EG9 mit Masterabschluss oder Jobwechsel

Gast #7548218
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Hallo liebe Forumsmitglieder,

was würdet ihr in folgender Situation tun?

Ich komme aus dem Ausland und bin seit 10 Jahren in Deutschland, habe einen Master-Abschluss in Management und Marketing (anerkannt in DE) und arbeite derzeit in einem Unternehmen in der Region Stuttgart. Im Allgemeinen habe ich 13 Jahre Erfahrung in Supply Chain/Material Management. Meine derzeitige Position ist Disponent EG 9 und ich erhalte 60.000 EUR pro Jahr einschließlich Zusatzleistungen und Boni. Für jemanden mit einem Master-Abschluss ist das definitiv nicht genug. Bei meinem Arbeitgeber wäre der einzige Weg nach oben die Position eines Teamleiters von meinem Team. Ich sehe mich nicht wirklich in dieser Position und würde viel lieber den Weg des Experten einschlagen. Meine jetzige Firma zahlt der IG Metall BW. Leider kann ich nach zwei Jahren bei meinem jetzigen Arbeitgeber als Disponent/Sachbearbeiter im operativen Einkauf hier nichts mehr lernen und der Job ist einfach langweilig. Ich denke immer ernsthafter darüber nach, mich nach etwas Neuem umzusehen, wo die Stelle meiner Ausbildung würdig und auf jeden Fall höher in der ERA-Tabelle angesiedelt wäre. Was würdet ihr tun? Gibt es hier Akademiker mit einem Master-Abschluss in BWL? Wie viel sollte man nach der ERA-Tabelle in BW mit den Qualifikationen wie meine verdienen? Ich kann mir vorstellen, dass es auf Dauer schlecht für meine Psyche ist, wenn ich in einer Position verbleibe, in der ich weit überqualifiziert bin ;-)

Danke für die Antworten!

VG Nicki

Gast #7548265
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einen Master-Abschluss in Management und Marketing (anerkannt in DE) und

Position und würde viel lieber den Weg des Experten einschlagen.

Ich kann mir vorstellen, dass es auf Dauer schlecht für meine Psyche ist, wenn ich in einer Position verbleibe, in der ich weit überqualifiziert bin ;-)

Experte und Managment Abschluss schliesst sich wechselseitig aus, "Überqualifiziert" ist auch eher Wunsch- (oder Wahn"-vorstellung) als Realität, siehe Dunning-Kruger-Effekt:

https://www.growganic.de/dunning-kruger-effekt-teufelkreis-der-inkompetenz/#:~:text=Beim%20Dunning%20Kruger%20Effekt%20handelt,gezielte%20Blindheit%20der%20eigenen%20Kompetenz.

Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #7548289
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Mona schrieb:

Master-Abschluss in Management

Wieso machst du so einen Blödsinn, wenn du dann nicht mal Teamleiter werden willst?

Mona schrieb:

13 Jahre Erfahrung in Supply Chain/Material Management. ... würde viel lieber den Weg des Experten einschlagen.

Nach 13 Jahren im Einkauf bist du schon Experte. Und für solches Expertenwissen gibt es eben nicht mehr Geld.

Sachbearbeiter im operativen Einkauf

Ähm, das Bestellen von Material nach einem vom "System" ausgegegbenen Bedarfsplan machen normalerweise Bürokräfte, die müssen nicht mal Bürokaufmann (aka. https://de.wikipedia.org/wiki/Kaufmann_für_Büromanagement) gelernt haben.

Mona schrieb:

Wie viel sollte man nach der ERA-Tabelle in BW mit den Qualifikationen wie meine verdienen?

Du bekommst laut ERA kein Geld für deine Qualifikation, sondern für deine Tätigkeit. Und das ist auch gerecht.

Oder soll ein promovierter Hygiene-Professor allein wegen seiner "Qualifikation" in einem Putztrupp mehr bekommen als die putzerprobte Hausfrau, wenn beide nur nebeneinander her Mülleimer leeren?

Für jemanden mit einem Master-Abschluss ist das definitiv nicht genug.

Für jemanden mit einem Masterabschluss ist auch deine Tätigkeit definitiv "nicht genug". Tu das, was sich der Arbeitgeber von deinem Masterabschluss gewünscht und dir vorgeschlagen hat (und es dir deshalb offenbar auch zutraut): übernimm die Teamleitung, dann bekommst du mehr Geld als die anderen Teammitglieder.

#7548699
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Zeit, nach einer anderen Stelle zu suchen! Im gleichen Unternehmen und parallel in anderen Unternehmen. Nur Festvertrag, kein AÜG.

Das Thema "Komme aus dem Ausland" dürfte nach der Zeit und bei den offensichtlich sehr guten Deutschkenntnissen keine große Relevanz mehr haben.

Wenn Du weiter Einkauf machen möchtest: -Strategischer Einkäufer oder -Commodity Manager oder -Lead Buyer

Alles ziemlich dasselbe, die handeln die Verträge aus und das ist normalerweise höher eingestuft.

Oder sonst - mal was anderes im Bereich Management und Marketing? Mal auf die Vertriebsseite gehen? Oder in die Buchhaltung? Oder ... ?

Nur Mut! Du bist wahrscheinlich irgendwo zwischen Mitte 30 und Mitte 40, da geht noch was. Ab Ende 40 / Anfang 50 wird es dann schwieriger.

Das Thema Führung - muss man nicht unbedingt machen, ist viel Nervkram dabei, wird aber in der Regel ganz gut bezahlt.

Expertenlaufbahn im Bereich Management und Marketing gibt es möglicherweise nicht in allen Unternehmen, das wird in einigen Firmen nur im technischen Bereich angeboten. Letztlich kommt es einfach darauf an, wie eine Stelle eingestuft ist und was man da tun muß und nicht so sehr darauf, wie die Stelle bezeichnet wird.

#7549087
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Viele große Firmen haben aktuell eine Frauenquote, die es zu erfüllen gilt. Zielvereinbarungen der Manager etc. Was für die einstellenden Manager oft gar nicht so einfach ist. Bei solchen Firmen ist es für Frauen aktuell in einigen Bereichen tendenziell leichter als für Männer.

Nochmal zum Thema Führung - es gibt natürlich auch Leute, denen das Spaß macht. Ist also auch subjektiv.

Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #7549263
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Joachim B. schrieb:

Das war aber mal ein lächerliches Argument eines Arztes der den sechsfachen Satz GOÄ privat abrechnen wollte bei der Blutdruckmessung.

Ja, gutes Beispiel, denn der bezieht sein Gehalt eben nicht nach ERA.

Ernest schrieb:

Viele große Firmen haben aktuell eine Frauenquote

Hilft dem Mona-Nicki jetzt auch nicht. Aber der hat sich eh schon wieder abgemeldet...

#7550080
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Wie einige schon geschrieben haben, es wird nach Stelle bezahlt nicht rein nach Abschluss. Die Stelle die du inne hast ist vermutlich für jemanden mit Ausbildung, vielleicht noch Fachwirt/Techniker. In ganz schäbigen Buden könnte man zur Not noch einen Bachelor fordern.

Suche dir eine passende Stelle der zu den Anforderungen deines Masters passt. Wenn das geht. Min EG12 sollte in BaWü drin sein, besser als Ziel 13/14

#7550104
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Lothar M. schrieb:

Joachim B. schrieb:

Das war aber mal ein lächerliches Argument eines Arztes der den sechsfachen Satz GOÄ privat abrechnen wollte bei der Blutdruckmessung.

Ja, gutes Beispiel, denn der bezieht sein Gehalt eben nicht nach ERA.

mein Gegenargument war aber weil er Doktor und Spezialist ist müsste die Blutdruckmessung viel schneller gehen und somit günstiger sein.

Egal wie wir zahlten nicht, er drohte mit Anwalt wir mit der Ärztekammer, dann endete es. Höhere Gebühren müssen vorher verhandelt werden, nicht hinterher.

#7551342
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Joachim B. schrieb:

mein Gegenargument war aber weil er Doktor und Spezialist ist müsste die Blutdruckmessung viel schneller gehen und somit günstiger sein.

Vor Jahrzehnten gab es mal eine kurzweilige Notiz in der Funkschau: In einem damals namhaften Werk für Color-TVs durften ein paar Inschinöre sich in der Produktion bewähren. Die dort sonst tätigen angelernten Damen kamen aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus, wie lang die Herren Akademiker für einen Abgleich brauchten.

#7551353
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Crazy H. schrieb:

Auch wenn es böse klingt, aber harte Realität in D ist, da hilft nur eine Geschlechtsumwandlung.

oder in die Politik wechseln, wenn man da als Mann keine Chance hat, z.B. bei den G***innen dann einfach als Hund bewerben und auf mögliche Diskriminierung von Tieren hinweisen. Bäääm schon bist du drin als Terrier Hunderer!

Die EG´s sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Nebenan in der Audi haben alle EG12 was bei uns EG10 ist.

#7555373
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Nialz schrieb:

Percy N. schrieb:

Die dort sonst tätigen angelernten Damen kamen aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus, wie lang die Herren Akademiker für einen Abgleich brauchten.

Und das sind dann genau diejenigen, die ein höheres Gewalt grundvoraussetzen und einfordern, weil die ja irgendwas höheres studiert haben.

Das funktioniert etwas anders - Kriterium ist, wie detailiert die Aufgaben vorgegeben und beschrieben sind und wie lange die Ausbildung / Einarbeitung dauert.

Detailiert vorgegebene und beschriebene Aufgaben, die sich in 2 oder 3 Tagen ohne Ausbildung lernen lassen, werden nicht gut bezahlt. Da kann auch der Abgleich von Fernsehern dazugehören, wenn der so organisiert ist, dass das in kurzer Zeit zu lernen ist.

Die Bearbeitung oder sogar Verantwortung für komplexe Aufgabenfelder, bei denen ein umfangreiches Fachwissen wie man es nur über Jahre in einer Ausbildung erwirbt, erforderlich ist und bei denen auch die Einarbeitung lange dauert, werden besser bezahlt. Oder manchmal auch plötzlich gar nicht mehr, wenn das Aufgabenfeld für die Firma nicht mehr relevant ist.

Ein Akademiker, der Taxi fährt, kriegt ein Taxifahrergehalt. Ein Akademiker, der Teller spült, kriegt ein Tellerspülergehalt. Und - es gibt auch Arbeitnehmer, die dank Erfahrung und Fähigkeit weit über dem Niveau Ihrer ursprünglichen Ausbildung arbeiten und auch weit über dem Niveau Ihrer ursprünglichen Ausbildung bezahlt werden.

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