bei meinem Philips Toaster hat der Haltemagnet begonnen zu kleben. Das kann zu angekohlten Semmeln führen. Also habe ich rein geschaut. Im Gegensatz zu den kolportierten Gerüchten "im Internet" ist das Gerät zerstörungsfrei zerlegbar. Aber das geht wieder nicht so einfach, wie andere Gerüchte behaupten.
Info am Rande: Den Einstellbereich der Toastzeiten habe ich mit Widerständen an meine Bedürfnisse angepasst, weil das Gehäuse schon mal offen war und die Platine frei lag.
Kernthema:
Der Anker ist aus Eisenblech, das vermutlich verzinkt wurde. Es ist eine Silbriggraue matte Schicht drauf. Egal, was das war, dort wo der Anker auf dem Kern aufschlägt ist es durchgescheuert und blankes glänzendes Eisen liegt frei. Meine Vermutung: Der Luftspalt ist weg und die Remanenz wird wirksam.
Versuchsweise habe ich ein Stück transparentes Büro Klebeband rein geklebt. Und siehe da, Einschalten funktioniert noch und das Ausschalten funktioniert auch wieder zuverlässig. Soweit so gut, Proof of Concept ist gelungen. Nur eine haltbare Dauerlösung ist das wohl kaum. Der Anker ist mit viel Spiel gelagert. Das führt immer zu kleinen Querbewegungen. Nun meine Frage:
Was ist dünn genug und ausreichend hart, um nachhaltig einen Luftspalt zu realisieren? Und ja nochwas: für 1cm² will ich nicht eine ganze Rolle teure Spezialfolie (ev. zzgl. Versandkosten) bestellen.
Vllt. wäre ein Stückchen billige Displayschutzfolie auch eine Variante. Da ist die Festigkeit gegen „Durchhämmern“ etwas höher. Glasartig sollte die aber nicht sein!
Die schon genannte Kaptonfolie sollte aber auch gehen, da du ja sicher nicht 200 Toasts/day damit machen willst. Ich hätte bei allem eher die Bedenken, ob der Kleber da dauerhaft genug ist.
Viele Grüsse Ove
Hat du Erfahrung mit den mechanischen Eigenschaften unter der oben
beschriebenen Belastung? Dann könntest du Information zum Thema
beitragen.
Auf Deine überaus freundliche Antwort möchte ich darauf hinweiusen, daß die Reibfestigkeit von Kunststoffen, egal welchen, mit Sicherheit größenordnungsmäßig höher ist als irgendeine Verzinkung.
Da manche Informationen ja Salamiweise nachgereicht werden, wird das vorgeschlagenen Kaptonband die erste Wahl sein.
Und ja, selbstklebendes Kaptonband klebt tatsächlich.
Alufolie ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu weich.
Einerseits das, ja.
Andererseits, wo soll das Alu hin fliessen, wenn es flächig belastet wird? Und die Gefahr, dass es zerbröselt, scheint mir gering. Aber die genauen Eigenschaften von Alu in diesen Dimensionen unter diesen Bedingungen kenne ich nicht. Die mikroskopischen Eigenschaften der mechanischen Kontaktstelle sind ebenso nicht bekannt.
Messing klingt schon gut. Unter Umschlagblech konnte ich nichts finden. Unter Folien finde ich schon etwas. Ob die aber ausreichend dünn bei einem vernünftigen Preis beschaffbar sind, weiss ich noch nicht. Die maximale Dicke des Luftspalts ist mir auch nicht genau bekannt.
Cirka 0,045 mm funktionieren. Das hab ich jetzt nachgemessen.
Versuchsweise habe ich ein Stück transparentes Büro Klebeband rein
geklebt. Und siehe da, Einschalten funktioniert noch und das Ausschalten
funktioniert auch wieder zuverlässig.
nˋ Stückchen Selbstklebende Teflonfolie könnte ich dir einfach schicken. Hat aber 0,3mm Dicke. Vermutlich zu dick. Wenn du es willst, schick mit ne PN mit ner Postanschrift dabei.
Kupferfolie finde ich charmant; verfestigt sich beim beklopfen ;-)
Gibt es auch selbstklebend als Abschirmfolie.
Viele Grüsse Ove
Kupfer? drannlöten? Wenn's denn geht.
Höherer Schmelzpunkt als Kunststoffe.
mfG fE
Ja an Kupfer hab ich auch schon gedacht. Cu ist verdammt zäh.
Das kommt grundsätzlich in Frage. Zum Löten den Anker aus seiner Kunststoffhalterung ausbauen scheint aber nicht wirklich enfach zu sein, wenn das überhaupt zerstörungsfrei möglich ist.
Vielen Dank für das feine Angebot. Vielleicht werde ich darauf zurückkommen. Zunächst beobachte ich den ersten Test und lasse mir die gesammelte Info durch den Kopf gehen.
Vielleicht ist das noch eine mögliche Variante: den Kern entmagnetisieren?
Nimmste nen offenen Trafo, Wechselspannung dran, dicht genug ran an deinen Kern und dann einfach langsam wieder entfernen.
Nein, daran habe ich nicht mehr gedacht, da ich mehrere Beobachtungen gemacht habe, aus denen ich schloss, dass der Strom weg ist. Strom teilweise weg hab ich nicht in Betracht gezogen.
Das Ausschalten war sehr leise hörbar.
Der Schlitten blieb unten, sprach auf Drücken der Reset Taste nicht an, kam aber mit Handschlag auf die Küchenarbeitsplatte los.
Im Eingeschalteten Zustand kam der Schlitten niemals durch einen Schlag auf die Küchenplatte frei.
Mechanik war leichtgängig.
Zeitgeber ist CD4541BE, der Reset Taster schliesst die Basis des Schalttransistors mit dem Emitter kurz.
ich hab so eine große Rolle Kupferfolie, welche wohl "gegen Dachziegel Vermoosung" oder was weiss ich vorgesehen ist. AUsserdem hab ich noch ALu-Folie, elche z.B. für Heizungsrohr-Isolation gedacht ist. Beides selbstklebend.
Ich kann dich 2 handflächengroße Stückchen Kupfer und Alu-Klebefolie in einem Brief zusenden
Ich kann dich 2 handflächengroße Stückchen Kupfer und Alu-Klebefolie in
einem Brief zusenden
Whow, schon wieder so ein tolles kollegiales Angebot. Wie geagt, ich beobachte grad den laufenden Feld - nein Küchenversuch und schau, was von den vielen Ideen am Besten umsetzbar ist. Die Hilfsbereitschaft hier finde ich überwältigend.
Edelstahl ist mechanisch stabil und meistens unmagnetisch. irgendwas dünnes (wie schon genannt Fühlerlehre, Scherblatt von einem Rasierer, Rasierklinge) mit 2-Komponentenkleber aufkleben
Nur eine haltbare Dauerlösung ist das wohl kaum. Der Anker
ist mit viel Spiel gelagert.
Ist das nicht Haarspalterei?
Probier es doch erstmal aus.
Mach scheinbare Notlösung stellt sich am Ende als die haltbarste heraus.
Und solch gewaltige Kräfte sollte es in einem Toaster ja nicht geben.
Mach scheinbare Notlösung stellt sich am Ende als die haltbarste heraus.
Darauf würde ich mich nicht verlassen. Schon gar nicht, wenn es bessere Lösungen gibt.
Vermutlich wird es die selbstklebnde Polyimidfolie werden, da ich eine kostenfreie lokale Bezugsquelle für solche Kleinstmengen ausfindig machen konnte. Diese Quelle hatte erst nicht gesehen, obwohl sie nahe liegt.
Aus defekten Kleinnetzteilen, defekten Energiesparlampen und ähnlichem kann man die Klebestreifen entnehmen. Die sind zu einem guten Teil wieder verwendbar, der Kleber ist tatsächlich alterungsbeständig.
Nochmals vielen Dank an Alle für die vielen Alternativen, die aufgezeigt wurden. War eine interessante Diskussion.
Ich bin eher von einem mechanischen Problem ausgegangen. Da aber keine Bilder dabei waren, wollte ich mich nicht aus dem Fenster lehnen.
Das Problem wirst du so sicher beseitigen. Zumindest vorerst.
Ob das wirklich die Ursache war, ist fraglich.
Aber Funktion geht immer über alles.
Deshalb bin ich auch bei dir, mit der Folie.
Bei undichtem Radbremszylinder einfach Schlauchklemme an den
Bremsschlauch, schon geht keine Bremsflüssigkeit mehr verloren.
Vorrübergehend? Hahaha.
Hätte ich am letzten Satz Ironie dran schreiben müssen?
Ohh oh, das weckt bei mir böse Assoziationen!
Kommst du mit 80kmh von der Schnellstraße in die Stadt, Kreuzung, rote Ampel. Willst du bremsen und trittst ins Leere… 😳. Glück im Unglück, kein anderes Fahrzeug an der Ampel und Lücke im Querverkehr. Kackfrech mal eingefädelt! Keine Alternative! Handbremse hilft minimal, Motorbremse etwas mehr. Noch mehr Glück, der Seitenstreifen der Querstraße, seit dem mein Freund!
Geschafft ohne Blessuren, dafür Puls am Anschlag! Vermutlich nicht nur bei mir… Ursache: leckender Radbremszylinder und, zweiter Fehler: nicht durchgeschweißte Trennwand im Bremsflüssigkeitsbehälter. Der war dann eben mal leer und so fiel der zweite Kreis auch aus. Lange her, Golf 2. Die Bilder hab ich auch nach knapp 40 Jaher noch parat, sehr eindrucksvoll!
Wünsche ich keinem!