Hallo allerseits, Ich habe ein defektes 2015er Navico 3G Bootsradar erstanden und repariert. Bilder vom HF-Teil gibts im Nachbarforum: Beitrag "Platinenfotos: Navico 3G Schiffsradar" Hier dagegen soll es um den Digitalteil gehen. Das Radar braucht 12V, soll im Standby 140mA Strom ziehen. Es hat eine Ethernet-Schnittstelle, über die der Sendebetrieb aktiviert wird und die Messdaten ausgegeben. Unter dem Radom verstecken sich zwei Platinen: eine Digitalplatine mit i.MX6 Controller in der Basis und eine HF-Platine auf der Rückseite des drehenden Antennenbalkens. Als ich es bekommen habe, ging die Stromaufnahme nie über 90mA und ein Ethernet Link wurde nicht aufgebaut. Habe einige Tage damit zugebracht, mit Multimeter und Oszilloskop die zahlreichen Schaltregler auf der Digitalplatine zu prüfen. Eigentlich schaut aber alles gut aus. Überall liegen sinnvolle Spannungen an, inkl. der Kernspannungen für den i.MX6 Controller. Der Controller zeigt sogar Lebenszeichen: der Quarzoszillator schwingt bei der korrekten Frequenz. Alle anderen Pins zeigen aber keinerlei Aktivität, insb. wird nie versucht auf das NAND-Flash zuzugreifen. Dessen !RE ist dauerhaft high. Der Controller verhält sich, als würde irgendetwas ihn im Reset halten. Das einzige, was nach Resetschaltung ausschaut, sind zwei SOT-23 direkt neben dem Controller. Dort messe ich seltsame und langsam umher driftende Spannungen. Habe die beiden SOT-23 ausgelötet - interessanter Weise hat das dazu geführt, dass der Controller bootet und auch ein Ethernet Link zu Stande kommt. Habe mich also daran gemacht, die Resetschaltung zu verstehen. Siehe Schaltbild im Anhang. Es handelt sich um einen Voltage Supervisor und eine Schottky-Diode. Der Supervisor scheint irgendwelche Leckströme entwickelt zu haben. Jedenfalls zieht er seine eigene Referenzspannung herunter, merkt dann aber, dass die Spannung nicht passt, und zieht des Reset des i.MX6. Nach Austausch des Überwachungschips funktioniert das ganze Radar wieder. Die stromaufnahme im Standby beträgt nun 140…200mA. Am HF Teil musste ich nichts machen, der lebt noch. Die Wahrscheinlichkeit, das hier jemand so ein altes Radar mit dem gleichen Fehler unter die Finger bekommt ist sicher minimal. Aber falls doch hab ich meine Erkenntnisse im Anhang grob zusammen gefasst. Sebastian
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