Was ist eigentlich Gewaplast ?

OP #7253997
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Hallo,

In der DDR wurden Papierkondensatoren mit Gewaplast statt Bitumen 
seitlich verschlossen.

Ich frage nur mal interessenhalber. Was war das weiße Zeug eigentlich. 
Der Name Gewaplast könnte eine Abkürzung sein oder nur einfach ein 
Handelsname.

Aber was wurde da zusammen gemischt, was ist das chemisch gesehen.

Diese Gewaplastkondensatoren waren ja berüchtigt in ihre kurzen 
Lebensdauer. Bitumenvergossene hielten viel, viel länger dicht.

Vielleicht gibt es hier noch Jemanden, der sowas heutzutage "nutzloses" 
wissen weitergeben kann.

Viele Grüße
Bernd
Gast #7254008
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Bernd M. schrieb:
> Der Name Gewaplast könnte eine Abkürzung sein oder nur einfach ein
> Handelsname.
Das war wohl Handelsname. Die Silbe -wa wird auf Wachs hindeuten.
Jedenfalls hat sich das Zeug beum Erwärmen mit den Lötkolben exakt so 
verhalten. Ge- könnte Gera (Koweg - Kondensatorenwerk Gera) sein.
OP #7255070
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Das mit Wachs und Plasik habe ich mir auch schon gedacht. Aber 
Gewebe????

Das von Edi kenne ich auch. Mehr ist in meinen DDR-Büchern auch nicht zu 
finden.

Die gleiche oder Ähnliche Masse wurde in den 1960er Jahre zur Umhüllung 
von Hochspannungspulen der Zeilentrafos verwendet, die dann auch gerne 
mal abrauchten.

Gera und Görlitz verwechle ich auch immer wieder gerne. Aber Gera baute 
die Elkos die nicht viel taugten.

Viele Grüße
Bernd
Gast #7255168
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Bernd M. schrieb:
> Die gleiche oder Ähnliche Masse wurde in den 1960er Jahre zur Umhüllung
> von Hochspannungspulen der Zeilentrafos verwendet, die dann auch gerne
> mal abrauchten.

Das war Chlornaphtalin-Wachs.

Ich habe beides hier. Werde mal den Lötkolben ranhalten und riechen, ob 
es gleich stinkt.

Was es ist, würde mich auch interessieren.
Wenn man den alten auspuhlt und einen neuen C einsetzt.
Was kann man da als Teer oder dieses Wachs benutzen?
Es sollte nur echt aussehen.
Gast #7255178
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Weiß jemand, welches Duroplast süßlich nach honig riecht? Ich hatte das 
sowohl bei einem Eitergelb vergossenen DDR- Zeilentrafo, als auch beim 
sägen von  GFK Tarnnetzstangen (natürlich mit partikelmaske) gerochen.
Gast #7255374
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Bernd M. schrieb:
> Chlornaphtalin-Wachs kenne ich zwar nicht, aber mal sehen, was der für
> Eigenschaften hat und wofür der benutzt wurde.

Wurde z.B. bei Stern-Radio und anderswo zum Fixieren von 
Spulenwicklungen und auch Abgleichkernen benutzt. Jetzt wo der Name 
gefallen ist (habe lange gesucht), würde ich fast behaupten, dass 
Gewaplast und Chlornaphtalinwachs so ziemlich dasselbe sind.

Kategorie: unnützes Wissen.
Persönliche Seite #7255488
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Hallo Bernd.


Bernd G. schrieb:

> Kategorie: unnützes Wissen.

Nö. Als Altlast begegnet Dir Chlornapthalin garantiert immer wieder.

Siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Polychlorierte_Naphthaline
https://de.wikipedia.org/wiki/1-Chlornaphthalin
https://de.wikipedia.org/wiki/2-Chlornaphthalin

https://www.empa.ch/documents/56164/303836/a592-2006-10-de-01-Doktorarbeit+Chemikalien-Thunersee.pdf/db47674e-3edc-4365-8455-17808a59625c?version=1.0

Darum sollte es auch immer Leute geben, die Wissen, was das ist. ;O)

Tut mir Leid, aber "unnützes Wissen" gibt es nicht. Lediglich Wissen, 
welches Du aktuell nicht brauchst.
Tut mir Leid, dass dadurch die Welt immer komplizierter wird und 
einfache Lösungen immer unwahrscheinlicher.
Diese Komplexität wird eines Tages den Menschen eine endgültige Grenze 
in ihrer kulturellen/zivilisatorischen und technologischen Entwicklung 
setzten.
Wir bemerken ja jetzt schon Nichtlinearitäten.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Gast #7256046
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michael_ schrieb:
> Es sollte nur echt aussehen.

[wozu denn, wer guckt rein und wieso denn, aber OK!]

bewährt:

-Kondensator mit Föhn aka Furzbläser erwärmen = nach dem Vorbeizug 
stinkt die Wachsversiegelung mehr oder weniger - zur Not auch 
unterkühlter Lötkolben nach dem Ausstecken - Reste mit Küchenkrepp 
säubern.

-Wachs einsammeln und zwischen den Fingern zu Wachskugeln wutzeln
-Kondensator Restaurieren (hochwertigen Ersatz-C ins Gehäuse)
-Originaldrähte anlöten und das Wachs wieder anfbringen
-Etikett echt gefälscht anbringen

oder

-den Unsinn erkennen und den Stromfresser gnadenlos entsorgen.
Muss jeder selbst wissen, ob der Elektromessie seine Bestimmung ist.

Ein ehemaliger
Gast #7291086
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So, ich habe es gemacht.

Von der Farbe und Konsistenz ist es gleich.
Und paar Krümel in eine Kerzenflamme gehalten.

Sie schrumpeln zu einer schwarzen Masse zusammen, wlche aber nicht 
selbständig brennt.
Aber die Kerzenflamme stark rußen lässt.
Beißender Geruch ist gleich.

Ich würde mal sagen, es ist das gleiche Chlornaphtalin, wie in den 
Hochspannungswickeln.

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