Wollvieh W. schrieb:
> Kann es sein, daß in letzter Zeit Kohlen allgemein von
> schlechterer
> Qualität werden? Daß sie irgendwie elektrisch leiten, kriegt sicher jede
> Chinabude hin, aber ein definiertes Abnutzungsverhalten wird schon
> schwieriger.
>
> Ich habe immer wieder mal Geräte, wo es zwar keinen Kurzschluß gab, aber
> dafür der Kollektor mit einer isolierenden Schicht überzogen. D.h. da
> war die Kohle zu weich, ihre Abbrandrückstände abzutragen. Dann bleibt
> der Motor entweder stehen, wie bei einem Aktenvernichter, oder es kommt
> eine tolle Rauchwolke raus, wie bei bestimmten
> Bosch-Lion-Akkuschraubern.
Das Problem kenne ich von älteren Schleifringübertragern mit
Kohlebürsten auf glatten oder versilberten Messingbahnen. Da hatten wir
vor ein paar Jahren bei Kunden öfters das Problem, daß neue Kohlebürsten
einen viel stärkeren Abrieb und kürzere Lebensdauer hatten.
Auf Rücksprache mit den Lieferanten kam heraus, daß die Kohlemischungen
geändert wurden. Vorher enthielten die etwas Bleistaub, was eine gewisse
"Schmierwirkung" hatte (wie z.B. auch in
Sinterbronze-Gleitlagerbuchsen), wegen RoHS wurde das Blei dann
weggelassen und seitdem stieg der Abrieb und Verschleiß an.
Übrigens dürfen Kohlebürsten niemals mit Öl oder Fett geschmiert werden,
denn das bindet den Abrieb und bildet damit eine Art Schleifpaste, die
den Verschleiß nur noch verschlimmert