Hallo. Ich glaube ich habe das Thema Masse/GND nicht ganz verstanden und hoffe, dass sich hier jemand damit auskennt. Es geht um folgenden Aufbau: Original Raspi 5V Steckernetzteil <-> Raspi 4B <-> Raspi I²C Anschluss <-> TXS0108E <-> Modul mit I²C <-> 5V Steckernetzteil Jingjiao YS6V-0501200E Das Modul wird also vom Jingjiao Steckernetzteil versorgt. Der TXS0108E hat für beide Seiten nur einen gemeinsamen GND-Anschluss. Daher würde ich die beiden Netzteile gerne über GND verbinden. Wann kann man die Massen von zwei Netzteilen gefahrlos verbinden und wann nicht? Beide Steckernetzteile haben Schutzklasse II (habe auch noch nie Steckernetzteile gesehen, die mit dem Schutzleiter verbunden sind). Ich habe das so verstanden, dass man Massen von Netzteilen nur dann verbinden darf, wenn sie auf dem gleichen Potential liegen, da ansonsten ein gefährlicher Ausgleichsstrom fließen könnte. Aber wenn die Netzteile auf dem gleichen Potential liegen, würde die Schaltung bzw. die 5-V-Seite des Level-Shifters theoretisch nicht auch ohne verbundene Massen funktionieren? Zwischen den Massen der beiden Netzteile messe ich eine Spannung von 0,13 V. Mit einem 4,7k-Widerstand dazwischen ist die Spannung aber weg und einen Stromfluss kann ich mit dem Multimeter auch nicht feststellen. In meinem Fall stecken beide Steckernetzteile in einer gemeinsamen Mehrfach-Steckerleiste. Reicht das schon aus, um von einem gemeinsamen Potential auszugehen? Allerdings hindert mich das ja nicht, irgendwann mal eines der Steckernetzteile in einen andere Steckdose zu stecken, die zufällig an einer anderen Phase hängt. Oder ein defektes Steckernetzteil irgendwann mal gegen ein Schaltnetzteil mit Kaltgerätestecker auszutauschen. An die verbundenen Massen erinnere ich mich dann vermutlich nicht mehr. Und könnte die unterschiedliche Leistung der Netzteile beim Verbinden der Massen noch wichtig werden? Falls beide Netzteile annähernd ihre Nennleistung liefern frage ich mich, ob sich der über GND zurückfließende Strom dann gleichmäßig auf beide Netzteile aufteilt, weil es ja nun eine gemeinsame Masse gibt? Das Raspi Netzteil hat 15,3 Watt, während das Jingjiao Netzteil nur 6 Watt hat. LG...Jens
Jens schrieb: > Der TXS0108E hat für beide Seiten nur einen gemeinsamen GND-Anschluss Richtig. Hier werden die Massepotentiale der Netzteile die jeweils ihre Seite versorgen elektrisch miteinander verbunden. Hoffentlich gibt es keinen zweiten Platz, an dem sie verbunden werden müssten, sobst muss man einen Kompromiss finden um sich keine Masseschleife einzufangen.
Jens schrieb: > Original Raspi 5V Steckernetzteil <-> Raspi 4B <-> Raspi I²C Anschluss > <-> TXS0108E <-> Modul mit I²C <-> 5V Steckernetzteil Jingjiao > YS6V-0501200E Ein Bild (Schaltplan) sagt mehr als 1000 Worte, siehe Netiquette. > Das Modul wird also vom Jingjiao Steckernetzteil versorgt. Der TXS0108E > hat für beide Seiten nur einen gemeinsamen GND-Anschluss. Daher würde > ich die beiden Netzteile gerne über GND verbinden. Wann kann man die > Massen von zwei Netzteilen gefahrlos verbinden und wann nicht? Meistens (99,9%) muss man sie verbinden! > Beide Steckernetzteile haben Schutzklasse II (habe auch noch nie > Steckernetzteile gesehen, die mit dem Schutzleiter verbunden sind). Ich > habe das so verstanden, dass man Massen von Netzteilen nur dann > verbinden darf, wenn sie auf dem gleichen Potential liegen, Nein, das kann man so allgemein nicht sagen. Eigentlich ist es sogar falsch, denn WENN sie auf dem gleichen Potential liegen, sind sie ja schon verbunden. > da ansonsten > ein gefährlicher Ausgleichsstrom fließen könnte. Das hat hiermit nichts zu tun. > Aber wenn die Netzteile > auf dem gleichen Potential liegen, würde die Schaltung bzw. die > 5-V-Seite des Level-Shifters theoretisch nicht auch ohne verbundene > Massen funktionieren? Ja. > In meinem Fall stecken beide Steckernetzteile in einer gemeinsamen > Mehrfach-Steckerleiste. Reicht das schon aus, um von einem gemeinsamen > Potential auszugehen? Nein, denn sie sind ja potentialgetrennt. > Und könnte die unterschiedliche Leistung der Netzteile beim Verbinden > der Massen noch wichtig werden? Nein, das ist vollkommen egal. > Falls beide Netzteile annähernd ihre > Nennleistung liefern frage ich mich, ob sich der über GND > zurückfließende Strom dann gleichmäßig auf beide Netzteile aufteilt, > weil es ja nun eine gemeinsame Masse gibt? Der Strom auf GND ist der gleiche, der aus dem Plus-Ausgang fließt. Immer.
Der Aufbau wäre mit Skizze leichter nachvollziehbar. Nach "Brümmer Schaltungstechnik" ISBN-10: 3-8023-0610-4 kann jede Baugruppe mit ihrem eigenen Spannungsversorgungsteil arbeiten. Probleme ergeben sich bei der richtigen Auswahl des zentralen GND-Punktes. Der ist für die Signal- und Datenübertragung wichtig. Wo ist der I2C-Anschluss auf GND-Potenzial gelegt? Wichtig ist, dass keine Ausgleichsströme der Spannungsversorgung(en) über die Rückführungen bzw. Abschirmungen der Signal- bzw. Datenleitungen fließen, weil die dann mit ins Signal eingehen und Störungen produzieren können. ciao gustav
Falk B. schrieb: > Der Strom auf GND ist der gleiche, der aus dem Plus-Ausgang fließt. > Immer. Wenn man Fehlströme ignoriert, die über den 230-V-Anschluss laufen. Die Netztrennung ist ja nie vollkommen, schon gar nicht bei Kondensatornetzteilen.
Jens schrieb: > Das Modul wird also vom Jingjiao Steckernetzteil versorgt. Der TXS0108E > hat für beide Seiten nur einen gemeinsamen GND-Anschluss. Daher würde > ich die beiden Netzteile gerne über GND verbinden. Wann kann man die > Massen von zwei Netzteilen gefahrlos verbinden und wann nicht? Wenn die Netzteil-Ausgänge nicht potentialgetrennt sind. Aber ich gehe mal davon aus, dass Dein NT wie praktisch jedes Stecker-NT potentialgetrennt ist, und damit kann man deren Massen verbinden. > Beide Steckernetzteile haben Schutzklasse II (habe auch noch nie > Steckernetzteile gesehen, die mit dem Schutzleiter verbunden sind). Ich > habe das so verstanden, dass man Massen von Netzteilen nur dann > verbinden darf, wenn sie auf dem gleichen Potential liegen, da ansonsten > ein gefährlicher Ausgleichsstrom fließen könnte. Aber wenn die Netzteile Wie oben geschrieben, sind die potentialgetrennt. Also haben deren Ausgänge daher gegenüber Erde bzw. den anderen Netzleitungen (also N, L, PE) eher ein undefiniertes und unterschiedliches Potential, bzw. sollte man so betrachten. Die haben aber einen hohen Widerstand gegenüber der Netzseite, so dass man die dann problemlos zusammenschalten kann (ein evtl. vorhandener Potentialunterschied bricht dabei zusammen, und produziert wegen der Hochohmigkeit der Potentiale praktisch keinen Querstrom). Durch die internen Entstörkondensatoren und sonstige parasitäre Kapazitäten sind die Potentiale aber trotzdem mit einer gewissen AC-Störspannung überlagert, die dann je nach interner Beschaltung bzw. Steckerpolarität mehr oder weniger hoch sein kann, und zw. zwei Stecker-NT eine Differenzspannung ergeben. Durch die Masseverbindung wird das dann aber kurzgeschlossen, bzw. verursacht einen leichten AC-Querstrom, der idR. aber nicht stört, solange man die Masseverbindungen so setzt, dass dieser Massequerstrom nicht quer durch das PCB einer empfindlichen Schaltung läuft. > auf dem gleichen Potential liegen, würde die Schaltung bzw. die > 5-V-Seite des Level-Shifters theoretisch nicht auch ohne verbundene > Massen funktionieren? Wie oben geschrieben, sind die bei einem Potentialgetrennten NT nicht auf gleichem Potential. Würdest Du Du zwei Schaltungen über je ein NT versorgen, und beide Schaltungen sind z.B. nur über eine Signalleitung verbunden, würdest du eine mehr oder weniger hohe AC-Differenz zw. beiden haben, die der Eingang des einen Moduls sehen würde. Ich denke, dem würde das nicht gefallen, und mit Nichtfunktion quittieren (es sei denn, der Eingang selber ist wiederum potentialgetrennt). Daher die Massen immer definiert verbinden, und NT-Massen am besten an einem Punkt mit der Schaltungsmasse verbinden (evtl. auch jeweils separat NT-Masse dort anbinden, wo die durch sie jeweils zu versorgende Schaltung liegt - hängt vom konkreten Fall ab) > Zwischen den Massen der beiden Netzteile messe ich eine Spannung von > 0,13 V. Mit einem 4,7k-Widerstand dazwischen ist die Spannung aber weg > und einen Stromfluss kann ich mit dem Multimeter auch nicht feststellen. Ja, im DC-Meßbereich. Messe mal im AC-Meßbereich, und spiele mal mit der Steckerpolarität eines der Netzteile. Die Meßwerte werden dann ganz anders aussehen ...
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