"Klassisch" soll man DC-Bürstenmotoren durch Parallelkondensatoren entstören. Zusätzlich sollen auch noch Kondensatoren von jedem Motoranschluss zum Motorgehäuse geschaltet werden.
Was sollen diese Kondensatoren bewirken? Wenn die Bürste die gerade noch aktive Kollektorlamelle verlässt und die nächste noch nicht erreicht hat, entsteht natürlich eine induktive Spannungsspitze, die ggf. zu Funkenbildung führen kann.
Dieser starke Spannungsanstieg soll dann durch die Kondensatoren verhindert werden.
Soweit die landläufige Meinung.
M.E. kann das ja nur bei recht schmalen Kollektorbürsten passieren. Hat man breitere Bürsten, oft sind das die Kohlebürsten, dann kommst es ja nicht zu einem vollständigen Kontaktverlust, sondern die breite Kohlebürsten erreicht die nä. Lamelle schon bevor die vorherige verlassen hat. Da sollte also keine Störung durch Bürstenfeuer entstehen.
Nehmen wir nun einen PWM-Steller mit active-freewheeling. Bei diesem ist der Motor entweder über die MosFets mit der Batterie verbunden oder er wird kurzgeschlossen. In jedem Fall wir also jede induktive Spannungsspitze sehr niederohmig kurzgeschlossen.
Da frage ich mich jetzt doch, was die Entstörkondensatoren da noch sollen. Sie belasten den PWM-Steller nur zusätzlich.
Fazit: bei Bürstenmotoren mit "breiten" Bürsten und PWM-Steller mit active-freewheeling sollte man die klassischen Entstörkondensatoren weglassen.
Was habe ich nicht bedacht?