Liebe Elektroniker,
ich habe heute einen alten Hameg HM605 erhalten, der noch im "großen und ganzen" funktioniert. Teilweise sind die Potis schwergängig (u.a. auch die Bedienungswellen).
Die Platinen sind voll verstaubt, teilweise klebrig mit Haaren verdreckt.
Erstmal werde ich alles mit Druckluft vorsichtig ausblasen.
Mit was würdet ihr die Platinen abspülen/reinigen?
In den letzten Jahren verwende ich meist Teslanol T6 für meinen Hameg. Das löst verharztes Öl und reinigt die Kontakte, vor allem, wenn man nach dem Einsuppen den Regler/Schalter noch ein paarmal betätigt. Verschmutzungen auf der Platine o.ä. mit einer mittel- bis weichen Zahnbürste.
Wenig. Es ist ein Loesungsmittel. Sicherlich nicht so stark wie Aceton, aber trotzdem. Nimm Leiterplattenreiniger oder wenn du zu kniepig bist dann Isoprop.
Wird aber explizit als Kontaktspray verkauft und stinkt auch nicht nach
Benzin.
Hat mit dem Sprit von der Tanke nichts zu tun, anderer Aromatengehalt. Alkylat-Benzin riecht auch nicht nach Tanke, ist aber dennoch Benzin. Testbenzin gibt's obedrein noch... Ziemlich komplexes Thema.
Isopropanol geht aber auch ordentlich die Nase hoch wenn in größeren Mengen damit gepanscht wird. Ein Suppenteller voll davon im Hobbykeller stinkt schnell bis in die Küche hoch, würd ich nach draußen verlegen.
Die Platinen sind voll verstaubt, teilweise klebrig mit Haaren
verdreckt.
Elektronik ist, bis auf ein paar Ausnahmen, waschfest.
Trafos runterlöten, Relais angucken und dann ab ins Wasser mit Spülmittel. Danach mit Alkohol spülen und vorsichtig unter 60°C trocknen - war hier mehr als einmal erfolgreich. Vielleicht könnte man auch mit destillertem Wasser anstatt aus dem Hahn waschen.
Kontakte sind kritisch, aber eine Cherry-MX-Tastatur mit einem Glas Cola drin hat das Vollbad gut überstanden.
Ich hatte letztens noch einen Artikel gelesen, ich glaube der wurde hier verlinkt, da haben die Freitags Waschtag gehabt.
Volle Lotte gewaschen wurden die Oszilloskope. Und die Elektroniker bei der Bundeswehr hatten auch ganze Geräte, ich glaube es war VE-Wasser, in so ein Bad getan.
Also ich hab mit mal einige 10l Isopropanol Kanister bei Hoefer gekauft und nutze das (rein) im Waschbecken mit Pinsel zum Putzen. Man muss aufpassen dass man das nicht zu lange macht, haut ganz schön rein, also am besten draußen machen ;-)
Nuja, Wasch-, Test,- Feuerzeug- und Alkylatbenzine gehen grob schon deutliche in eine Richtung. Aceton schnuppert völlige ganders, ebenso Rostlöser, Caramba & Co. Echtes Terpentin wiederum anders als dessen Errsatz aus Erdöl. Zugegeben, ein wenig Erfahrung braucht's aber schon.
Und: Nein, ich zieh mir nicht jeden Morgen eine Line aus Pattex rein...
Hewlett-Packard, die frühere Muttergesellschaft von Keysight, hat in ihrer Werkszeitschrift HP Journal die Geschirrspülmaschine zum reinigen von Leiterplatten empfohlen. Es gibt dafür spezielle Industriereiniger, aber dem Haushaltsreiniger Calgonite wurden vergleichbar gute Ergebnisse bescheinigt.
Ansonsten: heisses Wasser, Electrolube SafeWash oder Geschirrspülmittel, Bürste. Mit klarem Wasser nachspülen (bei zu hohem Härtegrad DI-Wasser), mit Pressluft vor- und im Ofen bei 60°C nachtrocknen.
Was jetzt? Teslanol SP oder Teslanol T6? Das sind verschiedene Produkte.
Das hast du recht. Kann man kaum auseinander halten. Aber bei T6 steht:
Teslanol® T6-OSZILLIN Kontakt- und Tunerspray 400ml
Unter "Kontakt" verstehe ich etwas das Oxydschichten anloesst und das waere mir als allgemeines Reinigungsmittel zu scharf. So was will man nur wenn man es wirklich braucht.
Unter "Kontakt" verstehe ich etwas das Oxydschichten anloesst und das
waere mir als allgemeines Reinigungsmittel zu scharf. So was will man
nur wenn man es wirklich braucht.
Da gebe ich Dir vollkommen recht, aber gerade
Teslanol® T6-OSZILLIN Kontakt- und Tunerspray 400ml
wird seit >60 Jahren als Reinigungsmittel für Kontakte im Radio- und Fernsehbereich genutzt.