Was alles so vom Laster fällt, unglaublich.

OP #7330520
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Daß gelegentlich Dinge "vom Laster fallen" ist nicht ungewöhnlich. Wenn es sich aber um radioaktives Material handelt, das in der Tat vom Laster heruntergefallen ist, und keiner weiß, wo genau auf einer Strecke von 1400km, dann löst das schon mal eine große Suchaktion aus:

https://www.stern.de/panorama/notfaelle--fieberhafte-suche-nach-radioaktiver-kapsel-in-australien-33144118.html

Noch seltsamer ist jedoch die Art und Weise, auf der die Kapsel ins Freie gelangte.

"Den Angaben zufolge soll sich durch Vibrationen bei der Fahrt wahrscheinlich ein Bolzen gelöst haben, und die Kapsel fiel im Anschluss durch das Bolzenloch."

Transportiert man in Australien Cäsium-137 als Schüttgut mit dem Kipper??

#7331053
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Also ganz doof sind die Kollegen dort ja auch nicht. Woanders habe ich gelesen, dass es nicht beabsichtigt war, das Teil zu transportieren, sondern dass es sich vermutlich um einen Teil einer Füllstandssonde an einem Silo handelte, welche durch einen Defekt in den Silo fiel und dadurch auf einem LKW landete.

#7331094
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Stefan M. schrieb:

Blöd nur, wenn ein Kind es doch findet und in die Hosentasche steckt.

Erinnert mich an das Intro der Simpsons...

H. L. schrieb:

Woanders habe ich gelesen, dass es nicht beabsichtigt war, das Teil zu transportieren, sondern dass es sich vermutlich um einen Teil einer Füllstandssonde an einem Silo handelte, welche durch einen Defekt in den Silo fiel und dadurch auf einem LKW landete.

Allein das es grob verschiedene Varianten der Geschichte gibt widerspricht schon dem hier:

Also ganz doof sind die Kollegen dort ja auch nicht.

https://orf.at/stories/3303016/

Merke: Warensendungen immer direkt bei Eingang kontrollieren.

#7331318
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Es strahlt stark genug, um dich und deine potentiellen Nachkommen in die Bredouille zu bringen, wenn du das Teil als Trophäe in die Hosentasche steckst. Aber auch Gammastrahlen kommen nicht beliebig weit durch die Atmosphäre, weshalb Gammaastronomie hier unten kaum funktioniert.

Beitrag #7331393 wurde von einem Moderator gelöscht.
Moderator #7331882
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Einerseits werden die Leute, die mit ihrem Auto auf der Strecke unterwegs waren, aufgefordert, ihre Reifen zu prüfen, ob sich die Kapsel dort evtl. festgesetzt hat, andererseits sollen sie aber mindestens 5 Meter Abstand halten, um ihre Gesundheit nicht zu gefährden. Das scheint mir ohne die geeigneten technischen Hilfsmittel ein ziemlich schwieriges Unterfangen zu sein.

Das Beste wird wohl sein, den Kontinent für die nächsten paar hundert Jahre zu evakuieren, bis die Substanz größtenteils zerfallen ist.

#7332707
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Xxx X. schrieb:

Hm, aber vom Flugzeug aus müsste Gammastrahlen"astronomie" (also Richtung Erde) doch gehen?

"Die relativ geringe Strahlungsmenge aus der Quelle bedeutet, dass der Bereich relativ langsam abgetastet werden muss - und nicht bei Tempo 100." (Süddeutsche)

Das bezieht sich auf ein Auto und wohl auf einfache Messinstrumente. Instrumente aus der Gammaastronumie sind sicherlich empfindlicher, aber unhandlich, zu sehr fokussierend und dafür vmtl nicht verfügbar.

OP #7332809
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Xxx X. schrieb:

Hm, aber vom Flugzeug aus müsste Gammastrahlen"astronomie" (also Richtung Erde) doch gehen?

Du hast eine falsche Vorstellung von radioaktiver Strahlung. Die verhält sich nicht wie eine Lichtquelle und breitet sich nicht gleichförmig nach allen Seiten aus. Bei jedem Zerfall entstehen Teilchen (Alpha/Beta) bzw. elektromagnetische Wellen (Gamma), die sich zufällig in irgendeine Richtung bewegen. Also wie eine Kugel, aus der nacheinander in rein zufällige Richtungen einzelne Projektile verschossen werden. Wenn du sehr nahe an der Quelle bist, bekommst du die aus einem recht breiten Abstrahlwinkel ab. Je weiter weg, desto kleiner wird der Winkelbereich, aus dem dich die Strahlung noch trifft. Stell dir das bildlich wie einen bogenförmigen Rasensprenger vor, aus dem einzelne Wasserstrahlen austreten. Direkt vor der Nase treffen dich viele Wasserstrahlen, einige Meter weiter weg nur noch einer oder gar keiner. Da diese Kapsel zwar eine für Menschen gefährliche, aber ansonsten nicht besonders hohe Strahlungsleistung abgibt, kann sie eben nicht auf große Entfernung detektiert werden, weil dort kaum noch was ankommt und von der natürlichen Hintergrundstrahlung nicht zu unterscheiden ist.

Moderator #7333301
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Thomas G. schrieb:

https://www.achgut.com/artikel/australien_die_radioaktive_kapsel_und_die_gefahr Entspricht das in etwa der Realität?

Die Berechnung und die Interpretation der Ergebnisse scheinen zu stimmen.

Übel wird es halt, wenn die Kapsel (evtl. über Umwege) irgendwo hingelangt, wo dauerhaft Menschen leben, wie hier geschehen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearunfall_von_Kramatorsk

#7333408
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Falk B. schrieb:

Warum braucht man so gefährlichen Kram, um den Füllstand von Silos zu messen?

Wozu das im Bergbau genutzt wird:

“What they look at is the rate of flow or level in a pipe,” Steen said. The gamma rays emitted by the caesium-137 penetrate through the pipe and are picked up on the other side by a detector.

https://www.theguardian.com/environment/2023/jan/31/what-is-the-radioactive-capsule-missing-in-wa-used-for-and-how-dangerous-is-it

Gefährlich ist auch Benzin, wenn es ausläuft, Mehl wenn es staubt, Dampf im leckenden Rohr. ... Richtig verwendet, ist es kein Problem. Fahrlässig transportiert hingegen schon.

(Firma: Hobbytheoretiker) #7333501
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Harald W. schrieb:

Dieter D. schrieb:

In Australien gibt es auch Eltstern.

Sind das elektrische (ELT) Sterne?

Anbei ein kleiner Artikel zu Elstern in Australien: https://www.tag24.de/thema/tiere/elstern-greifen-menschen-an-nun-sollen-sie-getoetet-werdengefaehrliche-voegel-1738420

Es wäre daher auch nicht ungefährlich diesen Tieren so eine Kapsel wieder abzunehmen.

#7333919
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Dieter D. schrieb:

In Australien gibt es auch Eltstern.

Laut Wikipedia besiedeln Elstern nur den eurasischen Kontinent.

Dieter D. schrieb:

Anbei ein kleiner Artikel zu Elstern in Australien: https://www.tag24.de/thema/tiere/elstern-greifen-menschen-an-nun-sollen-sie-getoetet-werdengefaehrliche-voegel-1738420

Seriösität = 0, falsch übersetzt. Da geht es um Flötenvögel.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%B6tenkr%C3%A4henstar

#7371306
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Michael B. schrieb:

Hm, ein 25-kg-Trumm mit 137Cs wird zur Messung des Dampfdrucks im Kohlekraftwerk gebraucht. Irgendwie leuchtet das mir nicht ein. Kennt jemand die Funktion dieser Apparatur?

Wahrscheinlich Art Transmissions-Spektrometer, auf einer Seite 137Cs, auf der anderen Dosimeter/Ionisationszelle. Je nach dem, wieviel Dampf da zwischen drinne ist, kommt mehr oder Strahlung an.

Da 137CS mit Beta zerfällt, kann man vermutlich sogar einfach ne Platte reinmachen und mit z.B Elektrometer den Strom messen, mehr oder weniger Strom => weniger oder mehr Dampfdruck

(Firma: Funkenflug Industries) #7371318
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Klar doch, die rennen jetzt alle mit einem Stück Fahrbahndecke in der Handfläche durch die Weltgeschichte.

Ich würd's mir wünschen. Am besten mit einem 500kg Stück. Man müsste sich nur Gedanken machen, wie man das dauerhaft fest bekommt, so daß es sich nicht durch die Regeneration der Haut irgendwann löst und sie dann unbedingt wieder ein neues haben wollen.

Der Vorteil bei solchen radioaktiven Messeinrichtungen ist, daß diese oftmals durch undurchsichtige Materialien hindurch arbeiten. Also den Fluß von undurchsichtigem harten Material in einer Leitung zu messen, ist optisch kaum möglich. Oder wenn man die Dichte von irgendwas erfassen möchte, dann braucht man eine Strahlung, die das Objekt ausreichend gut durchdringt und nicht (wie Licht) komplett abgeschirmt wird.

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