sehr kleine WLAN-Antenne wieder anlöten

OP #7662020

Hallo zusammen,

vor mir liegt eine Raumbelegungsanzeige mit einer abgerissenen WLAN-Antenne, siehe Bild.

Ich überlege nun, wie ich das Teil wieder angebracht bekomme. Meine Idee ist, die Antenne, so wie sie jetzt da liegt, mit 6 Stück 0,3mm CU-Lackdraht anzulöten. Mit einer 0,7mm JCB-Spitze mit verbleitem Lötzinn sollte das gehen,oder? Anschließend auf die Platine kleben.

Gibts Alternativen? Könnte das Einfluss auf die WLAN-Abstrahlung haben?

Gruß Alwin

Angehängte Dateien:
#7662029

Das kannst du vergessen. Die Antenne ist darauf ausgerichtet, sehr genau positioniert zu werden. Mit Draht irgendwie rumfrickeln ist nicht empfehlenswert. Es gibt aber gute Nachrichten: Die Verlötung ist sehr einfach, sobald Heißluft zur Verfügung steht. Pads verzinnen, ein wenig Flussmittel darauf geben und dann mit Heißluft die Antenne verlöten. Wenn Lotpaste verfügbar ist, natürlich diese nehmen. Wenn du das nicht machen kannst, frag doch mal bei Handy-Reparaturläden nach, die haben das Equipment und das Auflöten der neuen Antenne ist sehr einfach und wirklich schnell gemacht, sollte also auch nicht die Welt kosten.

Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #7662031

Alwin K. schrieb:

Anschließend auf die Platine kleben.

Kleben? Womit? Warum lötest du die Drähte da nicht auch an?

Gibts Alternativen?

Ich würde hier die Antenne hochkant (90°) an 3 Pads löten (da reicht ein Lotklumpen aus) und die anderen 3 Pads mit dünnen Drähten verbinden. Oder eben nur die Pads, die auch tatsächlich eine elektrische Funktion haben. Und so wie es aussieht sind das nur die beiden linken Pads.

Gibts Alternativen?

Nichts, was man ohne Üben einfach so hinbekommen würde.

Denn wenn du (wie man es richtig machen würde) die Pads verzinnst und dann mit Heißluft dran gehst, dann höre ich schon die Leiterplatte knistern...

Könnte das Einfluss auf die WLAN-Abstrahlung haben?

Ja, kann sein.

#7662261

Ich tät so tun:

  • Display entfernen (Batterie und Kunststoffteile auf der anderen Seite auch). Teile die sich nicht entfernen lassen und trotzdem nicht hitzefest sind abschirmen (z.B. mit einem dünnen Blechstreifen oder wenn man hat z.B. Flüssiglatex)
  • Pads mit einem kleinen Klecks verzinnen
  • Ein bissel Flux auftragen (Hoher Fluxanteil, am besten was "öliges" oder pastiges)
  • Baumarktheißluftfön Steinel mit kleiner Düse, Luft Stufe 2 von 3, Heizung parallel dazu, Fön anheizen lassen. Der hat viel Masse die auch erst warm werden muss.
  • Teil auf die richtige Stelle legen und mit einer Pinzette festdrücken (nicht pressen, nur soviel das es nicht wegfliegt)
  • Vorsichtig kreisend anpusten. Abstand 2-3cm.
  • Dauert durchaus 60 Sekunden bis das warm genug ist, viel länger sollte es aber auch nicht dauern.
  • Auf einmal sackt das Teil weg und zentriert sich selbst
  • Wenn es raucht: hoffentlich ist das Flux. Wenn nicht: ab in den Müll mit dem Gerät ;)
  • 1-2-3, weg mit dem Fön
  • abkühlen lassen
  • Flux entfernen
  • fertsch.

Evtl. Verfahrensänderung: Teil neben den Lötstellen mit anblasen und erst aufsetzen wenn die Lötstellen flüssig sind. Das erfordert aber eine lange Pinzette und hitzeresistente Finger.

Sollte man üben, bei solchen Aktionen macht die Platine gern mal pop und ist geplatzt, oder wird braun. Auch die richtige Einstellung der Puste ist auszuprobieren. Meine ist eine steinalte von Steinel, die hat kein Schild mehr, aber einen roten und einen blauen Schieber am Griff, kein Display o.ä. Wenn mans kann, ist das nachher nicht zu sehen, außer an Kratzern oder Fluxresten.

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