Guten Tag, ich befinde mich momentan im Studium E-Technik. Ich kenne die einzelnen Komponenten wie den Raspberry Pi Pico W, verschiedene Temperatursensoren und aus anderen Modulen stetige Regler (P/I/D) & unstetige Regler (jedoch nur 2 Punkt). Mir sind auch Dioden/Transistoren und Operationsverstärker bekannt. Nun meine Bitte, wie wird daraus denn nun ein fertiges System. Die einzelnen Komponenten kann ich dimensionieren und programmieren, jedoch schließen sich die Lücken bei mir nicht.. Meine Hoffnung wäre ein Beispiel anhand dessen ich es nachvollziehen kann. Vielen Dank im Voraus!
Jonas schrieb: > ich befinde mich momentan im Studium E-Technik. wie weit? Jonas schrieb: > Mir sind auch Dioden/Transistoren und > Operationsverstärker bekannt. schonmal gut. Jonas schrieb: > Nun meine Bitte, wie wird daraus denn nun ein fertiges System. Gehört da ein '?' dahinter? Das wird von einem E-Techniker entwickelt. Jonas schrieb: > Meine Hoffnung wäre ein Beispiel anhand dessen ich es nachvollziehen > kann. Kein Problem, im Web findest du hunderttausende. Thank God, it's Friday!
Gunnar F. schrieb: > wie weit? vor 2 Monaten begonnen. Gunnar F. schrieb: > Kein Problem, im Web findest du hunderttausende. dann stehe ich aufm Schlauch bei den richtigen Suchbegriffen.
Wenn man das Ganze verstanden hat kann man's auch zusammenfuegen
Mir hatte ein Roboter Bausatz (Nibobee) geholfen, das Prinzip zu begreifen. Mein erstes Ziel war, geradeaus zu fahren (klingt einfacher als es ist). Danach habe ich mich um sanftes Bremsen konzentriert, so daß er möglichst exakt und gerade am Ziel zum Stehen kommt. Das klappte überraschend gut, obwohl ich im Prinzip nur die Faustformeln zum Bremsweg aus der Fahrschule angewendet hatte, um abzuschätzen, ob ich stärker oder schwächer Bremsen muss. Als drittes bin ich Muster über den Boden gefahren, angefangen mit Quadraten und Kurven mit vorgegebenem Radius. Zum Schluss kam eine Fahrt vom Wohnzimmer ins Bad bis zum Klo und wieder zurück. Das hat mir Spas gemacht. Versuche es mal mit so einem Bausatz. Mir hat es geholfen, etwas zum Anfassen zu haben.
Nun, wenn ich deine Frage richtig verstanden habe, dann wäre meinen Antwort wie folgt: Dein Regler regelt ein beliebiges System entsprechend seinem Aufbau und seinen Parametern. Den Parametersatz kannst du beispielsweise über einen Controller bereitstellen und zum Regler transferieren. Bei diesem Verfahren hast du halt den Regelaufwand in deinen Regler verlagert. Weiter kannst du mit deinem Controller (wenn es sei soll) weitere Regelgrößen aufbereiten und diese über adaptierte Parameter dem Regler zur Seite stellen. Anderseits kannst du deinen Controller selber eben auch als Regler arbeiten lassen, dann muss der Regler eben in Software abgebildet werden. Dann liegt die Regellast auf dem Controller. Es gibt halt viele Möglichkeiten zum fertigen System, abhängig von den Anforderungen an dasselbe. Viele Grüsse Ove
Hier mal beispielhaft für nen Drehzahl(PID)regler: Du hast einen Drehzahlsensor, der gibt dir bei 0 Upm 0 aus und bei maximaler Motordrehzahl eine 1 (normalisiert auf maximale Drehzahl). Dann hast du eine Sollwertvorgabe von 0 bis zur normalisierten 1. Nehmen wir an, dein Sollwertgeber steht auf 0.5. Dein System ist im Stillstand. Bleiben wir erstmal nur beim reinen P-Regler: Dein Motor steht also, der Drehzahlsensor gibt 0 aus. Sollwert - Istwert ergibt den P Anteil, hier also 0.5, der P-Regler "sagt" also "jetzt halbgas bitte". Der Motor fängt an, sich zu drehen, damit steigt der Istwert und die Regeldifferenz wird kleiner, es wird also weniger Gas gegeben. Machen wir jetzt noch die (falsche) Annahme, der Motor hätte die Solldrehzahl erreicht, dann wäre die Regeldifferenz 0 und es würde kein Gas mehr gegeben werden. In Wirklichkeit erreicht der Motor die Drehzahl gar nicht, da ja bei kleinerer Regeldifferenz nur noch wenig Gas gegeben wird. Es bleibt also eine Abweichung, was ja auch wunderbar zur Theorie des P-Reglers passt. Nehmen wir nun den I-Anteil hinzu. Dieser integriert den P-Anteil auf. Wir sind jetzt bei 0.4 Istdrehzahl, der P-Anteil gibt also nur noch 0.1 Gas, nehmen wir an, das würde gerade noch reichen, um die 0.4 Istdrehzahl zu halten. Wenn der Regler digital ist, werden im ersten Durchlauf also 0.1 vom P- und 0 vom I-Anteil Gas gegeben. Die Drehzahl bleibt bei 0.4. Im nächsten Durchlauf haben wir also immer noch 0.1 P dafür aber 0.1 I, es wird also jetzt 0.2 Gas gegeben. Die Drehzhal steigt weiter, sagen wir auf 0.45. Jetzt haben wir nur noch 0.05 P-Anteil und der I-Anteil ist bei 0.2 (P war in der Runde davor ja noch 0.1, die kommen oben drauf). Es werden jetzt also 0.25 Gas gegeben. Der Motor hat jetzt die 0.5 Solldrehzahl erreicht. Der P-Anteil ist null, bei I sind die 0.05 vom P der Vorrunde dazugekommen. Es werden immer noch 0.25 Gas gegeben. Die Drehzahl steigt weiter, sagen wir auf 0.6. Der P-Anteil ist jetzt -0.1. Also wird unser I auch wieder kleiner. Das sind die Überschwinger aus der Theorie. Wir nähern uns unserem Sollwert also gedämpft sinoidal an. Fürs D nehmen wir weiter an, der Motor hat etwas gedreht mit dem Trägheitsmoment x. Um aufs D zu kommen, musst du ein ein Schritt altes P mit dem aktuellen P vergleichen, die Differenz bilden. Jetzt ist unser eingeschwungenes System schön mit 0.5 Drehzahl und x Trägheitsmoment am drehen, um die Drehzahl zu halten, ist der Regler mit sagen wir 0.3 am Gas geben. Jetzt wird ein Teil deines drehenden Teils abgesprengt, und das Trägheitsmoment ist nur 0.5x. Der Motor wird bei 0.3 Gas also wieder schneller. Der alte P-Wert war 0(Solldrehzahl liegt an), der neue P-Wert ist -0.05. Wir drehen ja etwas zu schnell. Der D-Anteil wird also negativ und nimmt Gas weg, damit die Drehzahl nicht noch mehr steigt. Um das finden des "richtigen" Gaswerts vei 0.5x kümmert sich dann wieder das I. Das hatte mich irgendwie überrascht, dass der Regler hauptsächlich vom I lebt, als ich mich das erste Mal mit Regeltechnik befasste.
Jonas schrieb: > Die > einzelnen Komponenten kann ich dimensionieren und programmieren, jedoch > schließen sich die Lücken bei mir nicht.. Welche Lücken? Wenn Du die Lücken beschreibst dann kann dir sicher leichter und zielgenauer geholfen werden. Es kommen ja bereits gute Ideen und Vorschläge.
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Hi, folgendes Buch kann ich dazu empfehlen: https://www.elektor.de/products/pid-basierte-digitale-regelungstechnik-mit-raspberry-pi-und-arduino-uno-pdf?srsltid=AfmBOormrs61rIrmsliRSQ2gYLQBcYphfMYi2X4_DeiZwejYOm5NraTQ
Jonas schrieb: > Die einzelnen Komponenten kann ich dimensionieren und programmieren, > jedoch schließen sich die Lücken bei mir nicht.. Du setzt bspw. den Istwert deines Reglers auf den Ausgangswert deines Temperatursensor. Den Ausgang deines Reglers verwendest du bspw., um damit eine Heizung zu steuern. Dabei triffst du dann auf so Dinge wie digitale Abtastsysteme, Approximation von kontinuierlichen Systemen durch zeitdiskrete Systeme, Abtasttheorem, Aliasing u.s.w.
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So ein Studium soll den Studenten auch ertüchtigen, Fragen nach Zusammenhängen selbst zu suchen und zu finden. Das nennt sich wissenschaftliches Arbeiten, und differenziert ihn vom Bastler. Das das nach 2 Monaten noch nicht so ausgeprägt ist, ist verständlich. Arbeite daran!
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> Das das nach 2 Monaten noch nicht so ausgeprägt ist, ist verständlich.
Vor allem bin ich mir relativ sicher das die Vorlesung Regelungstechnik
erst im 3 oder4 Semester anfing und auch mindestens zwei Semester
gedauert hat. :)
Vanye
Vanye R. schrieb: >> Das das nach 2 Monaten noch nicht so ausgeprägt ist, ist verständlich. > > Vor allem bin ich mir relativ sicher das die Vorlesung Regelungstechnik > erst im 3 oder4 Semester anfing und auch mindestens zwei Semester > gedauert hat. :) > > Vanye Am Anfang kommen immer die Grundlagenfächer wie Mathematik, Physik, Elektrotechnik natürlich und so weiter. Aber die Fächer die im Studium noch folgen sollten, wurden von den jeweiligen Dozenten den Studenten vorgestellt. Um PID- oder digitale Regler, ging es da freilich noch nicht im Detail. Vielleicht sass der TO nur im falschen Hörsaal. ☺ Von Integral und Differential sollte aber auch ein Studienanfänger schon gehört haben, und so sollte die Anwendung in einer Regelung auch ihm nicht schwer fallen. Der richtige Umgang damit, ist aber erst einige Semester später das Thema. Aber selbst wenn Regelungen im weiteren Studium überhaupt nicht mehr vorkämen, sollte es einem Studenten der wissenschaftliches Arbeiten gewohnt ist, leicht fallen einfache Regelungsprobleme zu lösen. Ein Ingenieur ist ja kein Koch der nur nach Rezepten kocht...
> ... wie wird daraus denn nun ein fertiges System. Die > einzelnen Komponenten kann ich dimensionieren und programmieren, > Meine Hoffnung wäre ein Beispiel anhand dessen ich es nachvollziehen > kann. Einen PT100 sensor (letzlich ne Drahtrolle mit Metallperle an einem Ende) besorgen, mit einem Temperatursensor-interface-C verbinden und diesen an den µC per SPI anschliessen. Gibt's beispielsweise bei adafruit: https://www.adafruit.com/product/3328 Die Heizung sollte etwas aufwendiger sein, zumindest fliessen da ein paar Ströme mehr, für den Anfang wäre "heating pad" vielleicht das passende Stichwort: https://www.adafruit.com/product/1481 Simple FET-Schaltung für die Ansteuerung dort: https://learn.sparkfun.com/tutorials/heating-pad-hand-warmer-blanket/all?print=1 Das Ganze dann in eine Kiste legen und schauen das man ein Programm (meine Empfehlung: mikropython) geschrieben hat, das die PWM des Heatpads so ansteuert, das schnell die Soll-Temp eirreicht und dann gehalten wird. * https://www.elektronik-kompendium.de/sites/raspberry-pi/2612201.htm Wenn dir das Wissen dazu (SPI, PWM, FET, ...) im Studium Regelungstechnik bisher nicht vermittelt wurde , nicht erwarten das das später in diesem Studium gelehrt wird. Sowas setzt man an der Hochschule voraus, das muss der Student durch Praktike/Berufsausbildung mitbringen. Vielleicht ist es bei DS anders. Ansonsten ist es halt wie ein Baby Laufen lernt: Hochstemmen, Schritt versuchen, hinklatschen, aufstehen, schauen das andere das auch können und wieder versuchen ... irgendwann klappts. Oder man hat den komplett falschen Beruf gewählt. > Wenn man das Ganze verstanden hat kann man's auch zusammenfuegen Nee "Verstand" genügt da nicht, dazu benötigt es noch "praktisches Geschick". Oder zynisch gesagt: "keine Arme -> keine Kekse". > So ein Studium soll den Studenten auch ertüchtigen, Fragen nach > Zusammenhängen selbst zu suchen und zu finden. Das nennt sich > wissenschaftliches Arbeiten, und differenziert ihn vom Bastler. Eigentlich nicht, weil gerade ein Bastler wie Daniel Düsentrieb finden selbst heraus wie man Dinge zusammenfügt. Ein Wissenschaftler ist gerade der, der nix selbst zusammenfügen kann und auf seine Assistenz angewiesen ist, Improvisationstalent ist dem fremd. SCNR
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Cartman E. schrieb: > Vielleicht sass der TO nur im falschen Hörsaal. ☺ Bei uns wurde Steuerungs- und Regelungstechnik von demselben Prof unterrichtet. Vielleicht hat ihn das verwirrt, wenn das bei ihm auch der Fall war.
Buchhinweis zum Rhema Raspi und Elektronik: * ISBN: 978-3-8362-2933-3 * ISBN: 978-3-8362-2869-5
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Bradward B. schrieb: >> So ein Studium soll den Studenten auch ertüchtigen, Fragen nach >> Zusammenhängen selbst zu suchen und zu finden. Das nennt sich >> wissenschaftliches Arbeiten, und differenziert ihn vom Bastler. > > Eigentlich nicht, weil gerade ein Bastler wie Daniel Düsentrieb finden > selbst heraus wie man Dinge zusammenfügt. Ein Wissenschaftler ist gerade > der, der nix selbst zusammenfügen kann und auf seine Assistenz > angewiesen ist, Improvisationstalent ist dem fremd. SCNR Ja der arme Daniel Düsentrieb. Der kann Dinge zusammenmurxen, um einen speziellen Zweck zu erfüllen. Gleichwohl bleibt ihm die tiefere Einsicht in das Wesen der Dinge aber verborgen. Wissenschaftliches arbeiten schliesst das Experiment, als praktisches Element ja auch nicht aus. Man kann die Ingenieurstätigkeit auch nicht auf Improvisationstalent reduzieren, und praktisch kommt es oft genug vor, dass Leistungen Anderer, die es auf ihren Gebieten besser kònnen, in ein Produkt einfliessen. Das alles hat aber nichts mit dem Ansatz "wissenschaftlich arbeiten" zu tun, und zeigt nur, dass du es auch nicht verstanden hast. Da bist du mit Daniel Düsentrieb in bester Gesellschaft.
> Das alles hat aber nichts mit dem Ansatz "wissenschaftlich arbeiten" > zu tun, und zeigt nur, dass du es auch nicht verstanden hast. Naja wer "wissenschaftlich arbeiten" will ist bei mikrocontroller.net ohnehin an der falschen Adresse. Und IMHO hat der TO deutlich geschrieben das er genug von der "wissenschaft" gehört hat und jetzt das Gelernte aus der Theorie in die Praxis übertragen will. > Da bist du mit Daniel Düsentrieb in bester Gesellschaft. .de ist halt das Land der Ingenieure und nich das der Elfenbeintürme.
Jonas schrieb: > ich befinde mich momentan im Studium E-Technik. Naja, im Grundstudium kommt die Regelungstechnik noch nicht dran. Da werden erst 50-70% andere ausgesiebt. Jonas schrieb: > Meine Hoffnung wäre ein Beispiel GOOGLE hilft: pid regler Raspberry Pi beispiel Jonas schrieb: > vor 2 Monaten begonnen. Das ist komisch. In welchem Land beginnt das im März?
Klaus F. schrieb: > Das ist komisch. > In welchem Land beginnt das im März? Gunnar F. schrieb: > Thank God, it's Friday!
Bradward B. schrieb: > .de ist halt das Land der Ingenieure und nich das der Elfenbeintürme. LOL, das war es einmal gewesen. In ein paar Jahren ist das weitestgehend Geschichte, so wie mit den Dichtern und Denkern damals. Aber das nur als kurze Bemerkung, da hier off-topic.
Jonas schrieb: > vor 2 Monaten begonnen. Wo kann man denn Anfang März ein Studium beginnen? Selbst zum Sommersemester wäre es erst vor einem Monat gewesen, und das wäre auch AFAIK eine seltene Ausnahmemöglichkeit im Ingenieurbereich.
Johannes F. schrieb: > Wo kann man denn Anfang März ein Studium beginnen? Ein Monat, zwei Monate, was macht das schon für nen Unterschied, dann hat der Student sich halt sein Zeitgefühl kaputt studiert. Wieder typisch fürs offiziell anerkannte Trolljägerforum...
Bradward B. schrieb: > Naja wer "wissenschaftlich arbeiten" will ist bei mikrocontroller.net > ohnehin an der falschen Adresse. Oh, wo kommt denn die Einsicht plötzlich her...
Klaus F. schrieb: > Jonas schrieb: >> ich befinde mich momentan im Studium E-Technik. > Naja, im Grundstudium kommt die Regelungstechnik noch nicht dran. Na und? Ich habe Regelkreise per µC zur Funktion bekommen, ohne Regelungstechnik studiert zu haben. Man baut das Gebilde auf und misst ein paar Werte. Damit wird eine Regelung programmiert und man sieht an der, dass der Kram heftig überschwingt oder zu langsam nachregelt. Mit etwas Nachdenken kommt man dann auf den Weg, ob der nun Integral oder Differential oder Wurststulle heißt, ist egal. Das passt wieder zu typischen Jungkaspern, anstatt zu machen erstmal palawern. Man darf auch hinterfragen, wer alles einen Studienplatz bekommt, an denen es keinen Mangel gäbe, wenn .... Jonas (sqrsqr) Angemeldet seit 08.05.2026 Beiträge 2
Manfred P. schrieb: > Man baut das Gebilde auf und misst ein paar Werte. Damit wird eine > Regelung programmiert und man sieht an der, dass der Kram heftig > überschwingt oder zu langsam nachregelt. Mit etwas Nachdenken kommt man > dann auf den Weg, ob der nun Integral oder Differential oder Wurststulle > heißt, ist egal. Wenn man so was liest, dann muss man sich nicht wundern, dass eine vom „Fachmann“ programmierte Regelung am Ende nicht richtig läuft. Eine gut funktionierende Methode für die praktische Anwendung ist m. E. das Ziegler-Nichols-Verfahren.
Jonas schrieb: > dann stehe ich aufm Schlauch bei den richtigen Suchbegriffen. Und ich verstehe noch nicht einmal deine Frage/Problem!
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Arduino F. schrieb: > Und ich verstehe noch nicht einmal deine Frage/Problem! Musste eben den alten Otto lesen, Beitrag "Re: Reglerentwurf(Bodediagramm-Verfahreb)"
Jonas schrieb: > Meine Hoffnung wäre ein Beispiel anhand dessen ich es nachvollziehen > kann. Ein einfaches System ist ein Bimetall-Schalter, der einen Heizstab bei < 20°C zuschaltet. Das gibt es seit > 100 Jahren. Das Regelsystem ist ein Kreis aus * Temperatur (Stellgröße) -> * Biegung des Metalls (Sensor) -> * Kontakt (Regler, hier 2-Punk und Aktor) -> * Heizstab (Stellglied) -> * Temperatur (hier schließt sich der Kreis) Mit Röhren, Transistoren, OPs, Kondensatoren etc. statt Bimetall-Schalter entstanden immer komplexere Regelungen mit entsprechender Mathematik und Forschungen in allen Teilaspekten. Seit 50 Jahren implementieren wir die altbekannten Regler (wie P, I und D als PID-Regler) in µC und können diese jederzeit ändern oder automatisch parametrieren. Und völlig neue entwickeln. Das einfachste System mit einem µC ist immer noch ein 2-Punkt Heizkreis mit * Temperatur-Sensor (den der µC einliest) * Regler ("if(t<20) A.x = 0 else A.x = 1") * Aktor (Transistor/Triac/Relais)
Jonas schrieb: > Nun meine Bitte, wie wird daraus denn nun ein fertiges System. Tja, im Studium ereifert sich jeder einzelne Lehrstuhl speziell nur auf seiner eigenen Wissenschaftlichen Disziplin, so daß ein Transfer zu anderen Wissensgebieten meistens unterbleibt. Wie wäre es denn mit konkreten Anforderungen? Wir regeln die Temperatur eines stetig aus einem Schlauch fließenden Wasserstrahls. Oder Wir regeln die Temperatur in einem Ofen für ein Quarz, sehr beliebtes Beispiel. oder Wir regeln die Drehzahl eines Ventillators, der draußen im Wind steht. oder Wir regeln den Einfallswinkel von Solarzellen auf maximale Bestrahlung mit Sonnenlicht. usw, Kühlschrank, Peltier-Elemente, Pizzaofen zum Reflowlöten, sonstwas. mfg
> Wenn man so was liest, dann muss man sich nicht wundern, dass eine vom > „Fachmann“ programmierte Regelung am Ende nicht richtig läuft. Ehrlich gesagt, der Gedanke war mir auch gekommen. :-) > Eine gut funktionierende Methode für die praktische Anwendung ist m. E. > das Ziegler-Nichols-Verfahren. Das ist eine Vereinfachung die ich auch schon angewendet habe, aber es ist halt auch eine Vereinfachung. Man sollte schon mal von der Theorie dahinter gehoert haben. Also z.B das dies alles nur fuer LTI Systeme gilt, damit man versteht warum man manchmal Groessen linearisiert, oder was die Idee hinter einer Kaskadenregelung war. Das ist letztlich genauso wesentlich wie die Ueberpruefung auf Phasenreserve bei einem OPV oder Schaltregler. Da wuerde ja auch keiner sagen, ach, basteln wir uns hin, wird schon gehen. Bloed ist halt das Regelungstechnik nicht alleine, aber sich mit ein Grund ist warum es in der Nachrichtentechnik so viele Abbrecher gibt. Irgendwann kreisen dann die Pol und Nullstellen auf der Wurzelortkurve im Hirn und die Zunge haengt raus und schlabbert wie ein Diracimpuls. :-D Vanye
Mit einem PID Regler scheiterte ich wenn dabei ein TOTZEIT Glied in der Regelstrecke war, ergo hatte ich Erfolg mit einem 2-punkt Regler, zu hoch AUS, zu tief AN, die Hysterese erfolgte durch die AD-Auflösung.
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Joachim B. schrieb: > Mit einem PID Regler scheiterte ich wenn dabei ein TOTZEIT Glied in der > Regelstrecke war, Kein Wunder, ein lineares System, wie ein PID-Regler kann mit Totzeiten nicht umgehen, weil du die nicht als Übertragungsfunktion mit Pol- und Nullstellen darstellen kannst. Da bist du dann schnell bei Kompromissen bzgl. der Regelgeschwindigkeit, wenn du einen PID-Regler stabil bekommen willst.
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J. T. schrieb: > Hier mal beispielhaft für nen Drehzahl(PID)regler: > > Du hast einen Drehzahlsensor, der gibt dir bei 0 Upm 0 aus und bei > maximaler Motordrehzahl eine 1 (normalisiert auf maximale Drehzahl). > > Dann hast du eine Sollwertvorgabe von 0 bis zur normalisierten 1. > > ... > > Das hatte mich irgendwie überrascht, dass der Regler hauptsächlich vom I > lebt, als ich mich das erste Mal mit Regeltechnik befasste. Kein Wunder. So einen blöden Regler würde auch keiner bauen. (Sehen wir mal von Reihenschlussverhalten ab) Auch didaktisch ist das ganze Käse. Da würde man erst mal die P-Verstärkung erhöhen (deutliches Schwingen aber viel weniger Regelabweichung). Nen Erwartungswert (50% Drehzahl brauchen z.B. mindestens 40% Spannung) für die Motorsteuerung einbauen (schwingt dann absolut weniger). Den Sollsprung (für den P-Vergleich) etwas dämpfen (PT1-Verhalten), so dass der Motor ansatzweise folgen kann. Dann kommt der D-Anteil um die Schwingungen zu dämpfen, aber die bleibende Regelabweichung ist weiterhin sichtbar. Und ganz am Ende darf dann etwas I-Anteil dazu, wenn das vorherige verstanden ist. I vor D kommt mir verkehrt vor. Das ist alles mit Schulwissen gut verstehbar. Genaue Rechnung und Beobachter kommen danach. Vor oder nach dem I-Anteil kommen dann Systeme höherer Ordnung also mit echten Totzeiten oder PT2-N-Verhalten.
Rainer W. schrieb: > Da bist du dann schnell bei Kompromissen bzgl. der Regelgeschwindigkeit, > wenn du einen PID-Regler stabil bekommen willst. Habe ich über Stunden im E-Labor feststellen dürfen und mich für eine sehr gut funktionierende Lösung entschieden, jedenfalls eine um 160K bessere Regelung als der gekaufte Regler, der vorher schon installiert war.
Joachim B. schrieb: > Rainer W. schrieb: >> Da bist du dann schnell bei Kompromissen bzgl. der Regelgeschwindigkeit, >> wenn du einen PID-Regler stabil bekommen willst. > > Habe ich über Stunden im E-Labor feststellen dürfen und mich für eine > sehr gut funktionierende Lösung entschieden, jedenfalls eine um 160K > bessere Regelung als der gekaufte Regler, der vorher schon installiert > war. Das ist dann halt ne Sache für nen Beobachter (Modell der Regelstrecke). Also die erwartete Auswirkung einer Stellgrößenänderung über z.B. ein PT1-Glied passender Zeitkonstante zum Messwert addieren. Auch wenn das Modell Faktor 2 daneben liegt dämpfst die Schwingung damit ganz erheblich. Vor allem wenn ein I-Anteil dabei ist. Gemein wirds wenn du z.B. nen Ofen mit Kohle befeuerst. Dann wird das Feuer beim Nachlegen evtl. zunächst kälter, nach ein paar Minuten aber umso heißer. Da wird per P-Regelung zunächst noch schneller Kohle draufgeschüttet weil die Temperatur ja noch niedriger ist als vorher. Der D-Anteil legt nochmal drauf weil die Temperatur fällt. Und I wächst auch noch weiter. Sowas kannst dann nur noch dumm über ne sehr gemütliche Regelung lösen, was dann aber schwingt. Oder du nimmst ein Modell/Beobachter und prognostizierst - möglichst zutreffend - dass die 10 kg Kohle in Kürze zusätzliche 50°C produzieren und addierst das zum Temperatur-Messwert. Dann wird die ganze Sache sehr viel gleichmäßiger.
Jonas schrieb: > jedoch > schließen sich die Lücken bei mir nicht.. Welche "Lücken" hast du denn? Du hast hier seit fünf Tagen nichts gefragt oder beantwortet... so kommst du nicht ans Ziel.
Vielleicht hilft das hier weiter: Eine Simulation eines PID-Reglers am Ofenmodell. Ob es genau stimmt, weiß ich nicht, es ist auf die schnelle in ein paar Runden mit Qwen2.7 gemacht. Von weitem sieht es mal nicht schlecht aus und man kann damit spielen.
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Jonas schrieb: > Ich kenne die einzelnen > Komponenten Vielleicht liegt es daran: "Ich kenne Zahlen und Operatoren, aber wie rechnet man nun..." Aber so lange der sich nicht meldet - bringt das eh alles nichts...
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Martin S. schrieb: > Du hast hier seit fünf Tagen nichts > gefragt oder beantwortet... Das ist offenbar der Knackpunkt. Von nichts kommt nichts.
Wer es jetzt mit dem Freitag noch nicht kapiert hat dem ist nicht mehr zu helfen. Beitrag "Re: Zusammenführung µC & Regelungstechnik"
Wastl schrieb: > Wer es jetzt mit dem Freitag noch nicht kapiert hat dem ist > nicht mehr zu helfen. Wenn sich die Traffic-Trolle wenigstens alle an die Freitags-Regel halten würden. Tun sie aber nicht. Objektiv betrachtet scheint inzwischen die weit überwiegende Mehrzahl aller neuen Beiträge von solchen Leuten zu stammen. Eine gewisse statistische Häufung an Freitagen ist immer noch vorhanden, aber der Peak sinkt seit Jahren und dürfte in nicht allzu ferner Zukunft unter die Grenze der statistischen Signifikanz sinken. Ist aber irgendwie auch gut: Bedeutet ja letztlich eigentlich: Es gibt praktisch keine echten Probleme mehr. Zumindest nicht bei den Leuten, die in diesem Forum sind...
Ob S. schrieb: > Bedeutet ja letztlich eigentlich: Es gibt praktisch keine echten > Probleme mehr. Oder: das Hobby stirbt aus
Ob S. schrieb: > Objektiv betrachtet scheint > inzwischen die weit überwiegende Mehrzahl aller neuen Beiträge von > solchen Leuten zu stammen. Da deckt sich deine "objektive" Wahrnehmung zu einem grossen Prozentsatz mit meinen Beobachtungen. Wenn das nur die vielen Scheuklappenträger auch so sehen würden .....
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