Ich habe irgendwie eine Schwäche für alte Messgeräte entwickelt und dabei für einen brauchbaren Kurs einen alten Metrawatt METRATESTER 2 von ca. 1972 erstanden. Der eigentliche Defekt war nur ein verbogener Zeiger im Messwerk, der auf der Skalenscheibe gedrückt hat. Die Isolationswiderstandsmessung und Schutzleiterwiderstandsmessung sind erstaunlich genau, aber Netzspannungs- und Fehlerstrommessung zeigen deutlich zu wenig an (jedoch unterschiedliche prozentuale Fehler). Im Inneren befindet sich ein Poti zum Abgleich, aber der Einstellbereich reicht nicht aus, um die Fehler auszugleichen und durch die unterschiedlichen Abweichungen verschieben sich dann die anderen Messbereiche. Bevor ich mir nun die Arbeit mache, einen Schaltplan aufzunehmen, hat vielleicht jemand über Google-Suchergebnisse hinausgehende Service- oder Schaltungsunterlagen zu dem Gerät? Aufgrund der Siebziger war ich der Hoffnung, in der Anleitung befände sich der Schaltplan und eine Abgleichanleitung, aber das ist leider nicht der Fall. Fun Fact: Man soll vor einer Messung die Schleifenimpedanz des Netzes messen und kann dazu einen Widerstand zuschalten, der ca. 550mA fließen lässt. Wie mein RCD gestern herausgefunden hat allerdings zwischen L und PE und nicht L und N. Andere Zeiten, andere Installationen - Fand ich unterhaltsam. Dankeschön! PS: Die Anleitung, die ich dazu habe, ist in gutem Zustand. Ich werde sie einscannen und als PDF zur Verfügung stellen.
Anbei schon einmal die gescannte Anleitung, falls jemand das Gerät hat, aber keine Anleitung dazu.
Ich noch mal. Den Fehler für den zu geringen Strom habe ich mittlerweile gefunden: Mich selber. Das Messwerk zeigt den Ableitstrom für rein kapazitive Lasten, für rein ohmsche Lasten wie meinen Kalibrator gibt es eine Korrektur. Bei ohmschen 7mA am Kalibrator zeigt das Messwerk etwas unter 4mA an. Schaut man nun in die Korrektur, entsprechen 4mA abgelesen etwa 8mA rein ohmsch. Dazu noch die leicht erhöhte Netzspannung (ausgelegt ist das Gerät für 220V, mein aktueller Secutest misst sie mit 228V) und dann kommen wir dem Sollwert von 7mA IPE schon sehr nahe. Also ein einfacher Anwenderfehler. Wenn man die Anleitung schon hat, sollte man sie auch lesen. Aber es gibt auf der hinteren Leiterplatte zwei Potis. Das komplett sichtbare scheint der Nullpunkt für alle Messbereiche zu sein, das versteckte, welches sich durch ein Loch bedienen lässt, scheint die Verstärkung für die Widerstandsmessung (nicht Isolationswiderstand und nicht RPE) zu sein und sonst keine Messwerte zu beeinflussen. Durch Verstellen der drei möglichen Stellschrauben (Nullpunkt Messwerk, Nullpunkt-Poti und Widerstands-Poti) kann man schon recht genaue Messwerte erreichen. Durch die gegenseitige Beeinflussung braucht es aber etwas Geduld. Am Ende ist es ein 54 Jahre altes Messgerät, das heute eigentlich nicht mehr wirklich verwendbar ist. Dafür finde ich das Ergebnis schon erstaunlich gut! PS: Die PDF hab ich "Secutester" genannt, natürlich ist es ein Metratester.
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