ich bin neu hier, also als Erstes mal ein recht herzliches Hallo! Ich bin recht frisch in dem Thema Mikrocontroller, Platinen etc. stöbere mich aber brav durch das Forum und lerne eine Menge. Nun zu meinem Problem… habe ein elektronisches Gerät mit einer Feinsicherung auf der Platine, die immer durchbrennt sobald man das Gerät einschaltet (wurde natürlich mit der gleichen ersetzt, die früher drinnen war). Auf der Platine selbst ist kein Kurzschluss oder der gleichen sichtbar (Oxidation oder sonstige Beschädigungen). Könnt ihr mir Tips geben, wie ich dem Problem auf die Spur kommen kann? Multimeter und Stromzange ist vorhanden.
Könnt ihr mir Tips geben, wie
ich dem Problem auf die Spur kommen kann?
Ich zähle 14 "dicke" Leistungs-Halbleiter auf der Platine. Schau dir dessen Beschriftung an, besorge dir im Internet das zugehörige Datenblatt. Wenn du dei Beschriftung verrätst, könnte man dir auch Tipps geben, wie man diese Bauteile auf Fehler ausmessen könnte.
Multimeter und Stromzange ist vorhanden.
Eine Stromzange wird meistens verwendet, um einigermaßen große Wechsel-Ströme zu messen (es gibt auch welche für Gleichstöme, das ist aber seltener)
Das wird dann wohl bei dir nicht zutreffen, denn bei dir gibt es
a) Gleichspannung/Gleichstrom
b) hinreichend kleine Ströme, welche nicht "vernünftig" gemessen werden können
--> Dein Multimeter sollte geeignet sein, Gleichstrom zu messen
Die Stromzange kannst gleich wieder einpacken, die bringt Dir hier nichts.
Erstmal den Gleichrichter rechts auf der Platine prüfen. Wenn der in Ordnung ist, würde ich den Rest der Schaltung (am dicken Elko) strombegrenzt mit dem Labornetzteil versorgen und schauen wo der Strom hingeht. Könnte ein defekter Spannungswandler sein oder einer der recht vielen Leistungshalbleiter, die kann man auch vorher mit dem Multimeter auf Diodentest durchmessen (wie den Gleichrichter). Wenn man da irgendwo einen glatten Durchgang findet, dann muss man die Stelle näher untersuchen. Manchmal müssen Halbleiter ausgebaut werden, um sie richtig prüfen zu können.
Könnt ihr mir Tips geben, wie ich dem Problem auf die Spur kommen kann?
Das Gerät ist wohl kaputt.
Die Platine nimmt zu viel Strom suf.
Du findest auf der Platine viele Bauteile im DPAK Gehäuse.
Rechts 4 Dioden als Brückengleichrichter, links oben 6 Transistoren als BLDC Motortreiber und links unten Transistor und Diode als step down Spannungsregler.
Überprüfe im Diodenmessbereich des Multimeters, ob ein Bauteil davon fast 0 Ohm hat, oder aller zumindest 0.5V Diodenspannungsabfall.
Wenn alle ok sein, überprüfe die Elkos ob einer davon fast 0 Ohm hat.
Wenn das so im eingebauten Gell nichts erbringt, muss man wohl teileweise Bauteile ablöten um Teilbereiche der Schaltung auf Fehler zu untersuchen.
Könnte ein defekter Spannungswandler sein oder einer der recht
vielen Leistungshalbleiter, die kann man auch vorher mit dem Multimeter
auf Diodentest durchmessen (wie den Gleichrichter).
Das könnten durchaus auch MOSFETs sein. Da ist ein Durchgangsprüfer nützlicher.
Ich zähle 14 "dicke" Leistungs-Halbleiter auf der Platine.
Die Leistung- Halbleiter habe ich mit der Durchgangsprüfung überprüft, das ist schon mal in Ordnung. Ansonsten sind da welche verbaut mit den Bezeichnungen: 55N5055 DG19 und PJ 169 BD55OCS. Konnte dazu nicht wirklich etwas finden.
Überprüfe im Diodenmessbereich des Multimeters, ob ein Bauteil davon
fast 0 Ohm hat, oder aller zumindest 0.5V Diodenspannungsabfall.
Wenn alle ok sein, überprüfe die Elkos ob einer davon fast 0 Ohm hat.
Werde ich heute Abend machen und euch gleich berichten!
Erstmal den Gleichrichter rechts auf der Platine prüfen.
Sorry für die „blöde“ Frage, aber welches Teil/Bereich ist der
Gleichrichter?
rechts neben dem dicken Elko-Turm.
Schaltungstechnisch sieht es für mich recht "einfach" aus:
Ringkerntrafo, Sicherung, 4 Dioden als Brückengleichrichter. Fetter Puffer-Elko. Das generiert die Haupt-Sekundär-Spannung.
Von da aus mache ich 3 "Nutzergruppen" aus:
Anscheinend geht es mit einer Diode unterhalb des fetten Elkos weiter rein in die Schaltung, um andere Leistungs-Transistoren zu versorgen.
Nach oben hin sehe ich neben dem Stepper-Motor auch ein bischen Kleinkram, um anscheinend deisen? ebenfalls spannungsmäßig zu versorgen oder anzusteuern.
vermutlich wird für den Elektronik-Teil selbst (Controller) auch noch mal irgendeine Schutzbeschaltung und Spannungswandlung unten rechts sein.
Wenn du verraten würdest, was das für eine Schaltung ist, könnte man auch mit zweckmäßigeren weiteren Tipps helfen.
Ansonsten prüfe halt zuerst mal, ob die "Haupt-Sekundär-Spannung" erzeugt wird.
Guter Kandidat für weiterer Forschungen sind die Leistungs-Halbleiter zur ANsteuerung des (?Stepper-Motors?) gemäß Punkt 1. oben
Mit wie viel Strom würde man dann diesen Test machen?
mit dem kleinst möglichen, z.B. 50 mA mit unbekannter Spannung. Da aber deine Sicherung F1 unbekannter Größe (z.B. 2 Ampere) direkt durchgeht, macht es keinen Sinn, da irgendwas irgendwo einzuspeisen.
Sorry für die späte Antwort, ich probiere viel zu recherchieren anstatt euch Löcher in den Bauch zu fragen. Soweit ich das verstanden habe, kann man die Elkos im eingebauten Zustand nicht wirklich auf ihre Funktion hin testen, stimmt das? Die Leistungs-Halbleiter (MOSFETs?) habe ich alle mit einer Druchgangsprüfung auf einen Kurzschluss überprüft… das ist wie schon erwähnt in Ordnung. Dann habe ich alle Leistungs-Halbleiter, wie vorgeschlagen, im Diodenmessbereich des Multimeters überprüft. Rote Messspitze an Drain (Mitte), schwarze Messspitze an Source (rechter Pin) da bekomme ich bei den 4 auf der rechten Seite (PJ 169) einen Wert um die 0,215 und bei den 6 Stück links (55N055) um die 0,98. Die Messung sollte so richtig gewesen sein oder?
Der Ringkerntrafo gibt 27V aus falls das auch iwi wichtig sein könnte.
Wenn du verraten würdest, was das für eine Schaltung ist, könnte man
auch mit zweckmäßigeren weiteren Tipps helfen.
Es ist quasi ein "elektrischer Schraubenzieher" der in N/cm anziehen kann. Drehzahl, Drehmoment und Geschwindigkeit(über ein Fußpedal) kann eingestellt werden. Viel mehr ist es eigentlich nicht.
Ansonsten prüfe halt zuerst mal, ob die "Haupt-Sekundär-Spannung"
erzeugt wird.
nachdem der Elektroniker zum 4ten mal den Termin für eine Diagnose/Reparatur verschoben hat, nehme ich mich dem Problem wieder an 😂
Der Ringkerntrafo (230v AC - 24V 3,3a max.) gibt ohne Last 28,4v raus. Habe dann einen Hochlastwiderstand mit 100w und 8ohm dazwischen gehängt… 25,5v und 3,1 amper werden dann angezeigt. Sollte eigentlich so passen.
Beim Gleichrichter geben alle 4 Dioden (im eingebauten Zustand) bei der Diodenmessung zwischen. 0,2 und 0,25v aus (in beide Richtungen - Plus auf Anode, minus auf Kathode und umgekehrt). Sollte es nicht eine Sperrrichtung geben oder passt das so?
Jetzt wäre der große Puffer-Elko als nächstes dran… im eingebauten Zustand gibt er OL aus bei der uf Messung. Durchgangsprüfung piept dauerhaft. Ausbauen und messen oder ist das nicht notwendig?
Messen tu ich im übrigen mit einer TrueRMS Mini-Stromzange UT210D falls das irgendwie wichtig sein sollte.
Einen Schaltplan rückt die Firma auf Nachfrage leider nicht heraus.
Sollte es nicht eine
Sperrrichtung geben oder passt das so?
Das kannst du im eingebauten Zustand nicht prüfen. Auf der einen Seite des Gleichrichters ist die Trafowicklung und auf der anderen Seite der Reservoirelko und der Rest der Elektronik.
bitte entschuldige, wenn ich dich verletzt habe! Das war nicht meine Absicht. Deutsch ist nicht meine Muttersprache, aber ich gebe mein Bestes! Da du sonst keine Antwort gegeben hast, nehme ich an du hast den Rest auch nicht verstanden. Danke dir trotzdem für dein Feedback.
Das kannst du im eingebauten Zustand nicht prüfen. Auf der einen Seite
des Gleichrichters ist die Trafowicklung und auf der anderen Seite der
Reservoirelko und der Rest der Elektronik.
Vielen Dank dir, ist eigentlich logisch. Die Feinsicherung sitzt direkt hinter dem Ringkerntrafo, also kann ich leider nichts im „eingeschalteten“ Zustand messen, weil die immer sofort durchbrennt. Ich habe mir jetzt ein kleines Labornetzteil bestellt, welches morgen kommen sollte.
Habe dann einen Hochlastwiderstand mit 100w und 8ohm dazwischen gehängt…
25,5v und 3,1 amper werden dann angezeigt. Sollte eigentlich so passen.
Ja.
Beim Gleichrichter geben alle 4 Dioden (im eingebauten Zustand) bei der
Diodenmessung zwischen. 0,2 und 0,25v aus (in beide Richtungen - Plus
auf Anode, minus auf Kathode und umgekehrt). Sollte es nicht eine
Sperrrichtung geben oder passt das so?
Spätestens jetzt, wenn unplausible Meßwerte auftauchen, sollte man die Teile auslöten, oder störende Teile drumherum aus-/ablöten, so daß das Teil alleine gemessen wird, oder nur mit "kontrollierbaren" Teilen drumherum ...
Jetzt wäre der große Puffer-Elko als nächstes dran… im eingebauten
Zustand gibt er OL aus bei der uf Messung. Durchgangsprüfung piept
dauerhaft. Ausbauen und messen oder ist das nicht notwendig?
Ist zwar unplausibel, daß Uf-Messung OL sagt, Durchgang nicht, aber das kann durchaus sein wegen unterschiedlicher Testspannung. Also ja, am besten "freilöten" ...
Naja, das ist halt schwierig bei der Bauform, ohne gleich alles kaputt zu machen. Warten wir mal die Nummer mit den Labornetzteil ab. Eines ist aber sicher, null Ohm in beide Richtungen sollte keine der Dioden haben. Das nicht mit dem Diodentest, sondern ganz normal mit der Widerstandsmessung (200 Ohm Bereich) testen.
Ist zwar unplausibel, daß Uf-Messung OL sagt, Durchgang nicht, aber das
kann durchaus sein wegen unterschiedlicher Testspannung. Also ja, am
besten "freilöten" ...
Wollte heute den dicken Elko "freilöten". Mein Miniware Ts101 mit 12v Netzteil ist da deutlich zu schwach (verklebt die Entlötlitze nur). Auch mit extra Flussmittel war da nicht viel zu holen. Was meint ihr mit wie viel Watt das zu schaffen sein sollte?
Der 10€ Lötkolben aus dem Keller hat es erledigt... Habe den Elko jetzt draussen. Durchgangsprüfung zeigt einen Durchgang. Bei der Kapazitätsmessung (dauert ca. 20 Sekunden bis das Multimeter etwas anzeigt) zeigt er mir OL an. Elko hat 4700uF 50V... das sollte das Multimeter eigentlich messen können. Elko defekt? Was kann das bedeuten.
Oder testweise, mit kurzem Kabelstücken (2 Farben), einen ohne einlöten in der Platine über diese Kabelstücke polaritätsrichtig anlöten.
Da kann man auch testweise welche mit anderen Abmaßen nehmen, oder 2 Stück je 2200uF oder 4-5 Stück 1000uF, was eben da ist. Parallel schalten.
Nur wichtig: Mind. 50 Volt (oder höher, 63 Volt) müssen sie sein.
Oder testweise, mit kurzem Kabelstücken (2 Farben), einen ohne einlöten
in der Platine über diese Kabelstücke polaritätsrichtig anlöten.
Da kann man auch testweise welche mit anderen Abmaßen nehmen, oder 2
Stück je 2200uF oder 4-5 Stück 1000uF, was eben da ist. Parallel
schalten.
Nur wichtig: Mind. 50 Volt (oder höher, 63 Volt) müssen sie sein.
Vielen Dank dir, ein neuer ist einmal bestellt. Ich werde dann berichten!
Elko hat 4700uF 50V... das sollte das
Multimeter eigentlich messen können. Elko defekt? Was kann das bedeuten.
nur du kennst momentan dein Multimeter (und Hersteller/Modell), und nur du kannst sagen, ob dein Mutimeter einen derartigen Messbereich (4700 µF) unterstützt.
Versuchsweise könntest du einne beliebigen Elko beliebiger Kapazität nehmen und mit deinem Multimeter ausmessen. Einfach um zu bestätigen, das das Mutlimeter etwas plausibles messen kann im Kapazitätsbereich.
Der 10€ Lötkolben aus dem Keller hat es erledigt... Habe den Elko
jetzt
draussen. Durchgangsprüfung zeigt einen Durchgang. Bei der
Kapazitätsmessung (dauert ca. 20 Sekunden bis das Multimeter etwas
anzeigt) zeigt er mir OL an. Elko hat 4700uF 50V... das sollte das
Multimeter eigentlich messen können. Elko defekt? Was kann das bedeuten.