Hallo,
ich habe mal wieder eine Frage. Gegeben sei ein Empfänger für den
Modellflug, dieser hat ein einfaches Stück Kabel als Antenne. Aber wo
zum Teufel nimmt dieser die nötige Erdverbindung (Masse) her, damit er
überhaupt eine elektromagnetische Welle empfangen kann?
Wie funktioniert das?
Gruß, Feadi
Hi, Feadi,
Du: "..dieser hat ein einfaches Stück Kabel als Antenne. Aber wo
zum Teufel nimmt dieser die nötige Erdverbindung (Masse) her"
Alles nicht so schlimm, ist ja nur auf Sicht.
Im 27MHz-Band läßt sich die Entfernung zum Modell in Wellenlängen an
zwei bis drei Händen abzählen.
Aber such mal, wo die Batterie montiert ist.
Der Empfänger muß sich gar nicht zwischen Batterie ("Erde") und Antenne
befinden, solange er nur einen Teil der Differenzspannung bekommt.
Ciao
Wolfgang Horn
Bei Funksendern und Empfängern ist es egal ob sie sich auf
unterschiedlichem Potential befinden oder nicht, da ja nur die
Amplitude der Funkwelle gemessen wird, verständlich?
Die Welle lößt sich beim Sender von der Antenne und durchdringt den
Raum.
Beim Empfänger wird in der Antenne eine Spannung induziert.
Die Antenne des Empfängers ist ein Schingkreis (Spule=Draht, Kondensator
ist die Luft um ihn herum von einem Ende zum anderen), der so abgestimmt
ist, daß er auf die gewünschte Frequenz schwingt. So kommt es zu einem
Resonanzüberhöhung, die dann die gewünschte Frequenz empfängt.
Der Erdboden hat damit nichts zu tun. Die Energie steckt rein in der
Welle und ist kein Strom mit Bezug auf Generator-Mittelpunkt oder
vergleichbares (Dreck, Äh, Erde).
>Das funktioniert in einem Modellflugzeug ganz bestimmt nicht, oder doch?
Warum denn nicht?
Bei (Modellbau-) Empfängern nutzt man doch die Tatsache aus, dass eine
elektromagnetische Welle in einem Leiter eine Spannung erzeugt.
Wo eine Spannung und ein Leiter ist, fliesst Strom...
Der fliesst zwischen den beiden Antennenden hin- und her...
Es ist ein sehr geringer Strom...Deswegen wird der Kopfhörer auch einer
mit höherer Impedanz sein.
Das ist eine symmetrische Dipolantenne, das Flugmodell bildet mit seinen
metallischen Teilen, die mit der Empfängermasse verbunden sind die
zweite Dipolhälfte. Für Fernsteuerungen im 11-Meter-Band (27 MHz) ist
der Dipol allerdings ziemlich verkürzt. Ähnlich bildet auch die
Stabantenne eines Radios oder Handfunkgeräts nur eine Seite einer
Dipolantenne. Für ein UKW-Radio ist der Stab aber etwa eine Viertel
Wellenlänge ( 3m-Band, also 75cm) lang, dass passt schon eher. Für
Handies im 900 MHz oder 1800 MHz Bereich sind die Wellenlängen schon
"handlicher".
> Aber wo fliesst der Strom hin, wenn keine Erdverbindung da ist?
Der Strom fliesst ja nicht von Sender zu Empfänger. Der sender erzeugt
durch schnell wechselnde Ströme ein Magnetfeld, das wiederum beim
Empfänger einen Strom induziert.
> ..., die mit der Empfängermasse verbunden sind die zweite Dipolhälfte.
Bedeutet das, dass man entweder eine Masse, oder eine zweite Dipolhälfte
braucht?
Also wenn mein Flugzeug nur aus Holz besteht, nehme ich einfach ein
zweites Stück Draht und klemme es als Masse (zweite Dipolhälfte) an,
oder?
Hi,
blöde Frage, aber kann das sein, dass bei dieser
Empfänger+Kopfhörerschaltung trotz allem nichts zu hören sein wird? Also
meine Ohren schaffen selbst die 27MHz von Billigspielzeug sicherlich
nicht, höchstens den niederfrequenten PPM Anteil.
Gruß
Fred