ich bin kein besonders großer Cräck in der Telekommunikation und habe eine verschwommene Lösungsidee zu einem meiner vielen Probleme, von der ich aber nicht weiß, ob und wie sie sich umsetzen lässt.
Da ist Schwiegermama (weit über 80), die in einem anderen Stadtteil wohnt. Unternehmungs- und kommunikationsfreudig, aber geschlagen mit:
a) sehr schlechten Augen,
b) zitterigen Fingern,
c) komplettem technischem Unverständnis,
d) ein wenig Alterstüdeligkeit.
In der Konsequenz misslingt es ihr selbst auf einem Seniorentelefon mit großen Tasten, ihre eigentlich zahlreichen Bekannten anzurufen (sie kann nach wie vor sogar etliche Nummern auswendig). Vereinsamung droht. Bei uns kann sie dank vorprogrammierter Spezialtaste, rot markiert, anrufen.
Wie kriegt man die Frau wieder ans selbstständige Telefonieren?
Ein klassischer Consumer-Sprachassistent wie z. B. Alexa, der für sie Nummern auf mündlichen Zuruf wählt, ist wegen c) und d) nicht vorstellbar.
Nun meine Idee.
Unter ihrem Schreibtisch werkelt seit kurzem eine Fritzbox - die wurde nötig, als die Straße auf Glasfaser umgestellt wurde. Sie nutzt ausschließlich Festnetz-Telefonie.
Können wir nicht von uns zuhause aus auf ihrer Fritzbox die Wahl von Telefonnummern auslösen, und sie telefoniert dann mit den Leuten, mit denen sie telefonieren wollte, so als ob sie selbst sie angerufen hätte?
Hier bei uns gibt es einen Linux-PC und ein iPad.
Tja, das sind so die Dinge, die man bei sich wälzt...
Können wir nicht von uns zuhause aus auf ihrer Fritzbox die Wahl von
Telefonnummern auslösen, und sie telefoniert dann mit den Leuten, mit
denen sie telefonieren wollte, so als ob sie selbst sie angerufen hätte?
Das sollte in der Tat gehen.
VPN einrichten(!), über das VPN die Konfigurationsoberfläche der Fritzbox aufrufen, und dann siehe Bild.
(Theoretisch kann man die Konfigurationsoberfläche der Fritzbox auch via HTTPs ins Internet raushängen lassen, aber das ist aus Sicherheitsgründen 'ne Scheißidee. Einen DynDNS-Namen braucht man so oder so, also kann man auch gleich ein VPN verwenden)
Wie ist der Plan? Sie ruft bei dir an, sagt mit wem sie telefonieren will, legt auf, du lässt ihre Fritzbox beim gewünschten Gesprächspartner anrufen, bei ihr klingelts, sie nimmt ab, Verbindung hergestellt?
Alternativ-Idee:
Sie ruft bei dir an, sagt mit wem sie telefonieren will, du startest eine Konferenz mit dem gewünschten Gesprächspartner, und verlässt die sobald "die Verbindung steht"?
Belegt halt bei dir zwei "Amtsleitungen"...
Können wir nicht von uns zuhause aus auf ihrer Fritzbox die Wahl von
Telefonnummern auslösen, und sie telefoniert dann mit den Leuten, mit
denen sie telefonieren wollte, so als ob sie selbst sie angerufen hätte?
Wenn ihr schon selber da eingreifen müsst, also nicht rein technisch automatisiert sondern durch eine Person bei dir, dann vermittelt doch nur das Gespräch und ruft selber die Freunde der Schwiergermutter an, und kündigt eine Gesprächsübergabe an. Gespräche entgegennehmen kann sie ja wohl noch so einfach?
Auch wenn es erstmal nur 12 Nummern sind, die so erreichbar sind, dürfte das aber einfacher sein als die "Hemmschwelle" jedesmal erst bei euch anrufen zu müssen.
Können wir nicht von uns zuhause aus auf ihrer Fritzbox die Wahl von
Telefonnummern auslösen, und sie telefoniert dann mit den Leuten, mit
denen sie telefonieren wollte, so als ob sie selbst sie angerufen hätte?
Das ging mal, aber AVM hat diese Sicherheitslücke vor längerer Zeit geschlossen.
Das Hauptproblem wird sein, die Nummer von einem gerät aus zu wählen, dann aber von einem anderen zu sprechen.
Vielleicht geht das mit einer 3er-Konferenz. Entweder über deinen Telefonanbieter, oder über deine Telefonanlage. Ob du dich dann dort ausklinken kannst, oder die ganze Zeit mit eingewählt bleiben musst, keine Ahnung.
Am einfachsten ist es natürlich, du rufst den gewünschten Gesprächspartner von Schwiegermama an, und bittest den, Schwiegermama anzurufen.
Heute sehe ich mir erstmal vor Ort die Sache mit der Wählhilfe an.
Das Problem wird sein, dass ständig jemand anwesend sein muss, um die Nummer einzutippen. Das wird euch bald lästig sein, und der Schwiegermutter wird es nicht gefallen, immer bitten zu müssen. Sie wird ihre Bekannten anrufen können wollen, ohne überlegen zu müssen, ob sie euch gerade stört.
In der Konsequenz misslingt es ihr selbst auf einem Seniorentelefon mit
großen Tasten, ihre eigentlich zahlreichen Bekannten anzurufen
Dumme Frage: Wie groß sind die Tasten auf dem Seniorentelefon? Die auf dem von @Irgend W. erwähnten auf dem Großtasten-Wählgerät haben immerhin Passbildgröße. Dann echte Passbilder draufsetzen und eine Großlupe mit Beleuchtung daneben legen?
Jedenfalls, das Wählgerät funktioniert nur mit kabelgebundenen Analogtelefonen. An die meisten Fritzboxen kann man aber zwei Analogtelefone anschließen, da hätte man dann 24 Tasten. Dazu dann zwei schmale Wandtelefone (sind praktisch nur Hörer mit Ablage).
Wenn ich zu faul zum tippen, wischen & blaettern bin, benutze ich
einfach die "Voice"-Wahl meines Schlaufons. Das funktioniert fast
so gut wie beim Raumschiff "Entensch!ss".
Ausserdem kann ich den Angerufenen dazu "lustige" Namen geben. :)
Ich wuerde auch denken, dass ich das mit 100 auf der Uhr auch noch
schaffe. Dank BT brauche ich das Schlaufon dazu nicht mal bewegen.
Danke für die vielen Reaktionen! Auch menschlich erwärmend. Es sind
Hoffnungsschimmer dabei.
Ich hätte mich schon früher bedankt, aber als Forenneuling darf ich hier
nur alle halbe Stunde schreiben.
Heute sehe ich mir erstmal vor Ort die Sache mit der Wählhilfe an.
Wir hatten für meine Mutter ein "Tiptel ergophone 12" installiert, die Tasten mit Nummern hinterlegt und daneben ein A4 Blatt mit der Zuordnung von Nummer und Name in Großschrift. Das hat nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch ganz gut funktioniert.
Diese Wählhilfe gibt es wohl nicht mehr neu, aber bei Kleinanzeigen.de noch mehrfach zu finden.
Zwischenbericht. Das mit der Wählhilfe funktioniert. Allerdings müssen sich die Bewegungsabläufe noch einpendeln (Hörer einmal korrekt auflegen und gleich wieder aufnehmen ist bereits fordernd). Erstmal Special Props to Harald K. :-)
Ich danke auch allen, die zusätzliche Ideen eingebracht haben. Die Menge der Hilfsmittel ist ja erfreulicherweise groß, so dass sicherlich für viele Betroffene das genau für sie passende Setting gefunden oder ggf. gebaut werden kann.
Hier könnte ein Exkurs folgen drüber, dass die Technik dem Menschen dienen sollte und nicht umgekehrt, und dass man das erst so richtig merkt, wenn es auf Menschenseite nicht mehr so läuft (und das auf sehr individuelle Art). Bis dahin navigiert man sich halt halb murrend, halb schicksalsergeben durch verschachtelte Menüstrukturen auf viel zu kleinen Displays. Exkurs aufgrund der zu erwartenden Länge gestrichen.