ich habe eine PV-Anlage (Wechselrichter inkl. Speicher Fox AIO-H3-10.0 und Module von Canadian Solar mit etwas über 10 kWp) installiert. Außerdem habe ich einen automatischen Netzumschalter (EPS-Box) für die Notstromversorgung über den Speicher. Das Problem ist, wenn kein Strom mehr aus dem Netz kommt und die EPS-Box auf Notstrom aus dem Speicher umschaltet, geht der Wechselrichter meiner PV-Anlage in Störung (EPS Error). Dies passiert allerdings nur, wenn die Brunnenpumpe angeschlossen ist (Unterwassermotorpumpe SAER FS 98C/9 230V 2,8 - 5 m³/h 5,3 -3,4 bar, 0,75 kW, IN = 7 A, C = 30 uF). Jetzt habe ich im Internet gelesen, dass eine Pumpe induktive Blindleistung produziert und diese über das nicht vorhandene Netz nicht mehr abgeführt werden kann und der Wechselrichter der PV-Anlage nicht damit klar kommt. Dieses Problem kann man wohl über einen parallel geschalteten Kondensator beheben. Nur weiß ich nicht, was für einen Kondensator ich dafür benötige und wie ich diesen dimensionieren muss. Könnt Ihr mir da weiterhelfen?
Der hohe Anlaufstrom und die drückende Wassersäule werden Dir den Spaß verderben. Meine 375VA-Pumpe im Brunnen hat schon mehr als 16A Anlaufstrom durch die darüber stehenden Meter Wassersäule. Ein Anlaufstrombegrenzer wird Dir kaum helfen. Es gibt höchstens einen kurzen Schluckauf bis der Wechselrichter den Überstrom abschaltet.
das kann natürlich auch sein. Gibt es eine Möglichkeit den Anlaufstrom ohne riesengroßen Kostenaufwand zu begrenzen? Ich habe die Spezifikation der Pumpe aus meinem Beitrag nochmal angepasst, vorher war nur die Pumpensteuerung angegeben.
Anlaufstrombegrenzer gibt es für ca. 30€ fertig zu kaufen, wird Dir aber wenig helfen, wie ich schon schrieb, weil die Pumpe beim Anlauf erst mal die darüber stehende Wassersäule überwinden muß. Dafür ist mehr Strom nötig.
Nur weiß
ich nicht, was für einen Kondensator ich dafür benötige und wie ich
diesen dimensionieren muss.
Der Kondensator muß den gleichen Blindstrom haben wie
der Motor, dann heben sich beide Blindströme auf.
Nach Außen gibt es dann keinen Blindstrom mehr.
Jetzt habe ich im Internet gelesen, dass eine Pumpe induktive
Blindleistung produziert und diese über das nicht vorhandene Netz nicht
mehr abgeführt werden kann und der Wechselrichter der PV-Anlage nicht
damit klar kommt
Jeder Motor und Trafo produziert Blindstrom und damit kommt ein Inselwechselrichter klar.
Jetzt habe ich im Internet gelesen, dass eine Pumpe induktive Blindleistung
produziert und diese über das nicht vorhandene Netz nicht mehr abgeführt
werden kann
So eine Pumpe suche ich schon lange. Die produziert Leistung, die irgendwohin geleitet werden kann. Wunderbar. Ist ja noch besser als das, was ich unter www.perpetuum-mobile-gibt-es-doch.tick gelesen habe.
Ein Softstarter /anlaufstrombegrenzer hilft hier sehr wohl, da kreiselpumpen kein Großes anlaufmoment benötigt, und bei hoher wassersäule und geringem förderstrom das geringste Motordrehmoment abruft. Genau wie Staubsaugerturbinen, wo bei Blockiertem Luftstrom der Universalmotor hochdreht.
Thyristor-Softstarter habe ich bisher nur für 3~ gesehen, könnte aber auch für 1~ verfügbar sein. Noch besser wäre ein resistiver softstarter.
Ich habe in unserem Garten auch lange an verschiedenen Konstellationen von Pumpen herumexperimentiert. Wir haben dort eine Insel-Solaranlage mit einem Wechselrichter. Dabei ist so einiges an Lehrgeld draufgegangen.
Am Ende haben wir dann doch eine Grundfos SQE eingebaut. Die läuft an einem 400W Insel-Wechselrichter an. Die SQ/SQE haben einen eingebauten Wechselrichter mit Sanftanlauf und Drehzahlregelung. (Sind elektronisch kommutierte Drehstrommotren drinnen). Da geht der Strom schön langsam von 0 auf max hoch. Die SQE können zusätzlich - entsprechendes Gerät vorausgesetzt - Drehzahlprogrammiert werden. Ich habe sie entsprechend notwendig Druck eingestellt, was dann ca. 250-300W Leitung bei uns entspricht.
Die SQE sind zwar ziemlich teuer, aber es hat sich gelohnt, wir haben seit dem keine Probleme mehr. Bei genug Wechselrichterleistung hätten wir ne SQ genommen, aber ich habe eh nur ein PV-100W Modul, da muss ich mit dem Strom haushalten. Das Tolle an den SQ/SQE ist, das es die in allen mögliche Ausführungen was Druck und Fördermenge betrifft gibt. Wir haben damals dann viele Diagramme durchforstet um ein Model zu finden was möglichst gut in unsere Randbedinungen passt. (Ist eine SQE 2-35 geworden, läuft mit ca 70% der Maximaldrehzahl)
Der hohe Anlaufstrom und die drückende Wassersäule werden Dir den Spaß
verderben.
Schon mal darüber nachgedacht was bei einer Kreiselpumpe vor sich geht, wenn diese am Ausgang abgesperrt wird?
Mit einem Sanftanlauf wird die nahezu lastlos anlaufen. Erst ab einer gewissen Drehzahl wenn sie es schafft tatsächlich Wasser zu bewegen wird die Leistung steil anzusteigen beginnen.
Daher ist die Wassersäule für den Anlauf nahezu bedeutungslos.
Das weisst Du erst am Tag des Ablebens der Superpumpe.
Erst dann kannst Du EUR je Kubikmeter berechnen
EUR/Kubikmeter spielen hier keine Rolle. Der Garten hat weder Wasser noch Stromanschluss. Mir bleibt hier gar nix anderes übrig, ich mags gerne grün. Die letzten Sommer hats nicht mal gereicht, das war trotz regelmäßiger Bewässerung für einige der Sträucher und Nutzbäume schon arg an der Grenze. Ich denke das ich so zwischen o,5-0,8 m³/Tag x 4 Monate/Jahr raushole. Kann man zwar auch mit der Handpumpe machen, da fehlt mir aber Zeit und Training :-)
Alle anderen Pumpenlösungen haben nach spätestens zwei drei Jahren versagt, war immer irgendwo was undicht. Meist dann im Urlaub und die Ernte war dahin. Ich weis, finanziell macht das keinen Sinn, aber wenn man mal was frisch vom eigenen Baum/Strauch/Feld gegessen hat, dann weis man warum die Südländer über das was bei uns aus dem Supermarkt kommt nur lächeln.
Die Pumpe ist jetzt übrigens schon 5 Jahre in Betrieb. Allerdings war die damals ein ganzes Stück günstiger, habe die in Italien online gekauft. War zwar ne Odysee beim Versand aber trotzdem nur gut die Hälfte gekostet wie hier.
Preis >1000€ ist jetzt nicht von Pappe, trotzdem schön, dass sie
funktioniert.
Wie geschrieben, ich hab damals weniger bezahlt, so ca. 600 irgendwo in Italien. Hatte allerdings nur 1.5m Kabel dran. Die hab ich dann mit so einer Epoxy-Kabelverbinder und nem H07RN-F verlängert. Bis jetzt hats gehalten.
Lustigerweise wurde die Pumpe dann zunächst von Dänemark über Frankfurt nach Italien und dann von Italien zurück nach Frankfurt und dann zu mir geliefert :-D Ich sehe aber, das der Italiener seine Preise jetzt auch schon angezogen hat. Liegt jetzt bei etwas über 800.