Hallo zusammen,
mein Yamaha RN-500 Verstärker hat ca. 120V AC gegen Erde auf seinem
Gehäuse. Das ist mir aufgefallen, da der Verstärker einen LAN-Anschluss
hat, welcher an mein LAN-Netz angeschlossen wurde. Anschließend hab ich
im Keller am LAN-Anschluss eine gewischt bekommen, als ich den angefasst
habe.
Ein Phasenprüfer leuchtet auch, wenn man ihn ans Gehäuse hält.
Glücklicherweise gibt es ein Service-Manual in dem man den Schaltplan
des Schaltnetzteiles finden kann. Aber weder dort, noch auf der Platine
konnte ich irgendetwas feststellen, was defekt scheint.
Das Gehäuse ist über Kondensatoren mit der Platine gekoppelt.
Habt ihr eine Idee, woran das liegen könnte?
Viele Grüße
Noah schrieb:> Habt ihr eine Idee, woran das liegen könnte?
An den Entstörkondensatoren. Das klingt erstmal normal.
Das Gerät wird einen Eurostecker haben und über die Erdung des
Netzwerkkabels werden dann alle Störungen abgeleitet. Das kann man
manchmal als 'Schlag' spüren.
Ein Phasenprüfer ist kein Messgerät und wenn man nicht genau weis wie
der funktioniert sogar gefährlich.
Noah schrieb:> Ein Phasenprüfer leuchtet auch, wenn man ihn ans Gehäuse hält.
ach, wie oft hat ein Phasenprüfer, genannt Lügenstift (TM)
schon überall geleuchtet. Sogar an der Steckdose vom Trenntrafo.
man mag es kaum glauben, und dabei hat der Phasenprüfer
noch einen Widerstand von so 240kOHM eingebaut
Stichwort:
Kapazitive Übertragung.
die paar Elektronen, die zwar keinen nennenswerten Strom erzeugen
können,
erreichen dennoch mehr als die Zündspanung der Glimmlampe.
mit diesem "Übersprechen" sieht man jetzt bei den
Weihnachtsbeleuchtungen
mit Netzteilen oft die Lichter immer mal kurz aufblitzen,
wenn die eigentlich abgeschaltet sind.
Weil sich ein Kondensator darin allmählich mit diesen wenigen Elektronen
doch auflädt und so "springt" das Netzteil kurz an und lässt die LEDs
leuchten.
Die Kombination von "Schutzisoliert" und an Masse angeschlossener
Netzwerkbuchse im Receiver ist aber seltsam! Damit wird im Zweifel auch
ein echter Fehlerstrom über den Schirm der Netzwerkleitung abgeführt.
Das kann nicht im Sinne der VDE sein.
Allerdings werden heute alle möglichen Kombinationen von Buchsen und
Leitungen eingesetzt auch wenn die überhaupt keinen Sinn ergeben.
Für DIESEN Fall empfehle ich die Verwendung eines Patchkabels zur Dose
in UTP oder FTP, damit (wegen der fehlenden Außenschirmung) die
Schutzisolierung nicht aufgehoben wird.
Das steht vermutlich auch in der Anleitung so drin, liest nur keiner
:-))
von Noah schrieb:
>mein Yamaha RN-500 Verstärker hat ca. 120V AC gegen Erde auf seinem>Gehäuse. Das ist mir aufgefallen, da der Verstärker einen LAN-Anschluss>hat, welcher an mein LAN-Netz angeschlossen wurde. Anschließend hab ich>im Keller am LAN-Anschluss eine gewischt bekommen, als ich den angefasst>habe.
Vielleicht kommt das auch vom LAN-Netz. Trenn das einfach
mal, was passiert dann?
Wenn dich das stört, erde einfach das Gehäuse oder ein anderes
Gerät das an den Verstärker angeschlossen ist, dann ist daß
vorbei.
Aber nur ein Gerät erden damit es keine Brummschleifen gibt.
●DesIntegrator ●. schrieb:> ach, wie oft hat ein Phasenprüfer, genannt Lügenstift (TM)> schon überall geleuchtet. Sogar an der Steckdose vom Trenntrafo.
Schon, aber immer noch besser, er leuchtet obwohl keine echte Gefahr
vorhanden ist als umgekehrt. Und überzeugt einen, dann 'richtige'
Messmittel zu verwenden.
Deshalb hat er die Bezeichnung 'Lügenstift' nicht verdient. Er ist nur
kein Messmittel.
Hallo nochmal,
danke für eure Antworten!
Wenn ich mit einem 49kOhm Widerstand Parallel zum Gehäuse und zur Erde
messe, fällt die Spannung auf 5V. Also alles in Ordnung?
VG
Thomas R. schrieb:> Die Kombination von "Schutzisoliert" und an Masse angeschlossener> Netzwerkbuchse im Receiver ist aber seltsam!
Gar nicht. Das ist bei Fernsehern im Kabelnetz gang und gäbe und führt
oft zu dramatischen Bratzeleien beim Einstecken des Antennenkabels.
Matthias S. schrieb:> Thomas R. schrieb:>> Die Kombination von "Schutzisoliert" und an Masse angeschlossener>> Netzwerkbuchse im Receiver ist aber seltsam!>> Gar nicht. Das ist bei Fernsehern im Kabelnetz gang und gäbe und führt> oft zu dramatischen Bratzeleien beim Einstecken des Antennenkabels.
Deshalb steht ja in der Anleitung auch was zur Reihenfolge beim
Anschließen.
Thomas R. schrieb:> Für DIESEN Fall empfehle ich die Verwendung eines Patchkabels zur Dose> in UTP oder FTP, damit (wegen der fehlenden Außenschirmung) die> Schutzisolierung nicht aufgehoben wird.>> Das steht vermutlich auch in der Anleitung so drin, liest nur keiner> :-))
Seit wann hebt eine zusäztliche Erdung eine Schutzisolierung auf?
Mark S. schrieb:> Thomas R. schrieb:>> Für DIESEN Fall empfehle ich die Verwendung eines Patchkabels zur Dose>> in UTP oder FTP, damit (wegen der fehlenden Außenschirmung) die>> Schutzisolierung nicht aufgehoben wird.>>>> Das steht vermutlich auch in der Anleitung so drin, liest nur keiner>> :-))>> Seit wann hebt eine zusäztliche Erdung eine Schutzisolierung auf?
Habe ich nicht behauptet! Nur würde bei einem internen Fehler mit L auf
Gehäuse der Fehlerstrom über den recht dünnen Schirm abfließen,
einschließlich der Folgen für Switch, Router etc. die oft nicht einmal
richtig geerdet sind.
Bei Antennenanlagen ist das durch den vorgeschriebenen
Potentialausgleich der Anlagenteile und Auslegung der Komponenten auf
mögliche Überspannung nicht so dramatisch.
Mir will sich nicht erschliessen, was ein Lan-Anschluss an nem
Verstärker verloren hat. Mischpult oder Equalizer wär eventuell
einzusehen. Aber auch da nur für Profizeugs.
Thomas R. schrieb:>> Habe ich nicht behauptet! Nur würde bei einem internen Fehler mit L auf> Gehäuse der Fehlerstrom über den recht dünnen Schirm abfließen,
Das wird durch die Schutzisolierung verhindert.