Hallo
Ich liebäugle damit, eine 'Grafikkarte' zu bauen, die ein Farbsignal
erzeugen kann. BAS-Signal ist ja relativ simpel, Farbsignal hingegen
ziemlich kompliziert, insbesondere weil über FBAS enorm hohes und
präzises Timing erforderlich ist.
Nun gibt es aber das Zwischending über die RGB Kanäle von SCART und
RGB-Anschluss. Leider findet man dazu relativ wenige Informationen. Mich
würden drei Dinge interessieren:
- Sind die Signale auf SCART (TV) und RGB (PC-Monitor) kompatibel
zueinander? (Geht primär um Testbarkeit ohne zusätzlichen Fernseher...)
- Sehe ich es richtig, dass auf den RGB-Kanälen im Prinzip die Zeilen
aus dem BAS-Signal (natürlich für jede Farbe einzeln) übertragen werden
und auf den Sync-Signalen die Synchronisationsimpulse? (D.h. auf den
RGB-Kanälen wäre in dieser Zeit Ruhe.)
- Wie könnte man ein Farbbild sonst noch realisieren? Soll Primär am TV
angezeigt werden, wenns auch an einem PC-Monitor geht - umso besser.
Gruss
Michael
1) Eriwan: Im Prinzip ja, aber ... das Timing ist nicht kompatibel. Ein
PC-Monitor benötigt wesentlich höhere Zeilenfrequenzen (und damit auch
Pixeltakte) als eine Glotze; letztere wird mit 15.625 kHz angesteuert,
während PC-Monitore mindestens 30 kHz benötigen ("VGA Textmodus").
2) Ja. Kannst Du auch leicht ausprobieren: Nimm ein BAS-Signal und lege
es mit drei verstellbaren Pegeln an einen RGB-Eingang an, und schon
kannst Du durch Verändern der Pegel den Farbton beeinflussen.
Gibt es denn bezahlbare Geräte (am besten wäre ein einzelnes IC), die
ein RGB-Videosignal auf Composite oder von mir aus auf S-Video bringen?
Oder gibt es überhaupt Möglichkeiten, direkt ein Farb-Composite-Signal
zu erstellen? (Mit AVR und vermutlich einem CPLD, ansonsten sehe ich
ziemlich schwarz für den Datendruchsatz, aber das ist dann ne andere
Geschichte.)
Auch ein CPLD muss sich beeilen. Monitore haben bis 450MHz, je nach
Aufloesung. Die guenstigste Eigenbau Loesung ist einen Satz schneller
DACs an einem CPLD.
holzi
Hallo
Ich hoffe derzeit eher noch auf einen Encoder-Chip oder zumindest auf
ein Gerät, dass die RGB-Kanäle zu einem Composite-Signal
zusammenschustert.
Aber wie gesagt: Ich will primär ein TV-Bild, nicht eines für einen
PC-Monitor.
Hallo
Ich hoffe derzeit eher noch auf einen Encoder-Chip oder zumindest auf
ein Gerät, dass die RGB-Kanäle zu einem Composite-Signal
zusammenschustert.
Aber wie gesagt: Ich will primär ein TV-Bild, nicht eines für einen
PC-Monitor.
Gruss
Michael
Schaltung und Software dafür: Codesammlung
IC: AD72x (nicht hergestellt, aber ab und zu in älteren Notebooks zu
finden, extrem einfach), oder TDA8501 (etwas aufwendiger)
wenn ich mich nicht irre, ist das H/V signal bei TV in den FBAS-kanal
gefaltet, beim PC jedoch separat (mal H/V zusammen, mal H & V getrennt).
oder bringe ich gerade was durcheinander?
pumpkin
Für RGB -> FBAS Wandlung gibt es z.B. ICs von Sony, die in der
Playstation 1 ihren Dinest tun. Oder alte Viderecorder mit Videotext, da
ist i.d.R. auch immer ein IC drin der das Text RGB Signal in FBAS
wandelt.
In Benedikts Liste fehlt noch der MC1377, der war in den AtariST
teilweise als Farbmodulator eingebaut.
Ich habe auch schon den TDA8501 benutzt, der ist auch
fremdsynchronisierbar im Gegensatz zu allen anderen, leider sind die
alle abgekündigt.
Der Sync wird gelegentlich auf die drei Farbsignale draufgepackt, oder
nur als "sync in green".
Hallo
Gefällt mir schonmal, dass es RGB->Composite-Wandler gibt. Direkt ein
FBAS-Farbsignal zu generieren dürfte nämlich sehr, sehr schwierig sein.
Mal sehen, ob ich besagten Chip in einem kaputten Videorecorder (Baujahr
2000) finden kann.
Gruss
Michael
> Für RGB -> FBAS Wandlung gibt es z.B. ICs von Sony, die in der> Playstation 1 ihren Dinest tun. Oder alte Viderecorder mit Videotext, da> ist i.d.R. auch immer ein IC drin der das Text RGB Signal in FBAS> wandelt.> Du brauchst garnicht anfangen zu suchen: In einem Videorekorder sind> solche ICs nie verbaut.
Ja was denn jetzt? ;-)
Alte Videorekorder ! 2000 ist definitiv nicht alt.
Heutige Geräte haben meist 1 IC in dem uC, Videotext, Encoder und vieles
mehr drin ist.
Davon abgesehen: Ich habe mindestens schon 50 Videorekorder zerlegt und
nie einen brauchbaren RGB-Composite Encoder gefunden.
Hmm, wunderbar, Reichelt hat den TDA8501. Was heisst nun konkret
abgekündigt? Ich brauch die Chips in ein, zwei Monaten für ein
Hobby-Projekt. Muss ich mich da beeilen mit Bestellen oder dürften die
durchaus noch ein, zwei Jährchen verfügbar sein?
Wäre ev. der "Propeller" Chip von www.parallax.com ein Thema ?
Habe mir "DemoBoard Kit" zu Weihnachten geschenkt ;-) Der Chip
erzeugt mehr oder weniger direkt ein "TV" und ein "VGA" Signal.
Siehe: http://www.parallax.com/dl/docs/prod/prop/PropDemoDschem.pdf
Daniel
Hmm..der Propeller hätte schon was. Wo ich aber ein bisschen das Problem
sehe: Er ist halt ein relativ spezielles Bauteil, alles ein bisschen
eigenwillig. Ich glaube, mit AVRs oder allenfalls einem ARM bin ich
flexibler dran, auch vom Preis her.
Noch eine Frage: Gibt es denn auch Encoder-ICs, die direkt digitale
Daten nach FBAS können?
Hier habe ich mal vor 5 Jahren einen einfachen PAL-Testbildgenerator
entworfen. Hat so halbwegs funktioniert, aber der Jitter um ein Pixel
ist nur schwer wegzubekommen.
Rechts auf halber Höhe ist der PAL-Encoder mit TDA8501
Ja, es gibt Encoder mit digitalem Eingang. Sowas wurde auf einigen
Grafikkarten verbaut, um auf dem digitalen RGB Datenstrom ein FBAS
Signal zu erzeugen und gleichzeitig die Auflösung und Frequenzen VGA,
800x600 oder 640x480 auf TV Norm umzuwandeln: Das machen u.a. Bt868
Bt869 die z.B. auf manchen RivaTNT Grafikkarten verbaut sind.
@ Christoph Kessler
Hast du keine Delay Line verbaut ?
Vielleicht lohnt es sich auch mal den Video Critter anzuschauen. Der
basiert auf einem ARM7, bietet 12 Farben und 128x120 Pixel. Einziges
Manko: am Ausgang gibt es halt nur NTSC - sollte aber mit jedem halbwegs
modernen Fernseher darstellbar sein.
Link: http://www.critterandguitari.com/critter/videocritter/about.shtml
Unter Reference findet man auch einen Schaltplan, sowie die
Softwareroutinen (OpenSource)!
Cheers,
manu
Hallo,
ich würde einen Grafikchip empfehlen. Z.B. Epson S1D13806 oder ähnlich.
Bei einem Farbsignal dürfte ein gewöhnlicher AVR ganz schön ins
Schwitzen kommen. Bei 640x480 60Hz sind das ca. 25 Mhz Pixeltakt und
bei jeweils 3 Bit pro Farbe (9-bit RGB) ca. 350 Kilobyte Daten, die da
pro Bildaufbau drüberrauschen.
Ein Grafikchip dürfte damit wohl was rationelles sein. Wenn nur ein paar
Striche in der Landschaft dargestellt werden sollen, könnte das evtl.
auch
über einen OSD (on screen display) chip laufen. Solche Teile solle es
geben, hab aber bisher noch keinen gesehen.
Ich hab nur in einem Datenblatt von einem Wandlerchip (RGB auf TFT - aus
einem TFT-Monitor) mal eine Schnittstelle dafür gesehen.
Mit ein bischen Glück gibt es die Teile irgendwo, allerdings kann es
sein, dass die Mindestabnahmemenge bei 1.000 Stück liegt.
Was soll mit dem Teil eigentlich dargestellt werden?
Wohl kaum 3D-Sequenzen ;-)
Gruß
Matthias
Hallo
Ne, geht mir darum ne einfache Gamekonsole zu bauen. In Schwarz-Weiss
habe ich es schon (fast) fertig vor mir liegen. Nun bin ich ein bisschen
am abklären, ob sich als Nachfolgeprojekt ein Farbbild realisieren
liesse. So eine Mitte-80er-Grafik (NES o.ä.) wäre bereits ne sehr edle
Sache ;-)
Gruss
Michael
> Du brauchst garnicht anfangen zu suchen: In einem Videorekorder sind> solche ICs nie verbaut.
Ich habe von Videos mit Videotext gesprochen!
Im Falle von Grundig ältere Geräte mit "VPT" (Video Proramming by
Teletext).
Beispiel GV2xx Serie: MC1377P
Stimmt, ich habe gerade mal einen uralten Grundig VCR aufgeschraubt: Da
ist tatsächlich ein MC1377P drin.
Das ist aber auch der einzige den ich bisher in einem VCR gefunden habe.
Hallo
Man bekommt die Chips auch bei Reichelt, soweit ich sehe für noch
weniger als eine Playstation 1. Und dann weiss man auch, was man hat.
Gruss
Michael