Hallo zusammen, klar könnte ich die KI fragen und würde auch eine Antwort bekommen, aber ich suche eine belastbare Information. Wir bauen regelmäßig Schaltschränke zu unseren Prüfständen für die innerbetriebliche Nutzung. Und da wir allesamt keine ausgebildeten Elektroniker sind, müssen wir uns darauf verlassen, wenn der Schaltschrankbau entsprechende Rückmeldung (vulgo Korrekturen) gibt, die wir dann umsetzen. Bei ein paar Punkten werden wir uns allerdings nicht einig. 1) Üblicherweise sind die Schaltschränke einphasig Schuko angeschlossen. Die entsprechende Vorsicherung (16A in Zuleitung, 30mA RCD) setzen wir also voraus. Die Geräte sind laienbedienbar (Deckel auf, Prüfling rein, Deckel zu, Start drücken). Am Schaltschrank sind zumeist 4 Steckdosen außen, damit dort PC, Drucker, Barcode-Scanner, Bildschirm angeschlossen werden kann. Braucht der Schaltschrank dann einen eigenen RDC + Vorsicherung? Unserer Auffassung nein, denn die Vorsicherung ist an der Steckdose bereits gegeben, an der das Prüfgerät angeschlossen wird. Sonst müssten wir zukünftig einen selektiven RCD und mit maximal 10A absichern. Im Störfall dürfte auch niemand den Schaltschrank öffnen, um die Sicherung zurückzusetzen. 2) Ganz praktisch: Die Verdrahtung der Steckdosen. Lt. Aussage Schaltschrankbau ist es nicht zulässig, den PE durchzudrahten (also zu verketten). Wir verwenden die Standard-Weiß von PCE (https://www.pcelectric.at/shop/de/schutzkontaktsteckvorrichtungen/schutzkontakt-anbausteckdosen/schutzkontakt-anbausteckdosen-serie-s-nova.html). Lt. Schaltplan wird der PE zwischen den 4 Steckdosen durchverbunden (verkettet) - so wie in der Hausinstallation üblich. Lt. Schaltschrankbau sei das nicht erlaubt und beim Aufbau ziehen sie vier PE-Verbindungen zum Sternpunkt und wollen die entsprechende Änderung im Schaltplan dokumentiert. Oftmals kein Problem, fehlt manchmal der Platz für Zusatzklemmen.
Ich habe keine Ahnung von der Normung. 1.) Von der Logik her würde ich den zu prüfenden Aufbau separat absichern inkl. RCD. So ist sichergestellt, dass der Schaltschrank selbst sicher ist, unabhängig von der vorgelagerten Installation. Und der Prüfaufbau darf mir doch nicht meine Prüfschaltung rauswerfen dürfen. Da läuft z.B. ein PC im Schrank und ein kurzer im Prüfling haut den PC raus? Und was spricht dagegen, die Sicherung außen am Schrank anzubringen? 2.) Würde ich aus ähnlichen Gründen separat verlegen Und was ist das für ein "Schrank", der keinen Platz für 3 Adern mit 1,5 qmm hat?
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Martin S. schrieb: > Die Geräte sind laienbedienbar (Deckel auf, Prüfling rein, > Deckel zu, Start drücken). Wie ist denn der elektrische Anschluss des Prüflings ausgeführt? Ich würde im Zweifelsfall einen Schalter vorsehen, der bei offenem Deckel die Netzspannung für den Prüflingsanschluss unterbricht. Martin S. schrieb: > Braucht der Schaltschrank dann einen eigenen RDC + > Vorsicherung? Sicherung wohl eher nicht, es sei denn irgend ein Teil ist nicht für den Betrieb an einer mit 16A abgesicherten Zuleitung ausgelegt ist - z.B. der Prüfling. RCD bestenfalls dann, wenn der Prüfling Schutzklasse 1 ist und man bei einem zu hohen Ableitstrom das Auslösen des vorgeschalteten RCD vermeiden möchte.
Klaus F. schrieb: > Martin S. schrieb: >> einphasig Schuko > > CEE blau wäre sinnvoller Was ist das, CEE blau? Nullung? mfg
Martin S. schrieb: > der > Schaltschrankbau Die kennen die betriebsspezifischen Regelungen, die ganz anders als VDE-Normen sein können. > nicht zulässig, den PE durchzudrahten Kenne ich so von mehreren großen Unternehmen. Fällt auch gleich auf, weil Tür und Korpus separat zur PE-Schiene gehen, nicht über eine Brücke im Bereich der Scharniere.
Martin S. schrieb: > einen selektiven RCD und mit maximal 10A Die 10A, die bei einem RCD angegeben sind, sagen nur, wie viel Strom du durchschicken darfst. Wenn du mit 30mA RC vorabsicherst und trotzdem noch einen RCD im Schaltschrank haben willst, müsste das ein 20mA oder 10mA-Typ sein, damit der selektiv ist.
Lotta . schrieb: > Was ist das, CEE blau? https://de.m.wikipedia.org/wiki/CEE-System Guckstu bei CEE17 😉
Es gibt Schaltschränke, und es gibt elektrische Geräte. Für beide existieren verschiedene Anforderungen. Ich sag mal, euer Schaltschrankbau baut Schaltschränke, keine Geräte. Entweder, weil das, was ihr baut, doch kein Gerät ist, oder weil die es nicht besser wissen. Beides lässt sich ändern. Oliver
Armin X. schrieb: > Lotta . schrieb: >> Was ist das, CEE blau? > > https://de.m.wikipedia.org/wiki/CEE-System > > Guckstu bei CEE17 😉 Dann ist CEE blau die Campingsteckverbindung! Geil! Man lernt hier nie aus. ;-P mfg
Lotta . schrieb: > Dann ist CEE blau die Campingsteckverbindung! Eigentlich nur die dreipolige Version für 16A davon.
H. H. schrieb: > Lotta . schrieb: >> Dann ist CEE blau die Campingsteckverbindung! > > Eigentlich nur die dreipolige Version für 16A davon. Huch?!? Hast Du auch alle Steckverbinder im Kopf, oder warst Du jetzt auch auf der Site? ;-) mfg
Lotta . schrieb: > Hast Du auch alle Steckverbinder im Kopf, Die im Kopf haben andere Namen. > oder warst Du jetzt auch auf der Site? ;-) Ist nicht erforderlich.
H. H. schrieb: > Lotta . schrieb: >> Hast Du auch alle Steckverbinder im Kopf, > > Die im Kopf haben andere Namen. Du meinst alle Schwachstrom und Elektronikverbinder? :-O > > >> oder warst Du jetzt auch auf der Site? ;-) > > Ist nicht erforderlich. benutzt Du außer Deinem Kopf noch ne KI? ;-O mfg
H. H. schrieb: > Martin S. schrieb: >> der >> Schaltschrankbau > > Die kennen die betriebsspezifischen Regelungen, die ganz anders als > VDE-Normen sein können. Gibt keine hier. >> nicht zulässig, den PE durchzudrahten > > Kenne ich so von mehreren großen Unternehmen. > > Fällt auch gleich auf, weil Tür und Korpus separat zur PE-Schiene gehen, > nicht über eine Brücke im Bereich der Scharniere. Die Steckdosen sind seitlich im Korpus eingebaut. Es geht mir da wirklich um die Verbindung PE-Steckdose <> PE-Steckdose <> PE-Steckdose -> PE-Sternpunkt oder PE-Steckdose -> PE-Sternpunkt + PE-Steckdose -> PE-Sternpunkt...
Oliver S. schrieb: > Es gibt Schaltschränke, und es gibt elektrische Geräte. Für beide > existieren verschiedene Anforderungen. Der Schaltschrank ist Teil des Gesamt(prüf)geräts.
Klaus F. schrieb: > Martin S. schrieb: >> einphasig Schuko > > CEE blau wäre sinnvoller Nein. Nicht für so einen Pillepalle.
Martin S. schrieb: > Oliver S. schrieb: >> Es gibt Schaltschränke, und es gibt elektrische Geräte. Für beide >> existieren verschiedene Anforderungen. > > Der Schaltschrank ist Teil des Gesamt(prüf)geräts. So lange das für alle Beteiligten und auch in der Dokumentation ein Schaltschrank ist, wirst du damit leben müssen, dass der nach den Regeln gebaut wird, die für Schaltschränke gelten. Angefangen mit der Sicherung im Eingang… Oliver
Es werden doch die PE-Leiter einer Mindestleitfähigkeitsprüfung unterzogen (?höchstens 3 Ohm ?), dann wird wahrscheinlich davon ausgegangen, dass da zusätzlich nur noch eine Leitung zum letztendlichen Gerät drankommt. Sollte man nun aber viele Dreier-Steckdosen hintereinander in Reihe dahinterstecken, hat man am Ende zuviel Widerstand im Schutzleiter, sodass letzendlich der RCD / Fi nicht mehr auslösen kann.
Carypt C. schrieb: > Sollte man nun aber viele Dreier-Steckdosen > hintereinander in Reihe dahinterstecken, hat man am Ende zuviel > Widerstand im Schutzleiter, sodass letzendlich der RCD / Fi nicht mehr > auslösen kann. Der Schutzleiter hat nichts mit dem FI zu tun Ein FI löst auch aus wenn Du den Schutzleiter komplett unterbrichst
Heinz R. schrieb: > Ein FI löst auch aus wenn Du den Schutzleiter komplett unterbrichst Oder auch nicht. Genau deshalb gibt es ihn ja. Wer aber auf einer Gummimatte steht, und L und N anfässt, der darf tatsächlich nicht darauf hoffen, dass der RCD was tut. Egal ob mit, oder ohne PE. Aber wie dem auch sei. Ich merke schon, die Frage ist zu speziell für hier. Aber einen Versuch war's wert. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende. Möge ein kaltes Fußbad unten, und ein kaltes Bier oben mit euch sein.
Martin S. schrieb: >... > Die Steckdosen sind seitlich im Korpus eingebaut. ... Ist halt ein schmaler Grat, wenn da die Steckdosen in der Box sind. Dann solltest du den Eingang auf jeden Fall mit T16A H absichern, damit im Rahmen des vorhersehbaren Missbrauchs da nicht einer zwei Kaffeemaschinen dran hängt und einschaltet. FI ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Ich persönlich würde die Steckdosen weg lassen. Es ist dem Kunden durchaus zumutbar, seine Rechner selber an eine Verteilerschnur der eigenen Verantwortung zu hängen. Das Thema, dass dein Aufbau/Schaltschrank die Sicherung holt und der angeschlossene Rechner abstürzt wurde ja schon genannt.
Martin S. schrieb: > Die Verdrahtung der Steckdosen. Habe ich auch mal erlebt und der Hintergrund war, dass bei einer Reparatur theoretisch die PE Kette unterbrochen werden könnte. Bei uns war damals die Lösung "Doppel-Aderendhülse und einen Kabelbinder um die zwei Adern" in den Schaltplan zu schreiben. Das Hülse kann natürlich auch irgendwie kaputt gehen, aber so kann man erstmal grundsätzlich nicht mehr vergessen den zweiten/abgehenden PE wieder anzuklemmen. Und gegen Platzprobleme gibt es Mehrstockklemmen :)
Roland E. schrieb: > Ist halt ein schmaler Grat, wenn da die Steckdosen in der Box sind. Dann > solltest du den Eingang auf jeden Fall mit T16A H absichern, damit im > Rahmen des vorhersehbaren Missbrauchs da nicht einer zwei > Kaffeemaschinen dran hängt und einschaltet. Du hast den Thread/EP gelesen und dass der Schaltschrank per Schuko angeschlossen wird? Bei irgendwelchen Steckdosen im oder am Schaltschrank ist es also völlig unklar, auf welchem Pol die Phase liegt. Eine zusätzliche Sicherung müsste also mindestens beidpolig abschalten, was nur Automaten können. > FI ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Gerade bei Deiner Planung erhöhst Du damit das Gefährdungspotenzial nochmals..
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