ich habe einen Staubsaugerroboter zur Reparatur bekommen. Symptom: Roboter fährt, aber saugt nicht mehr, sprich der Saugermotor läuft nicht mehr. Die Ansteuerung desselben scheint ok. Direkt aus dem Labornetzteil versorgt läuft der Motor erstmal auch nicht aber es fließt ein Strom. Erst wenn man ihn anstupst dreht der Motor auch.
Woran liegt das? Windungsschluss? Oder etwa ein Drähtchen am Kommutator abgerissen?
Der Motor ist ca 25-30mm im Durchmesser (vergessen zu messen) und ich würde den gern tauschen. Allderings ist er von vorn (also unter dem Schaufelrad auf das Gehäuse geschraubt. Die Frage ist jetzt, wie ich das Schaufelrad am Schlauesten ab bekomme, ohne es zu beschädigen.
Ich sehe nicht, wie man geschickt einen Abzieher ansetzen könnte. Ich habe schon überlegt, den Motor von hinten zu zerlegen, um dann Schaufelrad und Welle trennen zu können, wenn sie aus dem Gehäuse entfernt wurden. Aber vielleicht hat jemand noch eine schlauere Idee (oder einen Einwand warum das eine dumme Idee ist).
Hat dieser Staubsaugerroboter auch einen Hersteller und Typ. Vielleicht
findet man dazu dann auch Ersatzteile, teuer genug sind die Dinger ja.
Müsste ein Medion MD18600 sein? Hab schon nach Ersatz/Gebrauchten mit defektem Akku o.ä. geschaut, aber noch nix gefunden was preislich interessant war.
Achse von vorne vorsichtig aufheizen mit dem Lötkolben, damit es
leichter abzuziehen ist.
Das hatte ich auch schon überlegt. Ich hoffe danach passt der Rundlauf noch.
Alternativ hatte ich noch darüber nachgedacht ein neues Schaufelrad zu drucken, aber das bekomme ich ja auch nicht ausgewuchtet.
Aber vielen Dank schon mal. Ich werde den Motor von hinten zerlegen und schauen wie weit ich komme. Wenn das nicht klappt, mache ich die Welle warm und hoffe, dass das Schaufelrad auch auf der neuen Welle noch zentrisch sitzt.
Müsste ein Medion MD18600 sein? Hab schon nach Ersatz/Gebrauchten mit
defektem Akku o.ä. geschaut, aber noch nix gefunden was preislich
interessant war.
Bei Aliexpress scheint es die Baugruppe (Motor samt Lüfterrad) für ca. 22 Euro zu geben.
(Ich kann hier in der Firma nicht auf Ali Links)
Du könntest von der Motorseite aus einen Stern mit lauter Schrauben nehmen und von dort zum Auspressen probieren. Notfalls zuerst die Platine vom Motor ablöten.
Allderings ist er von vorn (also unter dem
Schaufelrad auf das Gehäuse geschraubt.
Ja, das ist der übliche Weg kleine Elektromotoren zu befestigen. Schaufelrad/Achse erwärmen und vorsichtig abziehen. Am besten mit einer regelbaren Heißluftpistole. Ich würde das ganze zunächst mal auf so 60-70°C erhitzen (richtig lange, alles gut durchwärmen) und probieren ob das reicht. Wenn die Achse zu heiß wird und die Bohrung verformt wirds lustig das wieder Auszuwuchten. Reicht die Temp nicht, kann man dann stückweise mit der Punktdüse höher gehen.
Material sieht aus wie POM, da wirds dann ab 150°C interessant, ab 220°C fängt das an sich zu zersetzen...
(Das mit der Heißluft funktioniert übrigens auch Prima bei Bananensteckerüberzügen)
Ich sehe nicht, wie man geschickt einen Abzieher ansetzen könnte.
Mit einem standard Abzieher wird es wohl nicht gehen.
Möglicherweise würde es mit nach Mass gefertigten Abzieher-Klauen gehen, die um alle Hindernisse herum eingefädelt werden können und dann das Turbinenrad unmittelbar rundum an der Achse greifen. Je nach handwerklichem Geschick und Ausrüstung ist das entweder rasch erledigt oder gaunz schrecklich umständlich oder irgendetwas dazwischen.
Anhand der wenig aussagekräftigen Fotos kann man nichts genaueres sagen. Ab Besten fertigst du eine vollständige technische Zeichnung an. Du kannst das Ding drehen, alle Perspektiven betrachten und die Zwischenräume mit Hilfsmitteln abtasten.
Vermutlich wird dir das aber zu viel Aufwand sein.
Bei Aliexpress scheint es die Baugruppe (Motor samt Lüfterrad) für ca.
22 Euro zu geben.
Oh, cool. Hab' ihn sogar für knapp 17€ gesehen. Der Medion scheint ein umgelabelter iLife zu sein.
Update:
ich habe das Flügelrad gerade mit der Hand abgezogen. Dabei hat sich der Kunststoff schon gefährlich verbogen, aber kurz bevor ich aufgeben wollte, hat sich das Rad bewegt. Dann noch mal beherzt etwas mehr und ich hatte es in der Hand. Da hat mich die Geometrie des Flügelrades doch etwas zu sehr eingeschüchtert.
Ich habe den Motor zerlegt und die Kohlen selbst scheinen noch gut zu sein.
Einige der Kommutatorkontakte sind jedoch arg schwarz und ein Kontakt scheint wie ein Bläschen zu haben. Ist auf dem leider schlecht zu erkennen.
Edit: Ich habe die Welle mal aus dem Motorgehäuse gedrückt. Es scheint so als ob zwei von fünf Kommutatorflächen kein Metall mehr auf der Oberfläche haben. Das schwarze ist kein Belag oder Ablagerung, es scheint das Grundmaterial zu sein.
Das ist halt nen Billigmotor der für solche Laufzeiten nicht ausgelegt ist. Ich hätte da eigentlich einen BLDC erwartet. Auf dem Motor steht ne Typbezeichnung, damit findest du den Sicher noch viel günstiger im Netz, vielleicht habe ich so einen gar noch rumfliegen. Grüner Rotor kommt mir bekannt vor...
Ja, klar ist der auf Preis getrimmt. Das Referenzmodell von Mabuchi ist übrigens anscheinend "RS-380". Damit findet man viele mechanisch baugleiche Typen. Leider hatte ich gerade keinen passenden in der Grabbelkiste.
Einen BLDC hatte ich als Ersatz auch schon in der Hand. Leider passt das mechanisch nicht ganz.
Mir scheint, diese Konstruktion von Saugerroboter wurde unter einigen Marken vertrieben. Daher kann das gut sein, dass du das schon gesehen hast.
Die kochen alle nur mit Wasser, das wird halt ein mehr oder weniger Standard Johnson bzw Mabuchi sein. Manchmal gibts welche, die haben hinten gegenüberliegend zwischen den Anschlüssen kleine Aussparungen um den Motor
von der Position her festzulegen. Das ist aber hier eh nicht gegeben.
Pollin hat da immer wieder spottbillige Auslaufmodelle. Die Frage ist halt immer, passt Spannung und Drehzahl zur Anwendung.
Hab' jetzt einen für 12V bei Ali bestellt. Hat keine 4€ gekostet. Wenn der Roboter damit wieder ein paar Jahre durchhält ist das ok. Oder zumindest bis der Akku durch ist.
Wenn man einen Motor mit Überspannung betreibt was passiert dann? Überhöhter Stromfluss und damit einhergehen erhöhte Betriebstemperatur, oder? Da das Ding in seinem eigenen Luftstrom sitzt wäre das vielleicht sogar ok, bei dem Anwendungsfall.
Edit: Ich habe die Welle mal aus dem Motorgehäuse gedrückt. Es scheint
so als ob zwei von fünf Kommutatorflächen kein Metall mehr auf der
Oberfläche haben.
Schön dass du dich zurückmeldest. Mein erster Gedanke bei dem Bild war: "Der Kommutator ist aber tief eingeschliffen".
Der Motor ist wohl am Ende.
Viel Erfolg bei der weiteren Reparatur und halte uns auf dem Laufenden.
Ich habe den Motor zerlegt und die Kohlen selbst scheinen noch gut zu
sein.
Das ist schon seltsam. Der Kommutator ist früher durchgeschliffen, als die Kohlen abgenutzt sind.
Vielleicht kannst du sehen, ob da nicht gegen Ende der Nutzung ein Matallteil von der Kontaktierung der Kohlen über die Kommutator Lamellen geraspelt hat? Wenn die Kohlen nicht selbst abschaltend konstruiert sind, ist die Lebensdauser des Motors auf die Lebensdauer der Kohlen begrenzt.
Da kann man jetzt Vermutungen anstellen, ob das beabsichtigt ist.
Da kann man jetzt Vermutungen anstellen, ob das beabsichtigt ist.
Der ganze Saugroboter kostet 120 Euro, incl Antrieb, Akku, Ladestation und Gehäuse. Da kannst du dir ausrechnen was der Motor kosten darf.
Das ist der billigste Wegwerfmotor den man bekommt, die Kohlen sind nie für einen Austausch vorgesehen.
Der ganze Saugroboter kostet 120 Euro, incl Antrieb, Akku, Ladestation
und Gehäuse. Da kannst du dir ausrechnen was der Motor kosten darf.
Das ist der billigste Wegwerfmotor den man bekommt, die Kohlen sind nie
für einen Austausch vorgesehen.
Soll das eine Rechtfertigung für die fehlende Selbstabschaltung der Kohlen sein?
Die Kohlen selbstabschaltend auszuführen, würde keinen Cent mehr kosten.
Was soll das bringen? Da der Motor nicht dafür ausgelegt ist Kohlen zu wechseln wäre das sinnlos.
Was erwartest du? Dass in einem 120Euro Sauger Teile für 200 Euro stecken?
You get what you pay for.
Leider nicht immer bei hochpreisigem aber zahlst du billig bekommst du immer billig.
Soll das eine Rechtfertigung für die fehlende Selbstabschaltung der
Kohlen sein?
Die Kohlen selbstabschaltend auszuführen, würde keinen Cent mehr kosten.
...und selbst wenn ich daran glauben würde: eine gewerbliche Reparatur bleibt bei derlei Geräten unwirtschaftlich.
Was erwartest du? Dass in einem 120Euro Sauger Teile für 200 Euro
stecken?
Solche Motoren purzeln im Sekundentakt in Fernost aus der Maschine heraus, was danebenfällt kehrt die Putzfrau auf. Pfennigware. Ich empfehle John B. den Import dieser B-Ware, dann kann er ja einen Ersatzteilhandel damit aufmachen und hinter seiner Ladentheke damit verhungern.
Grundsätzlich finde ich Reparaturversuche wie die des TO begrüßenswert, Austauschteile für Geräte wie diesem im großen Stil bereitzustellen ist und bleibt aber ein utopisches Wunschdenken.
Vielleicht kannst du sehen, ob da nicht gegen Ende der Nutzung ein
Matallteil von der Kontaktierung der Kohlen über die Kommutator Lamellen
geraspelt hat?
Siehe Bilder. Die Kohlen sehen auf den Laufflächen meiner Meinung nach noch gut aus. Die Riefen sollten vom abgeschliffenen Kommutator kommen.
Wenn die Kohlen nicht selbst abschaltend konstruiert
sind, ist die Lebensdauser des Motors auf die Lebensdauer der Kohlen
begrenzt.
Jain. Ich habe schon mal einen Waschmaschinenmotor gehimmelt, weil ich die dachte "die eine Trommel geht noch, danach wechsel ich die Kohlen". Naja, so macht man aus einer 5€ Reparatur eine 50€ Reparatur.
Was ich eigentlich sagen will: Das Ende der Kohlen kündigt sich manchmal an. Da kann man wechseln, wenn das der Motor her gibt. Aber in einen 4€ Motor neue Kohlen für vielleicht 5€ inkl Versand bauen? Macht das Sinn?
Da kann man jetzt Vermutungen anstellen, ob das beabsichtigt ist.
Die Kohlen selbstabschaltend auszuführen, würde keinen Cent mehr kosten.
Da möchte ich widersprechen. Das kostet mehr in der Entwicklung. Dann muss es Kohlen geben, sonst wäre die Austaschbarkeit bzw. Selbstabschaltung sinnlos. Also Lagerkosten. Dann muss das getestet werden, dass die Konstruktion nicht anderweitig die Lebensdauer reduziert oder andere Ausfallmechanismen ins Spiel kommen. Gewicht kann für eine Anwendung auch eine Rolle spielen. Die Spritzgussform für das Teil kann teurer werden, weil ggf. neue Hinterschneidungen hinzukommen. Ich kann mir vorstellen, dass viele Konzepte dazu auch patentiert sind.
Ich sage nicht, das alles immer zutrifft, aber die pauschale Aussage, dass es nichts mehr kostet, glaube ich nicht. Zumal die Kohlen ja überdimensioniert waren. Vermutlich ist da gerade so die Hälfte runter. Ich nehme an, da ist Staub/Schmutz zwischen Kohle und Kommuator gekommen ...
Grundsätzlich finde ich Reparaturversuche wie die des TO begrüßenswert,
Austauschteile für Geräte wie diesem im großen Stil bereitzustellen ist
und bleibt aber ein utopisches Wunschdenken.
Wobei ich auch schon ökologische Zweifel am diesem speziellen Reparaturversuch habe, da ich einen neuen Motor aus Fernost bestellen musste. Wenn ich einen in der Grabbelkiste gehabt hätte, keine Frage, dann positiv.
.. macht aussagekräftige Makroaufnahmen, gratuliere. Magst du Marke und Type nennen?
Die Kohlen sehen tatsächlich noch gut aus, mit viel Reserve.
Es bleibt die Frage, was die excessive Abnutzung der Kollektor Lamellen verursacht hat. Mich interessiert das aus technischer Neugier auch dann, wenn nicht unmittelbarer wirtschaftlicher Nutzen daraus gezogen werden kann.
Unnötig starkes Bürstenfeuer kann durch die folgenden möglichen Fehlerquellen verursacht worden sein:
Zu geringer Anpressdruck der Kohlen. Im Bild sieht mir der Abstand etwas gross aus, das kann aber auch täuschen.
Unterdimensionierte Kondensatoren. Das kann man nachmessen, wenn man will.
Beschädigte Kondensatoren durch das zurück Biegen der Anschlussdrähte. Das kann man auch nachmessen.
Mangelhafte Kontaktierung der Kondensatoren zum Gehäuse. Das scheint mir sehr wahrscheinlich.
.. macht aussagekräftige Makroaufnahmen, gratuliere. Magst du Marke und
Type nennen?
Motorola moto g73 5G (und ich dachte immer man muss unbedingt ein "X" im Produktnamen haben ...). Hat aber keinen dedizierten Makromodus. Die Kamera war in den Rezensionen auch nur "mittelmässig", soweit ich mich erinnere.
Unterdimensionierte Kondensatoren. Das kann man nachmessen, wenn man
will.
Beschädigte Kondensatoren durch das zurück Biegen der Anschlussdrähte.
Das kann man auch nachmessen.
Mangelhafte Kontaktierung der Kondensatoren zum Gehäuse. Das scheint mir
sehr wahrscheinlich.
Vermutlich alles zusammnen. Die Platine mit den Kondensatoren kam wohl später mal dazu. Bei Aliexpress findet man Angebote, mit Pfeil auf die Platine die "Improved Version" oder so ähnlich beschriftet sind.
So ziemlich alles, weil sich hinter dem Stabsaugerbeutel naemlich noch ein Motorfilter befindet.
Von einem evtl. Hepafilter mal ganz abgesehen, das sich dann auch vor dem Motor befindet.
Bloed sind die Staubsaugerhersteller naemlich nicht.
Wir hatten mal , muss wohl schon ein halbes Jahrhundert her sein, so einen Saugstauber, da war unten ein Rohr. drüber ne Art Feuerlöscher und am Ende davon nen Motor. Selbst der hatte schon einen Staubbeutel. Jedoch sass der am Motoreinlass und natürlich gabs da weder Fein, noch Hepafilter. Der Dreck sammelte sich dann unterhalb im Behälter. Alle paar Leerungen wusch man den Filter dann von Hand sauber. Also schon damals war man so schlau, den Motor nicht mit zuviel Dreck zu belasten.