Üblicherweise heisst es ja: im Betrieb zerstören kleinere Selbstheilungsentladungen defekte Stellen. Verringern die Kapazität, aber erhalten die Funktion. Der hier stammt aus einer Gardena 7000SL, 250W Tauchpumpe. Tatsächliche Betriebszeit nachvollziehbar nur wenige Stunden (wurde bei meiner Mutter nur einmal jährlich zur Entleerung des Pools genutzt), also 80h in insgesamt 10 Jahren. Restkapazität 0,8uF. Pumpengehäuse liess sich nicht zerstörungsfrei öffnen -> Schrott. Äußerlich sieht der Kondensator gut aus, nichts aufgebläht. Gibt es noch einen Mechanismus der die tötet?
Korrosion durch Feuchtigkeit? Fertigungsfehler? Fälschung? (wer weiß wie viel µF der neu hatte, oder ob er für viel weniger Spannung gedacht war) Überspannung? (z.B. Blitzschlag?) Vibration? Diffusion von einer Vergussmasse? Übertemperatur wegen Trockenlauf?
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Wenn es nicht durch Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit passiert, könnten
auch Spannungsspitzen und Rechteckspannungen die Lebensdauer verkürzt
haben. Ein "selbstheilender Kondensator" ist auch nur dünn
beschichtete Folie wo bei Kurzschluss etwas Metallfilm verdampft
("Heilung"). Deswegen verringert sich mit der Zeit die Kapazität.
Überspannung durch Sternpunktverschiebung im Netz?
Die interne Uhr ist abgelaufen: 10.000 h.
BirnKichler S. schrieb: > Die interne Uhr ist abgelaufen: 10.000 h. So in etwa kommt es mir vor. Fast das komplette Jahr war die vom Netz getrennt (Anschluss nur temporär über Kabelrolle) PS: ähnliches habe ich auch bei Rollladenmotoren erlebt, noch weniger Betriebsstunden, dennoch Kondensator nach Jahren defekt.
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Ich habe bei Tauchpumpen auch das Gefühl, dass die dort eingebauten Kondensatoren, bei nur gelegentlichem Betrieb kaum 100 Stunden durchhalten. Die Dinger sind halt, aufgrund des meist knappen Bauraumes, auf Kante ausgelegt. So habe ich letztes Jahr bei unserer, zum Glück zerlegbaren, Zisternenpumpe den Kondensator nach 12 Jahren und gefühlt 50 Betriebsstunden tauschen müssen. Einen Ersatz zu finden gestaltete sich sehr schwierig da der alte Kondensator für seine Daten schon seeehr kompakt war. Für den Einbau des neuen Kondensators in den vorgesehenen Bauraum musste dann der Dremel mit aushelfen. Ich hatte aber dennoch nur 10 anstelle 12uF unter bekommen.
Nie wieder eine Tauchpumpe mit eingebautem Kondensator! Denn dann ist das Ding Schrott weil nicht zerstörungsfrei zu öffnen. Lieber eine Version mit abgesetztem Kondensator/Vorschaltgerät kaufen. Komischerweise halten die dann länger (vermutlich weil die bei der dann möglichen Baugröße nicht "auf Kante" ausgelegt sind)
Thomas R. schrieb: > Lieber eine Version mit abgesetztem Kondensator/Vorschaltgerät kaufen. Hast Du Beispiele dafür? Womöglich auch noch mehrstufig?
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Bei Tiefbrunnenpumpen habe ich externe Kondensatoren schon gesehen, bei den Schmutzwassertauchpumpen noch nie.
H.Joachim S. schrieb: > Bei Tiefbrunnenpumpen habe ich externe Kondensatoren schon gesehen, bei > den Schmutzwassertauchpumpen noch nie. Vermutlich ist das so. Wir hatten damals ein Dutzend Edelstahl Tauchpumpen in der 1kW Klasse gekauft (max. 6bar) die alle ein abgesetztes Steuergerät mit Kondensator hatten. Da war aber gleichzeitig auch der Druckschalter drin (Dauerdruck als Hauswasserwerk bzw. Beregnungsanlage). Also bei einfachen Tauchpumpen doch eine Form geplanter Obsoleszenz?
Thomas R. schrieb: > die alle ein abgesetztes Steuergerät mit Kondensator hatten Je nach Rohrdurchmesser des Brunnens werden auch recht große Betriebskondensatoren zu wenig Platz haben? Die Qualität der Kondensatoren kann jedoch recht unterschiedlich sein wie auch Einsatzort und anliegende Spannung. Bei Nullpunktverschiebung statt nur 230V~ bis 400V~? Eine lose Schraube am Sternpunkt?
Thomas R. schrieb: > Also bei einfachen Tauchpumpen doch eine Form geplanter Obsoleszenz? Das weiss ich nicht. Ich denke eher, dass irgendein chemisch/physikalischer Vorgang die Kondensatoren zernagt, unabhängig von der tatsächlichen Betriebsdauer, einfach über die Zeit. Wie gesagt, bei Rollladenmotoren hatte ich das auch. Deren tatsächliche Betriebsdauer lässt sich auch in Stunden abrechnen.
H.Joachim S. schrieb: > Thomas R. schrieb: >> Also bei einfachen Tauchpumpen doch eine Form geplanter Obsoleszenz? > > Das weiss ich nicht. > Ich denke eher, dass irgendein chemisch/physikalischer Vorgang die > Kondensatoren zernagt, unabhängig von der tatsächlichen Betriebsdauer, > einfach über die Zeit. > Wie gesagt, bei Rollladenmotoren hatte ich das auch. Deren tatsächliche > Betriebsdauer lässt sich auch in Stunden abrechnen. Da kommt ja nur das Eindringen von von Wasserdampf und Sauerstoff in Frage. Der Yageo C27 des TE ist im Becher mit PU-Harz vergossen, da bräuchte es schon ständig hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperatur, um eine so schnelle Degradation der Elektroden zu bewirken. Ich denke es wird schlicht ein Ausreisser sein, durch einen Produktionsfehler.
Bei allen bisher reparierten Kondensatormotoren gab es einen Zusammenhang zwischen Betriebsdauer und Ausfallzeit. Mit einer Ausnahme: Bei dauernder Überlastung des Motors scheint der C schneller zu sterben. Zuletzt gesehen bei einem Somfy Raffstoreantrieb der mit 6Nm eindeutig zu klein für ein 4,7m Raffstore bemessen war. Das daneben liegende Raffstore mit 3m und gleichem Antrieb (und exakt gleicher Betriebsdauer, immer nur zusammen betätigt; ja, mit Trennrelais) ist immer noch so schnell wie am ersten Tag (10 Jahre her), der andere hinkte beim Aufzug nun immer mehr hinterher. Habe den 6Nm gegen einen 10Nm Antrieb getauscht und in dem ausgebauten 6Nm den C vermessen: siehe da es fehlen mehr als 10% der nominalen 4µF (bei einer Toleranz von 5%)
Hi! Je nach Bauhöhe des Raffstores dürfens auch gern gleich 20Nm sein. Ein 6er bei 4,7m Breite ist schon arg unterdimensioniert, außer es ist ein Fenster vom Typ Sehschlitz. Allgemein: was lernrn wir daraus: auf Markenware pfeiffen und Billigmüll kaufrn, der hält auch nicht weniger lang. Hab hier ne 15 Jahre alte 40€-Baumarktpumpe, die muss auch nur 2x im Jahr 15 Minuten lang Dreckbrühe bewegen. Starb leider aus unachtsamkeit beim Auto umrangieren... . VG
Matthias B. schrieb: > Billigmüll > kaufrn, Naja, bei mir war es eine ca15Jahre alte, ehemals knapp 300€ teure Brunnenpumpe mit vielleicht 50h auf der Uhr. Ganz sicher keine 100.
H.Joachim S. schrieb: > Äußerlich sieht der Kondensator gut aus, nichts aufgebläht. Gibt es noch > einen Mechanismus der die tötet? Könnte Feuchtigkeit sein. Siehe etwa hier: Beitrag "Kondensatorart für Kondensatornetzteil wählen oder abwählen." Mach den Kondensator mal auf und stelle Bilder rein, wenn du Zeit hat.
Der Kondensator ist schon im Müll gelandet, wie gesagt äußerlich sah der einwandfrei aus. Der Motor liegt noch in der Schrottkiste. Und Feuchtigkeit? Der obere Teil des Motors auch einwandfrei, dort sass die ganze Elektrik. O-Ring war dicht.
Armin X. schrieb: >> Lieber eine Version mit abgesetztem Kondensator/Vorschaltgerät kaufen. > > Hast Du Beispiele dafür? > Womöglich auch noch mehrstufig? Guck dir mal so Dinger wie die Grundfos SP 2A-6 oder Pedrollo 4BLOCKm 6/3 etc an. Die gibt es trotz kleiner Leistung hauptsächlich mit 3-phasen 400V Anschluss, weil man sich dann den Kondensator komplett sparen kann und das den Wirkungsgrad steigert. Die 1-phasigen 230 V Varianten davon haben aber eigentlich immer einen kleinen Anschlusskasten dabei, in dem der Kondensator sitzt.
Christian W. schrieb: > Guck dir mal so Dinger wie die Grundfos SP 2A-6 Ja, grossartig. 750 Flocken für ne ordinäre Wasserpumpe... So oft kann ne normale Pumpe gar nicht kaputtgehen dass das irgendwie Sinn machen würde. Meine erste Tiefpumpe hielt 15 Jahre (externer Kondensator in einem "Steuergerät" :-), Kondensator wurde aber nie getauscht.
Wenn ich jetzt allgemein die Rezensionen zahlreicher neuer Pumpen so gelesen habe, war viel Elend zu lesen. Motorschäden und Garantieprobleme bei verschieden Typen und aufgedruckte Motorleistung stimmte nicht mit Verbrauch überein ...
H.Joachim S. schrieb: > Pumpengehäuse liess sich nicht zerstörungsfrei öffnen das zieht sich durch die Produkte dieser Firma wie ein roter Faden.
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