Hallo
Andreas H. schrieb:
1.) Bauteile falsch bestücken. Sowohl Werte als auch Typ. Natürlich nur
an Stellen, wo es dann auch einen Einfluss auf die Schaltung gibt.
Andreas H. schrieb:
3.) ICs verdreht bestücken, bei Fine-Pitch SMD auch mal kleine
Lötbrücken einbauen, einzelnen Pins minimal hochbiegen und "gerade so"
nicht mit anlöten.
Na ja - irgendwie nicht Praxisgerecht - solche Fehler tauchen später in der Praxis (und dafür sollte man lernen - nicht für den Lehrer, die Ausbildung an sich und die Bestätigung der Theorien) so gut wie nie auf.
Schaltungen; Bauteile (als komplette Einheiten) und Werkzeuge werden typischerweise in der Praxis nicht angefertigt, sondern fertig gekauft bzw. sind als "Blck Boxes" verbaut.
Je nach Bereich ist es wichtiger zu lernen, wie man überhaupt Defekte Komponenten (z.B. in Form von Steuergeräten und Protokollen, oft undokumentiert) sicher(!) erkennt, wie man sie an der fertigen Maschine findet, wie man "Fernmessungen" durchführt, wie man überhaupt mit Messspritzen und ähnliches an die Messpunkte herankommt (nein das ist nicht immer trivial), wie man das alles rein mechanisch durchführt (am Rahmen vor der Nase im gut ausgeleuchtete, nicht eingeengten "Ausbildungszentrum" ist das sehr leicht - in der echten Praxis an den Maschinen oder Fahrzeugen oft aber das Hauptproblem).
Wie komme "ich" dann an den Ersatz für das defekte Bauteil (Baugruppe) - auch da sieht es in der Praxis oft ganz anders aus als in der "Scheinwelt" Ausbildungszentrum (Lagerbezeichnung, Zugang zum Lager, Fehlware, neue Versionen, Zugangsrechte, was ist, wenn eine Fehldiagnose stattgefunden hat und das Ersatzteil zurück in Lager kann, usw.)?
Das sind die Probleme und Fallstricke in der Realität (eventuell je nach Umfeld anders gelagert - vom Prinzip, dass der Umgang damit aber einem nicht beigebracht wird, bleibt)
Andreas H. schrieb:
2.) Durchkontaktierungen zerstören - ggf. vorsichtig aufbohren oder mit
viel Strom.
Aufbohren ist ebenfalls praxisfremd - aber zu viel Strom - ja das passt wenigstens etwas - wobei es mit der Reparatur später im echten Leben oft schlecht aussieht (mehrlagige Platinen, Arbeitsaufwand und somit kosten, Garantien, Vorschriften,...)
Rainer W. schrieb:
Aber Mal ehrlich - wieso sollst du dafür die Ausbildung übernehmen, wenn
du erst in einem Internetforum nachfragen musst.
Na ja - nicht immer ist man wirklich freiwillig "Ausbilder" und es ist auch sehr schwierig praxisrelevante, "echte" Fehler zu simulieren.
Da wo es sinnvoll ist, geht es oft nicht (Produktionsmaschinen, Fahrzeuge,...) und die fiesen Fallstricke aus der Praxis (verdeckte Kontakte, EMV usw. was für zufällige und kommende und gehende Fehler sorgt) bekommt man nicht so leicht simuliert - lose (aber neue) Klemmen sind langweilig und sehr schnell ohne Nachdenken überprüft.
Die Nachfrage nach "guten" Fehlern ist berechtigt.
Michael schrieb:
Die Zerstörung sollte aber zur Schaltung und ihrer Einsatzumgebung
passen um realitätsnah zu sein.
Das ist der Knackpunkt und die große Schwierigkeit.
"Verbrauchte" X Kondensatoren oder Elkos würde man daran erkennen, dass sie nachträglich eingelötet wurden (Extra für das Ausbildungsstück, in einem fertigen Produkt gezielt z.B. X Kondensatoren zu verbrauchen, ohne dass die übrige Schaltung zerstört wird, ist sehr schwierig).
Am besten wäre es auf echte Fehler zu warten und den Azubi dann dorthin mitzunehmen.
Aber ja:
Die Praxis spricht dagegen - die Maschine muss möglichst schnell wider laufen, bzw. der Service (für einen Kunden) bezahlbar bleiben usw.
Gerade im Service und Instandhaltungsbereich ist die Erfahrung und das gezielte vorgehen (im Betrieb) das man aber erst über Jahre oder gar Jahrzehnte erlernt, was einen wertvoll und hoffentlich auch gut bezahlt macht, aber eher weniger die eigentliche Reparatur (fiese Ecken Überkopf in der dunklen Ecke bei 40C und Tropfwasser mal ausgenommen) die oft trivial ist (Kontaktproblem, vergammelter Anschluss, kleben gebliebener Kontakt)...