Power Transformator macht hochfrequente Störgeräusche

#7291361
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Hallo,

der Power Transformator in meinem Mischpult (PreSonus Studiolive AR8 
USB) macht seit einiger Zeit nervige, hochfrequente Geräusche. Leider 
ist das Pult End of Service und der Support reagiert nicht auf meine 
Frage, ob das Power-PCB trotzdem noch lieferbar ist.

Kann jemand einschätzen, ob das Problem behoben wäre, wenn ich den 
Transformator austausche? Oder kommt auch irgendein anderes Bauteil als 
Ursache in Frage?

Wenn ich die Messleitung meines Multimeters an einen bestimmten Pin des 
Trafos halte, ist es plötzlich ruhig (die Messleitung muss dafür nicht 
mit dem Multimeter verbunden sein).

Leider kann ich den Transformator trotz der Aufschrift PY-E40001-131-A 
nicht identifizieren, sodass ich ihn auch nicht bestellen kann :(

Die Spannungen hab ich nur auf die Schnelle gemessen (siehe Anhang 
Spannungen.JPG) und kapiere eh nicht wieso das Ding so viele Pins hat.

Bin für jeden Tipp dankbar, da das Pult ansonsten perfekt funktioniert.
Angehängte Dateien:
(Firma: matzetronics) #7291398
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Mix schrieb:
> Oder kommt auch irgendein anderes Bauteil als
> Ursache in Frage?

Der Trafo könnte mit einem klingelnden Signal angesteuert werden. Das 
passiert manchmal, wenn z.B. ein SMPS Controller in den lückenden 
Betrieb geht. Zieht man wieder Last, ist das Birseln weg. Das scheint 
bei dir nicht der Fall zu sein, weil die Last ja wohl am Netzteil 
bleibt.
Aber es könnte nicht schaden, mal die Sekundärseite des Trafos vor den 
Dioden zu oszillografieren und nach Unregelmässigkeiten zu schauen. 
Schuldig könnte z.B. ein gealteter Snubber sein (D101, R112).
Primär messen wäre noch besser, birgt aber durch die direkte 
Netzverbindung hohe Risiken für Leib, Leben und Gerät.
#7291415
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@ Matthias: Leider habe ich kein Oszilloskop (und auch keinen Trenntrafo 
:D). D101 und R112 könnte ich auf gut Glück natürlich mal ersetzen...?

@ProbierMal: Ich hätte die Lötstellen jetzt rein optisch nicht als 
Problemursache vermutet, aber du hast recht, ist ja auch schnell 
gemacht. Dass der ganze Trafo schief eingelötet ist, hat mich auch 
gewundert. Allerdings sieht man auch, dass er links die Platine berührt, 
also die Seite hätte man auch gar nicht weiter durchschieben können.

Schon mal vielen Dank euch beiden!
(Firma: matzetronics) #7291426
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Mix schrieb:
> D101 und R112 könnte ich auf gut Glück natürlich mal ersetzen...?

Naja, nee. Miss die Bauteile mal durch (ein Multimeter wirst du ja 
hoffentlich haben) und fixe erstmal die Einbauposition des Trafos. Die 
Teile kannst du ohne Ausbau messen. Welcher Pin reagiert neuralgisch auf 
das Messkabel?

@ ProbierMal: Gut gesehen!
(Firma: matzetronics) #7291540
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Mix schrieb:
> Aber an der Einbauposition kann es sowieso nicht liegen, sonst
> hätte der Trafo ja von Anfang an gefiept.

Nicht unbedingt. Im Laufe der Zeit kann sich durch die subtile Vibration 
des Trafos die Geometrie ein wenig ändern und es fängt was an, hörbar zu 
schwingen. Du hörst ja auch nicht die Schaltfrequenz, sondern irgendein 
Gemisch von Subharmonischen.

> Die Einbauposition werde ich nicht korrigieren können. Auf einer Seite
> liegt der Trafo schon auf und auf der anderen Seite wurden die Pins
> gekürzt.

Hmm? Wenn man den mal sauber entlötet und dann richtig auf die Platine 
setzt, reichen die Pins allemal.
#7291548
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@Matthias: Gut, dann versuche ich das mal. Danke dir!

@Marcus: Ja, das denke ich auch. Ich konnte halt nur nicht einschätzen, 
ob das bedeutet, dass der Trafo defekt ist, andere Bauteile oder - so 
wie jetzt erstmal vermutet wird - die Lötstellen nicht sauber sind.

Falls das neu löten nichts bringt und die Bauteile R112 und D101 in 
Ordnung sind, muss ich halt gucken, ob ich diesen Trafo irgendwie 
identifiziert kriege. Naja, eins nach dem anderen :)
#7291697
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Mix schrieb:
> @Matthias: Gut, dann versuche ich das mal. Danke dir!
>
> @Marcus: Ja, das denke ich auch. Ich konnte halt nur nicht einschätzen,
> ob das bedeutet, dass der Trafo defekt ist, andere Bauteile oder - so
> wie jetzt erstmal vermutet wird - die Lötstellen nicht sauber sind.
>
> Falls das neu löten nichts bringt und die Bauteile R112 und D101 in
> Ordnung sind, muss ich halt gucken, ob ich diesen Trafo irgendwie
> identifiziert kriege. Naja, eins nach dem anderen :)

Das ist sicher eine Hersteller spezifische BV (Bauvorschrift). Den Trafo 
wirst du nicht im Handel erhalten, sondern nur vom Hersteller als ET.
Ein Oszi und Trenntrafo wären für die Fehlersuche sehr wichtige Geräte! 
Welche Ausgangsspannungen kannst du messen? Sind diese o.k.?
Könnten Regelschwingungen eine Ursache sein, die sich mit dem Oszi 
'zeigen' würden?
#7292100
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R112: 4,6 Ohm -> i.O.
D101: 0,722 V und andersherum 0,497 V -> keine Ahnung, ob das jetzt am 
eingebauten Zustand liegt...

Überarbeitung der Trafo-Lötstellen muss ich noch machen.

@Thomas: Ok, das ist natürlich blöd für mich (bzw. die Umwelt, da ich 
dann ein neues Pult kaufen muss, wenn ich es nicht so behoben kriege).
An Spannungen habe ich knapp 300 V und jeweils knapp 150 V gemessen 
(siehe Bild "Spannungen.JPG" im Startpost). Zwischen anderen Pins habe 
ich immer nur ~0 V gesehen. Ich kann nicht beurteilen, ob die ok sind. 
Geht das mit einem Multimeter (Voltcraft VC276 SE) irgendwie? Ich kann 
nur sagen, dass das Pult perfekt funktioniert und sobald es ca. 10-15 
Minuten läuft (also warm genug ist?), das Fiepen weg (bzw. extrem 
reduziert) ist.
#7292120
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Mix schrieb:
> Ich kann nur sagen, dass das Pult perfekt funktioniert und sobald es
> ca. 10-15 Minuten läuft (also warm genug ist?), das Fiepen weg (bzw.
> extrem reduziert) ist.

Das hört sich nach ausgetrockneten Elkos auf der Sekundärseite an. 
Versuch mal mit mit einem Föhn die Elkos vorzuwärmen. Und schau ob das 
fiepen schneller aufhört.
#7292207
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Also der Trafo sitzt jetzt etwas gerader (siehe Anhang), aber besser 
kriege ich es nicht hin, da ich auf der Seite mit den vielen Pins nicht 
alle restlos frei gekriegt habe mit der Entlötpumpe. Es sind jetzt aber 
alle Lötstellen neu. Geändert hat es nichts.

Elkos könnten eine Spur sein, es verändert sich definitiv mit der 
Temperatur, wenn ich im Bild Vorderseite.JPG direkt links neben dem 
Trafo den kleinen 10 µF Elko erwärme - aber ist das nicht die 
Primärseite (ich habe allerdings eh keine Ahnung inwiefern sich 
verschlissene Elkos auf der Sekundär- oder Primärseite anders 
auswirken)? Ganz oben links (wo der Heißkleber ist) kommt die 
Versorgungsspannung an.
Angehängte Dateien:
#7292394
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@Matthias: Ja, werde ich machen @ 10 µF. Ist nur immer blöd mit dem 
einzeln bestellen... Vielleicht packe ich in die Bestellung 
vorsichtshalber ein paar andere Elkos, die auch auf der Platine benutzt 
werden.

Habe es gerade noch mal probiert mit dem Messkabel. Es ist auf dem Foto 
Ruckseite.JPG der 3. Pin von oben, linke Seite im roten Viereck, also 
die Anode von D105. Ich konnte es jetzt aber insofern nicht mehr 
reproduzieren, als dass es mit dem Messkabel nicht mehr völlig ruhig 
war, aber die Frequenz verändert sich deutlich.

@Kurt: Da steht UC3842A 62M A8QY drauf, siehe Anhang.
Angehängte Dateien:
#7292421
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Mix schrieb:
> es verändert sich definitiv mit der
> Temperatur, wenn ich im Bild Vorderseite.JPG direkt links neben dem
> Trafo den kleinen 10 µF Elko erwärme

Wundert mich nicht.
Mechanisch kleine Elkos verrecken regelmäßig als erste.
Da ist halt weniger Elektrolyt drin, der im Betrieb allmählich 
verdunstet oder zersetzt wird.

Es gibt noch einen weiteren Kandidaten, den ich ohne Prüfung erneuern 
würde:
Er befindet sich links neben dem Widerstand R103.
Die Wärme des Widerstandes sorgt für das beschleunigte Ableben des 
Elkos.
(Firma: matzetronics) #7292803
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Mix schrieb:
> @Matthias: Ja, werde ich machen @ 10 µF. Ist nur immer blöd mit dem
> einzeln bestellen... Vielleicht packe ich in die Bestellung
> vorsichtshalber ein paar andere Elkos, die auch auf der Platine benutzt
> werden.

Elkos kannste als Audiomensch immer mal gebrauchen. 10 Stück 10µF/63V 
und 10 Stück 1µF/50V, sowie ein paar 100µF/35V haben noch keinem 
geschadet :-)
#7293219
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Gast #7293254
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Mix schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Kein Low-ESR Typ.
>
> Ok, Mist. Ist halt auch ätzend, dass im Datenblatt garkeine Angaben zur
> Impedanz gemacht werden.
>
> Also lieber den?
> 
https://www.conrad.de/de/p/yageo-sc035m0010b2f-0511-elektrolyt-kondensator-radial-bedrahtet-2-mm-10-f-35-v-20-x-h-5-mm-x-11-mm-1-st-442624.html

Etwas besser. Weshalb nimmst du nicht auch einen Panasonic FR?
#7298013
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Hallo zusammen,

habe erste einen Schwung Elkos auf der Sekundärseite getauscht, das hat 
nichts geändert. Dann habe ich noch die 3 kleinen auf der Primärseite 
getauscht und jetzt ist Ruhe! Vermutlich war es nur der kleine 10 µF 
Elko direkt links neben dem Trafo, der hatte ja auch auf den Heißluftfön 
reagiert. Im ausgebauten Zustand hat mein Multimeter außerdem 5 µF 
gemessen, das ist natürlich viel zu viel Abweichung.

Also vielen Dank an euch alle für die Tipps! Und alles Gute fürs neue 
Jahr :)

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