Bedenke, dass Schmelzsicherungen und Polyfuses meistens langsamer
auslösen, als Halbleiter kaputt gehen.
Generell musst du zwischen dem Verhindern eine Kurzschlusses und dem
nachträglichen Reagieren unterscheiden. Die meisten Geräte reagieren
nachträglich, da spielt dann das Timing eine wichtige Rolle.
Im Fall deines Wechselrichters würde man den Stromfluss über einen Shunt
messen und dann bei Überschreitung einer kritischen Schwelle schnell
abschalten. Zusätzlich mach eine Temperaturüberwachung Sinn. Da steckt
also deutlich mehr hinter, als ein simples zweipoliges Bauteil.
In den Datenblättern von Leistungstransistoren findest du Angaben, wie
viel Spitzenstrom Strom sie wie lange vertragen, wie viel Wärme sie
maximal umsetzen können und wie hoch die relevanten Wärmewiderstände im
Bauteil sind.
Wenn die Stromversorgung (Netzteil oder Akku) nur eine begrenzte
Stromstärke liefert, kann man die Halbleiter so auslegen, dass sie
diesen maximalen Strom für eine Sekunde aushalten. Das gibt einer
Schmelzsicherung Zeit, rechtzeitig zu unterbrechen.
Um einen Endruck von den Größenverhältnissen zu bekommen: Wenn du an
einer Steckdose in deiner Wohnung einen Kurzschluss machst, fließen für
etwa 1ms einige hundert Ampere. Das reicht, um Transistoren im TO220
Format zu zerstören. Aber sehr viel größere Transistoren mit mehr Masse
könnten das aushalten.