KerKos: wie empfindlich gegen Überspannung?

#7229445
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Hallo,
ich will in einer Schaltung KerKos des Typ C0G/NPO einsetzen. Die 
Spannung beträgt 20 V. Wegen einer Induktivität kommt es beim 
Einschalten zu einer leichten Überspannung von 22 V bis 24 V. Meine 
C0G/NPO KerKos haben eine Nennspannung von 25 V.

Die Überspannung tritt für ca. 200 µs auf. Leider kann ich keine 35 V 
Typen oder höher einsetzen. Ich benötige mindestens 100 nF bis 470 nF 
und C0G/NPO Typen und da hört es bei 25V auf. C0G/NPO ist erforderlich 
da der KerKo nach Möglichkeit wenig Mikrofonie - Eigenschaften aufweisen 
sollte, eigentlich keine.

In den Datenblättern liest man von "rated voltage".

Z.B.:Voltage proof
Measurement Point Between the terminations
Test Voltage 300% of the rated voltage
Applied Time 1s to 5s
Charge/discharge current 50mA max.

Demnach sollten 200 µs bei nahezu 25 V nicht schaden.
Wie sehr ihr das?
mfg Klaus
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#7229454
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Hallo Klaus,

ich verstehe Dein Problem nicht. Du schreibst:

Klaus R. schrieb:
> Meine C0G/NPO KerKos haben eine Nennspannung von 25 V.

Klaus R. schrieb:
> Wegen einer Induktivität kommt es beim Einschalten zu einer leichten 
Überspannung von 22 V bis 24 V.

Folglich liegt die auftretende "Überspannung" unterhalb der 
Nennspannung. Dies sollten die Kondensatoren überstehen.

Mit freundlichen Grüßen
Guido
Gast #7229463
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Klaus R. schrieb:
> ich will in einer Schaltung KerKos des Typ C0G/NPO einsetzen. Die
> Spannung beträgt 20 V.

> Ich benötige mindestens 100 nF bis 470 nF

Bei einem MLCC, den du mit 80% seiner Nennspannung betreibst, solltest 
du nicht erwarten, dass die Kapazität auch nur entfernt dem angegebenen 
Wert entspricht. Rechne eher mit 60% davon.
Gast #7229466
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Wolfgang schrieb:
> Klaus R. schrieb:
>> ich will in einer Schaltung KerKos des Typ C0G/NPO einsetzen. Die
>> Spannung beträgt 20 V.
>
>> Ich benötige mindestens 100 nF bis 470 nF
>
> Bei einem MLCC, den du mit 80% seiner Nennspannung betreibst, solltest
> du nicht erwarten, dass die Kapazität auch nur entfernt dem angegebenen
> Wert entspricht. Rechne eher mit 60% davon.

Du gehst von anderer Keramik aus.
#7229469
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Guido C. schrieb:
> Hallo Hinz,
>
> H. H. schrieb:
>> Mindestens Murata und Kemet haben bis 470nF/50V.
>
> konnte bei Kemet nichts dergleichen in der Baugröße 1206 finden. Hast du
> einen Link für uns?
>
> Mit freundlichen Grüßen
> Guido

https://ds.murata.co.jp/simsurfing/index.html?lcid=en-us

Murata hat bei 470 nF nur 25 V Typen. Leider.
mfg Klaus
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#7229475
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Falk B. schrieb:
> Klaus R. schrieb:
>> Demnach sollten 200 µs bei nahezu 25 V nicht schaden.
>> Wie sehr ihr das?
>
> Genau so. Ein 25V Kondensator, erst recht ein Keramikondensator geht bei
> 24V nicht kaputt!!! Die Dinger sind mit Faktor 2-3 geprüft! Erst dann
> krachts. Nicht immer so hypersensibel!

So hatte ich das im Datenblatt auch gelesen. Aber ich war mir nicht ganz 
sicher ob ich da etwas übersehe. Nach Deinem fachmännischen Rat bin ich 
jetzt beruhigt.

Danke.
mfg Klaus
#7229481
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Hallo,

Falk B. schrieb:
> Genau so. Ein 25V Kondensator, erst recht ein Keramikondensator geht bei
> 24V nicht kaputt!!! Die Dinger sind mit Faktor 2-3 geprüft! Erst dann
> krachts. Nicht immer so hypersensibel!

Sehe ich ähnlich, wobei man Bauteile natürlich immer innerhalb der 
Spezifiktaion betreiben sollte.
Zitat: "The typical breakdown voltage for MLCC is three times or more of 
the rated voltage." 
[https://www.kemet.com/en/us/technical-resources/failure-analysis-of-capacitors-and-inductors.html]

Die Frage ist, ob es sich bei Klaus um ein Bastepojekt oder und eine 
industrielle Anwendung handelt.

Mit freundlichen Grüßen
Guido
Beitrag #7229494 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7229506
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H. H. schrieb:
> Klaus R. schrieb:
>> H. H. schrieb:
>>> H. H. schrieb:
>>>> Guido C. schrieb:
>>>>
>>>>> Baugröße 1206
>>>>
>>>> Dann natürlich nicht.
>>>
>>> https://www.digikey.de/en/products/detail/kemet/C2220H474J5GAC7800/3079093
>>
>> Ja, kostet aber 34 €, das Stück.
>
> Du bist es doch, der Sonderlocke will.

Für die größeren Kapazitäten setze ich Aluminium Polymer ein. Die haben 
bei 10 µF bis 47 µF die Eigenresonanz bei 1 MHz, ESR 40 mOhm. Um jetzt 
auch Frequenzen bis über 50 MHz zu filtern brauche ich Kerkos mit 
niedrigem ESR. Ich würde jetzt noch 100 nF, 1µF und ggf. 10 µF 
benötigen. Die Dielektrika die man dafür einsetzen würde erzeugen 
Ultraschall-Geräusche, die in diesem Fall sehr stören würden. Mit 
C0G/NPO bis 470 nF komme ich gerade so hin und decke 1 MHz bis über 10 
MHz ausreichend ab. Unter 33 nF sieht es spanungsmäßig wieder gut aus, 
da kann man nehmen was nötig ist.

Sonderlocke, ja. Aber es muß bezahlbar bleiben.
mfg Klaus
#7229565
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Wolfgang schrieb:
> Bei einem MLCC, den du mit 80% seiner Nennspannung betreibst, solltest
> du nicht erwarten, dass die Kapazität auch nur entfernt dem angegebenen
> Wert entspricht. Rechne eher mit 60% davon.

Irgendwann lernt auch Wolfgang das (entweder das genaue Lesen oder das 
mit der Keramik). ;-)
Es geht um *NP0 bzw C0G.* Da ändert sich die Kapazität quasi nicht 
spannungsabhängig.
Gast #7229710
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>> Sind Kerkos im pF-Bereich eigentlich ESD-gefährdet?
>
> Sie gehen nicht direkt kaputt, aber verlieren an Kapazität.

Das kommt auf das Material an. Bei COG / NP0 Class 1 Keramik ist der 
Einfluss der DC Vorspannung sehr gering. Bei X7R etwas ausgeprägter. Bei 
den HDK Dielektrika stark.
Gast #7229725
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Labra Dor schrieb:
>>> Sind Kerkos im pF-Bereich eigentlich ESD-gefährdet?
>>
>> Sie gehen nicht direkt kaputt, aber verlieren an Kapazität.
>
> Das kommt auf das Material an. Bei COG / NP0 Class 1 Keramik ist der
> Einfluss der DC Vorspannung sehr gering. Bei X7R etwas ausgeprägter. Bei
> den HDK Dielektrika stark.

Darum gehts gerade nicht!

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