Hallo Stephan,
Stephan H. schrieb:
Jetzt möchte ich diese Akkus gern mal testen, heißt also
wie viel Kapazität die haben und ob die allgemein noch
in Ordnung sind, weil ich die gern in meiner Taschenlampe,
die mehrere solcher Akkus (leider alle hinüber) enthält,
weiter nutzen will.
sind die Akkus in Deiner Taschenlampe in Reihe oder parallel geschaltet?
Und wieviel Stück sind das?
Wenn die in Reihe geschaltet sind, kann es passieren, dass Du einen Akku zu sehr entlädst.
LiIo-Zellen haben einen bunten Strauß von Rahmenbedingungen, unter denen sie arbeiten. Verletzt Du die, kann sich eine Zelle selbst entzünden.
Meine Empfehlung für Dich:
Kauf Dir den Artikel "Strom to go" aus der c't 2/2014 oder leih' Dir das Heft aus.
Stephan H. schrieb:
Würde auch notfalls etwas mehr ausgeben, wenn es sich lohnt.
SkyRC MC 3000, von mir auch die "Mutter aller Rundzellenlader" genannt.
Spannungs- und Strommessungen des Gerätes sind per Software justierbar, die Lade- und Entladeprogramme sind weitgehend parametrisierbar: Ströme, Spannungen, Maximalzeiten, Maximaltemperaturen, Ruhezeiten etc. Du kannst vier Akkus gleichzeitig laden und entladen (testen) und über USB (Kabel liegt nicht dabei, Gerät hat Micro-USB-Anschluss) die Entwicklung aller Parameter über die Zeit protokollieren. Damit bekommst mehr Infos als nur eine Angabe in Ah.
Wenn das Geld nicht für den MC3000 reicht, dann kannst Du Dir auch die Stromsenke von Thomas Schaerer in Bild 4 bauen:
https://www.elektronik-kompendium.de/public/schaerer/pstst1.htm
Kombinierst Du das Ganze mit einem Spannungswächter, der bei Unterschreitung der Entladespannung einen Summer einschaltet, kannst Du mit einer hoffentlich vorhandenen Stoppuhr aus der Entladezeit und dem Strom der Stromsenke die Kapazität in Ah ausrechnen.
Die Stromsenke dimensionierst Du auf den Stromverbrauch Deiner Anwendung, also z.B. Deiner Taschenlampe hin.
Stephan H. schrieb:
Später im eingebauten Zustand kommt da vermutlich eh ein BMS davor
oder halt ein USB Laderegler.
Schaltest Du mehrere Zellen in Reihe, ist das BMS sinnvoll/erforderlich.
Der Sinn von "oder" erschließt sich mir nicht!
Stephan H. schrieb:
Balancing heißt doch grob gesagt, dass die Akkus vor dem
Verbinden möglichst gleich viel Spannung haben müssen
oder nicht?
Nein, Du wirfst da zwei Themen durcheinander.
Balancing ist "Ladungsausgleich" und dient dazu, dass der Ladezustand der Zellen im Zeitablauf nicht zu sehr auseinanderläuft. Unterschreitet nämlich eine Zelle oder ein Zellblock die Entladeschlussspannung, trennt Dein BMS den Stromkreis auf.
Also wenn ich vier davon verbinde, müssen die jetzt zB.
so 3,7 / 3,85 /3,75 / 3,9 Volt haben?
Im Moment des Zusammenschaltens sollten die Spannungen gleich sein, damit keine unzulässig hohe Ausgleichsströme fließen, die Deine Akkus schädigen.
Wenn Du normale Durchlochwiderstände mit 0,6W Leistung hast, dann gilt
P=udiff^2/R
P ist die maximale Leistung Deines Widerstands, vielleicht 0,6 W bei Metallwiderständen.
Der erforderliche minimale Widerstandswert ergibt sich aus der Spannungsdifferenz udiff.
R ist der gesuchte Wert Deines Ausgleichswiderstands.
Die Formel oben lässt sich umformen in
R= udiff^2/P
Bei einer Spannungsdifferenz von z.B. 0,2 Volt ergibt sich dann ein minimaler Widerstand von 0,2*0,2/0,6 = 2/3 Ohm.
Dann fließen anfänglich ~ 0,2Volt / 0,66 Ohm = 0,3 A.
Ein 18650-Akku sollte 0,3 A Lade/Entladestrom vertragen.
In der Rechnung wird der Innenwiderstand der Akkus nicht berücksichtigt, das ist hier aber ungefährlich, weil der den Stromfluss und die Leistung am Widerstand verringert.
Wenn Du ein Netzteil mit Strombegrenzung hast, kannst Du alle Akkus einzeln strombegrenzt (z.B. auf 1 Ampere) nacheinander auf eine Zielspannung hin aufladen.
Bei gleichen Spannungen kannst Du die Akkus direkt zusammenschalten.
Stephan H. schrieb:
Haben diese TP4056 eigentlich nen Tiefgehschutz drin?
Sag' besser Unterspannungsschutz oder -abschaltung! :)
Stephan H. schrieb:
Kann man an diese DW01 Platinchen denn auch zB. vier
Zellen parallel hängen oder ist das nicht so gesund
für die Schaltung?
Wenn Du die Akkus nicht mit Sicherungsdraht parallel schaltest, sondern verschweißt, kann ein defekter Akku bei Kurzschluss einen Brand verursachen, weil er die anderen Akkus über sich entlädt.
Das die länger laden müssen wäre in dem Fall nicht
so dramatisch, geht nur drum, dass ich dann den USB
Laderegler und Entladeschutz in eins habe.
Das ist nicht nachvollziehbar, weil Du kein Wort zur Akkutopologie (Verschaltung seriell und/oder parallel) geschrieben hast.