Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Verdrahtung Schaltschrank elektrische Maschine


von Martin S. (sirnails)


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Hallo zusammen,

klar könnte ich die KI fragen und würde auch eine Antwort bekommen, aber 
ich suche eine belastbare Information.

Wir bauen regelmäßig Schaltschränke zu unseren Prüfständen für die 
innerbetriebliche Nutzung. Und da wir allesamt keine ausgebildeten 
Elektroniker sind, müssen wir uns darauf verlassen, wenn der 
Schaltschrankbau entsprechende Rückmeldung (vulgo Korrekturen) gibt, die 
wir dann umsetzen.

Bei ein paar Punkten werden wir uns allerdings nicht einig.

1) Üblicherweise sind die Schaltschränke einphasig Schuko angeschlossen. 
Die entsprechende Vorsicherung (16A in Zuleitung, 30mA RCD) setzen wir 
also voraus. Die Geräte sind laienbedienbar (Deckel auf, Prüfling rein, 
Deckel zu, Start drücken). Am Schaltschrank sind zumeist 4 Steckdosen 
außen, damit dort PC, Drucker, Barcode-Scanner, Bildschirm angeschlossen 
werden kann. Braucht der Schaltschrank dann einen eigenen RDC + 
Vorsicherung? Unserer Auffassung nein, denn die Vorsicherung ist an der 
Steckdose bereits gegeben, an der das Prüfgerät angeschlossen wird. 
Sonst müssten wir zukünftig einen selektiven RCD und mit maximal 10A 
absichern. Im Störfall dürfte auch niemand den Schaltschrank öffnen, um 
die Sicherung zurückzusetzen.

2) Ganz praktisch: Die Verdrahtung der Steckdosen. Lt. Aussage 
Schaltschrankbau ist es nicht zulässig, den PE durchzudrahten (also zu 
verketten). Wir verwenden die Standard-Weiß von PCE 
(https://www.pcelectric.at/shop/de/schutzkontaktsteckvorrichtungen/schutzkontakt-anbausteckdosen/schutzkontakt-anbausteckdosen-serie-s-nova.html). 
Lt. Schaltplan wird der PE zwischen den 4 Steckdosen durchverbunden 
(verkettet) - so wie in der Hausinstallation üblich. Lt. 
Schaltschrankbau sei das nicht erlaubt und beim Aufbau ziehen sie vier 
PE-Verbindungen zum Sternpunkt und wollen die entsprechende Änderung im 
Schaltplan dokumentiert. Oftmals kein Problem, fehlt manchmal der Platz 
für Zusatzklemmen.
von Schwierig (ruelps)


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Ich habe keine Ahnung von der Normung.

1.)
Von der Logik her würde ich den zu prüfenden Aufbau separat absichern 
inkl. RCD. So ist sichergestellt, dass der Schaltschrank selbst sicher 
ist, unabhängig von der vorgelagerten Installation.
Und der Prüfaufbau darf mir doch nicht meine Prüfschaltung rauswerfen 
dürfen. Da läuft z.B. ein PC im Schrank und ein kurzer im Prüfling haut 
den PC raus?
Und was spricht dagegen, die Sicherung außen am Schrank anzubringen?

2.)
Würde ich aus ähnlichen Gründen separat verlegen Und was ist das für ein 
"Schrank", der keinen Platz für 3 Adern mit 1,5 qmm hat?
: Bearbeitet durch User
von Klaus F. (klaus27f)


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Martin S. schrieb:
> einphasig Schuko

CEE blau wäre sinnvoller
von Dieter W. (dds5)


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Martin S. schrieb:
> Die Geräte sind laienbedienbar (Deckel auf, Prüfling rein,
> Deckel zu, Start drücken).

Wie ist denn der elektrische Anschluss des Prüflings ausgeführt?
Ich würde im Zweifelsfall einen Schalter vorsehen, der bei offenem 
Deckel die Netzspannung für den Prüflingsanschluss unterbricht.

Martin S. schrieb:
> Braucht der Schaltschrank dann einen eigenen RDC +
> Vorsicherung?

Sicherung wohl eher nicht, es sei denn irgend ein Teil ist nicht für den 
Betrieb an einer mit 16A abgesicherten Zuleitung ausgelegt ist - z.B. 
der Prüfling.
RCD bestenfalls dann, wenn der Prüfling Schutzklasse 1 ist und man bei 
einem zu hohen Ableitstrom das Auslösen des vorgeschalteten RCD 
vermeiden möchte.
von Lotta  . (mercedes)


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Klaus F. schrieb:
> Martin S. schrieb:
>> einphasig Schuko
>
> CEE blau wäre sinnvoller

Was ist das, CEE blau? Nullung?

mfg
von H. H. (hhinz)


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Martin S. schrieb:
> der
> Schaltschrankbau

Die kennen die betriebsspezifischen Regelungen, die ganz anders als 
VDE-Normen sein können.


> nicht zulässig, den PE durchzudrahten

Kenne ich so von mehreren großen Unternehmen.

Fällt auch gleich auf, weil Tür und Korpus separat zur PE-Schiene gehen, 
nicht über eine Brücke im Bereich der Scharniere.
von Rainer W. (rawi)


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Martin S. schrieb:
> einen selektiven RCD und mit maximal 10A

Die 10A, die bei einem RCD angegeben sind, sagen nur, wie viel Strom du 
durchschicken darfst. Wenn du mit 30mA RC vorabsicherst und trotzdem 
noch einen RCD im Schaltschrank haben willst, müsste das ein 20mA oder 
10mA-Typ sein, damit der selektiv ist.
von Armin X. (werweiswas)


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Lotta  . schrieb:
> Was ist das, CEE blau?

https://de.m.wikipedia.org/wiki/CEE-System

Guckstu bei CEE17 😉
von Oliver S. (oliverso)


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Es gibt Schaltschränke, und es gibt elektrische Geräte. Für beide 
existieren verschiedene Anforderungen.

Ich sag mal, euer Schaltschrankbau baut Schaltschränke, keine Geräte. 
Entweder, weil das, was ihr baut, doch kein Gerät ist, oder weil die es 
nicht besser wissen.

Beides lässt sich ändern.

Oliver
von Lotta  . (mercedes)


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Armin X. schrieb:
> Lotta  . schrieb:
>> Was ist das, CEE blau?
>
> https://de.m.wikipedia.org/wiki/CEE-System
>
> Guckstu bei CEE17 😉

Dann ist CEE blau die  Campingsteckverbindung!
Geil!
Man lernt hier nie aus. ;-P

mfg
von H. H. (hhinz)


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Lotta  . schrieb:
> Dann ist CEE blau die  Campingsteckverbindung!

Eigentlich nur die dreipolige Version für 16A davon.
von Lotta  . (mercedes)


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H. H. schrieb:
> Lotta  . schrieb:
>> Dann ist CEE blau die  Campingsteckverbindung!
>
> Eigentlich nur die dreipolige Version für 16A davon.

Huch?!?
Hast Du auch alle Steckverbinder im Kopf, oder
warst Du jetzt auch auf der Site? ;-)

mfg
von H. H. (hhinz)


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Lotta  . schrieb:
> Hast Du auch alle Steckverbinder im Kopf,

Die im Kopf haben andere Namen.


> oder warst Du jetzt auch auf der Site? ;-)

Ist nicht erforderlich.
von Lotta  . (mercedes)


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H. H. schrieb:
> Lotta  . schrieb:
>> Hast Du auch alle Steckverbinder im Kopf,
>
> Die im Kopf haben andere Namen.
Du meinst alle Schwachstrom und Elektronikverbinder? :-O
>
>
>> oder warst Du jetzt auch auf der Site? ;-)
>
> Ist nicht erforderlich.
benutzt Du außer Deinem Kopf noch ne KI?  ;-O

mfg
von Martin S. (sirnails)


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H. H. schrieb:
> Martin S. schrieb:
>> der
>> Schaltschrankbau
>
> Die kennen die betriebsspezifischen Regelungen, die ganz anders als
> VDE-Normen sein können.

Gibt keine hier.

>> nicht zulässig, den PE durchzudrahten
>
> Kenne ich so von mehreren großen Unternehmen.
>
> Fällt auch gleich auf, weil Tür und Korpus separat zur PE-Schiene gehen,
> nicht über eine Brücke im Bereich der Scharniere.

Die Steckdosen sind seitlich im Korpus eingebaut. Es geht mir da 
wirklich um die Verbindung PE-Steckdose <> PE-Steckdose <> PE-Steckdose 
-> PE-Sternpunkt oder PE-Steckdose -> PE-Sternpunkt + PE-Steckdose -> 
PE-Sternpunkt...
von Martin S. (sirnails)


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Oliver S. schrieb:
> Es gibt Schaltschränke, und es gibt elektrische Geräte. Für beide
> existieren verschiedene Anforderungen.

Der Schaltschrank ist Teil des Gesamt(prüf)geräts.
von Roland E. (roland0815)


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Klaus F. schrieb:
> Martin S. schrieb:
>> einphasig Schuko
>
> CEE blau wäre sinnvoller

Nein. Nicht für so einen Pillepalle.
von Oliver S. (oliverso)


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Martin S. schrieb:
> Oliver S. schrieb:
>> Es gibt Schaltschränke, und es gibt elektrische Geräte. Für beide
>> existieren verschiedene Anforderungen.
>
> Der Schaltschrank ist Teil des Gesamt(prüf)geräts.

So lange das für alle Beteiligten und auch in der Dokumentation ein 
Schaltschrank ist, wirst du damit leben müssen, dass der nach den Regeln 
gebaut wird, die für Schaltschränke gelten. Angefangen mit der Sicherung 
im Eingang…


Oliver
von Carypt C. (carypt)


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Es werden doch die PE-Leiter einer Mindestleitfähigkeitsprüfung 
unterzogen (?höchstens 3 Ohm ?), dann wird wahrscheinlich davon 
ausgegangen, dass da zusätzlich nur noch eine Leitung zum letztendlichen 
Gerät drankommt. Sollte man nun aber viele Dreier-Steckdosen 
hintereinander in Reihe dahinterstecken, hat man am Ende zuviel 
Widerstand im Schutzleiter, sodass letzendlich der RCD / Fi nicht mehr 
auslösen kann.
von Heinz R. (heijz)


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Carypt C. schrieb:
> Sollte man nun aber viele Dreier-Steckdosen
> hintereinander in Reihe dahinterstecken, hat man am Ende zuviel
> Widerstand im Schutzleiter, sodass letzendlich der RCD / Fi nicht mehr
> auslösen kann.

Der Schutzleiter hat nichts mit dem FI zu tun

Ein FI löst auch aus wenn Du den Schutzleiter komplett unterbrichst
von Martin S. (sirnails)


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Heinz R. schrieb:
> Ein FI löst auch aus wenn Du den Schutzleiter komplett unterbrichst

Oder auch nicht. Genau deshalb gibt es ihn ja.

Wer aber auf einer Gummimatte steht, und L und N anfässt, der darf 
tatsächlich nicht darauf hoffen, dass der RCD was tut. Egal ob mit, oder 
ohne PE.

Aber wie dem auch sei. Ich merke schon, die Frage ist zu speziell für 
hier. Aber einen Versuch war's wert.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende. Möge ein kaltes Fußbad unten, 
und ein kaltes Bier oben mit euch sein.
von Roland E. (roland0815)


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Martin S. schrieb:
>...
> Die Steckdosen sind seitlich im Korpus eingebaut. ...

Ist halt ein schmaler Grat, wenn da die Steckdosen in der Box sind. Dann 
solltest du den Eingang auf jeden Fall mit T16A H absichern, damit im 
Rahmen des vorhersehbaren Missbrauchs da nicht einer zwei 
Kaffeemaschinen dran hängt und einschaltet. FI ist mit Kanonen auf 
Spatzen geschossen.

Ich persönlich würde die Steckdosen weg lassen. Es ist dem Kunden 
durchaus zumutbar, seine Rechner selber an eine Verteilerschnur der 
eigenen Verantwortung zu hängen. Das Thema, dass dein 
Aufbau/Schaltschrank die Sicherung holt und der angeschlossene Rechner 
abstürzt wurde ja schon genannt.
von L. (lah)


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Martin S. schrieb:
> Die Verdrahtung der Steckdosen.

Habe ich auch mal erlebt und der Hintergrund war, dass bei einer 
Reparatur theoretisch die PE Kette unterbrochen werden könnte. Bei uns 
war damals die Lösung "Doppel-Aderendhülse und einen Kabelbinder um die 
zwei Adern" in den Schaltplan zu schreiben. Das Hülse kann natürlich 
auch irgendwie kaputt gehen, aber so kann man erstmal grundsätzlich 
nicht mehr vergessen den zweiten/abgehenden PE wieder anzuklemmen. Und 
gegen Platzprobleme gibt es Mehrstockklemmen :)
von Ralf X. (ralf0815)


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Roland E. schrieb:
> Ist halt ein schmaler Grat, wenn da die Steckdosen in der Box sind. Dann
> solltest du den Eingang auf jeden Fall mit T16A H absichern, damit im
> Rahmen des vorhersehbaren Missbrauchs da nicht einer zwei
> Kaffeemaschinen dran hängt und einschaltet.

Du hast den Thread/EP gelesen und dass der Schaltschrank per Schuko 
angeschlossen wird?
Bei irgendwelchen Steckdosen im oder am Schaltschrank ist es also völlig 
unklar, auf welchem Pol die Phase liegt.
Eine zusätzliche Sicherung müsste also mindestens beidpolig abschalten, 
was  nur Automaten können.

> FI ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Gerade bei Deiner Planung erhöhst Du damit das Gefährdungspotenzial 
nochmals..
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