Discman auf Li-Po umrüsten

OP #7511872
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Hallo allerseits! Ich bastel an einem Sony Discman D100 von 1988, den ich gerne von Bleiakkus auf Li-Po Akkus umbauen möchte. Aktuell schaue ich mir gerade die Schaltung für das Batterieladegerät an. Wie in dem angehängten Screenshot ersichtlich ist, wird die Ladespannung über ein Schaltnetzteil gesteuert. Transistor Q411 and Spule L406 laden C421 auf etwa 7.8V auf (roter Kasten). Die Spannung wird über eine PWM eingestellt, die der IC BA9700F bereitstellt (grüner Kasten). Über den PWM Komperator wird festgestellt, wie lange der Transistor Q411 laden soll. Die Einstellung der Spannung erfolgt über R439 und R434 (blau), welche als 1% Widerstände die genaue Ausgangsspannung einstellen. Manuelle begrenzte Korrektur ist über zwei Brücken an R435 und R436 möglich.

Aktuell ist die Spannung für Bleiakkus (drei Zellen a 2.1V) ausgelegt, und läd bis auf 7.4V auf.

Wenn ich den Akku jetzt auf Li-Po umbaue (2x3.8V), möchte ich die Ladespannung auf 8.4V erhöhen. Dazu könnte ich R439 umbauen, z.B. auf 47kOhm, was ungefähr 8.4V Ausgangsspannung ergeben sollte. Ich habe das versuchsweise gemacht, und mit einem 680Ohm Lastwiderstand am Ausgang stellt sich die Ausgangsspannung auf 8.4V ein.

Nun sollten Li-Po Akkus aber über einen Konstantstrom, nicht über eine Konstantspannung geladen werden. Ich möchte daher gerne wissen, wieviel Strom in den Akku fließen würde.

  1. Brennt etwas ab wenn ich die Schaltung an zwei LiPo mit China-BMS anschließe?
  2. Mit welchen maximalen Strom wird der Akku geladen? Welches Element der Schaltung würde den Ladestrom begrenzen?
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OP #7512042
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Ich habe es einfach mal ausprobiert (habe zwei Discmans und einer ist sowieso beschaedigt). R439 durch einen 47k getauscht und die LiPo Zellen angeschlossen. Bisher ist nichts heissgelaufen. Zwei Messungen habe ich gemacht: Ein Screenshot ist zwei Stunden her, der andere von jetzt. Blau ist die Ladespannung, die über die letzten zwei Stunden von 7.8V auf jetzt 8.1V gewachsen ist. In rot sieht man die Spannung am Kollektor von Q411, und kann die PWM und die Spannungspitzen (durch die Spule?) erkennen. Die PWM hat sich im Duty Cycle geändert. Ich nehme an, dass die Schaltung daher auch mit einer höheren Spannung funktioniert.

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#7512492
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Nun sollten Li-Po Akkus aber über einen Konstantstrom, nicht über eine Konstantspannung geladen werden. Ich möchte daher gerne wissen, wieviel Strom in den Akku fließen würde.

Ich hab mir jetzt die Schaltung nicht angeschaut, aber auch die alten Bleigelakkus brauchten eine Strombegrenzung beim laden damit sie nicht kaputt gingen. Daher wuerde ich erwarten das es da sowas gibt.

Im Prinzip ist die Ladung von Blei und Lithium eigentlich identisch nur das die Spannung anders ist und die Genauigkeitsansprueche bei Lithium hoeher und damit als Folge das notwendige Balancing bei meheren Zellen in Reihe.

Ich bin im uebrigen auch den Weg gegangen mir einfach ein Batteriegehaeuse nachzudrucken und da eine Lithiumzelle rein zu machen. Meiner hatte aber einen 4V Bleiakku.

Vanye

#7512495
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es gibt ja auch so spezielle 1.5 Volt Akkus mit Lithium (und Wandler) drin.

Wäre das nicht eine Alternative? Du wärst weitehin portabel mit deinem Gerät, und lädst halt die Akkus separat auf.

https://www.akkushop.de/de/aa-15v-3300mwh-typisch-2000mah-lithium-ionen-akku-wiederaufladbar-15v-nur-mit-speziellem-ladegeraet/?gclid=CjwKCAjwyY6pBhA9EiwAMzmfwYa_tFdazoaWLc3rKlgalWnNGRt7lDbS6QuhQfgVwbxXuI94OMU7rBoC4YwQAvD_BwE

Nachtrag: Ich lese grade: "Bleiakkus" im ersten Beitrag. STAUN: Bleiakkus da drin? Dann gehts wohl nicht mit diesem Weg.

Gast #7512502
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Ein BMS, Balancer und Schutzschaltungen ersetzen jedenfalls nicht den notwendigen Laderegler. Wenn sie eine Abschaltfunktion bei ÜberSpannung haben, dann ist diese nur für den Notfall gedacht, nicht für den täglichen Gebrauch.

#7512520
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Nachtrag: Ich lese grade: "Bleiakkus" im ersten Beitrag. STAUN: Bleiakkus da drin? Dann gehts wohl nicht mit diesem Weg.

Was gibt es da zu staunen? Sowohl Sony wie Aiwa (derselbe Laden) hatten damals Bleiakkus mit 2, 3 und 4 Zellen. Das waren Bleigelakkus, sauteuer und empfindlich.

Hier siehst du wie das Teil von Aiwa ausgesehen hat: Beitrag "Ersatz von Aiwa Schokoriegel durch Lithium /HS-PX101 Reparatur" Sony war im Prinzip dasselbe nur etwas dicker.

Erst spaeter kamen dann NiCD. Kenn ich von Sony erstmal vom TCD D-3. Allerdings war der dafuer beruechtig seine Akkus zu toasten weil die Akkuvollerkennung wohl aus erkennen der Temperaturerhoehung bestand. :-D

Ein BMS, Balancer und Schutzschaltungen ersetzen jedenfalls nicht den notwendigen Laderegler.

Laderegler heisst aber Strombegrenzung und Spannungsregler. Beides ist bei Blei und Lithium notwendig. Nur halt vor allem letzteres mit einem anderen Wert, aber den hat der TO ja angepasst. Das sollte schon gehen. BTW: Wenn man der Genauigkeit des alten Laderregler nicht ganz traut einfach die Maximalspannung 0.1V niedriger einstellen. Dann wird der Lithiumakku halt nicht ganz geladen. Aber man hat immer noch viel mehr Energie als in den 80ern. .-)

Schutzschaltung sind da noch zusaetzlich, haben aber hier nichts mit der Fragestellung zutun.

Vanye

#7512531
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Grund duerfte wohl die Energiedichte gewesen sein. Ich hab die ersten NiCd Akkus so 80/81 gesehen und die hatten 1.2V/500mAh. Ein vom Volumen her gleicher Bleiakku hatte 2.3V/470mAh.

Ausserdem war das Laden von NiCd in der Anfangszeit mit 15h 1/10C ja auch ein Schmerz im Arsch.

Allerdings, diese Bleiakkus sind damals auch schnell gestorben. Sobald man die mal einige Zeit rumliegen hatte, am besten noch leer, sind die sulfatiert und man brauchte einen neuen.

Waren halt harte Zeiten. :-D

Vanye

#7512573
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Peter D. schrieb:

Zu DDR-Zeiten gab es einen Bleiakku für Taschenlampen. Ich hab ihn auch für Basteleien verwendet. Das Ladegerät hat über einen Kontakt abgeschaltet, wenn er sich aufgebläht hatte. https://www.radiomuseum.org/r/elektr_son_ruhlag_akku_rzp2rzp.html

Hilfreich ist auch der Hinweis "Überladen unzulässig" beim Bild aus dem Radiomuseum ;-)

OP #7513156
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Hier ein Bild der alten und neuen Zellen. Bisher funktioniert das erstaunlich gut. Das Laden dauert ewig, vermutlich ist der Ladestrom sehr gering. Wenn der Akku aber geladen ist, läuft der Player einige Stunden. Die gesamte Laufzeit habe ich noch nicht gemessen. Ich werde die maximale Ladespannung auf 8.1V begrenzen. Die neuen Zellen liefern 7.6V@4000mAh. Der original Akku schaffte nur 6V@1000mAh. Wenn der Akku nicht auf 100% geladen wird, ist das kein großes Problem.

Die Zellen kommen von AliExpress.

Wegen der Akkutechnologien glaube ich, dass NiMH Akkus am schwierigsten korrekt zu laden sind. Die Spannungs-Ladekurve ist sehr flach, und durch Memory Effekt ist die Ladeschlussspannung unterschiedlich.

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#7513157
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Hier ein Bild der alten und neuen Zellen.

Ah..das war diese alte Bleiplatte zum unterschnallen. Ich erinnere mich. Hast du auch den Schwanenhals fuers Auto? :-D

Ich werde die maximale Ladespannung auf 8.1V begrenzen.

Wie machst du das mit dem Balancing? Wenn du jedesmal volle Zyklen faehrst koennte das wichtig sein.

Wegen der Akkutechnologien glaube ich, dass NiMH Akkus am schwierigsten korrekt zu laden sind.

Naja, heute eher nicht mehr. Aber frueher war das Leben halt haerter.

Vanye

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