Motopick schrieb:
Etwas komplexere Exemplare werden wohl auch teurer sein.
Oder womoeglich gar nicht verfuegbar?
Bei den MSP430 war das ja auch nicht anders, wenn ich z.B. an die
MSP430FG4616/17/18 etc. denke.
Aber mancher ist vielleicht mit den MSP430 einfach zufrieden.
Nun, ich möchte keine Werbung machen, die gesamte MSPM0 - Familie ist bewusst auf Low-Cost getrimmt. So kostet auch die derzeit üppigste 80MHZ-Ausführung mit 60 5V toleranten GPIO's, 4 UARTS 2 I2C und 2 SPI's (https://www.ti.com/product/de-de/MSPM0G3507) gerade mal 1.6 Euro und wird innert 3 Arbeitstagen mit DHL geliefert.
Jens M. schrieb:
Haben die Cortexe immer noch so wahnsinnig aufgeblasene IDEs und
Betriebssysteme nötig?
Ich hab mal irgendwann ein NXP-Testset geschenkt bekommen, bei dem der
Flash des Demoboards mit dem Blinky-Code ausgelastet war.
Erst knapp ein Gigabyte an Software installieren, dann die ultrakomplexe
Runtime kompilieren, plus "while(1), pin high, delay, pin low, delay,
do" und das Ding sagt locker "98% flash used". 2 LEDs abwechselnd
blinken lassen ging nicht mehr weil Flash voll. Gut, waren nur wenige kB
in nem 8pinner aber trotzdem.
Das war keine gute Demo und ist daher sofort im Schrott gelandet...
Das komplette Blink-Demo-Image für MSPM0L1306 ist so 1.2 KB und lässt sich wahlweise auch direkt über UART aufspielen.
Die 'fette' IDE braucht es ja nur um den C/C++ Code in ein effizientes Binary zu kompilieren. Man kann das auch mit einem HEX-Editor schreiben und dann über UART aufspielen... - Die IDE (CCS) bietet aber nebst dem CLANG - Compiler auch eine Konfiguration der MCU (Sysconfig) und Realtime-Debugging.
Für mein einfaches kleines Projekt, eine RFM95-LORA-Node, die alle paar Sekunden einige Bytes versendet, suchte ich nach einem einfachen MC der mindestens ein SPI, einen UART und 2 GPIO's bietet, dafür aber extrem sparsam ist, da die Node autark 3 Monate mit einer LR1632 senden muss.
Das Ganze dann auch noch möglichst klein da die Endgrösse der Node inkl. Gehäuse, Sender und Batterie 15x20x10mm nicht übersteigen darf. RFM95 ist bereits 15x15, da bleiben noch 5mm ...
Nach einiger Suche, ausgehend von den Atmel's war meine Präferenz dann der MSP430FR2422. Aber der ist leider etwas gross und auch nicht so sparsam.
TI bietet mittlerweile auch gute Unterstützung, detaillierte Dokumentationen der MC's (1780 Seiten...) und ein paar interessante Lernvideos.
Damit dies nun nicht in einer Werbeveranstaltung endet ;-) gibt es aber auch ein paar Probleme. Mit den LaunchPad's geht ja alles flott und auch die Beispiele aus der SDK sind als Basis gut zu verwenden.
Aber: Fertigen Code, der wie bei den Arduino's ab der Stange mal schnell installiert werden kann, ist noch Mangelware. Dies ist bei allen MC's dasselbe. Obschon der MSP430 mittlerweile über 30 Jahre alt ist und auch bei einigen Ausbildungen Verwendung fand, so gibt es doch nur einen Bruchteil der Literatur und Programmbeispiele wie für die Atmega's.
Und dann hat Harald natürlich recht:
Harald K. schrieb:
Viele Bastler hängen am DIP-Gehäuse und an der 5V-Fähigkeit der AVRs.
Dagegen können auch andere ARMe nicht anstinken.
Um nicht immer die Launchpad's zu verwenden, muss man zum Lötkolben greifen um die Dinger irgendwie Breadboard-tauglich zu machen. Zuvor braucht es aber ein Breakout-Board auf das die MC's gelötet werden können. Da die SOT23-THN MC's recht neu sind, gibt es nichts anderes, als KiCad zu lernen und sich selbst ein GERBR-File zu erstellen. - Die Platine selber lässt man sich dann besser extern bei einer PCB-Schmide herstellen (SOT-23-THN hat 0.5mm Pinabstand)
Nicht jeder hat einen Reflow-Ofen unterm Schreibtisch. Ich auch nicht. Und so habe ich meine ersten MSPM0L'er beim Löten verheizt oder das Flussmittel war leider nicht NoClean und so gab es Probleme mit Kurzschlüssen. Als ich die Boards brav mit Alkohol reinigte, erzeugte das offenbar eine statische Aufladung... was wiederum zum Ausfall führte - Reflow in der Bratpfanne :-) habe ich ebenfalls probiert und das scheint mit Lötpaste nun zu klappen.
Hier wären findige Köpfe gefragt, die fertig verlötete Breakout-Boards in China herstellen und hier in der Bastlerszene günstig anbieten.
Die MSPM0L-Familie wird bei TI nicht so schnell verschwinden. Da die MC's klein und sparsam sind und (in grossen Mengen) günstig zu erhalten sind, werden sie auch in der Industrie öfter verbaut werden.
Es wäre also schön, hier mehr über die MSPM0-er und die Erfahrungen damit zu lesen.