stromtragfähigkeit hat. Das ist aber auch ein relikt aus der 
Zeit klassischer Nullung ohne Schutzleiter.
Gast #7223824
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Helge schrieb:
> statischer schirm symmetriert Störungen von außen, also beide Adern
> haben genau die gleiche Störung und wegen der symmetrischen Übertragung
> soll sichs aufheben.

Wie kann ich mir das vorstellen? Das ist doch allgemein eine Eigenschaft 
symmetrischer Übertragung. CAN kann das auch, ganz ohne Schirm. Bei mehr 
als 100facher Bandbreite und in eher rauheren Umgebungen. Verstehe den 
Sinn des Shirms einfach nicht.
Gast #7223927
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Guter Gedanke. Bringst du aber in diesen Faradyschen Käfig einen 
massebezogenen Leiter, bekommst du einen Zylinderkondensator mit 
wunderbarer kapazitiver Kopplung. Daher wird der Schirm eines 
Koaxialkabel auch geerdet.
Gast #7223955
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Aus HF-Sicht:
PE ist keine HF-Erde, allfällige Effekte wären zufälliger Natur.
Öfters kommt es sogar vor, dass auf PE Störungen sind. Neuere 
Powerline-Adapter senden z.B. auch auf PE (MIMO).

Wie die Normen zu Elektoinstallationen sind, kann ich nicht sagen. 
Vielleicht gibt es diesbezüglich Vorschriften aus Sicherheitsgründen.
Beitrag #7224033 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7224043
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Dominic schrieb:
> Helge schrieb:
>> statischer schirm symmetriert Störungen von außen, also beide Adern
>> haben genau die gleiche Störung und wegen der symmetrischen Übertragung
>> soll sichs aufheben.
>
> Wie kann ich mir das vorstellen? Das ist doch allgemein eine Eigenschaft
> symmetrischer Übertragung. CAN kann das auch, ganz ohne Schirm. Bei mehr

Leider Nein!!!

> als 100facher Bandbreite und in eher rauheren Umgebungen. Verstehe den
> Sinn des Shirms einfach nicht.
#7224065
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Pippo schrieb:
> Dominic schrieb:
>> Helge schrieb:
>>> statischer schirm symmetriert Störungen von außen, also beide Adern
>>> haben genau die gleiche Störung und wegen der symmetrischen Übertragung
>>> soll sichs aufheben.
>>
>> Wie kann ich mir das vorstellen? Das ist doch allgemein eine Eigenschaft
>> symmetrischer Übertragung. CAN kann das auch, ganz ohne Schirm. Bei mehr
>
> Leider Nein!!!
>
>> als 100facher Bandbreite und in eher rauheren Umgebungen. Verstehe den
>> Sinn des Shirms einfach nicht.

Das ist doch mal eine fundierte Begründung.
Aber sind drei Ausrufezeichen dafür nicht ein bisschen wenig? ;-)
Gast #7224072
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von Dominic schrieb:
>Sobalt ich Wechselströme im Schirm habe, koppeln diese
>doch direkt in die Signalleitungen ein?

Nein, nicht wenn die Übertragung symetrisch ist.

Bei unsymetrischer Übertragung macht man die Logigpegel
moglichst hoch, damit sie viel größer sind als
die Störspannungen, zum Beispiel wie bei V24-Übertragung.
Bei unsymetrischer NF-Übertragung, zum Beispiel
bei einer Stereoanlage muß an beiden Enden der Schirm
verbunden sein sonst funktioniert es nicht. Es darf
aber nur ein Gerät geerdet sein sonst brummt es.
Lege beide Enden den Schirm auf und alles ist gut.

>Ich hatte im NT-Modul etwas EMV.

Was ist ein NT-Modul?
#7224107
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Dominic schrieb:
> Viele Elektrikergurus mahnen, man solle die Leitung
> auch nur minimalistisch (3 cm) Abmanteln und selbst bei kurzen Distanzen
> (7 cm) immer den Schirm intakt lassen.

Naja, Gurus halt. Keine Ahnung, aber viel Überzeugung... Bei 
9k6-Morsezeichen und ohnehin nicht erlaubter/vorhandener Terminierung in 
einer wilden Kraut-und-Rüben-Struktur sind die paar cm Schirm ungefähr 
so wichtig, wie eine umfallende 500g-Packung Reis in China.
Gast #7224117
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Georg A. schrieb:
> Dominic schrieb:
>> Viele Elektrikergurus mahnen, man solle die Leitung
>> auch nur minimalistisch (3 cm) Abmanteln und selbst bei kurzen Distanzen
>> (7 cm) immer den Schirm intakt lassen.
>
> Naja, Gurus halt. Keine Ahnung, aber viel Überzeugung..

In dem Fall geht es um die Isolation im Sinne der elektrischen 
Sicherheit, wenn die Leitung in der Nähe von 230V geführt wird. Ohne den 
Mantel reicht die Isolation der Einzeladern nicht.
#7224387
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KNX-Nutzer schrieb:
> Georg A. schrieb:
>> Dominic schrieb:
>>> Viele Elektrikergurus mahnen, man solle die Leitung
>>> auch nur minimalistisch (3 cm) Abmanteln und selbst bei kurzen Distanzen
>>> (7 cm) immer den Schirm intakt lassen.
>>
>> Naja, Gurus halt. Keine Ahnung, aber viel Überzeugung..
>
> In dem Fall geht es um die Isolation im Sinne der elektrischen
> Sicherheit, wenn die Leitung in der Nähe von 230V geführt wird. Ohne den
> Mantel reicht die Isolation der Einzeladern nicht.

Naja, zuviel von dem dünnen Gewirr will man neben NYM eh nicht haben, 
aber die Sache mit "Schirm intakt lassen" macht weder HF-mässig noch aus 
Isolationsgründen einen Sinn. Ein intakter Schirm ohne Mantel hat gar 
keine relevante Isolation...
Gast #7224672
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eine symmetrische Leitung ist eine schöne Idee und funktioniert auch 
meist, aber eine eingekoppelte Störung wirkt sich nicht immer exakt 
gleich auf beide Leiter aus (außer man hat einen statischen Schirm, was 
sich die letzten 100 Jahre bei Telefon bewährt hat).
Beitrag #7225072 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7225805
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Helge schrieb:
> eine symmetrische Leitung ist eine schöne Idee und funktioniert auch
> meist, aber eine eingekoppelte Störung wirkt sich nicht immer exakt
> gleich auf beide Leiter aus (außer man hat einen statischen Schirm, was
> sich die letzten 100 Jahre bei Telefon bewährt hat).

Das ist wäre wirklich ein Grund der erstmal sinnhaft erscheint. Könntest 
du das nochmal ausführen?
- wie hilft ein statischer Schirm, dass eine Störung identisch 
einkoppelt?
- Ist das ein offizieller Grund, warum Telefonleitungen geschirmt sind?
Gast #7225832
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Stell dir vor, du hast eine Zwillingsader ohne Schirm. Diese Leitung 
kreuzt eine andere an einer Stelle. Jetzt wird eine seite der 
Zwillingsader näher an der kreuzenden Leitung liegen als die andere. 
schon koppelt die kreuzende Leitung unterschiedlich stark ein.
Gast #7225991
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M.A. S. schrieb:
> Mcn schrieb:
>> Braucht ein Faradayscher Käfig eine Erdung?
>>
>> https://de.wikipedia.org/wiki/Faradayscher_K%C3%A4fig
> Zum Glück nicht, sonst wäre man bei Gewitter weder im Auto noch im
> Flugzeug sicher.

Da beim nicht aufgelegten Schirm gerne das Argument vom Faraday'schen 
Käfig genannt wird: den haben wir hier NICHT!

Ein Faraday'schen Käfig verliert seine Schirmwirkung, sobald man Leiter 
durch die Hülle in's Innere führt.

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