Hallo, ich habe bisher für einen SN74LVC8T245 Bus Transceiver die Terminierung für eine Transmissionline TL mit LTspice optimiert. Eine klassische TL hat einen Sender und einen Empfänger. Der Sender hat in der Regel eine Serienterminierung.. An Eingang des Empfängers ist in der Regel eine AC-Terminierung. Das ist der übliche Aufbau.
In LTspice habe ich in den letzten Jahren für den Sender ein Ersatzschaltbild erstellt, siehe Anlage SN74LVC8T245_Sender.png. Der Pulse ist ein Trapez mit Flankensteilheiten gemäß Datenblatt. Angaben zum Wert des Innenwiderstandes findet man nicht so leicht. Er wird aber mit 25 Ohm angegeben. Die Werte zu Cco, Rpo, Lpo und Cpo findet man in der Tat in den IBIS Modellen.
Zu diesen Werten stellt sich mir schon eine Frage. Der Wellenwiderstand der Eingangsbelages liegt nicht weit weg vom Nenn-Wellenwiderstand. Da dieser Belag eine Länge von 2mm bis vielleicht 5 mm hat dürfte er übetragungstechnisch keine Rolle spielen. Dieser Belag dämpft Frequenzen von über 500 MHz.
Jetzt kommt es in der Praxis vor das ich auf eine Länge von 123 mm in Abständen von 41 mm Empfänger habe mit einem hochohmigen Eingang und 5 pF gegen Masse. Wie das Signal das aussieht ist in Anlage "Signal mit 3 Auskopplungen.png" zu sehen.
Gut, das Problem läßt sich durch Serienwiderstände an ein Eingängen der Auskopplungen entschärfen. Die Umsetzung ist jedoch aus Platzgründen nicht so einfach.
Ich wollte einfach mal sehen ob eine genauerer Simulation bessere Ergebnisse zeigt. Und hier kann das IBIS Modell helfen.
[Ramp] AVC8T245_IO [Rising Waveform] Liste: Zeit - Spannung [Falling Waveform] Liste: Zeit - Spannung
Aus den beiden Listen, in den die Ausgangsspannung nach der Zeit aufgeführt ist, läßt sich eine PWL Datei für eine Impulskette erzeugen. In Anlage "Vergleich Klassisch & IBIS-PWL.png" sieht man den Unterschied. Das ein einfaches trapezförmiges Signal mehr Oberwellen hat ist offensichtlich. Das der Unterschied jedoch so deutlich ist hatte mich doch etwas überrascht.
Nach dem klassischen, einfachen Modell ist Verlauf Nr. 1 nicht toll, aber vielleicht noch gerade tragbar. Die IBIS-PWL zeigt es deutlicher. Nr. 1 macht einen kleinen Schlenker und das etwas über Threshold. Das muß verbessert werden.
Im den IBIS Listen IO Pullup und IO Pulldown sind die Spannungs- und Stromwerte des Outputs wiedergegeben. Somit hätte ich dann ja eigentlich einen dynamischen Innenwiderstand. Sie Anlagen "AVC8T245 IO Pullup.png" und "AVC8T245 IO Pulldown.png".
https://ibis.org/cookbook/cookbook-v4.pdf
An die Stromrichtungen der IBIS Daten muß man sich zunächst erst einmal gewöhnen. Das oben angeführte Kochbuch vermittelt dies mit am besten. Siehe Seite 55.
Vorausgesetzt das ich die Daten richtig interpretiert habe ergibt sich für typische Werte:
Pullup 0,055 V 31,1 Ohm 1,820 V 36,1 Ohm
Pulldown 0,120 V 30,7 Ohm 1,830 V 32,6 Ohm
https://www.ti.com/lit/an/scea006a/scea006a.pdf
Die TI Publikation aus dem Jahr 1998 "AVC Logic Family Technology and Applications" ist recht interessant. Auf Seite 3 haben wir ein Diagramm "Figure 2. Impedance Changes Through Switching Transitions" Es geht hier schon um die AVC Familie. Dort ist der Impedanzverlauf etwas ausgeprägter wiedergegeben als es aus den aktuellen IBIS Daten zu sehen ist.
Auf Seite 14 wird es sogar konkret, man hat mit einer Serienterminierung von 26 Ohm die besten Ergebnisse erzielt. Bei 50 Ohm Wellenwiderstand käme man auf einen Innenwiderstand von 24 Ohm.
Das passt wiederum nicht zu den IBIS Daten. Wie muß ich das verstehen?
mfg Klaus







