Mikrowelle Anschluss des Kondensators?

OP #7310895
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Hallo,

meine Mikrowelle ist jetzt 10 Jahre unbenutzt rumgestanden. Heute wollte ich sie in Betrieb nehmen, Licht geht, Drehteller dreht, der Trafo brummt, nur erhitzt sie das Wasser im Glas nicht.

Ich hab sie dann mal zerlegt, sieht von innen noch wie neu aus. Was mir jedoch aufgefallen ist, das am Kondensator nur eine Seite angeschlossen ist. (siehe Foto).

Die Verbindung zum Trafo hin (roter Kreis, Schaltplan) fehlt. Macht das was? Wenn ich auf Google Bilder andere Mikrowellen angucke habe ich noch nicht gesehen, dass von den beiden Kontakten des Kondensators nur einer angeschlossen ist.

Zwischen den zwei blauen Kreisen (Foto) sollte meiner Meinung nach noch eine Verbindung über eine Sicherung bestehen

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#7310920
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Da hat vor 10 Jahren mal jemand die Sicherung rausgenommen um eine neue zu besorgen und dabei ist es dann wohl geblieben.

Mit guten Nerven einfach ein Stück Draht (gut isoliert bzw. viel Abstand zu anderen Bauteilen, 2kV) zwischen den beiden Kontakten anbringen. Bei den alten Trafo MW‘s spricht bei weiteren Defekten dann der LS an.

Eine neue Sicherung gibt es heutzutage bei eBay etc. allerdings mußt du den Strom wissen/schätzen.

#7310989
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Thomas R. schrieb:

Allerdings gibt es sehr viele MW ganz ohne diese Sicherung!! Da ist dann wirklich nur ein Stück Draht.

Das stimmt. Eine meiner alten Backöfen hat nicht einmal einen Entlade-Widerstand für den fetten Kondensator. :(

Der Umstand der fehlenden Sicherung macht mich allerdings misstrauisch. Ist da die Sicherung vielleicht durch gewesen? In dem Fall würde ich es lieber mit Sicherung anschließen.

Der TO kann ja vor dem Einschalten das Magnetron auf etwaige Schlüsse mit dem Ohmmeter checken und auch den Kondensator und die Diode. Achtung, das ist eine HV-Diode, die mit einem normalen DMM nicht zuverlässig geprüft werden kann, weil die Messspannung zu niedrig ist. Oft sind sie aber durchgeschlagen, dann ist es mit dem DMM messbar.

#7311016
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Thomas R. schrieb:

Eine neue Sicherung gibt es heutzutage bei eBay etc. allerdings mußt du den Strom wissen/schätzen.

Leistungsangaben d. Typschilds, Type d. Magnetrons sowie Größe sowie elektrische_Werte von Trafo und Kondensator sowie der HV-Diode ließen da recht gute Rückschlüsse zu.

"Schätzen" (aka "einfach drauf los") wäre so vermeidbar

  • die Verbindung einfach nur mit Draht brücken würde ich sogar noch viel weniger empfehlen.
Gast #7311334
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Thomas R. schrieb:

Mit guten Nerven einfach ein Stück Draht (gut isoliert bzw. viel Abstand zu anderen Bauteilen, 2kV)

Man verwechsle nicht gute Nerven mit Todessehnsucht. 2KV sind es bei Betrieb mit einem geheizten Magnetron. Die Startspannung kann ganz deutlich darüber liegen und jeder Fehler ist tödlich. Das sind keine 2KV an einer HV Kaskade die ein wenig wehtun. Das sind bis zu 6KV an einem Trafo der ausreichend leistung aus dem Netz nachschiebt um sich allerschwerste Verletzung bis zum Tod zuzufügen.

#7311346
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Armin X. schrieb:

Die Sicherung ist zunächst mal unwichtig und könnte für einen Startversuch durch einen Draht ersetzt werden.

Aber mit dünnen Draht!

Es fehlt aber auch die HV-Diode ohne die die MW gar nicht erst funktioniert.

Was passiert denn, wenn man ein Magnetron mit Wechselspannung füttert? Schließlich ist es ja selbst sowas wie eine Diode...

Gast #7311347
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Peter N. schrieb:

Aber mit dünnen Draht!

Genau. Eine dumme Rep wird nur dann gut, wenn der dünne Draht durchbrennt und das Ende mit der HV sich frei bewegen kann. Die ganzen Sicherheitsfanatiker haben ja keine Ahnung von den Glückshormonen der echten Kerle, wenn sie wieder eine ihrer Schachsinnsaktionen überlebt haben.

Wenn die Sicherung kommt, ist was defekt. Wenn was defekt ist, gehört das Teil auf den Müll oder in die Hände von jemanden der sich nicht ganz furchtbar den Kopf gestoßen hat.

#7311408
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Armin X. schrieb:

Die Sicherung ist zunächst mal unwichtig und könnte für einen Startversuch durch einen Draht ersetzt werden.

Das käme imho darauf an.

Dem aktuellen TO selbst wäre durchaus zuzutrauen, die MW sicher zusammenzubauen - mit jener Drahtbrücke am Platze der Sicherung - und besagten Startversuch durchzuführen... /und/ sofern auch weiterhin keine Funktion, diesen aus Vernunftgründen (und deshalb auch wirklich sehr zeitnah) ABZUBRECHEN.

Die Präsentation der Frage, als auch diese Frage selbst, lassen nämlich schon auf einen vorsichtigen/vernünftigen User schließen.

Und genau das meinte ich zuvor auch mit:

Alfred B. schrieb:

Nana. Es geht ja wohl kaum um Lebensgefahr - also nicht für den Bediener. Halt zugegeben für die MW... 😅

Besser hätte ich geschrieben: "...DIESEN Bediener/den TO (bzw. noch etwas mehr dazu, wieso dies auf andere NICHT ganz allgemein ebenfalls so zutrifft)".

Daher nochmal deutlicher - liebe künftige Leser:

Der Ratschlag ist allgemein recht wenig empfehlenswert - muß man doch mit entsprechender Vorsicht strukturiert und "gekonnt" vorzugehen wissen.

Und man riskiert, daß ein die Sicherung ausgelöst habender Defekt / Schaden sich verstärkt oder gar auf weitere Teile ausweitet (das ist sogar recht wahrscheinlich).

Die Wiederinbetriebnahme (auch "nur testweise") ist also vorzugsweise mit passender HV-Sicherung auszuführen - und wer keinerlei Kenntnisse/Erfahrung mit >= Netzspannung hat, sollte am besten VÖLLIG die Finger davon lassen.

#7311415
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Max M. schrieb:

Wenn die Sicherung kommt, ist was defekt.

Zwar weiß man eben nicht sicher, ob sie ausgelöst, oder als Ersatz für eine ausgelöste Sicherung gedient hatte.

Ändert aber nichts daran, daß zur Sicherheit nun einmal besser von ausgelöster Sicherung (und folglich auch von einer entspr. Ursache) auszugehen ist.

Testet man das Ganze erst mit neuer passender Sicherung, geht die zwar sofort kaputt, wenn. So tragisch finde ich das nun aber nicht:

"Etwas Wartezeit bis Sicherungs-Lieferung und verblasener Stückpreis" macht kaum Unterschied zu "evtl. mehr Schaden als zuvor, oder zwar Funktionsbeweis, aber auch trotzdem noch die Notwendigkeit, eine Sicherung besorgen zu müssen".

Obwohl Erfahrung mit >= 230VAC vorhanden, würde ich mich lieber für ersteres entscheiden, ich kann's erwarten, und die paar Euro jucken mich kaum.

Gast #7311442
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diese Spammungen sind SOFORT TÖDLICH, also lasst das Gebastel.

Passende, ISOLIERTE Sicherung, oder ab in die Gitterbox.

Den Rest über die Verwendung von MW-Trafos etc. kannst Du im WWW finden.

hier gibt es nur Antworten, die meistens nirgendwo hin führen.

Meine 2 ¢: ##########################################################################

ich habe 900 VDC aus einem CB-Nachbrenner nur knapp überlebt, weil der Stom meine Arme auseinandergerissen hat, statt zum Körper zu ziehen (der Ein/Austrittspunkt war jeweils die äußere Handkante), ich würde das nicht nochmal für eine Million Euro tun. Meine Arme haben sämtliche Laborgeräte vom Tisch gefegt, insgesamt so ca. 130 kg mal eben so, und es fühlte sich an, wie 2 gleichzeitig ausgeführte Schläge zwischen Schultern und Genick. Das ist 40 Jahre her, und die Erinnerung hat mich bis heute in Vorsicht überleben lassen. Dafür bin ich dankbar.

##########################################################################

LG, S.

Gast #7311471
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Steve van de Grens schrieb:

Vom Betrieb ohne die Sicherung kann ich nur dringend abraten.

Die ist nicht das Problem. Der Trafo bringt locker 600W im Dauerbetrieb. Da Halbwellen-Puls durch Magnetron Sicherung = Faktor2 + Marge.

Ich habe jahrelang an Gewerbe MW öfen gearbeitet, die alle keine HV Sicherung hatten. Das unangenehmste was passiert bei Short ist das die HV Wicklung recht stinkig stirbt und der Hausautomat auslöst.

Wenn die HV Sicherung bei Berührung kommt, ist schon alles an Körpergewebe zu Kohlenstoff verbrannt.

#7311630
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Peter N. schrieb:

Was passiert denn, wenn man ein Magnetron mit Wechselspannung füttert? Schließlich ist es ja selbst sowas wie eine Diode...

Die Diode bildet zusammen mit dem Magnetron und dem fetten Kondensator eine Spannungsverdopplerschaltung.

Und das bedeutet nebenbei, dass es nicht bei den 2 kV aus dem Trafo bleibt.

Und ich kann vor dem fetten Kondensator nicht genug warnen. Rund 1 µF bei 2.000 Volt. Da ist mehr Wumms hinter als beim Kanzler.

Im Schaltplan ist ein parallel geschalteter Endladewiderstand über dem Kondensator eingezeichnet. Bitte trotzdem vorher entladen, der Widerstand kann unterbrochen sein oder - wie bei einem Gerät von mir - ganz fehlen.

Wenn der Netzstecker gezogen und der Kondensator entladen ist, können die wenigen Teile im HV-Bereich mit dem Ohmmeter geprüft werden (Trafowindungen, Heizung Magnetron) und mit dem Voltmeter der Spannungsabfall der Diode (an ca. 15 V und Widerstand angeschlossen).

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