Was für ein Bauteile ist das

Gast #4750839
Lesenswert?

Hallo,
Stammt aus einem älteren Akku Lader von Sony BC-1wa.
War auf der Leiterplatte mit MD bezeichnet und scheint unpolarisiert zu 
sein.
Ich konnte leider nichts in Google darüber finden.
Hat jemand eine Idee?
Vielen Dank
Angehängte Dateien:
#4750905
Lesenswert?

Google sagt:

md1b2 sanyo liefert das Schlagwort 'Memoriode', und z.B. diesen Link:


https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3393700

Abstract
A diode-dosimeter constructed from a silicon diode and an MD1B2 
"Memoriode" (an electrochemical integrator manufactured by Sanyo 
Electric Corporation) has been tested to use it for 60Co gamma rays. In 
this dosimeter, the diode acts as a radiation-to-current converter and 
the Memoriode as a current integrator, thus the total exposure being 
known by the terminal voltage on the Memoriode. The response, i.e. 
radiation-induced terminal voltage on the Memoriode of the dosimeter as 
a function of exposure, has shown good linearity within the dose-range 
of one to two decades for every diode. This dosimeter has been found to 
be useful for measuring exposures between 260 mC/kg (10(3) R) and 2.6 
kC/kg (10(7) R) by using replacement diodes with different sensitivities


... ich versteh nur Bahnhof...
#4750993
Lesenswert?

naja, ich bin auch verwundert. Es (der MD1B2) ist jedoch kein Dosimeter, 
sondern wird laut Beschreibung für den Bau eines Dosimeters mit benutzt.

ein "electrochemical Integrator" könnte natürlich auch einfach ein 
anderes Wort für einen Kondensator sein, vielleicht hat er ja spezielle 
Eigenschaften welche über einen normalen Kondensator hinaus gehen. 
Lineare Eigenschaften gegenüber einer exponentiellen Ladekennlinie? Oder 
lese ich da was falsches aus obiger Beschreibung?

Das Sony Netzteil hat vielleicht einen eingebauten Atomstrom-Filter, da 
braucht man das Dosimeter womöglich auch ;-)
Gast #4751132
Lesenswert?

Danke. Das trifft es:  MD1B2 "Memoriode" (an electrochemical integrator 
manufactured by Sanyo Electric Corporation)
Allerdings finde ich auch jetzt keinerlei Daten wie Kapazität, Umax, 
Imax laden/entladen...
Viele Grüße
Persönliche Seite #4751296
Lesenswert?

Fritz schrieb:

> Allerdings finde ich auch jetzt keinerlei Daten wie Kapazität, Umax,
> Imax laden/entladen...

Nun, die Kapazität ließe sich an deinem Muster messen. An den Rest 
könnte man sich herantasten (falls das wirklich von Interesse ist) oder 
vielleicht in der dir vorliegenden Schaltung (so sie noch funktioniert) 
die Spannung nachmessen und den Strom abschätzen, um eine ungefähre Idee 
zu haben.

Vermutlich ist die "Memoriode" Teil eines Integrators, der den Ladestrom 
abtastet.

Als Anhaltspunkt:

Gemäß dem zuletzt genannten Patent von 1979 liegt das Maximum pro Zelle 
bei ca. 200mV* und der Strom bei 1mA** bis 2mA (Fig. 6 der 
Patentschrift).

Aus Fig. 11 im Anhang kann man für eines der untersuchten Beispiele** 
bei 1mA die Kapazität zu 1,8F abschätzen.

* bipolar, also -200mV bis +200mV, Maximum je nach Fertigungsprozess

** Zelle "XX", chemische und mechanische Details sind beschrieben
Angehängte Dateien:
Gast #4751923
Lesenswert?

Hallo

die "Flux Kondensatordiode" hat es sicher auch mal gegeben ;-)

Wirklich erstaunlich was für "Spezialitäten" immer wieder mal 
aufgetaucht sind - man könnte meinen das sich einzelne kleine Gruppen 
bei den Halbleiterfirmen einen Spaß daraus machen (gemacht haben) 
möglichst ungewöhnliche "magische" ;-) Bauteile zu entwickeln - manchmal 
wohl auch in Zusammenarbeit mit mit Kumpeln aus der Chemischen Fraktion.

Herstellerspezifische Chips sind ja nichts neues, aber von 
Herstellerspezifischen Bauteilen die ganz gezielt nur für den einen 
Kunden irgendwelche chemischen, physikalische Eigenschaften mit 
Elektronischen Bauteilen und Schaltungen verknüpfen habe ich bis jetzt 
nicht gehört.

Diese Bauteile müssen ja nahezu unbezahlbar gewesen sein, oder in sehr 
großen Mengen abgenommen worden sein - aber dann hätte es wohl mehrere 
Hersteller gegeben welche die Bauteile angefertigt und in den Markt 
geworfen hätten um auf interessierte Käufer zu hoffen.

Ist wohl nur im Militärbereich, oder im Steuerfinanzierten 
Forschungsbereich möglich?

Jemand
Gast #4752351
Lesenswert?

Ich glaube nicht, daß das ein kundenspezifisches Bauteil war.
Integrieren ist eine wichtige und ziemlich universelle Rechenfunktion, 
beinahe Grundrechenart. Bis es billige Mikrocontroller gab, hat man 
praktisch ständig nach stabilen und präzisen analogen Implementierungen 
gesucht.
Die Memoriode wäre womöglich ein Standardbauteil geworden, wenn ihr 
nicht das Moore'sche Gesetz in die Quere gekommen wäre.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren