Alex Z. schrieb:
ich bin auf der Suche nach einer Schaltung für einen Verpolungsschutz.
Bei der Suche bin ich im Netz auf die Schaltung im Bild 1 gestoßen.
Folgende Anforderugnen stelle ich an die Schaltung:
- 12A Dauerstrom
- 5V Eingangsspannung
- Versorgung von SK9822 LEDs + AMS1117-3.3 für einen ESP32
Energie kommt von einem LPV-100-5.
Vielleicht ist es nicht schlecht bei einer Fragestellung zur Lösungsfindung auch mal wieder einen Schritt zurück zu treten und das Gesamtproblem zu betrachten.
Die Frage die zuerst beantwortet werden sollte ist: Wie wahrscheinlich (häufig) ist überhaupt eine Verpolung und welche Zielgruppe (im Sinne von technischer Fähigkeit) hat das Gerät.
Davon (und natürlich vom SChadensausmaß bei Verpolung) hängt dann ab welchen Aufwand man wie treibt!
Ist eine Verpolung äusserst unwahrscheinlich/selten und der Verpolungsschutz soll nur als letzte Rettung vor Totalverlust in dem seltenen Fall dienen, dann kann man es sehr sehr viel einfacher halten als wenn man dies als normales Ereignis ansehen muss. Zumindest wenn man von zumindest rudimentärsten technischen Verständnis der Nutzer ausgehen kann.
Muss man aber quasi täglich mit Falschpolung rechnen, die Ausfallzeit nach Falschpolung muss bei Quasi null liegen (10 Minuten sind schon zu lang) oder die Zielgruppe sind Geisteswissenschaftler von denen selbst die mit den zwei linkesten Händen damit keine Probleme bekommen dürfen, dann erst macht es wirklich sind über eine aktive Schaltung mit den entsprechenen Aufwand und Verlusten im Normalbetrieb nachzudenken.
Ansonsten:
Es so machen wie man es seit eh und je bei Geräten mit hoher Stromaufnahme macht und was sich seit jahrzehnten Millionenfach bewährt hat.
Bei einem Gerät das bei 5V schon im Normalbetrieb 20A Aufnimmt braucht du auf jeden Fall sowieso eine Sicherung zur Brandverhütung. Das sind bei 5V ja immerhin schon 100W.
Will man nun im Verpolungsfall den Schaden klein halten dann kommt bei solchen Geräten HINTER der Sicherung eine hinreichend leistungsfähige Diode in Sperrrichtung zwischen +Ub und GND.
Im Normalbetrieb Sperrt die Diode und es gibt keinerlei Verluste durch den Verpolungsschutz. Verpolt nun jemand das Gerät dann leitet die Diode. Die restliche Schaltung sieht nur für wenige ms bis die Sicherung trennt eine Spannung in negativer Höhe die der Flussspannung der Diode entspricht. Bei geeigneter Diodenwahl ist das für 99% der elektronischen Bauelemente noch in einem Bereich den die ohne Schaden überstehen, in den meisten Fällen sogar innerhalb der explizit im DB angegebenen Max-Parametern.
Je nach Auslegung der Diode-Sicherung-Stromversorgung Kombination reicht es nach einem solchen Ereignis die Sicherung zu tauschen oder aber, bei kleinerer Auslegung der Diode, Sicherung und Diode zu tauschen.
Das ist eine Frage der Abwägung Produktionskosten(Kosten Leistungsdiode) vs. Ereigniswahrscheinlichkeit vs. in Kauf genommene Ereignisfolgen.
Dient die Diode nur zur Brandverhütung oder nimmt man eine Kleinreparatur (diodentausch) bewusst in Kauf bzw. möchte sogar gar nicht das der Anwender das Gerät einfach wieder in Betrieb nehmen kann, dann kommt eine billige, leistungsschwächere Diode rein.
Soll definitiv nach Sicherungstausch das Gerät ohne weitere Maßnahmen wieder laufen kommt eine größere Diode rein welche Pulsfest genug ist die Stromspitzen auszuhalten. Selbst wenn ein etwas leistungsfähigeres Netzteil verwendet wird.
Mit Selbstrückstellenden Sicherungen könnte man sogar den Sicherungstausch nach Verpolung umgehen, allerdings bieten diese, gerade bei hohen Normalströmen, auch eine Reihe von Nachteilen so das ich diese vermeide wo es nur geht. In diesem Fall (20A Dauerstrom) würde ich die sicher nicht nehmen.
Bei Geräten mit geringer Leistungsaufnahme (kommt hier wegen 20A nicht in Frage, ist Ok bei einigen mA) würde man statt dessen mit einer Diode, im Stromversorgungspfad in Flussrichtung eingeschleift, arbeiten.
Erst wenn diese Möglichkeiten DEFINITIV nicht in Frage kommen, beispielsweise weil selbst ein Tausch der Sicherung nicht zumutbar ist, DANN muss man über elektronische Schaltungen mit ihren eigenen Nachteilen Nachdenken.
Gruß
Carsten