Zum Hintergrund der Frage:
Es geht darum, die Qualität des MPPT-Algorithmus verschiedener PV-Wechselrichter im Labor zu testen. Leider ist kein realer PV-String vorhanden, es werden daher entsprechend gesteuerte DC-Netzteile zur Simulation verwendet.
Zum einen habe ich ein kommerzielles Netzteil mit einem integrierten PV-Simulationsmodus zur Verfügung. Dabei wird über die integrierte digitale Steuerung eine U-I-Kennlinie erzeugt, die einem PV-String entspricht (ET Lab-SMP).
Als zweites Gerät habe ich einen Eigenbau, ein modifiziertes Schaltnetzteil Meanwell CSP-3000-400, mit einer Analogschaltung, welche auf die 0-10V-Steuerung der Ausgangspannung einwirkt und ebenfalls eine stromabhängige Spannungskennlinie ähnlich PV erzeugt.
Bei beiden Geräten lässt sich der MPP in Spannung und Strom einstellen.
Wechselrichtertyp A funktiert an beiden Geräten ganz hervorragend, der WR findet zügig den eingestellten MPP, pendelt mit kleinen Schwankungen um diesen, und beim Verstellen wird auch der neue MPP schnell wieder gefunden. Soweit alles schön.
Jetzt habe ich WR-Typ B gleicher Leistungsklasse auf dem Tisch, und da stellt sich der MPPT recht "ungeschickt" an, pendelt mit großen Auschlägen hin und her, hängt aber im Mittel bei einer zu kleinen Spannung. Bei gleicher Einstellung der Spannungsquellen kommt da nur ungefähr die halbe Leistung bei raus.
Jetzt könnte ich einfach sagen, der WR B is halt nicht so toll, aber meine Testgeräte sind eben auch keine echten PV-Strings.
Das digitale Gerät hat durch die interne Berechnung mit Sicherheit eine gewisse Verzögerung, auch wenn es vielleicht nur Zehntelsekunden sind.
Das analoge Gerät mit dem Meanwell-Schaltnetzteil hat scheinbar ein paar große Kondensatoren am Ausgang. Ohne Last ist der Spannungs-Anstieg sehr schnell und folgt ohne Verzögerung der Einstellung. Beim runterdrehen sinkt die Spannung aber nur langsam und braucht mehrere Sekunden, um auf den neuen Wert zu fallen.
Und jetzt frage ich mich, wieso benimmt sich WR B so anders als WR A, und ist das Ergebnis repräsentativ oder der Testumgebung geschuldet?
Wenn der MPPT schnell sucht, und das zeitliche Verhalten der Quellen nicht analog einem PV-Sring ist, kann das einen Einfluss haben, auch wenn die statischen Kennlinien eigentlich repräsentativ sind.