Hallo,
ich bräuchte etwas Hilfe bei der Terminierung des SPI. Folgende
Situation liegt vor:
Ich will zwei MAX6675 über ca. 3m langen SPI mit einem ATmega16
auslesen. Auf kurze Distanz ist das kein Problem und funktioniert
soweit. Aber jetzt muss ich das ganze über 3m Entfernung hinbekommen.
Der SPI wird mit dem Prescaler 128 bei 8MHz Clock = 62,5kHz betrieben.
Der MAX6675 braucht nur sehr wenig Strom und kann nur ausgelesen werden.
Ich habe mir schon den Artikel über Terminierung durchgelesen und bin
jetzt etwas ratlos, denn ich verwende ein Kabel, mit 6 Adern und einem
Schirm, von dem ich den Wellenwiderstand nicht weiss.
Welche Terminierung kann ich verwenden und wie berechne ich diese am
besten?
Wie sollte ich die Verbindung von den Master zu den Slaves wählen?
Möglichkeit 1) Durchschleifen:
Master-------*-Slave1
|
*---------------Slave2
Möglichkeit 2) Sternförmig:
Master*---------Slave1
|
*---------Slave2
Wie sieht die Terminierung bei beiden Möglichkeiten aus?
Danke im Vorraus.
spi ist für solche bossen nicht gemacht worden:
ich würde dir empfehlen das mit rs232 zu machen und vor jeden spi slave
dann noch irgent nen kleinen controller der dann dem max eintrichtert
was er zu machen hat.
Ich weiss dass der SPI nicht für solche Distanzen gemacht wurde, aber es
geht mit der entsprechenden Terminierung. Zumindest wenn man dem Forum
glauben kann. Ich habe hier schon was von 14m gelesen... allerdings
wurde dort immer nur ein Slave angesteuert, wie die Beschaltung bei
mehreren Slaves aussieht weiss ich nicht, deshalb ja auch der neue
Thread.
Terminierung brauchst du wenn Reflektionen auftreten
können. Bei der unglaublichen Treiberleistung des MAX
von 1.6mA wird es sich wohl eher um Übersprechen
zwischen den Adern handeln. Nimm geschirmte
Leitungen für jede einzelne Ader. Oder auf beiden Seiten einen
niederohmigen Treiber mit ordentlich Bumms dahinter.
Trivial: Variante 2 mit Software-SPI und getrennten Signalen für beide
MAXe. Was die Terminierung angeht ist natürlich ein Oszi von Vorteil.
Aber probier mal 100 Ohm, vielleicht klappt es damit.
Wobei, wie holger anführt, die Datenleitungen wohl schon selber
hochohmig genug sind. Aber wenn ein kräftiger 5V-AVR in die
CLK/CS-Leitungen bläst, dann dort lieber mit Serienterminierung.
Also einen Software SPI wollte ich jetzt nicht extra aufbauen.
Dem Vorschlag mit den einzeln abgeschirmten Leitungen werde ich mal
nachgehen...
Oszi habe ich jetzt leider nicht. :-(
Hast du vielleicht ein Beispielcode in C zum Software SPI?
Aber wenn ich das Problem schon mit einem besseren Kabel hinbekommen
würde, wäre das Softwar SPI hinfällig. Selbst mit Software SPI würde das
Problem mit dem Übersprechen oder der Refelexion bestehen bleiben, dann
wäre ich fast wieder am Anfang.
Also wenn die CPU schon SPI per Hardware kann und wir dann wieder alles
per Bitbang rauswackeln, warum dann nicht gleich Morsen per Hand
(schafft auch gleich Arbeitsplätze) ? Oder noch besser wären
Rauchzeichen ...
Warum nicht ein Thermoelement mit 5 Meter Länge kaufen ?
(oder entsprechend gewünschte Länge)
Dann ergibt sich das Problem mit SPI doch gar nicht ?
Gruß Sven
@Sven,
so einfach ist das nicht, denn die Schaltung also der MAX6675 (die
Vergleichsstelle) würde dann nicht im selben Außentemperaturbereich
liegen wie das Thermoelement! Also wird die Messung verfälscht, da der
MAX bei der Messung der Thermospannung gleich die Umgebungstmperatur
bestimmt und diese dann verrechnet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Thermoelement
@Peter
Mit der Taktfrequenz kann ich ohne die CPU Clock zu verringern, nicht
mehr runter gehen. Beim Prescaler ist 128 schon das Höchste.
@Morsen
Ich habe nicht vor einen Softwar SPI zu realisieren, wenn es schon
diesen in Hardware gibt.
Bei der Datenleitung lässt sich die Länge durch Taktfrequenz
kompensieren. Beim Taktsignal jedoch nicht, nämlich dann nicht wenn eine
Reflektion aus einem Taktimpuls deren zwei macht. Wie in
Wellenwiderstand dargelegt, ist dafür nicht die Taktfrequenz
entscheidend, sondern die Signalflanke.
Ein Serienwiderstand als Abschluss klappt prima, wenn der Empfänger des
Signals am anderen Ende der Leitung sitzt. Wenn er in der Mitte sitzt
klappt das jedoch nicht.
Im diesem Fall könnte man also die Stern-Variante mit Serienterminierung
des Taktsignals ausprobieren, wobei dann eher 2 100 Ohm Widerstände
angesagt sind, einer pro Strang.
@Andreas
Also sollte ich sternförmig vorziehen und die Takt- und Datenleitung
jeweils bei beiden Slaves am Ende mit 100 Ohm Widerständen versehen.
___
Master Clk--*--------------|_100_|-Slave1 Clk
Master Data-|-*------------|_100_|-Slave1 Data
| | ___
| *------------|_100_|-Slave2 Clk
*--------------|_100_|-Slave2 Data
@Andreas
Ich habe deine Variante mal aufgebaut, allerdings mit 110 Ohm (was
anderes war nicht greifbar), aber irgendiwe funktioniert es trotzdem
nicht. :-(
Liegt es an den 110 Ohm?
@olaf
je länger die leitung desto geringer die geschwindigkeit mit der du spi
übertragen kannst.
habe mir jetzt nicht den gesamten beitrag angeschaut, aber mit welcher
geschw. arbeitest du ?
ggf runter mit der geschwindigkeit.
in welcher umgebung arbeitest du ? hast du viele störquellen ?
abschirmung wurde ja schon angesprochen.
was vllt. auch noch bei der terminierung hilft sind kondensatoren die
evtl. spannungspitzen glätten die dein signal verfälschen können.
die größe des kondensators hängt dann an der spi geschwindigkeit.
SPI = Clk 62,5kHz Ich kann nicht weiter runter gehen (siehe erster
Post).
Störquellen sind jetzt so gut wie keine Vorhanden, vielleicht der CRT
Monitor und eine Funkmaus, das war's.
Kabel mit einzeln geschirmten Leitungen ist jetzt auch nicht so leicht
aufzutreiben...
Ein kleine Kapazität wäre evenuell noch einen Versuch Wert, falls die
Signalflanken (Oszi gucken) recht steil sind.
Einige Bustreiber limitieren bewußt die Anstiegszeit (Slewrate), um das
EMV-Verhalten günstiger zu gestalten.
versuchs mal mit nem kondensator von 1-10nf auf den leitungen (clock und
daten) gegen masse.
ansonsten dürfte nur noch ein abgeschirmtes kabel helfen, oder aber ein
höherer pegel.
was du versuchen kannst ist mit nem max232 die clock und datenleitung zu
übertragen (durch die höhere spannung dürften störeinflüsse minimiert
werden).
aber 3m sind auch nicht die welt bei 5v und 62.5khz. eigentlich dürfte
(sollte) es eigentlich keine größeren probleme geben.
So ein Mist, ich habe den MAX jetzt wieder direkt ohne 3m Leitung
angeschlossen, er antwortet nicht mehr! Hab ich ihn durch das Probieren
vielleicht zerstört???
Entwarnung, der MAX läuft wieder. Allerdings macht mir das Ergebnis noch
sorgen, ich muss erstmal nachvollziehen ob die Bits so stimmen können.
Was bedeutet die Aussage im Datenblatt über das Bit D0 = Threestate,
welchen Zustand nimmt das Bit wann an?