Alten Drechselbank wieder Instand setzen

OP #7530665
Lesenswert?

Hallo dies ist mein erster Beitrag und bedanke mich schonmal im Voraus für euere Mühe.

Ich möchte eine alte Drechselbank wieder Instand setzen, natürlich könnte ich den einfachen Weg gehen und einen neuen Motor einbauen. Allerdings war mein Vater Werkzeugmacher und hat das Teil selber gebaut und ich will es möglichst original wieder benutzen.

Jetzt das Problem der Motor läuft nicht mehr an. Mein Plan, ich will jetzt einfach die Kondensatoren austauschen und die Schraubklemme durch Wago Klemmen ersetzen. Kann ich dabei die 3x 13,5 uF Kondensatoren zusammen fassen und einen Großen dafür einsetzen? Falls ja, sollte dann auch wieder ein Widerstand, mit den gleichen Werten eingelötet werden?

Angehängte Dateien:
#7530684
Lesenswert?

Andreas schrieb:

Jetzt das Problem der Motor läuft nicht mehr an. Mein Plan, ich will jetzt einfach die Kondensatoren austauschen

Wie wäre es, die Ursache zu suchen bevor man blind tauscht ?

Brummt der Motor und läuft an wenn man ihn anschubst ? Nein, dann ist es auch nicht der Kondensator.

Sondern der Schalter oder eine lose Klemme oder der Motor innendrin.

Nehmen wir mal an, du hast einen funktionsfähigen Drehstrommotor, danach sehen die Kondensatoren in Steinmetzschaltung aus.

Dann wirf die Kondensatoren raus und bau einen FU Frequenzumrichter wie das https://de.aliexpress.com/item/1005005218205809.html 1.5kW Modell ein. Der Motor bekommt mehr Power als in Steinmetzschaltung und wird in der Drehzahl regelbar und wird vor Überlastung geschützt. Besser in jeder Beziehung.

So ein Kondensator ist schliesslich auch nicht billig https://www.elektro-kahlhorn.de/kondensator-ducati-416-10-30-fl::3405.html

#7530689
Lesenswert?

Andreas schrieb:

Jetzt das Problem der Motor läuft nicht mehr an.

Dann finde erstmal heraus, warum das so ist. Anscheinend ist das ein ganz gewöhnlicher Kondensatormotor [1]. Der hat zwei Statorwicklungen. Eine zwischen den Anschlüssen X und Y, die andere zwischen Y und Z.

Anfangen würde man also, indem man den ganzen Kladderadatsch am Motor abklemmt und die beiden Wicklungen mit dem Ohmmeter durchmißt. Wenn eine davon hochohmig ist und der Fehler nicht in den Anschlüssen liegt, dann ist der Motor futsch. Desgleichen würde man die Isolation der Wicklungen zum Gehäuse prüfen. Die Anschlußleitungen zwischen Motor und Schaltkasten können halt durchgammeln (hochohmig) oder die Isolation kann kaputt gehen (Gehäuseschluss). Kann man reparieren (lassen). Ob das billiger kommt als ein neuer Motor, kommt drauf an.

Mein Plan, ich will jetzt einfach die Kondensatoren austauschen und die Schraubklemme durch Wago Klemmen ersetzen. Kann ich dabei die 3x 13,5 uF Kondensatoren zusammen fassen und einen Großen dafür einsetzen?

Die Motorkondensatoren gehen erfahrungsgemäß nicht kaputt. Man kann sie aber auch messen. Jeden Kondensator einzeln abklemmem und den Widerstand messen. Der Kondesator muß hochohmig sein (oder halt den Wert des parallel geschalteten Widerstands anzeigen).

Wenn die Klemmen zu den Kondensatoren wirklich nur zwei Blöcke bilden, dann sind alle Kondensatoren parallel geschaltet. Üblicherweise werden sie sukzessive zugeschaltet, um die Motorleistung steuern zu können. Aber der Motor muß auch mit nur einem Kondensator anlaufen.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kondensatormotor

#7530715
Lesenswert?

Andreas schrieb:

Jetzt das Problem der Motor läuft nicht mehr an. Mein Plan, ich will jetzt einfach die Kondensatoren austauschen und die Schraubklemme durch Wago Klemmen ersetzen. Kann ich dabei die 3x 13,5 uF Kondensatoren zusammen fassen und einen Großen dafür einsetzen? Falls ja, sollte dann auch wieder ein Widerstand, mit den gleichen Werten eingelötet werden?

Wenn Du die Möglichkeit hast, Drehstrom (Dreiphasenwechslestrom) zu nutzen: Baue die Kondensatoren ab und schliesse an/lass anschliessen für Drehstrom.

Für alles Weitere unbedingt jegliche Späne entfernen (die Bilder zeigen da den jetzigen Zustand?)

Sollte Du den/die Kondensatoren erstzen wollen: Ja, ein Betriebskondensator mit ca. 40uF passt auch statt der jetzigen 3. Es genügt dann ein einzelner 1 Megaohm Widerstand (der muss die Spannung aushalten, also kein kleines Exemplar).

(Firma: matzetronics) #7530720
Lesenswert?

Axel S. schrieb:

Anscheinend ist das ein ganz gewöhnlicher Kondensatormotor

Nö. Das würde auf dem Typenschild stehen, in Verbindung mit einem passenden Wert des Kondensators. Hier hingegen haben wir einen Drehststrommotor, umschaltbar zwischen Stern (380V~) und Dreieck (220V~) - der Klassiker.

Auch der Wert des Kondensators kommt dabei grob hin, man rechnet bei der Steinmetzschaltung mit etwa 75µF pro kW, bei 800W wie hier also etwa 60µF.

Kan mich der Empfehlung zum FU statt Steinmetz nur anschliessen. Steinmetz ist immer nur ein Kompromiss.

#7530721
Lesenswert?

Andrew T. schrieb:

Sollte Du den/die Kondensatoren erstzen wollen: Ja, ein Betriebskondensator mit ca. 40uF passt auch statt der jetzigen 3. Es

Es ist KEIN Kondensatormotor sondern siehe Typenschild ein 800W Drehstrommotor in Steinmetzschaltung. Mit den 62.5uF liegt er nahe an den 70uF/kW. Mehr als 560W holt man auf diese Art aber nicht raus. Es war halt ein Notbehelf, zu Zeiten als Firmen wie Siemens für einen Mikromaster-FU dein Erstgeborenes und dein Haus haben wollten. Man sollte mit der Zeit gehen, auch Umweltverbände möchten Steinmetz durch FU ersetzen.

#7530761
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:

Axel S. schrieb:

Anscheinend ist das ein ganz gewöhnlicher Kondensatormotor

Nö. Das würde auf dem Typenschild stehen, in Verbindung mit einem passenden Wert des Kondensators. Hier hingegen haben wir einen Drehststrommotor

Hmm. OK. Da hab ich wohl Blödsinn geschrieben.

Kan mich der Empfehlung zum FU statt Steinmetz nur anschliessen. Steinmetz ist immer nur ein Kompromiss.

Das hingegen würde ich nicht unterschreiben. Ein FU mag nicht mehr die Welt kosten, trotzdem wäre es ein deutlicher Umbau. Und wofür? Das ist eine Drechselbank, offensichtlich privat genutzt. Also wohl zur Produktion von Nußknackern und Kinderspielzeug. Wenn der Motor für die ursprüngliche Anwendung gut war, dann wohl auch jetzt noch.

Meine ursprüngliche Empfehlung bleibt bestehen. Alles mal grob durchmessen. Kapazitätsverlust braucht man erstmal nicht zu berücksichtigen. Für den Motor würde man wohl am besten die üblichen Brücken ganz rausnehmen, damit man jede Wicklung einzeln messen kann.

Aber so Zeug geht nur von Rumstehen nicht kaputt. Das größte Problem ist halt der Siff, der sich angesammelt hat. Also saubermachen. Oh und hat eigentlich schon jemand die Lager erwähnt? Wahrscheinlich ist nur das Fett in den Lagern verharzt und das Anlaufmoment reicht nicht mehr.

OP #7531598
Lesenswert?

So, ich habe alles gesäubert und mit Wago Klemmen neu verdrahtet. Im Motor selbst habe ich alle Anschlüsse neu belegt. Der Motor läßt sich mit der Hand locker durchdrehen.

Der 22 uF Kondensator hat 0 Ohm Widerstand Die 13,5 uF Kondensatoren haben annähernd 1 Ohm Widerstand wie die Vorwiderstände

Der Motor hat zwischen X und Z 0 Widerstand, zwischen X und Y waren es ein kleiner Widerstand (verdammt vergessen die Werte aufzuschreiben). Falls der Wert noch wichtig ist messe ich das morgen nochmal nach.

Nebenbei möchte ich mich bei Allen für die wirklich sehr gute Beratung bedanken, cooles Forum.

Gast #7531609
Lesenswert?

Andreas schrieb:

Der 22 uF Kondensator hat 0 Ohm Widerstand

Also Kurzschluss. Kaputt.

Die 13,5 uF Kondensatoren haben annähernd 1 Ohm Widerstand wie die Vorwiderstände

Wohl doch ehr 1 MOhm, und nur wegen der parallel geschalteten Widerstände.

Der Motor hat zwischen X und Z 0 Widerstand, zwischen X und Y waren es ein kleiner Widerstand (verdammt vergessen die Werte aufzuschreiben). Falls der Wert noch wichtig ist messe ich das morgen nochmal nach.

Natürlich sind die Werte wichtig.

#7531624
Lesenswert?

Böööh... Also geschmeidig klingt das im Video nicht gerade.

H. H. schrieb:

Motorlager kaputt.

Hm, würde ich auch erstmal tippen.

Andreas schrieb:

Der Motor läßt sich mit der Hand locker durchdrehen.

Macht er denn beim Durchdrehen mit der Hand auch Geräusche? Fühlt es sich ruckelig dabei an? Hat die Welle spürbar Spiel?

Defekte Lager sind kein großes Problem, mit bisserl Unterstützung bekommt man das als Laie auch hin.

DerSchmied

#7531630
Lesenswert?

Andreas schrieb:

So, ich habe alles gesäubert

Du hast also kein Bauteil ausgetauscht

Andreas schrieb:

Vielleicht hätte ich den link auch einstellen sollen.

aber der Motor läuft plötzlich.

Das Geschnarre/Geklapper klingt nicht gut, ist halt was mechanisches, aber der Motor läuft elektrisch normal.

Andreas schrieb:

Der 22 uF Kondensator hat 0 Ohm Widerstand Die 13,5 uF Kondensatoren haben annähernd 1 Ohm Widerstand wie die Vorwiderstände

Ich rate mal: Der 22uF hat unendlich, die 13.5 haben 1 Megaohm, was wegen der parallel geschalteten Bleeder-Widerstände kein Wunder ist. Zusammengeschaltet sollte man 333kOhm messen.

OP #7531640
Lesenswert?

Wäre es sinnvoll den Motor auszutauschen und wenn ja was für einen Werte würdet ihr mir empfehlen? Ich möchte bei dem Anschluss bei 230 Volt bleiben, da ich dort keine Starkstromsteckdose habe. Was bräuchte ich dann noch?

Wie schon von jemandem erwähnt, werden damit nur kleine Teile für private Zwecke gedrechselt.

OP #7531667
Lesenswert?

So, also mit der Hand kann ich nichts besonderes feststellen. Damit meine ich keine Geräusche, keinen Widerstand und keine Spiel. Das einzige Spiel ist bei der Riemenscheibe auf der Achse. Hier der Linkhttps://www.dropbox.com/scl/fi/symxyifmzp4f5whuzn68n/motor-von-Hand-drehen.MOV?rlkey=0bh0sx2i15mli7abokwcp3ks1&dl=0

#7532019
Lesenswert?

Michael B. schrieb:

Dann wirf die Kondensatoren raus und bau einen FU Frequenzumrichter wie das https://de.aliexpress.com/item/1005005218205809.html 1.5kW Modell

Als weniger geübter Instandhalter würde ich einfach neue Kondensatoren kaufen und die Lager des Motors prüfen, beides kostet nicht die Welt und es läuft dann wieder authentisch wie früher und die nächsten 20-30 Jahre! Beim Kauf der Kondensatoren kann man etwas tolerant sein. +-10% auf oder Abrunden der Kapazität ist ok. Pollin oder Reichelt mal durchstöbern. FU ist sicher toll aber halt manchmal mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Ich vermeide den Einbau in normale, gelegentlich genutzte, Hobbygeräte wo es geht, da man immer einen Zusatzkasten benötigt und die ersten Einstellarbeiten des FU nicht ganz unkompliziert sind. Nicht jeder Multimeter Besitzer hat das Verständnis für die technischen Parameter und kann schnell daran frustrieren.

#7532185
Lesenswert?

Andreas schrieb:

Welcher Kondensator wäre der richtige? Ich finde jede Menge Anlaufkondensatoren, aber muss es nicht ein Betriebskondensator sein

Ich schreib ja oben bereits: Betriebskondensator.

Eben, weil er in Deinem Aufbau (Steinmetzschaltung) dauerhaft genutzt wird.

Wie inzwischen mehrfach auch von anderen bestätigt: Es kommt nicht auf das letzte uF an; etwas im Wert zw. 40 und 60uF sollte zu finden sein. Betriebsspannung gleich oder höher wie die jetzigen Kondensatoren.

verdammt. Gibt es gute günstige 1 phasige Motoren für meine Anwendung?

Da Du eh Motor tauschen musst: Der neue Motor wird mit passendem Kondensator ausgeliefert. Macht es da etwas einfacher :)

OP #7532503
Lesenswert?

Also bitte nicht steinigen, ich habe jetzt im ausgebauten Zustand alles nochmal durchgemessen und dafür auch die Kontakte mit Schleifpapier gereinigt. Jetzt habe ich bei allen Kombinationen X - Y - Z, mit der Einstellung des Messgeräts auf 1 kOhm, keinen Widerstand. Ich bin was das angeht wirklich ohne Erfahrungen, allerdings lernfähig.

Auf Bild 1 Habe ich die Maße eingetragen nur das untere Lager konnte ich nicht messen, was zu Bild 2 führt. Muss man das Lüfterrad mit "Gewalt" lösen oder gibt es ne Trick?

Bild 3 dient nur meinem Interesse um dazu zu lernen.

Bild 4 ist ein Foto des oberen Lagers mit den entsprechenden Kennzeichnungen.

Kann man im Bereich der Wicklungen noch etwas "säubern"?

Nochmal ein Danke schön für euere Geduld mit mir und euere wirklich hervorragende Hilfe.

Angehängte Dateien:
#7532540
Lesenswert?

Die Kugellager sind Pfennigware, da sehen wir später danach.

Ersma muss sichergestellt sein dass die Wicklungen in Ordnung sind, lass Dir das Messen von hhinz oder Laberkopp erklären und tu exakt was sie sagen, die wissen wo's langgeht. Verbrannt sehen sie mir aber auf den ersten Blick nicht aus.

#7532567
Lesenswert?

Andreas schrieb:

Jetzt habe ich bei allen Kombinationen X - Y - Z, mit der Einstellung des Messgeräts auf 1 kOhm, keinen Widerstand.

Du mußt den Meßbereich passend umschalten. Für einen 800W Motor würde ich nur ein paar Ohm für die Statorwicklungen erwarten.

Die Widerstands-Meßbereiche deines Multimeters gehen von 200Ω bis 2MΩ. Das ist jeweils der Endwert. Im 200Ω Bereich ist die Auflösung immerhin 0.1Ω. Deine Meßleitungen haben sicher mehr.

Wenn man einen Widerstand von 0.00 mißt, dann hat man vermutlich einen zu großen Meßbereich erwischt. Miß also nochmal und probiere die Meßbereiche durch bis du plausible Werte erhältst.

#7532584
Lesenswert?

Viel WD4 oder sonstigen Rostlöser uber Nacht einwirken lassen und kontrollieren ob es eine Klemmschraube (meist eine Madenschraube in radialer Richtung ) gibt. Diese muß unbedingt entfernt werden! Abzieher besorgen, ansetzen und vorsichtig abziehen. Bei zu starkem ziehen ist der Flügel hinüber! Den Abzieher brauchst Du sowieso zu Lager wechseln.

#7532608
Lesenswert?

Besonders fest werden die Lager nicht drauf sein, könnte gut ohne Abzieher gehen.

Du hast gg 17.30 drei Fotos eingestellt, schau mal aufs erste. Oberhalb vom Lager ist die Welle gammelig, das muss runter. Mit Schleifpapier, 120er Körnung oder so, danach leicht einölen. Wenn Du einen Schraubstock mit breiten Backen hast: So weit öffnen dass das Lager der Welle oben auf den Backen aufliegt, aber die Backen die Welle selbst nicht klemmen. Dann mit vorsichtigen Hammerschlägen und einem Stück Alublech oben auf der Welle dazwischen diese nach unten durchtreiben. Aber nicht fallen lassen... Wenn sich nichts rührt, nicht weiterhämmern, die Welle nimmt sonst Schaden. Dann brauchst nen Abzieher, die sind aber nicht teuer.

Bild 2:

Exakt so wie Du das Teil in der Hand hältst weitermachen: eine 13er Nuss aus'm halbzölligen Ratschenkasten nehmen und oben auf die Welle stellen. Dann wieder vorsichtig klopfen. Rührt sich nichts --> Abzieher besorgen. Läßt sich die Welle austreiben: den Nutenstein nicht verlieren, der ist in der Nut die Du von oben siehst und sorgt dafür dass das Lüfterrad sich immer schön mitdreht.

Die alten Lager nicht wegwerfen, die werden später noch gebraucht.

#7532705
Lesenswert?

C. D. schrieb:

Wenn sich nichts rührt, nicht weiterhämmern, die Welle nimmt sonst Schaden. Dann brauchst nen Abzieher, die sind aber nicht teuer.

Kugelkäfig zerstören, so dass nur noch der Innenring auf der Welle steckt. Dann vorsichtig mit dem Winkelschleifer abtragen, kurz bevor man durch ist, platzt der Ring.

So man hat und kann, hilft auch ein E-Schweißgerät: Mit viel Strom auf den Ring braten und sich freuen, wie der zügig abfällt.

Die alten Lager nicht wegwerfen, die werden später noch gebraucht.

Ein paar Lageringe hängen hier am Regal, als Hilfsmittel, mal einen Dichtring einzutreiben.

#7532709
Lesenswert?

Manfred P. schrieb:

Dann vorsichtig mit dem Winkelschleifer abtragen, kurz bevor man durch ist, platzt der Ring.

Radlager vorne Ford Mondeo. Letztes Wochenende exakt so praktiziert, kriegt man sonst kaum von der Nabe. Wär aber nichts für den TO...

Manfred P. schrieb:

Ein paar Lageringe hängen hier am Regal, als Hilfsmittel, mal einen Dichtring einzutreiben.

...oder aufgetrennt damit das neue Lager wieder aufpressen. Lässt sich nämlich prima auf die Welle schieben.

#7532721
Lesenswert?

Michael B. schrieb:

Ich würd's vorher heiss machen, diese Keilnuten sitzen oft fest.

Ist fast anzunehmen, Zeit genug zum festgammeln hatte es ja. Das Lüfterrad und der Gehäusedeckel darunter gucken mir wie Alu/Zinkguss daher, schwierig dem TO zu vermitteln was warm - und was zu warm ist.

Tricks gäbe es eine ganze Menge, die Schwierigkeit hier ist nur, einem eher Unerfahrenem auf diesem Weg das beizubringen.

#7532812
Lesenswert?

Andreas schrieb:

Kriege ich das Lüfterrad mit sanfter Gewalt los?

Das Lüfterrad ist aus Alu, die Welle aus Stahl. Alu dehnt sich unter Wärme stärker aus als Stahl: Mit dem Heißluftföhn das Lüfterrad anwärmen. So 100°C sind überhaupt kein Problem.

Das Lüfterrad dann festhalten und mit dem Hammer zart innen auf die Welle klopfen. Passenden Durchschlag verwenden oder eine Mutter auf die Welle legen.

OP #7533018
Lesenswert?

Ich möchte mich bei allen für ihre Geduld und die freundliche Art in der ihr mir geholfen habt mein Problem soweit zu lösen bedanken. Trotz mancher katastrophaler Fehler meinerseits seid ihr geduldig und freundlich geblieben! Dies ist in den heutigen Zeiten wirklich ungewöhnlich, alleine dafür möchte ich euch von ganzem Herzen nochmal danken.

Das Lüfterrad und die Lager sind abgezogen, zum Glück bin ich im Besitz von Abziehern. Ohne die Abziehen hätte das Ganze echt nicht funktioniert. Ich lege jetzt mal das Teil, auf dem die Lager sassen, in die Tiefkühlung legen damit das aufziehen der Lager einfacher wird.

Sobald ich alle Teile, das Ganze wieder zusammen gebaut habe und es funktioniert stelle ich ein Video ein. Ansonsten erstmal euch allen ein schönes Wochenende.

Gruss Andreas

OP #7533060
Lesenswert?

Also ich habe es gerade nochmal nachgemessen. In der Einstellung 2K auf meinem Messgerät, bekomme ich 0,000 Ohm als Wert. Wenn ich auf 200 stelle, ich denke damit meint der Hersteller Ohm, bekomme ich den Wert 1,2.

Habe mir aber nen 50 uF Motorkondensator von nem europäischen Hersteller bestellt, damit ich ganz sicher bin. Der Schaltkasten den mein Vater damals gebaut hat, entspricht auch gesamt nicht meinem Sicherheitsstandard. Sollte ich da auch einen 1 MOhm Widerstand vor löten?

Trotz der Bestellung wüßte ich jetzt gerne ob der Kondensator defekt ist. Alleine dadurch lerne ich für das nächste Mal.

Gast #7533076
Lesenswert?

Andreas schrieb:

Also ich habe es gerade nochmal nachgemessen. In der Einstellung 2K auf meinem Messgerät, bekomme ich 0,000 Ohm als Wert. Wenn ich auf 200 stelle, ich denke damit meint der Hersteller Ohm, bekomme ich den Wert 1,2.

Also in der Tat defekt.

Habe mir aber nen 50 uF Motorkondensator von nem europäischen Hersteller bestellt, damit ich ganz sicher bin. Der Schaltkasten den mein Vater damals gebaut hat, entspricht auch gesamt nicht meinem Sicherheitsstandard.

Gut so.

Sollte ich da auch einen 1 MOhm Widerstand vor löten?

Nein, der ist in dem Fall nicht nötig.

Gast #7533111
Lesenswert?

Andreas schrieb:

Mein Dank gilt auch dir speziell H. H., würdest du mir noch verraten was der erwartete Wert bei einem nicht defekten Kondensator gewesen wäre?

Ein so hoher Widerstand, dass dein DMM den gar nicht mehr messen kann.

Ich werde auch das alte Kabel ersetzen, da habe ich schon eine Stelle mit defekter Isolierung gefunden.

Gut so.

#7533139
Lesenswert?

Falls der Kondensator gut ist, solltest du im Widerstandsbereich einen kleinen Wert messen können der schnell grösser wird. Aber das sagt leider nur aus, ob er überhaupt noch funktioniert, leider nicht, ob er vielleicht noch 1/4 des aufgedruckten Wertes hat. Manche Multimeter haben extra Messbereiche dafür, damit wird dann ein Wert angezeigt, der hoffentlich nicht allzu weit von dem entfernt ist, was aufgedruckt steht. Sonst gibts extra Messgeräte dafür, was sich aber für einen einzigen Kondensator nicht lohnt.

#7540174
Lesenswert?

Michael B. schrieb:

Nur: wenn sich das Geräusch zwischen früher und heute nicht wesentlich verändert hat, waren auch damals die Kugellager nicht kaputt und er hat sie unnötigerweise ausgetauscht.

Nuja, in den zwei Videos die er eingestellt hat, ist schon ein enormer Unterschied zu hören. Wobei der verstorbene Kondensator totsicher erheblichen Anteil daran hatte. Wie auch immer, ohne das Ding Live zu hören schwer zu sagen.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren