Hallo,
Ich wollte Fragen, ob hier wer zufällig sich als Z12 verpflichtet hat?
Ich werde Elektrotechnik nach meinen ersten Lehrgängen in München
studieren.
Hat jemand damit Erfahrung? Ich meine mit der Uni dort und der Karriere
beim Bund.
Mit der Uni hab ich keine Erfahrung. Habe nicht beim Bund studiert,
allerdings ein Bekannter, der hat auch ETechnik gemacht. Studium ist
ziemlich hart; Trimester und man kann keins wiederholen (soweit ich
weiß).
Karriere beim Bund kann ich nicht beurteilen, er arbeitet aber in einem
Verwaltungsjob. Ist zwar in der Einheit für technischen Wartung, aber
das war es dann auch mit ETechnik.
Karriere nach dem Bund halte ich auf zumindest nicht für gesichert.
Denke viele Arbeitgeber werden Vorbehalte haben, da der Bund häufig nur
mit Zeit totschlagen assouiiert wird. Wenn man dann auch noch nicht
wirklich als Ingenieur arbeitet, stell ich mir das noch schwerer vor!
Ist aber nur meine persönliche Einschätzung, die keinerlei Anspruch auf
Richtigkeit und Objektivität erhebt.
Ahja - weiß zwar nicht, ob ich NOCH besser werden kann, aber auf jeden
Fall schon mal vielen Dank für den Hinweis und die konstruktive, anonyme
Kritik!
Ich hätte keine Vorbehalte gegen jemanden, der beim Bund studiert. Ich
habe lediglich Vorbehalte gegen den Bund, die dortige Gammelei.
Allerdings würde ich nachfragen, warum er zum Bund geht und dann wieder
weg und in die Wirtschaft gehen möchte.
Eine Begründung könnte sein: "Ich hatte kein Geld zum Studieren, daher
blieb mir keine Wahl". Wichtig wäre, was er in seiner Bundzeit gemacht
hat und was er mit seinem Wissen angefangen hat. Mir ist nämlich als
Aussenstehender nicht klar, wafür der Bund Ingenieure braucht.
Man sollte bei dieser Diskussion nicht vergessen, dass man als Z12er
auch einen Offizierslehrgang absolviert. Bei einer späteren Verwendung
in der Wirtschaft haben technische Offiziere aus meiner Sicht enorme
Einstiegschancen, weil sie neben der Technik auch sehr gute Kenntnisse
in der Menschenführung besitzen (technisches Management!).
Grüße
Tommy
>weil sie sehr gute Kenntnisse in der Menschenführung besitzen
Das ist die Theorie! Ich hatte in einer Firma mal einen der vom Bund kam
und einen auf Menschenführer gemacht hat. Der Begriff "Führer" passte
zwar recht gut, von Menschlichkeit war da keine Spur. Das, was man in
den Reihen der Bundewehr unter Menschenführung versteht, ist keineswegs
das, was in der Wirtschaft gebraucht wird und schon garnicht konform mit
dem, was von den meisten akzeptiert wird. Und mit einem Kasernenhofton
braucht man heute eh keinem mehr zu kommen - das lässt sich keiner
gefallen.
Ausserdem: Wenn einer beim Bund ausscheidet oder rausgeht, hat er zwar
formelle Erfahrung, das sagt aber nichts darüber, ob er es gut gemacht
hat! Ich würde immer hinterfragen, warum er den Bund verlassen hat, wenn
er doch seinen Job so gut gemacht hat.
Ne, ist klar. Bund und Menschenführung.
In so einem starren und extrem hierarchischen System wie bei der
Bundeswehr werden doch nur gestörte herangezüchtet, die nicht mal die
kleinsten Dinge hinterfragen. Nur Befehl und Gehorsam. Die kann man
sicherlich nirgendwo im richtigen Leben mehr gebrauchen (Ich weiß, wovon
ich rede, habe einen Onkel, der Oberst ist, eine ganz arme Sau ist
das!).
Ist aber auch nicht so wichtig, die Bundeswehr hat sowieso immense
Personalprobleme, weil da keiner hin will. Insofern ist es kein Problem,
aus Z12 ZGrabstein zu machen. Also who cares?
>Ich würde immer hinterfragen, warum er den Bund verlassen hat,>wenn er doch seinen Job so gut gemacht hat.
Du warst Zivi, oder? ;-)
Sofern er während seiner Laufbahn nicht den Antrag gestellt hat,
Berufssoldat zu werden (was halt auch nicht jedermanns Sache ist), ist
bei einem Z12 halt nach 12 Jahren schluß...
>Die kann man sicherlich nirgendwo im richtigen Leben mehr gebrauchen (Ich>weiß, wovon ich rede, habe einen Onkel, der Oberst ist, eine ganz arme>Sau ist das!).
Harte Worte, aber ich kanns mir vorstellen...
Offiziere als Projekt/Teamleiter? Total sinnlos, in der freien
Wirtschaft wird mit ganz anderen Bandagen gekämpft. Disziplin alleine
bringt keinen Wettbewerbsvorteil. Mein Ex-Chef hat beim Bund studiert,
selbes Problem wie mit Thomas Onkel.
Hatte kurz überlegt als Z12 beim Bund zu studieren. Als W10 kam mir aber
recht schnell die Eingebung, das dies eine ziemlich schlechte Idee sei.
Es soll aber Leute geben, die sowas gemacht haben.
>Hatte kurz überlegt als Z12 beim Bund zu studieren. Als W10 kam mir aber>recht schnell die Eingebung, das dies eine ziemlich schlechte Idee sei.
Genauso war das bei mir auch. Allerdings warens zu meiner Zeit nur noch
9 Monate, die haben aber auch gereicht. So unfähig und total bescheuert
sind auch nicht alle beim Bund, die meisten Offiziere sind schon ok. Die
wirklich Gestörten sind die niedrigen Dienstgrade, je niedriger desto
Schlimmer!
Uffze, StUffze, Lumpenpack - Scheiß im Hirn und Luft im Sack! ;-)
>Offiziere als Projekt/Teamleiter?
Eher als normale Hochschulabsolventen, welche zu 75% keinerlei soziale
Kompetenz besitzen. Wie auch, wird ja an den deutschen Hochschulen nicht
gelehrt.
Lieber keine Ahnung als den halben Weg in die falsche Richtung gegangen.
Fuehrung in der Industrie heutzutage bedeutet nicht rumschreien, sondern
die Leute motivieren & foerdern.
>Eher als normale Hochschulabsolventen, welche zu 75% keinerlei soziale>Kompetenz besitzen. Wie auch, wird ja an den deutschen Hochschulen>nicht gelehrt.
Das ist auch nicht die Aufgabe der Hochschulen. Ich würde auch infrage
stellen, ob das beim Bund gelehrt wird.
>Lieber keine Ahnung als den halben Weg in die falsche Richtung gegangen.
So ist es.
>Fuehrung in der Industrie heutzutage bedeutet nicht rumschreien,>sondern die Leute motivieren & foerdern.
Tja - und höhere Vorgesetzte zu haben , die das auch erkennen.
Allzuoft liefert diese Motivation die Karte für den Arschtritt,
sprich man sieht das laufende Projekt - wozu ein mittleres Management,
was eh nix gescheites schafft....
Also die Bundler würd ich mal nicht so einfach über einen Kamm
scheren. Hatte 2 Kompanieführer in meiner Zeit (W12).
Der Eine war n super Typ, der auf die Motivationsgeschichten
fuhr, da haben die Dienstleistenden auch relativ gern ihren
Dienst versehen, der Zweite war ehemals NVA-Offizier (ok hier
verallgemeinere ich dann evtl. doch :)), der hatte den Bogen
nicht so raus und da hats dann auch oft geklemmt.
In der zivilen Wirtschaft hab ich aber auch schon ähnliche
Geschichten mit Abteilungsleitern erlebt (in etwa vergleichbarer
Rang). Es kommt einfach auch auf den Charakter der Leut an.
Zum Studium: Wenn ich die Entscheidung heute wieder zu treffen
hätte würde ich das Angebot nicht ablehnen. 12 Jahre sind
wirklich schnell vorbei, man kommt auch viel rum, verdient
vom Studienanfang an gleich ganz gute Kohle.
Doof wirds halt nur, wenn in der Zeit dann der V-Fall eintreten
sollte :( und auch nicht zu Vergessen ist, dass sich durch den
Rang auch die Reservistenzeit deutlich verlängert.
Andererseits ist ne Reserveübung auch ne ganz witzige Angelegenheit.
Ein Freund hat auch bei der Bundeswehr studiert (Irgendwas mit
Metalltechnik), als er da fertig war (hatte nen ganz ordentlichen
Abschluss) wollte ihn niemand haben weil er zulange erst noch beim Bund
dienen musste und dann wieder viel vergessen hatte.
Jetzt hatter zwar nen Job, wird aber unterbezahlt.
Im nachhinein hat er die Entscheidung bereut.