Bradward B. schrieb:
Interessant, da würde ich gerne mehr zum FPGA-Board-Seting lesen
Der FPGA nimmt das Video der Kamera und stackt es in Echtzeit - statt das mit Einzelbildern im Nachhinein zu machen. Damit tauchen die Sterne so langsam aus dem Rauschen auf. Das schafft bessere Möglichkeiten, die Belichtung zu optimieren und auch ohne eine Nachführung zu arbeiten, die ja nicht so einfach zu realisieren ist, wenn sie gut sein soll.
Bradward B. schrieb:
Ich bin irritiert, das da so viele "blaue Sterne" zu sehen sind,
Ich auch ! :-) Um ehrlich zu sein, bin ich überrascht, überhaupt so ausgeprägte Farben zu sehen. Wenn ich das Bild mit dem vergleiche, was ich real sehe, dann passt das nur bedingt zusammen. Allerdings sehe ich selbst durch das lichtsammelnde Objektiv nur einen kleinen Teil der Sterne.
Und was ich sehe, ist weiß / gelb! Die Lichtschwachen tauchen erst auf, wenn ich das Video nehme und aufintegriere. Das könnten natürlich die "blauen" sein, aber:
Verfälscht da der Sensor die Farbe ?
Da muss ich mal schwer von ausgehen. Die Absorbtionsspektren des Sensors sind ja per Software dem unserer Augen angepasst und dieser Weißabgleich gilt für eine mittlere Ausleuchtung. Ich habe keine Ahnung, ob man das auch so linear interpretieren kann. Fakt ist nur, dass es kein Artefakt ist. Die Bilder zeigen die Sterne immer in derselben Farbe, abgesehen von etwas Rauschen. Zwischen den Einzelbildern gibt es je nach Integrationsphase eine gewisse Abweichung, aber die Grundfarbe bleibt. Ich habe allerdings den Kontrast verstärkt. Die Farben sind also überzeichnet.
Ich sehe da aber noch einen anderen Punkt: Die Einteilung der Spektralklassen im Diagram ist ja willkürlich farblich zugeordnet und dürfte auch bei realer Sicht nicht dem entsprechen, was wir sehen.
Nach meiner Auffasung dürfte man eigentlich gar kein blaues Licht eines punktförmigen Sterns sehen, weil das blaue Licht ja gestreut wird und als Wolke / Glocke daherkommt, wie bei unserer Sonne. Demgemäß sehen wir ja vom Sternenhimmel mit wachsender Beleuchtungsdauer auch dunkelblau statt schwarz.
Da muss ich nochmal in mich gehen, wieso das so ist.
Fakt ist, dass der Sensor in der Camera dafür auch nicht wirklich geeignet ist. Wie man nämlich sieht, kommt es oben beim Stern schon zu einem Elektronenüberlauf und einem "Tropfen" der sich in dessen Nähe bildet. Auf einem nachbar-Bild ist das Ähnlich, allerdings ist der Tropfen da an einer anderen Position. Spielt man das ob, hüfpt er. Zunächst dachte ich, es sei ein sich schnell bewegendes Objekt und ich hätte was entdeckt :-)
Ist aber nur Cameradreck. Als Nächstes kommt eine richtige Astrom-CAM herbei mit ausreichend Dynamik, die auch gekühlt ist und dann entsprechend wenig rauscht.