Wie funktioniert eine Papierdichtung

Gast #7232156
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Hallo,

will eben eine Dichtung tauschen und staune nicht schlecht: Die neue 
Dichtung (Bild) ist so bretthart wie die alte Dichtung.

Eine Seite der Dichtflächen ist plan gedreht, die andere Seite ist ein 
Teil aus tiefgezogenem Blech und ungefähr so plan wie ein 
stranggepresster Kühlkörper (also alles andere als plan).

Muss man diese Dichtung irgendwie vorbehandeln (10 Minuten kochen wie 
Nudeln), damit sie auf quillt?

Die Dichtung ist wie ein Stück Blech mit 0,5mm Dicke, kann mir nicht 
vorstellen, dass das dichtet.

Wer kennt sich aus?

Roland
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Gast #7232324
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Andreas B. schrieb:
> Auch wenn Du es Dir nicht vorstellen kannst, aber die wird dichten.

Dichter&Denker schrieb im Beitrag #7232200:
> ... die Dichtung aus Papier funktioniert.

Armer Schlucker schrieb:
> Das Zeug heißt "Abil" und das gibt es seit über 100 Jahren.
> Und es dichtet!

Die Montage ab Werk war schon nicht dicht, was mich nach Sichtung der 
Flächen nicht ansatzweise wundert. Wenn diese Dichtung zwischen zwei 
absolut plan geschliffen Flächen liegt, wird das sicherlich dicht. Nicht 
aber hier, denn eine Fläche ist eben nicht wirklich plan.

Dichter&Denker schrieb im Beitrag #7232200:
> Früher, als ich noch ein junger Mann war (hähä) -da haben wir solche
> Dichtungen aus Zeichenkarton *geschlagen*

Der Zeichenkarton würde an der Stelle sicher 10x besser abdichten, weil 
eben nicht bretthart.
#7232340
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Roland D. schrieb:
> Die Montage ab Werk war schon nicht dicht, was mich nach Sichtung der
> Flächen nicht ansatzweise wundert. Wenn diese Dichtung zwischen zwei
> absolut plan geschliffen Flächen liegt, wird das sicherlich dicht. Nicht
> aber hier, denn eine Fläche ist eben nicht wirklich plan.

Je nach Temperaturbereich und Druck kannst du auch andere 
Dichtungsmaterialien nehmen. Du kannst beispielsweise eine Gummidichtung 
genauso wie oben beschrieben mit dem Hämmerchen herstellen. Allerdings 
würde ich nur zart die Kanten damit markieren und den Rest mit der 
Schere schneiden. Oder du nimmst Dichtmasse aus der Tube. Die bringst du 
vor dem Zusammenbau wie Kleber auf eine Fläche auf und baust dann den 
Deckel, Flansch oder was auch immer dran. Nicht zu viel nehmen, sonst 
läuft die Masse möglicherweise in dein System. Außen kann man halt 
abwischen, innen nicht. Alles natürlich ohne Gewähr auf Dichtigkeit...
#7232345
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Roland D. schrieb:
> Die Montage ab Werk war schon nicht dicht

Dann bleiben als Möglichkeit:
a) Fehlkonstruktion
b) Dichtflächen die durch Produktionsfehler nicht die erfolderliche 
Form/Genauigkeit haben

Was für ein ominöses Gerät ist das denn und wie lange hat es gedauert 
bis es undicht wurde?

Roland D. schrieb:
> Nicht
> aber hier, denn eine Fläche ist eben nicht wirklich plan.

Oft genug hat eine Fläche eine Art Rippe oder Sicke um an der Stelle 
einen höheren Anpressdruck zu erzeugen der dann für die eigentliche 
Dichtigkeit sorgt.
Gast #7232348
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Roland D. schrieb:
> Die Montage ab Werk war schon nicht dicht, was mich nach Sichtung der
> Flächen nicht ansatzweise wundert. Wenn diese Dichtung zwischen zwei
> absolut plan geschliffen Flächen liegt, wird das sicherlich dicht. Nicht
> aber hier, denn eine Fläche ist eben nicht wirklich plan.

Gegen was soll denn überhaupt abgedichtet werden. Je nachdem kann man so 
ne Dichtung auch dünn mit einer Dichtmasse wie Hylomar Universal oder 
Curil T2 bestreichen. In scheinbar hoffnungslosen Fällen mag so ne 
Dichtmasse wie Dirko helfen, die vergleichsweise dick aufträgt.
Gast #7232367
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Udo S. schrieb:
> Oft genug hat eine Fläche eine Art Rippe oder Sicke um an der Stelle
> einen höheren Anpressdruck zu erzeugen der dann für die eigentliche
> Dichtigkeit sorgt.

Wenn dem so wäre, hätte ich das geschrieben.

Laut techn. Datenblatt quillt ABIL bei Öl und Benzin um max. 5%, das 
wären also max. 0.05mm. Das ist hier eindeutig zu wenig.

Hätte ich mal lieber die Dichtung selber gemacht, aber ich wollte mir 
das Geschnippsel ersparen. Dichtungspapier mit 1mm hätte ich nämlich 
vorrätig gehabt. Dumm gelaufen.
Gast #7232746
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Dichter&Denker schrieb im Beitrag #7232200:
> Früher, als ich noch ein junger Mann war (hähä) -da haben wir solche
> Dichtungen aus Zeichenkarton geschlagen

Wir haben mal unterwegs schrauben müssen, der lokale Kaufmann hat eine 
seiner Gemüseauszeichnungspappen hergegeben. Bei Motoröl und fast null 
Druck hält das.

Armer Schlucker schrieb:
> Das Zeug heißt "Abil" und das gibt es seit über 100 Jahren.

Es kann auch "Klingerit" heißen, wenn es von einem anderen Hersteller 
stammt.

M.M.M schrieb:
> Je nachdem kann man so
> ne Dichtung auch dünn mit einer Dichtmasse wie Hylomar Universal oder
> Curil T2 bestreichen.

Papierdichtung mit Hylomar halte ich für Pfusch, das Zeug setzt man ohne 
Zwischenlage ein.

Curil kenne ich als aushärtende Masse, honigartig gelb, das überbrückt 
auch kleine Kratzer.

> In scheinbar hoffnungslosen Fällen mag so ne
> Dichtmasse wie Dirko helfen, die vergleichsweise dick aufträgt.

Aber nur, wenn es drucklos ist.
Beitrag #7233348 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #7233373 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7233376
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Knalltüte schrieb im Beitrag #7233373:
> Ja, das ist wohl wahr -nur: Wenn man eine Dichtung braucht, ist es IMMER
> in der NaCHT VON sONNTAG AUF mONTAG um 2:14 Uhr und man "will" auf
> Montage fahren, aber die Karre hat eine Leckage.

Wenn du eine Karre hast wo sowas öfter passiert solltest du dir 
vieleicht einfach ein Bogen auf Vorrat hinlegen.
Gast #7233430
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Manfred schrieb:
> Papierdichtung mit Hylomar halte ich für Pfusch, das Zeug setzt man ohne
> Zwischenlage ein.

Warum, weil's nicht die reine Lehre ist? Der Hersteller sieht da mal 
kein Problem. Mittlerweile ist ja sowieso gefühlt auf jeder zweiten 
Papierdichtung ein dünner Wulst Dichtmaterial.

> Curil kenne ich als aushärtende Masse, honigartig gelb, das überbrückt
> auch kleine Kratzer.

Curil T2 von Elring ist das Pendant zu Hylomar Universal, ebenfalls 
dauerelastisch, die Farbe ist halt grün statt blau.
#7233997
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Uli S. schrieb:
> Kommt jetzt drauf an, für was die gehört. Bei nicht hitzebelasteten
> Teilen,
> Kompressor, Wasserpumpe und so, bewährt sich ein Milchtütenkarton recht
> gut.
> Für die Zylinderkopfdichtung von nem Motor haut das aber nicht hin.

In einer Folge von "Auf Achse" sind sie in der nordafrikanischen Wüste 
und die Dichtung vom Turbolader oder was ähnlich hochbelastetem ist hin. 
Zufällig schmuggeln sie gerade 50 Arbeiter hintendrauf, und einer davon 
hat ne große Kupferplatte dabei und dengelt einen dieser Andenkenteller 
für Touris. Und da läßt der Krug ihn eine passende Dichtung aus dem 
Kupfer dengeln, was im Film natürlich funktioniert.
Gast #7235949
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Thomas R. schrieb:
> Bei Wasser werden gern quellende Dichtungen verwendet (bestes Beispiel:
> Hanf oder Fiberringe), damit werden auch größere Spalte zugedrückt.

Dafür taugt dann auch Abil, soll bei (Kühl)Wasser bis zu 40% quellen.
Bei Öl/Benzin sind es eben nur magere (max.) 5%.
#7236783
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Knalltüte schrieb im Beitrag #7233373:
> Ja, das ist wohl wahr -nur: Wenn man eine Dichtung braucht, ist es IMMER
> in der NaCHT VON sONNTAG AUF mONTAG um 2:14 Uhr und man "will" auf
> Montage fahren, aber die Karre hat eine Leckage.

Ist doch schön, dann kannst dich wieder schlafen legen und warten, bis 
die Werkstatt auf macht.

Gibts ernsthaft noch Leute, die Nachts um 2 auf Montage fahren? Ich kenn 
das eher so auf 6:00.

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