meine Mikrowelle ist jetzt 10 Jahre unbenutzt rumgestanden. Heute wollte ich sie in Betrieb nehmen, Licht geht, Drehteller dreht, der Trafo brummt, nur erhitzt sie das Wasser im Glas nicht.
Ich hab sie dann mal zerlegt, sieht von innen noch wie neu aus. Was mir jedoch aufgefallen ist, das am Kondensator nur eine Seite angeschlossen ist. (siehe Foto).
Die Verbindung zum Trafo hin (roter Kreis, Schaltplan) fehlt. Macht das was? Wenn ich auf Google Bilder andere Mikrowellen angucke habe ich noch nicht gesehen, dass von den beiden Kontakten des Kondensators nur einer angeschlossen ist.
Zwischen den zwei blauen Kreisen (Foto) sollte meiner Meinung nach noch eine Verbindung über eine Sicherung bestehen
Da hat vor 10 Jahren mal jemand die Sicherung rausgenommen um eine neue zu besorgen und dabei ist es dann wohl geblieben.
Mit guten Nerven einfach ein Stück Draht (gut isoliert bzw. viel Abstand zu anderen Bauteilen, 2kV) zwischen den beiden Kontakten anbringen. Bei den alten Trafo MW‘s spricht bei weiteren Defekten dann der LS an.
Eine neue Sicherung gibt es heutzutage bei eBay etc. allerdings mußt du den Strom wissen/schätzen.
Allerdings gibt es sehr viele MW ganz ohne diese Sicherung!! Da ist dann
wirklich nur ein Stück Draht.
Das stimmt. Eine meiner alten Backöfen hat nicht einmal einen Entlade-Widerstand für den fetten Kondensator. :(
Der Umstand der fehlenden Sicherung macht mich allerdings misstrauisch. Ist da die Sicherung vielleicht durch gewesen? In dem Fall würde ich es lieber mit Sicherung anschließen.
Der TO kann ja vor dem Einschalten das Magnetron auf etwaige Schlüsse mit dem Ohmmeter checken und auch den Kondensator und die Diode. Achtung, das ist eine HV-Diode, die mit einem normalen DMM nicht zuverlässig geprüft werden kann, weil die Messspannung zu niedrig ist. Oft sind sie aber durchgeschlagen, dann ist es mit dem DMM messbar.
Eine neue Sicherung gibt es heutzutage bei eBay etc. allerdings mußt du
den Strom wissen/schätzen.
Leistungsangaben d. Typschilds, Type d. Magnetrons sowie
Größe sowie elektrische_Werte von Trafo und Kondensator
sowie der HV-Diode ließen da recht gute Rückschlüsse zu.
"Schätzen" (aka "einfach drauf los") wäre so vermeidbar
die Verbindung einfach nur mit Draht brücken würde ich
sogar noch viel weniger empfehlen.
Die Sicherung ist zunächst mal unwichtig und könnte für einen Startversuch durch einen Draht ersetzt werden.
Es fehlt aber auch die HV-Diode ohne die die MW gar nicht erst funktioniert.
Die Sicherung ist zunächst mal unwichtig und könnte für einen
Startversuch durch einen Draht ersetzt werden.
Es fehlt aber auch die HV-Diode ohne die die MW gar nicht erst
funktioniert.
Die HV Diode ist im Foto erkennbar.
Mal genau hinschauen?
Mit guten Nerven einfach ein Stück Draht (gut isoliert bzw. viel Abstand
zu anderen Bauteilen, 2kV)
Man verwechsle nicht gute Nerven mit Todessehnsucht.
2KV sind es bei Betrieb mit einem geheizten Magnetron.
Die Startspannung kann ganz deutlich darüber liegen und jeder Fehler ist tödlich.
Das sind keine 2KV an einer HV Kaskade die ein wenig wehtun.
Das sind bis zu 6KV an einem Trafo der ausreichend leistung aus dem Netz nachschiebt um sich allerschwerste Verletzung bis zum Tod zuzufügen.
Genau.
Eine dumme Rep wird nur dann gut, wenn der dünne Draht durchbrennt und das Ende mit der HV sich frei bewegen kann.
Die ganzen Sicherheitsfanatiker haben ja keine Ahnung von den Glückshormonen der echten Kerle, wenn sie wieder eine ihrer Schachsinnsaktionen überlebt haben.
Wenn die Sicherung kommt, ist was defekt.
Wenn was defekt ist, gehört das Teil auf den Müll oder in die Hände von jemanden der sich nicht ganz furchtbar den Kopf gestoßen hat.
Die Sicherung ist zunächst mal unwichtig und könnte für einen
Startversuch durch einen Draht ersetzt werden.
Das käme imho darauf an.
Dem aktuellen TO selbst wäre durchaus zuzutrauen, die MW
sicher zusammenzubauen - mit jener Drahtbrücke am Platze
der Sicherung - und besagten Startversuch durchzuführen...
/und/ sofern auch weiterhin keine Funktion, diesen aus
Vernunftgründen (und deshalb auch wirklich sehr zeitnah)
ABZUBRECHEN.
Die Präsentation der Frage, als auch diese Frage selbst,
lassen nämlich schon auf einen vorsichtigen/vernünftigen
User schließen.
Nana. Es geht ja wohl kaum um Lebensgefahr - also nicht
für den Bediener. Halt zugegeben für die MW... 😅
Besser hätte ich geschrieben: "...DIESEN Bediener/den TO
(bzw. noch etwas mehr dazu, wieso dies auf andere NICHT
ganz allgemein ebenfalls so zutrifft)".
Daher nochmal deutlicher - liebe künftige Leser:
Der Ratschlag ist allgemein recht wenig empfehlenswert -
muß man doch mit entsprechender Vorsicht strukturiert und
"gekonnt" vorzugehen wissen.
Und man riskiert, daß ein die Sicherung ausgelöst habender
Defekt / Schaden sich verstärkt oder gar auf weitere Teile
ausweitet (das ist sogar recht wahrscheinlich).
Die Wiederinbetriebnahme (auch "nur testweise") ist also
vorzugsweise mit passender HV-Sicherung auszuführen - und
wer keinerlei Kenntnisse/Erfahrung mit >= Netzspannung hat,
sollte am besten VÖLLIG die Finger davon lassen.
Zwar weiß man eben nicht sicher, ob sie ausgelöst, oder
als Ersatz für eine ausgelöste Sicherung gedient hatte.
Ändert aber nichts daran, daß zur Sicherheit nun einmal
besser von ausgelöster Sicherung (und folglich auch von
einer entspr. Ursache) auszugehen ist.
Testet man das Ganze erst mit neuer passender Sicherung,
geht die zwar sofort kaputt, wenn. So tragisch finde ich
das nun aber nicht:
"Etwas Wartezeit bis Sicherungs-Lieferung und verblasener
Stückpreis" macht kaum Unterschied zu "evtl. mehr Schaden
als zuvor, oder zwar Funktionsbeweis, aber auch trotzdem
noch die Notwendigkeit, eine Sicherung besorgen zu müssen".
Obwohl Erfahrung mit >= 230VAC vorhanden, würde ich mich
lieber für ersteres entscheiden, ich kann's erwarten, und
die paar Euro jucken mich kaum.
ich habe 900 VDC aus einem CB-Nachbrenner nur knapp überlebt, weil der Stom meine Arme auseinandergerissen hat, statt zum Körper zu ziehen
(der Ein/Austrittspunkt war jeweils die äußere Handkante), ich würde das nicht nochmal für eine Million Euro tun. Meine Arme haben sämtliche Laborgeräte vom Tisch gefegt, insgesamt so ca. 130 kg mal eben so, und es fühlte sich an, wie 2 gleichzeitig ausgeführte Schläge zwischen Schultern und Genick. Das ist 40 Jahre her, und die Erinnerung hat mich bis heute in Vorsicht überleben lassen. Dafür bin ich dankbar.
Denke an die Leistungen, die so ein Trafo kurzzeitig bringt. Das ist um Welten gefährlicher, als normales Bastelmaterial. Vom Betrieb ohne die Sicherung kann ich nur dringend abraten.
Auch für uns ist ein Überschlag aufgrund von zu hoher Spannung tödlich. Ich möchte jedenfalls nicht vom Blitz getroffen werden. Auch nicht von klitzekleinen Blitzen.
Vom Betrieb ohne die
Sicherung kann ich nur dringend abraten.
Die ist nicht das Problem.
Der Trafo bringt locker 600W im Dauerbetrieb.
Da Halbwellen-Puls durch Magnetron Sicherung = Faktor2 + Marge.
Ich habe jahrelang an Gewerbe MW öfen gearbeitet, die alle keine HV Sicherung hatten.
Das unangenehmste was passiert bei Short ist das die HV Wicklung recht stinkig stirbt und der Hausautomat auslöst.
Wenn die HV Sicherung bei Berührung kommt, ist schon alles an Körpergewebe zu Kohlenstoff verbrannt.
So wie im Moment der Kondensator angeschlossen ist, dürfte dieser ja ohne Funktion sein? Oder reicht im HV Bereich auch nur ein Anschluss am Kondensator? Nur mal so theoretisch...
Was passiert denn, wenn man ein Magnetron mit Wechselspannung füttert?
Schließlich ist es ja selbst sowas wie eine Diode...
Die Diode bildet zusammen mit dem Magnetron und dem fetten Kondensator eine Spannungsverdopplerschaltung.
Und das bedeutet nebenbei, dass es nicht bei den 2 kV aus dem Trafo bleibt.
Und ich kann vor dem fetten Kondensator nicht genug warnen. Rund 1 µF bei 2.000 Volt. Da ist mehr Wumms hinter als beim Kanzler.
Im Schaltplan ist ein parallel geschalteter Endladewiderstand über dem Kondensator eingezeichnet. Bitte trotzdem vorher entladen, der Widerstand kann unterbrochen sein oder - wie bei einem Gerät von mir - ganz fehlen.
Wenn der Netzstecker gezogen und der Kondensator entladen ist, können die wenigen Teile im HV-Bereich mit dem Ohmmeter geprüft werden (Trafowindungen, Heizung Magnetron) und mit dem Voltmeter der Spannungsabfall der Diode (an ca. 15 V und Widerstand angeschlossen).