mir ist bei einer Heizplatte scheinbar ein Kondensator geplatzt.
Es hat gezischt und geraucht - und beim aufschrauben kam das zu Tage, was auf den Bildern zu sehen ist.
In der Hoffnung, das das der einzige Schaden ist, schaue ich gerade nach einem Ersatz - allerdings erfolglos.
Ein Gesamtbild habe ich auch einmal angehängt.
Der Kondensatorhersteller existiert - soweit ich sehe - nicht mehr. Und bei Alternativen bin ich mir unsicher, ob es die passenden sind.
Oben auf dem Kondensator ist zu lesen 0,1µF 100+ 100 Ω x2
Auf der Vorderseite ist vor dem "Loch" noch
Rifa PMR
40/0
RC
zu erkennen.
Habt Ihr einen Tipp, wo man dafür einen Ersatz bekommen könnte?
RIFA-Entstörkondensatoren aus dieser Zeit (80er-frühe 90er) sind für dieses Verhalten bekannt. Die bekommen alle irgendwann Risse und ziehen Wasser und versagen dann mit Rauch und Gestank. Besonders lustig wenn sie in einem in die Kaltgerätebuchse integrierten Netzfilter stecken.
Einfach austauschen, die PMR Serie (Snubber mit internem 100Ohm Widerstand) gibt es noch von KEMET. Den 100nF X2 hintendran gleich mittauschen, der ist sonst als nächster reif.
Oben auf dem Kondensator ist zu lesen 0,1µF 100+ 100 Ω x2
Ich seh da nur einmal 100 Ohm. Zweimal würde auch wenig Sinn machen.
Im Prinzip könnte man auch normale 0,1µF X2 Kondensatoren nehmen
und den Widerstand extern in Reihe schalten.
Mit deinem Tipp erweist du ihm einen Bärendienst. Wenn der neue Kondensator sich irgendwann genauso verabschieden sollte, hängt die Notabschaltung, also das definierte Unerbrechen durch Abbrennen am 100 Ohm iderstand. dafür ist ein MOX (Metall-Oxid)R denkbar ungeeignet, denn das Oxid kann nicht abbrennen, sondern glüht lustig, wie ein Heizelement vor sich hin und erhöht, bedingt durch die Temperatur, nur seinen Widerstand.
Irgendwann, mit viel Glück, lötet sich der Widerstand von selbst aus, oder der Nutzer schaltet das Gerät wegen Gestank aus.
Mit etwas Pech ist danach die Leiterplatte verkohlt und unbrauchbar für eine weitere Reparatur.
Der 100 Ohm iderstand sollte idealerweise ein Sicherungswiderstand sein. Notfalls geht auch Kohleschicht, die brennen auch gut ab.
RIFA-Entstörkondensatoren aus dieser Zeit (80er-frühe 90er) sind für
dieses Verhalten bekannt
Deswegen hatten die auch den Spitznamen "Knallfrösche".
Somit konnte man sich auf ebay oft hochwertige Audiogeräte kaufen, die man im Dunkeln - nur der Nase nach - reparieren konnte.
Einfach ausbauen und weg lassen ist auch eine Option.
Duck und weg!
Wenn der neue
Kondensator sich irgendwann genauso verabschieden sollte, hängt die
Notabschaltung, also das definierte Unerbrechen durch Abbrennen am 100
Ohm iderstand.
Mit deinem Tipp erweist du ihm einen Bärendienst. Wenn der neue
Kondensator sich irgendwann genauso verabschieden sollte,
Normalerweise sollten X2-Kondensatoren von sich aus gegen eine
solche "Verabschiedung" geschützt sein. das es manchmal auch
eine schlechte Serie wie den obigen C gibt, zeigt nur das nach
wie vor gilt: "Ausnahmen bestätigen die Regel".
Vielen lieben Dank an alle für die Infos und Tipps.
Kein Grund sich zu streiten ;) - ich bin für jeden Hilfe dankbar - meine Kenntnisse auf dem Gebiet sind arg rostig und eher nur gute Grundlagen - nicht tiefergehend. Aber ich plane doch eher beim vorhandenen Aufbau zu bleiben.
Daher - da ich ein wenig unsicher bin noch einmal die Frage - da ich gerade eine ganze Weile auf der Kemet Seite geschaut habe - und es da teils mehrere Treffe gibt, die sich (soweit ich sehe) nicht unterscheide:
Die beiden Kondensatoren die ich holen würde sind:
Hab das selbe Problem. Ebenfalls PMR und 100nF, 100Ω; jedoch aus der Serie 2026.
Bild ist angehängt.
Bei mir hat es gleich dreimal geknallt, bevor mein Reflowofen zu dampfen angefangen hat, vermutlich hat es alle drei RC-Glieder zerstört.
Ist es sinnvoll, diese auch mit der X2-Variante aus der PMR205-Serie auszutauschen?
Oder doch lieber auf Selbstbau mit externen Widerständen gehen? (Kohleschichtwiderstände hab ich eh noch zu tausenden auf Lager, die entsprechenden MP-Kondensatoren müsste man besorgen...)
Meh Pinabstand passt nicht 😐
P409CE104M250(1)H101 PMR209MC6100M100(1)
hat einen Pinabstand von 20,1mm; die Dinger bei mir haben eher so einen Abstand zwischen 23 und 24mm...
Wird dann wohl ein wenig Gebiege.
Die Leiterplatte will ich dafür ungern modifizieren (also neues Loch bohren, halbscharig wieder mit ehem. Leiterbahn verbinden, etc.), weil das auf Kosten der Stabilität des Bauteils geht. - an den Stellen ist keine Kupferlage mehr vorhanden, wodurch die Lötung quasi in der Luft schwebt.)
Eine Rückmeldung - falls mal jemand zufälligerweise dasselbe mit dem selben Gerät hat: die beschriebenen Ersatzteile funktionieren.
Beide Kondensatoren sind getauscht und das Gerät läuft wieder.
Besten Dank für die Hilfe.
Einziger "Fehler" den ich gemacht habe - ich habe nicht exakt den Abstand der Kondensatorbeine gemessen, wodurch bei einen der beiden 1-2mm zu geringer Abstand ist und ich ihn nicht komplett "versenken" kann und er die Beine etwas breit machen muss. No pun intended.
Aber im wieder zusammengeschraubten Zustand sieht man das eh nicht.