Hallo beisammen,
meine Miele Zeitschaltuhr mit der Ersatzteilnummer 6685512 hat nach langer Zeit, in der sie anfangs immer leiser piept und anschließen nur noch 0 im Display angezeigt, gestern leider das zeitliche gesegnet und den Betrieb komplett eingestellt. Die Schaltuhr soll als Ersatzteil wohl knapp 170€ kosten und ist deshalb aktuell gebrückt (ohne funktionierende Schaltuhr ansonsten kein Backofen-Betrieb...).
Eigentlich kann an dieser Uhr ja nicht viel defekt sein, da nicht viel vorhanden ist - Gibt es vielleicht wertvolle Tipps, das Stück wieder in Gang zu setzen?
Das Kondensatornetzteil habe ich bereits ersetzt, der Folienkondensator hatte nicht mehr ganz seine Nennkapazität.
Versorgungsspannung am µC vorhanden
Beim Mikrocontroller hätte ich gerne geprüft ob dieser anschwingt - da er aber kein externes Quarz hat fällt dies wohl flach... Kann ich anderweitig bei einem Atmega8L prüfen ob dieser sein Programm abarbeitet?
Leider befand man es wohl nicht für nötig den Reset-Eingang zu beschalten. Aber das solle ja auch kein Problem sein, wenn die Uhr bisher problemlos lief.
Ich freue mich über eure konstruktiven Vorschläge.
Viele Grüße
Miche
Damit er dann im Zweifelsfall noch ne defekte Uhr hat, wie im Angebot "versprochen" wird?
Der Panasonic Elko wurde, laut Foto von ihm ebenfalls bereits getauscht.
Wie sieht's mit den beiden 100 Ohm Widerständen auf der Oberseite aus? Der in der Boardmitte hat sich ja scheinbar schon halb durch die Platine gebrutzelt.
Die Eingangsspannung sah für mich mit Diff-Tastkopf gemessen i.o. aus - aber auch mit externer Versorgung aus dem Labornetzteil gibt das Teil keine Lebenszeichen mehr von sich.
Ich gehe stark davon aus, dass sich die Uhr auf die 50 Hz synchronisiert.
Der Elko und der Folienkondensator wurden bereits getauscht, wobei der Elko eigentlich noch gut war. Auch die Widerstände liegen bei 100 Ohm +-20% (und sollten bei direkter Versorgung aus Labornetzteil nicht relevan sein) - sehen in realität auch noch OK aus.
Ich werde mal sehen, ob sich der Controller noch per ISP ansprechen lässt.
Wie wird denn die Spannungsstabilisierung der 3,3 oder 5V vorgenommen? Das muß irgendwo im Bereich des Hühnerfutters stattfinden.
Ich habe bei sowas gerne eine Z-Diode genommen. Wenn die bei einem Durchschlag vom FoKo durchlegiert, dann wirst du bis zu deren Wechsel kein Lebenszeichen mehr vorfinden.
Der Fehler zeigte sich auch bei unserem Herd. Zuerst wurde der Piepton leiser und irgendwann fiel dann die ganze Uhr aus. Einmal ließ sie sich durch Trennen von der Versorgung und Wiedereinschalten nach längerer Zeit starten, aber diese "Heilung" hielt nur etwa 2 Wochen. Ich bin gespannt, was letztlich die Ursache für diesen Serienfehler ist und wie die Uhr wieder zum Laufen gebracht werden kann.
Also per ISP ist der Controller noch ansprechbar.
Der Summer hängt direkt am MOSI Pin - Ich habe irgendwie den verdacht, dass der Controller einen weg hat, anders kann ich mir die Lautstärkenmodulation nicht erklären.
Hexdump hänge ich mal an, falls der in den weiten des WWW mal benötigt wird.
Als nächstes werde ich mal den Controller tauschen - mal sehen, ob das zum Erfolg führt.
Ich habe es noch nie gemacht aber mit dem hexdump(siehe vorheriger Post) via ISP sollte ich eigentlich einen neuen Controller flashen können oder liege ich da falsch??
Sagen wir mal so: so schwer ist es nicht, auf einem ATmega8 ein Programm zu schreiben, dass passend zu dieser Platine auf einer 4-stelligen 7-Segment-Anzeige die Uhrzeit anzeigt, und entsprechend einer eingestellten Zeit das Relais für eine bestimmte Dauer aktiviert.
Vielleicht hat der Controller vor dem Kondensatorentausch auf Grund von instabiler Betriebsspannung, sich selbst überschrieben. Das wäre natürlich maximal blöd.
Ja, okay. Da ich tatsächlich schon öfter Fälle hatte, wo der Firmware nicht gelockt war, was mich auch überraschte! Ich hätte damit gerechnet das Hersteller das immer sperren, das ist pauschal lange nicht der Fall.
Auch nicht bei den größeren Herstellern. Zum Beispiel sind die älteren Weller Lötstationen (WS81v, WDD161 etc...) alle offen, das Codeprotect Bit auf den PICs ist nicht gesetzt...
Da ich tatsächlich schon öfter Fälle hatte, wo der Firmware nicht
gelockt war
Um so trivialer die Software, um so eher ist sie gelockt, um so asi der Hersteller, um so eher ist sie gelockt.
Ahnungslose sind froh, irgendwas überhaupt hinbekommen zu haben, und können sich nicht vorstellen, dass sie damit nur den Kunden schaden, aber einen eventuelle Ideenklauer nicht ausbremsen, denn der scheut Aufwand nicht, verdient er doch dran.
Danke für die Infos, dass das hex-File irgendwie eigenartig aussieht ist mir auch aufgefallen - hab mir allerdings nichts dabei gedacht, ich war der Meinung bei aktivierten Lockbits gibt avrdude eine Fehlermeldung aus.
Der Output von "-Ulock:r:-:b" gibt 0b11111100 zurück -> bestätigt also die These.
Dass das schreiben eines eigenen Programms möglich ist - ist mir klar, aber warum sollte ich es tun wenn es nicht die Ursache ist.
Auf die Eingangsfrage ist aber auch noch niemand eingegangen ;)
Kann ich anderweitig bei einem Atmega8L prüfen ob dieser sein Programm
abarbeitet?
Kann ich anderweitig bei einem Atmega8L prüfen ob dieser sein Programm
abarbeitet?
Er muss natürlich das Display multiplexen, also sollten da Pulse kommen. Als nächstes mal schauen, an welchem Eingang die 100 oder 50Hz aus dem Netz an den MC gehen. Das kann ein INTn oder Tn Eingang sein. Wenn die nirgends zu finden sind, wird der MC evtl. in den Hungerstreik gehen und gar nichts anzeigen.
Die Netzfrequenz muss anliegen, die geht an INT0 (Pin 32). Wenn sie fehlt passiert nichts und die Anzeige bleibt dunkel. Die weiter oben markierten Widerstände liefern das Signal dafür.
Zum Testen sollte es reichen an den Lötpunkten in der Mitte der Platine (wo auch die ISP Pins liegen) Versorgungsspannung anzulegen und an dem markierten Widerstand ganz rechts außen ein 50 Hz Rechteck aus einem Signalgenerator anzulegen.